Ein Geschenk

Ein Geschenk, ein Geschenk, ein Geschenk…..

Ich bin ein Geschenk, ich bin ein Geschenk, ich bin ein Ge….

Hach, ich bin so müde! Ich sollte schlafen, aber die Worte von der alten Frau letztes Jahr kribbeln in mir, als sollte ich sofort, jetzt, in diesem Moment aufwachen und blühen.

Die kleine Wurzel, die gar nicht tief in der Erde ausharrt, ist ungeduldig.

Wann ist endlich Frühling? Ich mag nicht mehr warten! Den ganzen Sommer über haben sich meine grünen, kleinen Blätter zwischen Gräsern und Gehölzen verkrochen. Ja manchmal haben wir uns ganz in die Erde verzogen. Im Herbst haben uns die Blätter zugedeckt und im Winter der Schnee oder der harte Boden. Ich will raus! Ich bin doch ein Geschenk!

Die kleine Wurzel bewegt sich, um zu prüfen, wie weich der Boden ist. Jetzt im Winter, fühlt sie sich zwischen Steinen, kalter Erde, Blumenzwiebeln und anderen Wurzeln eingesperrt.

Unbeweglich zu sein ist einfach zum Schreien. Aber hier unten würde es niemand hören.

Doch ich! Sagt die kleine Krokuszwiebel neben ihr. Könntest du einfach mal still sein? Der Winter ist sicher noch lang und, wenn du schläfst, geht die Zeit schnell vorbei.

Ich kann nicht schlafen! Ich will raus, an die frische Luft. Ich bin ein Geschenk! Ich will die Freude der Menschen hören, ich warte doch schon so lange!

Ich auch, hab Geduld und sei still. Schlaf jetzt, wie alle anderen hier unten auch.

Die kleine Wurzel murrt noch ein wenig, dann wird sie still, wackelt aber voller Protest mit den kleinsten Würzelchen, die sie schon mit Vorfreude hat wachsen lassen.

Warum muss ich immer das machen, was die anderen sagen? Warum muss ich mich anpassen und still sein, nur weil die anderen mich nicht hören wollen? Schlafen, hach, das ist doch langweilig, erst recht sooo viele Monde lang! Wir könnten doch etwas spielen? Oder singen? Oder einander mit den Wurzeln kitzeln? Oder rätseln, wie das Wetter da oben ist oder vom letzten Jahr erzählen? Wir könnten Wetten abschliessen, wer uns als erstes sieht, wenn wir denn mal blühen. Laut ruft sie:

Ihr seid langweilig!

Schschschschscht!!! zischt es zu ihr zurück, so dass der ganze Boden zittert.

Beleidigt, zieht sie ihre Würzelchen zurück. Jetzt ist es wieder ganz still im Winterboden. Das heisst aber nicht, dass die kleine Wurzel nun schläft! Im Gegenteil. Sie bleibt zwar unbeweglich, aber der Weg nach innen lässt ihr wenigstens Spielraum, wenn es nach aussen schon nicht geht. Da entdeckt sie eine winzig kleine Menge Saft, er fliesst in mir drin! Sie horcht in sich hinein. Dieser Saft summt! Dieser Saft, erzählt Geschichten vom Leben! Vom Aufwachen, vom Blühen, vom Sterben, vom Stillsein, vom ….. er hört gar nicht auf mit reden. Dieser Saft, sagt aber nichts von Anpassung, er erzählt vom Wahrnehmen des eigenen Rhythmus und vom Vertrauen in ihn, und dass jedes Lebewesen seinen eigenen hat.

Zum ersten Mal, seit dem letzten Frühling, wird die kleine Wurzel wirklich still. Ich wollte der alten Frau wieder eine Freude machen, indem ich blühe. Das war so schön! Aber sie meinte wohl nicht, ich solle das ganze Jahr blühen, hm.

Das macht niemand, meldet sich der kleine Saft wieder. Alle, alle Lebewesen haben einen Rhythmus und kein einziger gleicht dem anderen. Ja, es gibt Frühlingsblumen, aber jede kommt dann zum Vorschein oder verblüht wieder, wie es zu ihnen passt, auch du! Komm, sagte der Lebenssaft, wir spielen, singen, tanzen und rätseln miteinander. Wir zwei gehören zusammen. Keiner könnte ohne den andern sein. Zusammen leben wir, zusammen blühen wir, zusammen sterben wir. Und weißt du was? Du bist ein Geschenk! Weil du deine Kraft, die von innen kommt, spürst. Du schenkst Freude, weil du Freude bist und du bist frei, weil du auf deinen ureigenen Rhythmus hörst. Und wenn dieser sagt, geh raus und blühe, obwohl es noch Winter ist, dann ist das ein Geschenk deiner Kraft an dich, dass du diese Erfahrung machst.

Die kleine Wurzel staunt über das, was alles in ihr drin los ist.  Sie strahlt vor Freude, ein so liebevolles Innenleben zu haben. Mit einem Seufzer hält sie inne, atmet und lauscht. Auf einmal ist da eine Welle in ihr drin, die sie von Innen heraus bewegen und gleichzeitig wachsen lässt. Aus der kleinen Wurzel formt sich ein kleiner, grüner Kopf, der sich voller Vertrauen durch die harte Erde an die kalte Januarluft gräbt. Altes Laub umgibt ihn wie ein Nest, dann spürt er die Sonne. Ausser Atem wartet die kleine Primel auf den nächsten Impuls von ihrem Lebenssaft und….

…. breitet glücklich ihre zarten Blütenblätter aus. Ich bin ein Geschenk! Wir sind ein Geschenk! Die Erde, der Himmel, die Sonne, mein Saft und ich!

Ich wünsche dir, dass du immer wiweder den Mut hast, auf deine innere Stimme zu hören., dann zu blühen, wenn die Zeit reif ist für dich. Niemand, wirklich niemand kann dir sagen, wann das sein wird. Vertrauen! Hm…. Vertrauen in sich selbst, mit allem, was uns ausmacht ist wohl das schwierigste überhaupt. Aber wir schaffen das!

Darum sage ich jetzt laut zu mir und zu dir, damit ich es lerne…. ich liebe meine Ungeduld, meine Zweifel und mein Gesicht, wenn ich morgens in den Spiegel schaue….. ich erlaube mir, zu widder(ich habe bald Geburtstag ;-)sprechen und dabei zu wachsen….. es lebe das Menschsein mit ALLEN Farben!

Ich grüsse dich von Herzen fest!

Iris, die WeltenWindFrau

http://weltenwind.ch

Zeit

Die Zeit zwischen den Zeiten

Ich liebe sie, die Zeit zwischen den Zeiten.

Da sind Feste, die zu feiern manchmal eine echte Herausforderung auf emotionaler, logistischer und darum auch auf mentaler Ebene sind. Natürlich spricht unser Körper lautstark mit. Auf einmal sind wir krank oder haben einen ausgeprägten Sofasinn oder genau das Gegenteil, haben tausend Dinge zu tun, oder wir wollen raus, an die frische Winterluft und uns bewegen.

Und dann kommt eben das Dazwischen. Die absolute Ruhe schleicht daher, und es fühlt sich auf einmal wie ein Vakuum an. Wir bekommen Angst und eine Ablenkung zupft uns von uns weg. Aber jetzt gilt es stark zu bleiben.

Darum gehst du dir jetzt einen feinen Tee kochen oder nimmst dir die Zeit, einen Latte Macchiato zu brauen. Suche dir nun den schönsten Platz im Haus, stellst deinen Zaubertrank neben dich, legst eine schwere Wolldecke auf die Knie, die das Aufstehen verhindert und setze dich auf deine Hände. Oh ja! Das muss sein. NICHTS TUN braucht einen Anfang.

Auf die Gedanken zu sitzen geht nicht, auch lassen sie sich kaum zudecken, darum ist jetzt atmen angebraucht. Der Atem ist immer da und wir können ihm in einem solchen Moment unsere ganze Aufmerksamkeit schenken. Ein, aus, ein, aus, eeeeein, aaaaaaaus…….immer länger aus- als einatmen.

Ist erst einmal die erste Hürde des Nichtstuns geschafft, geht es ans Geniessen. Vorsichtig darfst du die Hände hervornehmen und zu der Tasse, die du vorher bereitgestellt hast, greifen. Umschliesse sie liebevoll mit deinen Händen. Beginne dein Getränk mit Dankbarkeit und guten Wünschen an dich, an dein Leben mit allen und allem, was dazugehört aufzufüllen, schaue dabei in deine Tasse und atme dein Danke, deine Wünsche hinein. Wiederhole sie wie ein Mantra. Nach einer Weile nimmst du ganz langsam einen Schluck und geniesst diesen Moment, wie er dich ganz und gar erfüllt. Mmmmh! Das tut so gut! Es wärmt, heilt und erfreut deinen ganzen Körper.

Oh, ich habe ganz vergessen zu sagen, dass du vors offene Fenster sitzen sollst, darum eigentlich die Wolldecke…. 😉 Natürlich kannst du es dir auch gleich draussen kuschelig einrichten oder dann halt vor geschlossenem Fenster, Hauptsache Weitblick.

Und jetzt kommt das Schönste: EINFACH SCHAUEN! Und ganz wichtig, spüre in dir ein leises Lächeln, auch wenn dir nicht danach ist, hole es hervor, es wirkt Wunder.

Wenn du bis hierhin gekommen bist, lässt du deine Wahrnehmung für deinen Körper, deine Gefühle und den Ort, an dem du dich befindest einfach fliessen. Nichts festhalten, nur beobachten und ziehen lassen. Werde weit, ganz weit, öffne dich für die Schönheit der Natur, für dein Sein. Es kann dir nichts geschehen, im Gegenteil du bekommst einen sanften, wohltuenden Kuss ……

Nun bist du zwischen den Zeiten angekommen. Es ist keine angstmachende Leere, sondern deine Fülle, dein vielleicht wahres Leben, weil du niemandem etwas beweisen musst, nicht einmal dir selber.

In die Natur schauen, einfach nur schauen, NICHTS TUN, ist das Schwierigste, aber auch das Schönste, was du dir in diesem Jahr schenken kannst. Lass dich von der Erde, vom Himmel und dem Dazwischen immer wieder berühren.

Wie sagte eine der phantasievollsten Kinderbuchautorinnen unserer Zeit, Astrid Lindgren?

«Und da braucht man ja auch noch Zeit, einfach da zu sitzen und aus dem Fenster zu schauen.»

Darum kann ich jetzt nicht mehr weiterschreiben, ich bin am Schauen…. du auch?

Ich lasse es mir aber nicht nehmen, dir noch ein Jahr mit schönen Wundern, berührendem Zauber und ein liebevolles Zusammensein mit dir selber zu wünschen.

Ich blinzle dir einen herzlichen Irisgruss zu!

weltenwind.ch

Wo bist du?

Wo bist du? rief die Frau von ihrem sicheren Platz aus. Ich warte auf dich schon so lange! Beim Rufen zog sie die Worte in die Länge, um deutlich zu machen, dass sie wirklich schon sehr lange wartete und es langsam leid war.

Sie schaute in die Ferne, angestrengt, weil sie nichts und niemand verpassen wollte. Sie liess den Blick schweifen und, wenn sich nur der kleinste Grashalm bewegte, hielt sie den Atem an und fixierte diesen Punkt, nur um festzustellen, dass es wieder nur der Wind war, der übers Land gewandert war. Der Rücken tat ihr vom Warten langsam weh und schlafen konnte sie schon lange nicht mehr richtig, aber sie gab nicht auf. Irgendwo musste sie doch sein!

Manchmal, in den frühen Morgenstunden lag sie wach da und versuchte sich zu erinnern. Wann hatte sie diese Vertrautheit das letzte Mal wahrgenommen oder gar deutlich gespürt? War sie einfach grusslos verschwunden? Konnte die eigene Seele einem verlassen, mit allen Gaben, die man mitgebracht hat und man lebt trotzdem weiter?

Die Frau fühlte sich leer, so so leer. Es konnte nicht anders sein, als dass ihre Seele einfach auf und davon gegangen war. Ja, die Frau gab es zu, sie hatte sie herausgefordert. Sie wollte ihren Willen durchsetzen und Baumkletterin werden. Sie wollte das, weil es da oben doch atemberaubend schön sein musste, weil man dann mit diesem Können bewundert wurde und… man war dem Himmel so nah. Die Frau war überzeugt, dass das genau ihre Berufung war und sie setzte sich durch, gegen alle Umstände. Ich will das!  Das muss ich können! Sagte sie sich immer wieder, als es ihr so viele Meter über dem Boden mulmig in der Magengegend wurde. Sie strengte sich an, übte und übte.

Bis sie eines Tages mühelos in einer Baumkrone ankam und einfach nichts spürte. Kein komisches Gefühl im Bauch, aber auch keine Freude über ihren Erfolg. Sie sass da oben, bestaunte die Aussicht und wartete, bis ihr Herz jauchzte. Nichts geschah, einfach nichts. Sie rief laut da bin ich!, versuchte extra zu lachen, warf die Arme für ein Hurra in die Luft, aber es waren nur Bewegungen ohne Leben.

Lange blieb sie da oben, das konnte doch nicht sein! So viele Stunden hatte sie damit verbracht, ihr Ziel zu erreichen, nun war alles umsonst?

Irgendwann kletterte die Frau wieder vom Baum herunter und ging zu sich nach Hause. Da stand sie nun, in ihrem Haus, das sich irgendwie fremd anfühlte und in der Gewissheit, dass ihre Seele gegangen war. Seither war sie auf der Suche nach ihr. Sie schaute sich auf der ganzen Welt um, aber sie fand sie nicht. Natürlich fragte sie Menschen, Tiere und Pflanzen, ob sie sie gesehen hätten, aber sie blieb unauffindbar. Kopfschüttelnd beschloss sie, von nun an Zuhause zu bleiben, Ausschau zu halten und nach ihrer Seele zu rufen.

Wie von alleine fing sie an, Ihr Zuhause mit Lieblingssachen zu schmücken und ganz langsam lernte sie ihre Umgebung kennen. Sie sprach mit allem, was ihr Auge sah und bei jedem Rascheln hielt sie den Atem an. Dabei wurde sie stiller und stiller. Sie legte sich in ihr warmes Zuhause, streckte die Beine in die Luft und versuchte den Himmel mit seinen Millionen von Sternen mit den Füssen zu spüren. Leise, ganz leise begann sie zu summen, bewegte ihre Zehen, legte die Hände auf ihren Bauch, klopfte mit den Fingern sanft den Takt dazu und bat so ihre Seele, doch wieder zu ihr zurückzukehren.

Sie hatte den tiefen Wunsch ihr zuzuhören, denn sie fühlte immer deutlicher, dass es da eine Sprache gab, die nur sie verstehen konnte. Ja, da gab es Geschenke, die nur für sie bestimmt waren und sie wusste mit Bestimmtheit, dass, wenn sie diese Geschenke annahm, sie sich wohl fühlen würde. Dass sie Baumkletterin sein konnte, ohne auf Bäume zu klettern und dabei kein mulmiges Gefühl im Bauch haben musste. Nein sie wird Dinge tun können, die sie erfüllen und glücklich machen. Und nicht nur sie, alle, die mit ihr zu tun haben werden.

Da spürte die Frau unter ihrem Rücken ein Beben. Schnell zog sie die Beine an, drehte sie sich auf die Knie, setzte sich auf ihre Fersen und schaute umher. Ist da jemand? Das Beben nahm zu. Was geht da vor? Bist du wieder da, du liebe meine Seele?

Doch was war das? Sie war in ihrem Haus, aber es fühlte sich an, als wäre sie im Freien. Sie spürte den Wind, sah Blumen, Farben und Formen, die noch keinen Namen hatten und sie vernahm eine wundersame Musik aus der Tiefe emporwachsen. Sogar der blaue Himmel war da! Sie stand auf und drehte sich langsam im Kreis. Das ganze Geschehen war um sie herum und schien nirgendwo aufzuhören. Und diese Melodie! Sie hörte ihren eigenen, unverwechselbaren Klang. Da berührten sie ihre Farben und sie zauberten sich ihr ins Gesicht. Sie erkannte ihre ureigene Kraft wieder.

Sie war überwältigt ob der Fülle und der Schönheit, ihr Herz klopfte wild und vor lauter Freude tanzte sie mit allem, was sie sah und hörte. Am liebsten hätte sie alles fest umarmt.

Noch ganz schwindlig über das Wiedersehen blieb sie stehen und sagte laut zu ihrer Seele: Ich glaube es nicht, du warst die ganze Zeit hier bei mir in der Tiefe verborgen? Ich habe dich überall gesucht! Warum hast du mir nichts gesagt………?

Ja, manchmal suchen wir unser Glück und unsere Bestimmung im Aussen. Dabei schlummern sie die ganze Zeit tief in uns drin. Unser Leben wartet nur darauf, dass wir still werden und in uns hineinhorchen, um unser ureigenes Universum zu entdecken und es freudig in die Welt tragen. Stell dir vor, wie schön du bist, wenn du genau das tust! Ich freue mich schon, wenn wir uns über den Weg laufen….

Weltenwindgrüsse in deine wilde Schönheit!

Iris

http://weltenwind.ch

Gerne kannst du meine Geschichten teilen oder mir erzählen, was du beim Lesen denkst, fühlst, erlebst……

Ein Schubs von meiner Seele

Den Schubs von meiner Seele habe ich deutlich gespürt…. als es schon zu spät war.

Aufgelöst von den Gefühlen, die mir das Leben gerade beschert hatte, malte ich ein Minutenbild nach dem anderen. Schnell, ohne nachzudenken oder mich in Details zu verlieren.

Und dann geschah ein kleines Wunder. In dem ganzen Wirbeln schaute mir auf einmal so ein schräger Vogel aus dem Bild entgegen und zauberte mir ein Schmunzeln ins Gesicht.

Weggeblasen ist alle Schwermut, während ich dem frechen Kerl in seine viel zu grossen Augen schaute.

Komm, ich zeig dir was.

Oh, und sprechen kannst du auch?

Mach den Mund zu und nimm meine Hand.

Aber du hast doch gar keine….

Wie gesagt, sei still und folge mir.

Also keine Fragen, kein Grübeln mehr, nur eine Einladung annehmen, die wie eine Forderung klingt. Ok, was soll’s. Es kann ja nur besser werden. Vermutlich ist es ein Schubs meiner Seele.

An der Hand dieses Wesens verliess ich den vertrauten Ort an meinem Ateliertisch und ging mit ihm nach draussen in den Garten. Durch das kleine Gartentor wieder hinaus auf den Feldweg. Wir überquerten eine Brücke, die über einen wilden Bach führte, bogen ab und folgten einem unsichtbaren Pfad in den Wald hinein. Schon bald ging es steil bergauf, wir stolperten über Wurzeln und Steine, liessen uns von alten Tannen und deren Harzduft betören, kletterten unter umgefallenen Bäumen hindurch, so,dass die harte Rinde unsere Rücken massierte. Wir berührten mit den Händen den weichen Waldboden und schauten wieder zu den Wipfeln, weil da oben etwas erklang. Nach diesem Fest der Sinne traten wir wie frisch geduscht wieder aus dem Wald.

Vor uns lag, eine Wiese, die sich bis zu einem Berggipfel hinaufzog. Ich schaute fragend in die grossen Augen des Vogels. Dieser hielt seinen Kopf schief und fragte zurück, ohne zu sprechen. Aha, ich verstand, die Reise geht bis zum Gipfel.

Er nahm meine Hand fester und wir folgten dem Weg, der in Schlangenbewegungen den Berg hinaufführte. Mit jedem Schritt wurde es mir leichter um mein Herz. Jeder Atemzug, fühlte sich trotz der Anstrengung freier an. Es kam mir vor, als könne ich eine einengende Haut abstreifen.

Zwischendurch wollte ich stehenbleiben und zurückschauen, aber mein Bergführer liess es nicht zu. Also stapften wir Hand in Hand weiter. Auch hätte ich mich gerne über meine Befindlichkeit ausgetauscht. Aber er schaute mich einfach nur an und ich wusste Bescheid. Mund halten.

Als wir endlich oben ankamen, setzten wir uns auf einen grossen Felsbrocken und ich schaute mich seufzend um. Was für eine Aussicht! Mir verschlug es fast den Atem. Dann sah ich hinunter zum Dorf, wo ich lebte. Ich sah mich in meinem Leben herumwuseln, sah, dass mein Leben wie ein Dorf war. Mit Gärten und Strassen, Häusern, Familie, Freunden und Nachbarn, einer Schule und Läden, nur war dies alles mein Leben. Ich sah, wie ich mich eben verirrt hatte und mein Zuhause suchte.

Ich hob den Blick und liess ihn in die Ferne schweifen. Meine Schultern berührten das weiche Federkleid des Vogels, wir blickten uns an und er musste mir nicht mehr sagen, dass ich schweigen soll. Ich habe verstanden. Das eigene Leben einmal von oben zu betrachten, lässt vieles klar werden. Aha! Was für ein wertvoller schubs meiner Seele, danke!

Zufrieden schaute ich umher und war in Gedanken schon am Neuordnen meines Lebens. Wenn ich wieder bei mir zu Hause bin, dann……. ich war schon in Vorfreude!

Aber da hörte ich den Vogel laut und deutlich sagen: Flieg!

Was soll ich?

Mund zu und los!

Aber ich kann doch gar nicht….

Flieg einfach und vertraue dir!

Was? Nein! Ich schaue entsetzt in seine viel, viel, viel zu grossen Augen. Komm mit und gib mir wenigstens deine Hand!

Da spürte ich einen echten Schubs, sanft, bestimmt und voller Liebe. Ich aber fand es gar nicht lustig. Schnell breitete ich meine Arme aus, als hätte ich Flügel. So ein Mist, ich habe doch gar keine! Oje, ich stürze ab! Das kann nicht sein, bald bin ich tot und ich kann meine neu gewonnen Erkenntnisse gar nicht mehr umsetzen. Neineinein! Ich will nicht sterben, ich will leben!

Dann flieg doch! Sagte der total schräge Vogel, der seelenruhig neben mir herflog.

Du kannst gut reden, du hast Flügel!

Du auch! Flieg schon, schau, der Boden kommt schnell näher. Vertrau dir doch endlich. Mit seinen viel zu grossen Augen schaute er mich liebevoll an.

Vertrauen?!? Ich. Soll. Mir. Vertrauen?!?

Die Tannenspitzen kitzelten mich schon an meinem Bauch und ich nahm den Duft des Waldes wahr. Ich atmete das Unmögliche tief ein und beim Ausatmen breitete sich eine Kraft in mir aus. Sie erfasste mich ganz und gar, verlieh mir Flügel. Ich spürte den Himmel über mir, wo Millionen von Sternen sein mussten, jetzt aber die Sonne mir entgegenblinzelte. Wie durch ein Wunder hob mich diese Erinnerung in die Luft. Ich vertraue diesem Zusammenspiel von Himmel und Erde. Ich bin ein Teil davon und…. so ein Universum ist auch in mir! Sich nicht zu vertrauen ist, als würde man dies alles in Frage stellen.

Wer bist du eigentlich?, frage ich den frechen Schubser endlich.

Ja, wer wohl? Wer hat mich gemalt?

Was? Du bist ich?

Ja und nein. Ich bin ein schräger Vogel, von dir beseelt und zusammen machen wir uns auf den Weg des Vertrauens.

Mit klopfendem Herzen landen wir wohlbehalten auf, eh, an meinem Ateliertisch.

Ich schaue das Bild mit dem lustigen Vogel an und schüttle ungläubig den Kopf. Ich kann fliegen!

Das war ja eine Reise! Ich wünsche dir, dass dich deine Taten, Gedanken und Schöpfungen, die aus deinen Tiefen kommen, genauso überraschen und dich zum Schmunzeln bringen, so wie sie es für mich in dieser Geschichte taten. Ich glaube fest daran, dass diese stille Freude, die wir tief in uns selber spüren, uns stärkt und Vertrauen schenkt.

Einen herzlichen Gruss von den Winden, die Geschichten aus den Welten zu uns wehen und von den vielen Bewohner:innen dieser Erde und natürlich auch von anderen Sternen erzählen.

Iris

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Schillern mit einer Buche

Schillern mit einer Buche geht das überhaupt? Ist das nicht ein Gegensatz? Eine Buche steht meist am Waldrand oder an einem Ort im Wald, wo sie genug Platz hat, um sich auszubreiten. Ja, sie wird gross und sie liebt es ihre Äste wie beschützende Arme weit auszustrecken. Ihre Rinde am Stamm ist sehr empfindlich und mag direkte Sonne gar nicht. Darum reichen ihre Äste oft bis zum Boden, so kann sie sich selber, uns Menschen und auch allem, was kreucht und fleucht, Schatten spenden. Eine Bank unter einer Buche ist nicht einmal so selten.

Aber was soll daran nun schillernd sein?

Schau dir die Buche auf dem Bild an. Erkennst du bei ihrem Anblick auch eine würdevolle Figur? Majestätisch mit einer Astkrone auf dem Kopf? Ein wenig furchteinflössend schaut sie in die Weite. Komm, lass dich von mir in die Welt der Buche mitnehmen. Komm, wir lauschen still vor dieser erstaunlichen Wesenheit. Ich bin sicher, dass sie mit uns spricht, zumal sie uns sogar ihren Kopf, samt Gesicht zeigt:

«Was für eine Ehre, dass ihr mich besuchen kommt. Ja, ich bin die Buche und stehe schon lange hier an diesem Platz. Eigentlich gibt es DIE Buche nicht. Wir sind Buchen und wir sind verbunden. Wir haben eine Gemeinschaftsseele und wenn ich genau sein will, haben wir eine Gemeinschaftsseele mit allen Bewohnern des Waldes. Und der Wald wiederum hat eine Gemeinschaftsseele mit allen Wäldern auf dieser Erde. Die Individualität, so wie ihr sie kennt, ist uns fremd. Und trotzdem sind wir alle eigenwillige Charaktere.

Wir Buchen sind Hüterinnen und Beschützer. Mit unseren Ästen können wir wunderbar umarmen. Und mit unserer zarten Rinde laden wir alle Waldbewohner und Waldbesucherinnen zum Verweilen ein.

Wir alle fühlen uns mächtig. Und damit meine ich nicht, dass wir Macht über andere ausüben. Es ist auch nicht unsere physische Grösse, die uns Kraft und Macht verleiht. Jeder und jede in diesem Wald ist seiner und ihrer Aufgabe bewusst und strahlt dadurch eine Eigenmacht aus.

Ich liebe es, hier zu stehen und zu leuchten. Und ich weiss, dass ich leuchte, auch im Winter, wenn ich gar keine Blätter mehr habe. Ich höre einfach nie auf damit. Wie sonst soll ich die vielen Bucheckerchen produzieren, die so viele Tiere und auch Menschen lieben? Woher nehme ich die Kraft, um mich im Herbst goldrot zu färben und im Frühling wieder neue Blätter spriessen zu lassen? Ich leuchte, was das Zeug hält, bei Tag und bei Nacht, genährt von der Erde und vom Himmel. Und es macht mich überhaupt nicht müde, im Gegenteil, es lässt mich wachsen und meine Aufgabe jeden Tag sein. In mir drin fliesst das Blut vieler Leben, von vielen Generationen und von noch mehr Erlebnissen von vielen Jahrhunderten. Ich weiss sehr viel und ich trage dieses Wissen in meinen Wurzeln, in meinem Stamm, in meinen Ästen und auch in meinen Blättern.

Mein rotes Laub, das im Herbst auf dem Waldboden liegt, beschützt den Boden und alle Tiere und Pflanzen, die sich während des Winters darunter verbergen. Dieser Kreislauf gibt uns die Möglichkeit zu wachsen und unsere Weisheit weiterzugeben.

Mit unseren Wurzeln und Ästen empfangen wir. Sie sind wie Antennen. Wir hören allen und allem zu, und manchmal kommt es mir vor, als könnte ich fliegen, wie ein Drache, denn ich bin mit diesem Urtier verwandt. Ich begrüsse das Innerste der Erde, wie auch die Sterne und ihre Bewohner, die immer häufiger zu uns auf die Erde zu Besuch kommen. Ich verbinde mich mit den Klängen aus dem Universum und speichere sie. Und wenn meine Zeit gekommen ist, schenke ich mein Holz den Instrumentenbauern, da klingen sie weiter!

Ja, ich liebe all meine Gaben und weiss, dass sie wertvoll sind. Und das, liebe Menschenseele, wünsche ich mir von dir auch. Ich bin sicher, dass du Gaben hast! Und ich weiss, dass sie wertvoll sind. Denn ohne dich und deine Gaben würden die Menschen und die Natur um dich herum etwas vermissen.

Komm, richte dich mit mir auf, werde königlich. Erspüre die Erde und mit deinen Wurzeln berührst du die anderen Wurzeln von anderen Wesenheiten. Lass dein Blut fühlbar durch dich strömen, es ist dein Lebensfluss! Er fliesst durch deinen Körper und hinaus in deine Arme und über deinen Kopf hinaus, als hättest du Äste so wie ich. Und jetzt beginne zu schillern, in all deinen Farben und Tönen. Sei klar, als wärst du eine Buche, mit zarter, sensibler Rinde und ja, auch manchmal etwas furchteinflössend. Aber du weißt, du bist in den Kreislauf des Lebens eingebunden. Wachsen, Blühen, Vergehen, Einkehr, um im Frühling wieder zu wachsen…..

Nimm diesen Kreislauf an, bedingungslos und du wirst so königlich wie eine Buche, so gross, so schön, so knorrig, so eigenwillig, so nährend mit deiner Gabe, so hingebungsvoll wie Mutter Erde selber.

Sei wie ein Drache, mit ururaltem Wissen aus der Zeit vor der Zeit. Der, nachdem er verkannt, gefürchtet und ausgestossen wurde, sich selber nie aufgegeben hat und nun langsam wieder in unser aller Bewusstsein kommt als das, was er wirklich ist. Ein Wesen mit Eigenmacht und grossem Herzen, mit vielfältigen, heilenden Gaben, mit tiefer, klarer Weisheit und erfüllt von nährendem Wissen genau wie du.

So, nun lasse ich euch weiterziehen. Danke für’s Zuhören! Ich, wir Bäume, Büsche, Tiere, ja alle Bewohner des Waldes sind für euch zu jeder Zeit da. Wir freuen uns auf euren Besuch! Und wenn ihr Fragen habt, Trost braucht oder einfach mit uns sein wollt, verbindet euch mit uns und wir antworten. Bis bald, ihr wundervollen Seelen!»

Danke liebe Buche für deine Worte! Ich schreibe sie auf und gebe sie weiter.

Danke lieber Mensch, für’s Lauschen und danke für dein Schillern in allen Farben und Tönen…… ich bin jetzt still und geniesse es!

Ich grüsse dich aus dem schattigen, kühlen, lebendigen Wald. Und wer weiss, vielleicht treffen wir uns unter einer Buche? Es ist ein magisches Erlebnis an ihren Stamm anzulehnen und zuzusehen, wie die heisse Sommersonne auf den Blättern tanzt und die Buche zum Schillern bringt…..

Hab einen Schillerndschönenwundersommer!

Iris, die WeltenWindFrau

http://weltenwind.ch

Erkennst du mich?

Erkennst du mich? fragte sie den Bären, der vor ihr stand.

Er war gross, ja riesig und war gerade dabei Beeren von einem Strauch zu kämmen. Dabei benutzte er seine Krallen, die gefährlich aus seiner Tatze ragten. Er schmatzte genüsslich vor sich hin, als könne er keiner Fliege etwas zu Leide tun. Jetzt setzte er sich aufrecht auf den Boden und sah noch menschlicher aus. Dann sah er zu dieser eigenwilligen Frau, die ihm schon mehrmals Fragen zugerufen hatte.

Er sass einfach da und schaute und schaute. Je länger es dauerte, umso unruhiger wurde die Frau.

Soll ich besser wegrennen, solange ich noch kann, oder soll ich den langersehnten Moment ausnützen und endlich mit dieser Urkraft reden?

Nun waren sie beide da am Waldrand und schauten sich an. Die eine aufgeregt mit pochendem Herzen und der andere still und unbekümmert vor sich hin schmatzend. Sonst war es ruhig, nur das Zirpen des Sommers erfüllte die Luft.

Wie lange soll ich hier noch stehen? Was soll ich noch alles tun, damit er mir antwortet?

Sie wagte es ein letztes Mal. Erkennst du mich? Weißt du, wer ich bin? Die Stimme zitterte, weil die Frau von Moment zu Moment unsicherer wurde.

Der grosse Bär aber blieb ruhig und schaute nur. Er leckte seine Schnauze, denn die Beeren waren vertilgt. Ein zufriedenes Knurren liess er von sich rollen, dann legte er sich hin, nahm den Kopf zwischen die Pfoten und blinzelte der unruhigen Frau zu.  Diese setzte sich nun in einem Schneidersitz an den Rand der hohen, nach Grasblumen riechenden Sommerwiese.

Dass der Bär so entspannt war, machte sie sicherer und sie dachte vorlaut: Soll er mich doch fressen, wenn er will. Das macht mir üüüberhaupt nichts aus. Ich frage mich schon mein ganzes, langes Leben, wer ich denn wirklich bin. Jetzt kommt es auch nicht mehr darauf an, sollte ich auf der Suche nach dieser Antwort sterben.

Sie stützte die Ellenbogen auf die Knie und legte den Kopf in ihre Hände und nahm die Herausforderung, einander in die Augen zu schauen, an. Keine Worte, nur da sein, lauschen und ……

Es wurde immer stiller und stiller und die Frau hörte nun nicht einmal mehr die Umgebung, so sehr war sie von dieser Bärenkraft eingenommen. Nur einmal kam eine leise Furcht hoch, die sie fast in die Flucht schlug, aber ihre Frage war stärker und darum blieb sie sitzen, in einem guten Abstand zu dem Bären.

Wieder liess er ein Knurren los, dieses aber war anders, fordernd, wie sein Blick und es traf die Frau mitten im Herz. Da war kein gemütliches Blinzeln mehr, da war eine Anspannung in der Luft. Eine neue Unruhe erfasste sie und es schrie in ihr: Lauf! Hastig stand sie auf und lief um ihr Leben in die Sommerwiese hinein. Hinter sich hörte sie das Rascheln des Grases und ein Schnaufen, dessen Rhythmus nur von einem schweren Vierbeiner sein konnte….. tadam, tadam, tadam, tadammmm….

Was bin ich doch für eine naive, alte, sture Frau! Habe ich wirklich geglaubt, dass eine Begegnung mit dem Bären so easy peasy wäre? Aber loslaufen kann ich noch, denn das habe ich mein Leben lang geübt. Davonrennen, wenn’s brenzlig wird, das ist mein Ding. Nicht aber mich der Gefahr des Ausgestossenwerdens aussetzen oder mich einer unbequemen Wahrheit stellen, es könnte mich ja das Leben kosten. Nein! Lieber ignoriere ich die leise, aber rebellische Stimme in mir und mache auf lieb, nett und Anpassung. Da fühle ich mich Zuhause, also los, lauf!

Sich etwas vormachen, kostet aber auch Lebenszeit, dachte die Frau gerade, als sie über ihre eigenen Füsse stolperte und der Länge nach ins hohe Gras fiel. Sie vergrub den Kopf in ihren Armen, die sie schnell schützend um sich gelegt hatte. Ok! Das ist das Ende. Ich habe mich oft gefragt, wie ich einmal sterben werde, nun weiss ich es. Ich werde von einem Bären gefressen!

Sie hielt den Atem an, zog die Beine unter sich an und sammelte alle Kraft, um zu einem Stein zu werden. Dann spürte sie eine Wärme über sich, die von dem riesigen Tier ausging. Beiss schon zu! Dann ist es erledigt! Sie spürte den warmen Hauch des Bären in ihrem Nacken und roch den tierischen Geruch, so dass ihr fast übel wurde.

Los, komm! Beiss zu!

Mit einem erneuten, aus der tiefsten Tiefe des Bären komenden Knurren, legte dieser seine Tatze auf ihren Kopf, aber nicht so, als würde er sie damit töten wollen. Diese Bärenpfote war weich und behutsam, doch mit dem deutlichen Kratzen seiner Krallen.

Will er auf meinem Kopf Beeren pflücken?

Nein, da war etwas Festes, das an ihrem Kopf festgemacht war und sich wie ein Band anfühlte. Als er kräftig daran zog drückte es sich ihr schmerzhaft in ihre Augen. Was ist da, um Himmelswillen, um meinen Kopf gewickelt?

Deine Maske, brummte der Bär mit seinem typischen Grollen. Eigentlich war es nur sein Brummen, aber die Frau hörte seine Worte ganz genau heraus. Du trägst sie schon dein Leben lang, so weisst du gar nicht, wie es sich anfühlt, du zu sein. Darum kommst du auch mit solchen Fragen zu mir. Um zu überleben hast du dich mit Schichten geschützt. Du kannst sie nun ablegen. Jetzt ist es Zeit, dich selber kennenzulernen, du brauchst sie nicht mehr. Deine Suche kann jetzt zu Wissen werden.

So, deine Maske ist nun weg und dein Blick wieder klar.

Der Bär brummte weiter: Ich wollte dich nie fressen. Ich wollte herausfinden, wie wichtig dir dein wahres Leben ist. Indem du mich gefunden und dich mutig mir entgegengestellt hast, hast du dich deinem Leben und dem Maskensterben hingegeben. Ich bin die grosse Bärin und mir ist jegliches Leben heilig. In mir ist das Wissen aller Jahrtausende, nicht nur das von dieser Erde. Ich komme aus dem Universum und, wenn du bei klarem Himmel zu den Sternen schaust, wirst du dort das Bild von mir sehen. Meine energetische Kraft gab es schon längst vor der Zeit.

Du bist schon lange bereit zu sehen, aber mit dieser albernen Maske machst du dir das Leben unnötig schwer. Dich erkennt niemand, nicht einmal du selber. Komm schon, setz dich auf und wir machen es uns gemütlich dort unter die Eiche und du kannst mir alle Fragen stellen, die dich bewegen. Ich rate dir aber, deine wahre Kraft mitzubringen, dich selber so anzunehmen, wie du bist, sonst….. werde ich wieder gehen, ohne dass du die Antworten erhalten hast. Deine Kraft muss nicht stark sein, wie du immer meinst. Sie hat genau die Farben, die dich ausmachen, aber anerkenne sie! Bist du bereit? Ich gehe schon mal vor, zur Eiche und warte auf dich. Du weißt, ich habe Geduld, lass dir Zeit. Komme in deiner ureigenen Kraft zu mir und du kannst mich alles fragen. Ja, ich werde dich die wahre Zeit lehren.

Die Frau spürte, wie die Wärme, die sie begonnen hatte zu mögen, langsam verschwand und mit ihr der Bärenhauch und das Brummen. Mit pochendem Herzen blieb sie so zusammengerollt liegen, dann fing sie an, sich hin und her zu schaukeln, wie ein Kind. Tränen tropften über die plattgedrückten Grashalme in die Erde. Sie war noch am Leben und wie! Sie schluchzte und es schüttelte sie. Langsam setzte sie sich auf und mit einem Seufzer schaute zur alten Eiche hinüber, wo die alte Bärin gemütlich schlummerte. Bei diesem Anblick wurde ihr Herz ganz warm und es begann in einem vertrauten, kraftspendenden Rhythmus zu schlagen….. tadam, tadam, tadam, tadammm….

Sie sah sich um. Es war dieselbe Welt, wie sie sie kannte. Eigentlich hatte sich nichts verändert und doch sah sie alles mit anderen Augen. Sie fühlte sich frei, erleichtert und mit einem Kribbeln in ihr drin, wie Luftblasen, die im Wasser an die Oberfläche strebten. Wieder schaute sie zur alten Bärin, stand auf, breitete die Arme aus und rief ihr aus tiefstem Herzen ein lautes DANKE! zu. Die Bärin blinzelte und die Frau glaubte ein Schmunzeln zu sehen. Winkend drehte sich die Frau um und ging in ihr Leben mit der Wärme und der Kraft der Bärin als Rückenwind. Sie machte sich auf den Weg, ihre eigene Kraft zu entdecken und sie zu feiern!

Liebe Bärin, ich komme zurück, ich weiss es und du auch!

Ja, liebe Leserin, lieber Leser, wieder wollte es eine Geschichte werden. Diese eigenwillige Frau ist hartnäckig….. ich habe das Gefühl, da kündigt sich etwas an…..

Danke, dass du die Geschichte gelesen hast! Das freut mich sehr! Ich wünsche dir eine mutige Zeit und wenn du der Bärin (oder dem, was dir wichtig ist) begegnest, atme einmal in Ruhe durch. Schau nach, ob da eine Schicht ist, die du ablegen kannst, um ganz du zu sein: erkenne dich in deiner Farbe und mit deiner einzigartigen Kraft. Du weisst, die Welt freut sich auf dich!

Herzlich grüsst dich

Iris, die WeltenWindFrau

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Ich brauche eine Medizin

Ich brauche eine Medizin für oder gegen etwas?

Also, ich brauche eine Medizin, sagte die Frau und machte sich auf den Weg. Sie hatte sich warm angezogen, man weiss nie, was unterwegs alles passieren kann. Ja, auch den letzten Apfel aus dem Keller packte sie in eine Tasche. Dazu noch ein paar Nüsse, zwei Brötchen und eine Flasche verdünnten Holundersirup, vom roten, den vom Spätsommer.

Munter schritt sie voran und hielt dabei Ausschau nach jemandem, die oder der ihr eine Medizin geben könnte.

Seit längerer Zeit litt sie an Rückenschmerzen, auch war ihr oft schwindlig und ihre Träume waren immer mal wieder haarsträubend. Das konnte so nicht weitergehen, sie wollte wieder ihr ruhiges Leben zurück, wo alles seine Ordnung hatte.

Obwohl, wenn sie ehrlich war, gab es diese Zeiten gar nie. Immer war irgendetwas los, worum sie kämpfen oder wo sie Ordnung schaffen musste. Genau, auch dagegen wollte sie eine Medizin. Gegen Unordnung und für mehr Harmonie. Gab es das überhaupt? Egal, sie wollte jetzt einfach eine Medizin gegen all das, was ihr Leben im Moment erschwerte.

Sie begegnete vielen Leuten und jedes Mal schaute sie sie hoffnungsvoll an, aber niemand gab sich als Medizinfrau oder Medizinmann zu erkennen. Im Gegenteil, wenn sie mit ihnen sprach, wurde sie manchmal nur noch verwirrter oder sie ärgerte sich gar, so dass sie missmutig weiterstapfte. Sie fragte auch die Tiere und Pflanzen, aber die gaben ihr so unklare Antworten, die sie oft nicht verstand.

Je länger die Reise dauerte, desto unzufriedener wurde die Frau. Einmal, es wurde so langsam dunkel, da sah sie eine alte Frau auf einem Stein sitzen. Langsam kam sie näher, doch die alte Frau hob den Blick nicht. Erst als die Frau vor ihr stand, schaute sie langsam auf, schaute ihr in die Augen und sagte, da bist du ja.

Jetzt machte die Frau grosse Augen und sie fragte die alte Frau, kennst du mich? Ja! Schon immer. Wer bist du? Ich bin Du! Was, nein! Das kann nicht sein! Ich kenne dich nicht! Oh doch. Schau mich genau an. Sehe ich nicht aus, wie jemand, die ein Leben lang da draussen herumgesucht hat, um die eigene Unzufriedenheit zu heilen?

Das war die Höhe, fand die Frau, und ging grusslos weiter. Sie war richtig wütend. Die ist ja so frech! Die hat doch keine Ahnung! Und überhaupt ist das doch gar nicht möglich, woher weiss die das alles? Sie stapfte weiter und weiter und schüttelte dabei den Kopf. Diese alte Frau sah so griesgrämig aus, die kann unmöglich ich sein!

Auf einmal blieb sie stehen, sie wollte mit dieser alten Frau nochmal reden. Sie suchte den Weg zurück, aber sie fand den Weg nicht mehr. Immer wieder, wenn sie dachte, dass sie die Stelle findet, wo die alte Frau gesessen hat, war es ein Irrtum.

Unterdessen war es dunkel geworden. Sie legte sich in die Wurzeln einer grossen dicken alten Eiche und weinte, bis sie einschlief. Und nun war sie froh, um ihre warmen Kleider. Sie träumte, sie liege im Wasser und könne gleichzeitig fliegen. Sie konnte das Wasser verstehen, wie es sprach und liebte die Berührung der Wolken. Sie nahm den Respekt, den die Vögel ihr zeigten staunend entgegen und erkannte gleichzeitig, dass die Fische gar nicht stumm waren. Sie hatte das Gefühl, dass die Pflanzenwelt sie nährten und die Erde, auf der sie lebte, ihr ein unbeschreiblich schönes Zuhause schenkte.

Als sie aus diesem Traum aufwachte, kramte sie ihre Nüsse hervor und legte sie für die Tiere an die Wurzeln der Eiche, wo sie eben geträumt hatte. Sie nahm den Apfel mit einem Danke! an ihr Herz und legte ihn ebenfalls ins Gras, nachdem sie einen Bissen davon genommen hatte. Dann trank sie den Holundersaft bis zur Hälfte leer und verschenkte auch diesen der Erde. Die Brötchen hatte sie unterwegs schon gegessen, darum konnte sie sie nicht mehr teilen.

Dann machte sie sich durch die Dunkelheit auf den Heimweg. Mühelos fand sie den Stein, auf dem die alte Frau gesessen hatte. Sie setzte sich selber darauf und wartete…….

…….nicht auf die alte Frau.

Seitdem sie aufgewacht war, wusste sie, dass sie die Medizin gefunden hatte, denn da regte sich tief in ihr drin ein Funke. Sie wartete, bis dieser ihr ein wissendes Lächeln in ihr Gesicht zauberte, auf dass es sie nach und nach ganz erfasse.

Und das trägt sie noch heute, denn sie sucht nicht mehr etwas im Aussen. Sie weiss jetzt, wo sie findet. Du auch?

Und jetzt fand die Frau wie von Zauberhand Medizinfauen- und männer, auch Pflanzen und Tiere wurden heilsame Begleiter……..


Es wollte auch in diesem Monat wieder ein Geschichtenmärchen werden. Manchmal habe ich es einfach nicht im Griff….. der Funke in mir übernimmt das Schreiben.

Wie sage ich immer? Annehmen, was ist, und loslassen. Genau darum geht es auch im Telefongespräch mit Ljiljana. Wir sprechen über eine besondere Medizin: Das Fasten…..ein Klick auf den Link und du kannst uns zuhören. Das ist ein mega spannendes Gespräch geworden!

https://iriswangler.ch/videos/Tel-mit-Ljiljana-Mar25.mp4

Und gleich noch ein Link: Vielleicht möchtest du meinen Newsletter abonnieren? Da steht allerhand über das Leben mit all seinen Facetten drin, wie du ihm mit einfachen Ritualen in der Natur Kraft geben kannst und dabei das Schmunzeln nicht vergisst…. ich freue mich, dich damit zu erfreuen! https://iriswangler.ch/newsletter.html

Ich danke dir für dein Hiersein und grüsse Dich von Herzen fest!

Iris, die Geschichten-Medizin-Frau 😉

http://weltenwind.ch

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Es war einmal….

Es war einmal eine Frau mit einem Geweih auf dem Kopf, die lebte in einem Baum. Eigentlich sass sie auf einem Baum, aber weil sie ihn nie verliess und sie mit diesem Pflanzenriesen wie verwachsen war, kann ich dir sagen, dass sie im Baum wohnte.

Die Frau mit dem Geweih auf dem Kopf kümmerte sich mit all ihrer Liebe und der Freude, die sie in sich spürte, um den Baum. Und er wiederum schenkte ihr Nahrung. Es war ein harmonisches Geben und Nehmen und so überstanden sie alle Jahreszeiten samt den Stürmen und lebten viele, viele Jahre, ja Jahrhunderte miteinander.

Am meisten freuten sie sich über Besuch. Da setzten sich Eichhörnchen, Käfer, Feen, Zwerge und Elben zu ihnen. Auch ein Efeu suchte sich einen Weg dem Stamm entlang nach oben, weil es unbedingt einen Schwatz mit der Frau mit dem Geweih auf dem Kopf halten wollte. Ja es war ein stetiges Kommen und Gehen.

Besonders die Vögel liessen sich gern auf einem Ast nieder und brachten Geschichten aus der weiten Welt. Ihnen zu lauschen, liebte die Frau mit dem Geweih auf dem Kopf über alles. Sie malte sich die Welt ausserhalb des Waldes mit ihrer ganzen Fantasie aus. Und dann erzählte sie die Geschichten jenen weiter, die zu Besuch kamen und jedesmal klang es so, als wäre sie selber dort gewesen.

Es sprach sich herum, dass diese Baumfrau mit dem Geweih auf dem Kopf Geschichten aus aller Welt erzählt, und so kamen Besucher von überall her.

Eines Nachts, es war gerade Neumond und darum im Wald besonders dunkel, wurde die Frau mit dem Geweih auf dem Kopf von einem Geräusch aufgeweckt. Sie schlief für gewöhnlich in einer moosbedeckten Armbeuge des Baumes. Sie setzte sich auf, aber sie sah nichts, eben, es war einfach mondlos dunkel. NIcht einmal Sterne funkelten, wo waren sie nur?

Darum musste sie sich auf ihr Hinhorchen und Wahrnehmen verlassen. Ist da jemand? Sie bekam keine Antwort, aber ein kalter Wind blies ihr entgegen. Sie begann zu frieren und und ihr Herz wurde schwer.

Da war eine eisige Kälte, die sie umhüllte und die sich nicht mehr abschütteln liess.

Schnell, steh auf, nun ist die Zeit gekommen! sagte der Baum auf einmal laut und deutlich. Du kannst reden? fragte die Frau mit dem Geweih auf dem Kopf. Ja, schon immer, aber bis jetzt war es nicht nötig.

Oh, wie schön! Also, ich stehe und jetzt?

Halte dich mit einer Hand an mir fest und die andere streckst du weit von dir weg. Spüre mit deinen Füssen den Ast und stehe gut verankert da. Denk nicht mehr an die Kälte, sondern vertraue dem Moment. Und jetzt gehts los!

Aus den Wurzeln des Baumes begann es zu rütteln und zu schütteln. Immer mehr, immer heftiger, als wäre der Baum selber ein Sturm. Es krachte und alte Äste fielen zu Boden. Es war laut, sehr laut und dunkel.

Die Frau mit dem Geweih auf dem Kopf hielt sich tapfer, obwohl ihr Herz bis zum Hals schlug und die Kälte sie steif machte. Auf einmal spürte sie, wie sich etwas auf ihre ausgestreckte Hand setzte und leuchtete. Eine kleine Elbenfrau kraxelte ihrem Arm entlang und setze sich auf ihre Schulter. Und überall, wo sie war, liess sie Wärme durch den Körper der Frau mit dem Geweih auf dem Kopf strömen.

Dieses kleine Elbenlicht brachte so viel Kraft! Der Baum rüttelte immer stärker, aber die kleine Elbe turnte an der Frau mit dem Geweih auf dem Kopf unaufhaltsam herum, so dass sich langsam wieder die Wärme in ihr ausbreitete und sie lachen musste, weil es so lustig war. Und nicht nur das, es keimte eine nie gekannte Kraft in ihr drin, so dass sie sich gut auf dem stürmischen Baum halten konnte!

Die Äste bogen sich nun auseinander. Ja, diese alten, knorrigen Äste konnten sich bewegen! Und aus der Mitte des Stammes zwängte sich etwas Rundes hervor. Ist das der Mond, der da wieder geboren wird?

Wieder krachten alte Äste mit lautem Getöse zu Boden und andere ächzten und stöhnten so laut, dass es Angst machte.

Auf einmal wurde es still. Da noch ein Knacken, dort ein leises Ächzen, aber sonst war es ganz ruhig. Nichts bewegte sich mehr, aber überall lagen Äste, Zweige und Moos herum, es war ein riesen Durcheinander. Die Frau mit dem Geweih auf dem Kopf schaute mit wildpochendem Herzen in das helle, wissende Gesicht der Elbe und diese zeigte mit ihrem kleinen Zeigefinger nach oben. Beide hoben den Blick und sahen……

…… eine riesige Rahmentrommel. Bespannt mit einer kristallinen Haut, gehalten vom Holz des Baumes.

Spiel! befahl der Baum. Sorgfältig legte die Frau mit dem Geweih auf dem Kopf ihre Finger auf die kristalline Haut und es begann augenblicklich zu klingen. Sie konnte damit nicht aufhören, bis der Himmel langsam hell wurde und die Vögel miteinstimmten. Ein wunder…volles Konzert klang durch den Wald. Und noch lange, lange lag der Klang in der Luft, obwohl die Frau mit dem Geweih auf dem Kopf gar nicht mehr spielte.

Der Baum sah nun ganz anders aus, denn in der Krone trug er, statt der Äste, eine wundersame Trommel.

Viele hundert Jahre war der Baum wortlos, nun trägt er eine Stimme in seinen knorrigen, alten Ästen. Eine Stimme, die aus den Wurzeln heraufklingt und von der Erde erzählt. Und eine Stimme, die aus den Räumen zwischen den Sternen zu ihm schwingt und von der kristallinen Haut empfangen wird.

Und die kleine Elbe? Sie blieb bei der Frau mit dem Geweih auf dem Kopf und dem Baum und verwandelte sich von Zeit zu Zeit in Sternenstaub, denn von den Sternen kam sie einmal her. So brachte sie die Trommel samt ihren Geschichten zum Leuchten.

Nun waren sie zu viert. Der Baum, die Frau mit dem Geweih auf dem Kopf, die Elbe und die Trommel, und sie liebten Besuch. Sie kümmerten sich liebevoll umeinander, denn sie wussten, sie alle waren wertvoll.

Und darum, wenn du, liebe:r Leser:in in deinem inneren Wald spazieren gehst, könnte es sein, dass du auf ein riesen Durcheinander triffst oder dass es dunkel wird oder gar stürmt. Setz dich hin und erspüre mit deinen Füssen die Erde, spüre die Verbundenheit mit ihr. Schliesse die Augen und atme mit allem, was ist.

Vielleicht vernimmst du auf einmal kristalline Klänge aus deinem inneren Lebensbaum. Dann schau nach oben und staune, was siehst du? Eine Frau mit einem Geweih auf dem Kopf, die dir von der Erde und dem Himmel erzählt und die dich an deine wahren Gaben erinnert? Oder du freust dich einfach über den Sternenstaub, der in der Sonne glitzert? Halte inne, denn du bist gemeint und willkommen……… zu lauschen, dich zu wundern, zu leben, zu lieben und zu leuchten mit all deinen Gaben.

Ja, Gaben, jede:r von uns hat sie! Doch haben wir auch den Mut, sie zu zeigen? Oder gar darüber zu reden? Hm. Schau in meine Homepage, http://weltenwind.ch unter Aktuelles findest du ein lustiges Gespräch mit Petra. Sie ist Kundalini Yogalehrerin und so inspirierend!

Ich grüsse dich von Herzen fest und danke dir, dass du dieses Märchen gelesen hast. Ich klatsche in die Hände und verteile Sternenstaub vor Freude! DANKE!! Und ich freue mich über deine Gaben!

Iris

Brücken bauen

Brückenbauen ist das Natürlichste auf der Welt.

Ich bin sicher, dass wir das zu jeder Zeit des Tages tun.

Wir wollen in Verbindung sein mit irgendetwas. Und dafür tun wir unendlich viel. Unser grösster Wunsch ist es, dazuzugehören, um dann gleichzeitig darüber hinauszuwachsen. Eigenständig selbstbestimmt und mit dem wohligen Gefühl, sich selber zu sein.

Ich möchte mich jetzt nicht über die Abhängigkeit, die das Brückenbauen mit sich bringen kann, wortreich auslassen. Das tun andere schon zur Genüge. Jaja, das Handy, jaja, die sozialen Medien, jaja, unsere Vergangenheit, jaja, die Klimaerwärmung und der viele Streit unter uns Menschen…..ja, zu all diesen Themen und noch zu vielen mehr bauen wir Brücken. Sich von ihnen zu lösen ist nicht einfach, und wir vergessen, dass wir mit unseren vielen Gedanken sie zu festen Gebilden formen.

Ich möchte gerne die Gedanken befreien. Ich möchte keine Abhängigkeit, ich möchte ein sowohl als auch. Mit offenen Augen das Geschehen auf unserer Erde erkennen und aus vollem Herzen Brücken zur Farbe, zum Klang, zum Duft von genau dieser Erde samt ihren Bewohnern bauen.

Ja, es braucht Mut, bei einem frostigen Klima, im engeren und übertragenen Sinne, voller Vertrauen eine neue Brücke zu bauen. Zu diesem Mut gehört das Anerkennen der eigenen Farben, des eigenen unverkennbaren Duftes und des Klanges der eigenen Stimme. Diese muss nicht laut sein, es genügt, wenn wir mit ihr sind und ihr Raum geben.

Eine Brücke braucht auch Raum, Platz zum Atmen und zum Bauen. Sie braucht Zeit und sie braucht das Vertrauen ins Scheitern. Darum braucht es auch eine Hand voll Fantasie, denn es könnte ja sein, dass sie gelingt! Keine Brücke gleicht der anderen und das ist der Ausdruck der Verschiedenartigkeit von uns Menschen. Eine Brücke ist jedesmal ein Kunstwerk, so wie jeder Mensch einzigartig ist. Wir müssen sie nicht alle lieben und schön oder hässlich finden. Wir haben die Möglichkeit, wenn wir uns Zeit nehmen, sie zu bestaunen.

Und dann geschieht ein Wunder. Wir vergessen das Be- und Verurteilen, denn wir haben alle Hände voll zu tun! Brückengestalter:in zu sein regt alle Sinne an, macht Freude und schenkt Vertrauen zu uns selber und in das Leben. Wir verbinden Welten, werden beschenkt und freuen uns, dass wir auch so sein dürfen, wie wir sind.

Und auf einmal geht Brückenbauen ganz leicht, denn das andrere Ufer ist nicht mehr bedrohlich oder weit weg. Wir haben mit unserer Herzenskraft in Sekundschnelle ein Verbindung geschaffen, die frei macht, uns dem Leben zugehörig fühlen lässt und uns die Kraft gibt, voller Freude über uns hinauszuwachsen.

Utopisch? Zu schön, um wahr zu sein? Hallo, was für eine Brücke baue ich da gerade?

Oh!

Ich glaube an Wunder! Ich gebe nicht auf, Brücken zu gestalten, neue natürlich. (Die ururururalten sind von unseren Ahnen gebaut und sind magisch. Sie zu betreten braucht ebensoviel Mut, wie Achtsamkeit. Von ihnen gäbe es viel zu berichten…..)

Aber jetzt: Herzlich willkommen du spannendes Ufer!

Oder lädst du mich ein, dich kennenzulernen?

Ich bin Iris und erzähle Geschichten, die die Winde der Welten mir erzählen. http://weltenwind.ch und hier findest du auch den Link zu meinem Newsletter. Da gibt es immer viel Neues un Spannendes zu lesen, z. B. baue ich eine Brücke zu Suryas Welt….. sei dabei in dieser kleinen, feinen Community und abonniere den NEWSLETTER. Du bist herzlich willkommen!

Ich grüsse dich von Herzen fest!

Ich kann es nicht lassen, noch etwas zu ergänzen. Nämlich…. hast du gewusst, dass, wenn du eine Brücke zu deiner Lieblingsmusik herstellst oder zu dir wichtigen Bildern und Fotos, zur Natur, zu berührenden Menschen oder einfach zu dem, was dich fasziniert, dass auch da deine Brücke einzigartig ist? Und dass dann, wenn die Brücke denn mal steht, deine ureigene Gestaltungskraft zum Vorschein kommt? So kannst du Wunder bewirken und sichtbar machen! Leuchte!

EinHornFrau

EinHornFrau. Eine Geschichte über eine Frau die ein Horn hat.

Es war einmal eine unscheinbare Pflanze. Sie schwamm auf einem kleinen Weiher in einer Waldlichtung. Nur wenige Menschen fanden den Weg dorthin und wenn, dann waren sie alle hin und weg von diesem Zauber, den sie vorfanden.

Aber kaum jemand sah die unscheinbare Pflanze, die still und eigenwillig auf dem Wasser schwamm. Sie sah aus wie eine Muschel, und hätte jemand genau hingeschaut, hätte sie oder er gesehen, dass sie lebendig war. Sie bewegte sich! Ja, sie tanzte förmlich über das Wasser. Aber eben, das war nur für jene sichtbar, die genau hinschauten.

Diesen Ort gibt es wirklich, ich war schon oft da und ich gebe zu, diese schwimmende, lebendige Muschelpflanze, habe ich nie wahrgenommen.

Bis gestern. Ich streifte wiedereinmal im Sonnenschein unter dem blauen Herbsthimmel durch den Wald. Ich schmunzelte schon innerlich, denn ich fühlte, wie der Weiher mich magisch anzog.

Da stand ich nun und liess mich von diesem Zauber der Natur erfüllen und liess meinen Blick gedankenverloren da- und dorthin wandern. Auf einmal sah ich diese Muschelpflanze und wie sie sich bewegte. Es sah aus, als hätte sie ein Innenleben. Sie bekam Beulen, wurde in die Länge und in die Breite gezogen, wackelte gefährlich hin und her, bis…….

…… sie sich mit einem trotzigen „also gut!“ öffnete. Ich war auf einmal hellwach. Keine Träumereien mehr. Ich ging so nah wie ich nur konnte zum Wasser und schaute gespannt auf diese kleine Wesenheit. Laut und deutlich hörte ich ein: „Eeeeendlich!“ Nun war ich gespannt, was geht hier vor?

Eine kleine Spitze kam zum Vorschein, die immer länger und länger wurde. Irgendwann blinzelte eine Frau mit einem Horn auf der Stirn über den Muschelrand, begleitet von einem Farbenzauber.

Sie streckte nun den ganzen Kopf aus der Pflanze und schaute mir direkt in die Augen. „Schau nicht so blöd!“ rief sie frech. Ich schaute mich umher, dann wieder aufs Wasser. Mit wem sprach sie?

„Na mit dir! Und überhaupt ich mag unüberlegte Fragen üüüüberhaupt nicht!“

Konnte dieses wunderschöne, aufmüpfige Wesen meine Gedanken lesen? „Ja, kann ich. Du hast uns endlich, endlich wahrgenommen. Wie oft warst du schon hier und hast einfach über uns, meine Muschel und mich hinweggesehen? Aber nun bist du hier und wir sind sehr erfreut, mit dir zu sprechen. Eigentlich nur ich, die Muschel hat Angst vor dir. Sag ihr, dass du uns nichts tust.“

Vor lauter Staunen konnte ich zuerst gar nicht antworten, mit grossen Augen und offenem Mund bestätigte ich mit einem Nicken, dass es mir nicht in den Sinn käme, ihnen etwas anzutun. Da war eine kleine, wunderschöne Einhornfrau und sprach mit mir!

„Ja, ich spreche mit dir, weil du uns gesehen hast und nun musst du auch Verantwortung dafür übernehmen.“

Was muss ich? Wie meinst du das?

Was und wie du etwas siehst, hörst, spürst und denkst, hat Auswirkung auf dich, auf dein Leben, auf deine Umgebung, auf uns eigenArtige Wesenheiten, halt einfach auf alles. Darum ist deine Wahrnehmung, gepaart mit deinen Wünschen, Ängsten und Absichten, der Stoff aus dem diese Welt besteht. Ich habe ein Horn und damit bin ich mit allem, was ist, verbunden. So, wie du. Ich kann damit zaubern!“

Ich habe aber kein Horn auf der Stirn! „Doch, hast du!“ Nein! Ich sehe jeden Tag mehrmals in den Spiegel und ich habe noch nie ein Horn gesehen. „Ja, weil du es nicht sehen willst!“ Du meinst, wenn ich genau wahrnehmen würde, dann würde ich merken, dass ich ein Einhorn bin?

„Wenn du genau wahrnimmst, würdest du merken, dass du natürlich kein Einhorn bist. Aber du würdest merken, dass du eine EinHornFrau bist.“

Und was ist der Unterschied?

„Du bist verbunden mit allem, was ist. Und nicht nur du, alle Lebewesen dieser Erde. Und die Erde wiederum mit uns und allen Planeten, dem ganzen Universum und immer so weiter. Verstehst du nun die Verantwortung, die ihr trägt?“

Hm. Ja, langsam spüre ich da so einen Funken, der mich irgendwie erinnert.

„Genau! Liebe schreibende und hörende EinHornFrau, wie schön, dass du da bist und dich an dieses Erinnern erinnerst!“ Die Pflanzenmuschel wackelte wieder ob der Freude der Einhornfrau. Und viele Funken tanzten aus der Muschel, so dass ich lachen musste.

„Schliesse mal die Augen“, forderte sie mich auf, “ atme und spüre den Rhythmus deines Herzens. Dann achtest du auf den Atem und den Rhythmus der Erde unter deinen Füssen, im Becken, auf dem du sitzt, bis du eine Melodie erklingen hörst. Es ist das Zusammenspiel mit deinem Herzen und der Erde, das dich nun ganz und gar erfüllt. Das ist Verbundenheit. Du kannst ihr vertrauen.“

Lange sass ich da und spürte und spürte und vergass die Zeit. Manchmal erfasste mich dieses Gefühl, das die Einhornfrau beschrieben hat, aber oft kamen mir meine Gedanken dazwischen. Ja, das mit dem Vertrauen ist so eine Sache, aber ich gebe nicht auf! Irgendwann öffnete ich die Augen. Es wurde schon langsam dunkel und ich fröstelte, es ist ja Herbst. Ich sass an meinem Weiher in einer Waldlichtung. Alles ist ruhig. Weit und breit keine Muschelpflanze mehr mit einer Einhornfrau drin.

Schade, sie sind fort, dabei wollte ich ihnen doch noch sagen, dass ich, wenn schon, denn schon, eine ZweiHornFrau bin. Ich habe zwei spiralförmige Hörner. Ich bin nämlich eine Widderfrau! Oh, vielleicht hat sie es gehört, wir sind ja verbunden!

Dankend und schmunzelnd kam ich leichten Fusses nach Hause. Ich hatte ein berührendes Erlebnis und war voller Vorfreude, dir davon zu berichten.

Und wenn du heute in den Spiegel schaust, nimm genau wahr, vielleicht siehst du ……..

Ich grüsse dich von Herzen fest aus den Welten, deren Winde uns Geschichten erzählen.

Iris

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