Holundergespräche

Holundergespräche führe ich immer wieder. Vor vielen, vielen Jahren, als ich einen Holunderbaum in unseren Garten pflanzte, wusste ich genau, wo er stehen sollte. Ich wollte ihn vom Esstisch aus sehen und ihn beim Wachsen beobachten, ja bei seiner stetigen Veränderung dabei sein. Oft sass ich da, mit dem Kopf in den Händen und vertiefte mich in sein Grün und in seine Gestalt. Ich sah Wesenheiten, Menschen, Tiere, Drachen, denn mit seinen, in alle Richtungen gebogenen Ästen, mit oder ohne Blattgrün oder Blüten, waren sie einfach zu erkennen. Sie wurden gar lebendig, wenn der Wind den ganzen Baum bewegte.

Irgendwann legte ich ein Brett vor den dünnen Stamm auf den Boden, setzte mich darauf und lehnte mich mit dem Rücken an ihn. So begann sich unsere Beziehung sich zu vertiefen. Im Juli 2017 schrieb ich einen ersten Blog dazu Holunder Juli 2017, weitere folgten, ohne, dass ich verraten hätte, dass der Holunder mir die Geschichte eingeflüstert hat.

Ich lernte Holla kennen, auch bekannt unter dem Namen Frau Holle. Sie erzählte mir das Märchen von der Goldmarie und der Pechmarie richtig. Ohne Moral, die hinzugedichtet wurde, um die Frauen zu fleissigen Arbeiterinnen anzutreiben.

Holla ist eine wunderbare Begleiterin und hat viele Gestalten und Namen, genau wie der Baum. Eines aber will sie immer, uns in die Tiefe unseres Seins führen. Mit den weissen Dolden und ihrem Duft muntert sie uns zum Lebenstanz auf, nährt unsere Freude und unsere Leichtigkeit, unser Licht und unsere Liebe, auf dass wir sie in Fülle verschenken.

Nicht aber leichtsinnig, schnellschnell oder gar mit wenig oder gar keinem Herzgefühl. Nein, sie will, dass wir aus der Tiefe unsere Kraft holen, dort, wo es unbequem ist hinzuschauen, wo aber das Wesentliche anzutreffen ist, die Wurzel. Da wohnt die Essenz, die sich in der ganzen Art unseres Wesens zeigt. Sie nimmt uns an der Hand, lässt uns nicht allein, da unten im Dunklen. Es ist ihre Magie, die uns den Mut macht hinzuschauen, uns mit uns zu versöhnen und das Wahre in uns anzuerkennen. Sie verlangt sogar, es zu lieben!!

Und darum ist es nicht verwunderlich, dass die weise Hollerin im Herbst schwarze Beeren aus den weissen Blüten zaubert. Ja, wirklich ein echter Zaubertrank, dessen Medizin uns durch den dunklen Winter und anstrengende Lebenslagen trägt….. denn…. er birgt die helle, weisse Pracht des Frühsommers in sich. Ein Versprechen, dass die Tage ganz sicher wieder länger werden und der Lebenstanz nie, nie enden wird.

Das Licht ist nie weg, es verwandelt sich nur in eine Kraft, die uns daran erinnert.

Vielleicht liest du meinen Newsletter. Im Mai habe ich angekündigt, dass ich aufgeräumt habe. Ich bin mit Holla in die Tiefe gestiegen und geschaut, was denn die Essenz meines Tuns ist.

So habe ich mich von sehr Vielem verabschiedet und nehme nur noch wenig mit ans Licht. Aber im Gepäck ist etwas, was ich neben dem Schreiben und dem Malen genauso gerne tue. Es sind die Gespräche mit der Natur. Ganz konkret. Zu hören. Zu lesen. Für jeden Monat neu.

Für den Juni hat mir, wie könnte es anders sein, der Holunder berichtet. Nur, ich habe ihm auf Schweizerdeutsch zugehört und so aufgenommen. Ich habe ganz vergessen, dass diese Sprache nicht alle Menschen verstehen. Sorry! Darum gibt es eine schriftlich zusammengefasste Übersetzung dazu. Du wirst sie auf meiner neuen Homepage finden, die ziemlich sicher am Sonntag, 7. Juli aufgeschaltet wird.

Wenn du möchtest, kannst du hier das Channeling für den Monat Juni hören. Ich habe nur am Anfang etwas herausgeschnitten, der Rest ist echt und direkt vor dem Holunder aufgenommen. Viel Freude beim Lauschen!

Wir grüssen dich herzlich duftend leuchtend, Holla, der Holunder und Iris, die WeltenWindFrau

Und falls dich mein, alles andere als gewöhnlicher, Newsletter interessiert, auf meiner Homepage https://weltenwind.ch findest du die Anmeldung und unten kannst du den Blog abonnieren, dann fliegt er jeweils am 3. des Monats in deinen digitalen Briefkasten. Ich freue mich auf dich!

Eine Forschungsreise

Eine Forschungsreise, das klingt nach Abenteuer weit weg von Zuhause. Vielleicht irgendwo in Südamerika, wo es noch viel Unentdecktes gibt.

Ich gebe es dir gleich zu, auf dem Foto siehst du nicht die Iguazu- Wasserfälle. Ich weiss, das hast du längst erkannt, und so bin ich auch nicht weit gereist. Quasi vor meiner Ateliertüre fliesst die Töss. Sie hat sehr schöne kleine Steininseln und ich sitze mit meinem Laptop mittendrin. Es hat einigen Mut gekostet ins Kalte Wasser zu steigen, um auf den glitschigen Steinen zur Insel zu gelangen. Wir, die Elektronik und ich, sind heil angekommen, der Weg zurück steht uns noch bevor….

Ich niste mich auf einem Kissen zwischen den Steinen gemütlich ein und forsche. Natürlich, wie könnte es anders sein, in meinen inneren Ländern. Eigentlich hat diese Reise schon vor ein paar Jahrzehnten begonnen. Ich erinnere mich an den Moment, als ich mit gut zehn Jahren auf einen Baum geklettert bin und mein Stiefvater mir zurief: »Rölfli, schaffst du es auch wieder herunter?»

Damals stockte mir der Atem. Wie hat er mich eben genannt? Bin ich ein Junge, weil ich auf Bäume klettere? Dürfen Mädchen das nicht auch? War das ein Lob oder eine Beleidigung? Dass ich vielleicht nicht mehr vom Baum klettern oder gar hinunterfallen könnte, war für mich keine Frage. Ich vertraute dieser Kraft, dass sie mich trug oder gar auffing. Aber wer war ich nun? Ich sass da oben und wäre am liebsten nicht mehr heruntergekommen. Dem Baum war es egal, wer oder was ich war, aber mir? Was dachten die anderen von mir?

Das Bäumeklettern war irgendwann vorbei, obwohl es mich immer wieder mal juckt, aber die Forschungsreise nach meiner Identität ist bis heute noch nicht abgeschlossen. Ich habe viel Erstaunliches entdeckt und jedes Mal dachte ich, so, jetzt weiss ich es!  Und kurz darauf stellte ich oder mein Leben alles wieder in Frage.

Geklärt ist, dass ich weiblich bin, dass das in Fragestellen meines Pioniergeistes eine Beleidigung war und dass die Suche nach meinem «wer bin ich», mich noch immer verunsichert.

Nun sitze ich mit einem Laptop auf den Knien mitten in der Natur und bin etwas irritiert… was für Gegensätze! Warum habe ich nicht Papier und Stift mitgenommen? Hm. Es rauscht um mich herum, Wasser kann sehr laut sein. Und es hört nicht auf! Es rauscht einfach weiter. Dem Fluss ist es egal, wer wie hiersitzt und womit sie beschäftigt ist oder was gerade tut. Das Wasser ist lauter als meine wilden Gedanken, ja, es nimmt sie einfach mit.

Ich spüre die Abendsonne im Rücken, die Büsche und Bäume, die das Ufer säumen, geben mir Schutz und Geborgenheit, obwohl mich alle sehen können, die den Weg entlang gehen. Was sie wohl denken? Was ist das für eine Verrückte dort drüben? Heisst sie etwa Rölfli?

Ich gebe nun jeden Widerstand auf und lasse mich vom Rauschen wegtragen, weg von all dem, was andere über mich denken könnten. Ich bin auf Forschungsreise meiner selbst und das zählt. Ich fliesse mit der Töss in meine Welten, wo ich Zuhause bin.

Da sind Eigenheiten von mir, die ich unterdrückt habe, weil ich merkte, dass sie sie nicht gefragt waren. Wesenszüge, die der Anpassung zum Opfer gefallen sind. Meine Forschungen bringen mich an Orte, die mich zum Schmunzeln bringen, die mir zurufen, liebe mich! Ganze Länder, wo ich vor Freude und Stolz tanze und laut, am liebsten kreuzfalsch, singe. Da sind aber auch solche, die mich zum Weglaufen bewegen. Orte, wo es mir Angst und Bange wird, wo ich den Kopf über mich selber schüttle, was hast du dir nur dabei gedacht?

Es gibt tausend Methoden Frieden mit diesen unbequemen Orten zu schliessen. Und ich sage dir nichts Neues, dass diese Arbeit anstrengend, aber heilend ist.

In letzter Zeit entdecke ich mich wieder neu. Ich reduziere. Mein Innenleben ist nicht mehr ein undurchdringlicher Dschungel und ich habe genug vom Reisen.

Da ist ein Licht in mir und in dir!, bei dem es sich verweilen lässt und das ich liebe!

Wir sind eine wunderbare Kraft, der wir durch und durch vertrauen können.

Wir haben einen einzigartigen Herzraum, der Liebe schenkt und empfängt.

Lassen wir doch den Frieden und die Freude in uns Platz nehmen und spüren, wie die Freiheit sich ausbreitet, wie ein warmes Federkleid.

Seien wir wahrhaftig, verbunden mit unserer Seele, denn sie flüstert uns den nächsten Schritt ein.

Meine Forschungsreise wird wohl ein Leben lang andauern. Mit wenig Gepäck reist es sich aber leichter……. ich hätte besser ein Papier und einen Stift mitnehmen sollen, da wäre jetzt mein Heimweg einfacher…..  Aber so, wie ich es schaffte voller Vertrauen vom Baum hinunter zu klettern, weil ich mit der Wesenheit Baum verbunden war, so unterstützt mich das kalte Wasser der Töss, das um meine Beine wirbelt, wieder ans Ufer zu gelangen.

So. Ich bin in wieder drüben und lache vor mich hin. Ich habe einen Weg gefunden, der mich über Steine ans Ufer hüpfen liess! Sicher und trocken spaziere ich dem Feldweg entlang zurück zum Atelier. Ich singe ein schräges, Glückslied: Was für eine super Idee, Iris, den Laptop in die Natur mitzunehmen! Ich habe gut gewählt. Morgen ist der der 3. Und ich kann dir nun ganz leicht den Bericht meiner Forschungsreise bei WordPress posten.

Rauschende Liebesgrüsse aus dem Tösstal in der Schweiz zu dir!

Rölfli…. und….

Iris, der Weltenwindfrau!

http://weltenwind.ch

Danke, liebe Leserin, lieber Leser für dein Hiersein! Du bist nicht nur für mich wichtig………. geniess das Frühlingsspriessen und viel Freude auf deiner eigenen Forschungsreise…..

   

Auf und davon

Auf und davon, wie gerne würden wir das manchmal machen. Ohne langes Wenn und Aber, ohne Vorbereitung oder gar Kofferpacken, einfach weg. Weg von da, wo wir gerade stehen im Leben. Irgendwohin, Hauptsache, wir müssen uns nicht mehr mit der Alltagslast beschäftigen. Ich darf gar nicht erst beginnen zu träumen, was ich denn jetzt am liebsten tun würde oder wo ich gerne hinmöchte. Ich habe das Gefühl, meine Phantasie würde wilde Räder schlagen. Ich würde immer schwärmender werden, überall ist es besser nur nicht gerade da, wo ich bin.

Ich kann mir vorstellen, dass wir alle solche Momente kennen. Und ja, ich weiss auch, dass sie vorbeigehen und wir wieder vernünftige Lernende des Lebens werden. Denn da ist die leise, liebevolle Stimme in uns, die uns zuflüstert, da wo du bist, ist genau der richtige Ort. Von da aus erkennst du, wo es langgeht.

Heute Morgen aber sticheln so unzufriedene Gedanken in mir, noch bevor ich die Augen ganz geöffnet habe. Von Draussen kommen keine Geräusche durchs Fenster, ob es wieder geschneit hat? Ist es so still, weil dieses Weiss alles eingehüllt hat? Oder muss ich zu meinem täglichen Üben annehmen, dass ich alt werde, und auch noch eingestehen, dass ich nicht mehr so gut höre? Hach! Nun beginnt diese Unzufriedenheit, nein eigentlich eine Wut in mir zu brodeln und sich auszubreiten. Und anstatt mich für mein wunderschönes Leben zu bedanken, wie ich es sonst beim Aufwachen immer tue, beginne ich innerlich eine Liste des Unstimmigen zu schreiben. Ich finde zuhauf Beweise, dass ich auf keinen Fall genüge und mein Leben ein ganzer Scheiterhaufen ist.

Ich bin gerade so schön in Fahrt, da höre ich einen Ruf, für andere nicht hörbar, aber für mich: Geh auf und davon! Von alledem weglaufen? Keine Verantwortung für meine Gedanken und mein Handeln übernehmen und einfach weggehen? Endlich schlage ich die Augen auf, schaue auf aus dem Fenster, dann auf den Wecker. Kein Schnee, dafür ein zarter, hellgrauer Morgenhimmel. Es ist acht Uhr und der Tag verspricht sonnigkalt zu werden.

Auf und davon, aufundavon, aaauuufuuundavooon…. wiederhole ich während des Aufstehens. Ich giesse mir einen Matchatee an und schon drehen sich diese Wortlaute wie ein Mantra in meinem Kopf. Die heisse Teetasse liegt nun still und beruhigend in meinen Händen. Ich atme den herben Dampf ein und schaue aus dem Fenster. Draussen ist alles gefroren, die Luft muss phänomenal sein, auf und davon!

Nach dem letzten Schluck von dem grünen, energetisierenden Gebräu…. ich habe beim Trinken immer das Gefühl ich trinke Erdenkraft…. geht mir endlich ein Licht auf. Ohne Wenn und Aber, ohne Zeit mit nebensächlichem Duschen zu verlieren, stürze ich mich in meine Kleider, mache mich winterfest mit Mantel, Mütze, Handschuhen und warmen Stiefeln und los. Ja ich gebe zu, das Handy durfte mit, sonst hätte ich dir ja kein Beweisfoto machen können….. 😉 und schon stehe ich draussen im Garten.

Zum Gartentürchen hinaus, dem gurgelnden Bach entlang, immer weiter in meine, so vertraute Natur. Unterdessen ist die Sonne über dem Wald aufgegangen. Ich breite vor ihr meine Arme aus und lasse meine vielen überflüssigen Gedanken, die mich beim Aufwachen so aufgewühlt haben, von ihr wegleuchten. Es wird ruhig in mir und ich strahle mein DANKE für mein wunderschönes Leben der Sonne zurück.

Bei der schillernden Buche mache ich eine Pause, hast du mich gerufen? Oder war es die Natur, die Sonne oder vielleicht meine eigene Intuition? Diese innere Stimme hat mich geweckt. Mein Ego oder die Dramaqueen in mir aber wollten mir eine Jammerburg mit Zinnen, Kanonen und Kerkern verkaufen. Ha! Ich bin nicht darauf hereingefallen! Na ja, nur fast….

Auf und davon ohne Wenn und Aber heisst manchmal einfach vor die Haustüre und hinaus in die Natur zugehen. Auf die Gefahr hin, dass ich nerve, sage ich wieder und wieder laut und deutlich, die Natur ist soso heilend. Ich habe es heute Morgen erlebt. Ich bin nicht davon gelaufen, sondern zu mir hin.

Aber was ist das da auf dem Bild? Woher kommen die vielen verschiedenen Blautöne, die im Himmel zu sehen sind? Ist das eine Wesenheit dort vor den Bäumen? Oder gar ein UFO?

Du glaubst mir vielleicht nicht, aber wenn ich das auf meinem Spaziergang klar gesehen hätte, ich wäre eingestiegen. Aber sicher! Auf und davon, neue Galaxien oder Dimensionen kennenzulernen, war schon immer mein Traum….tschüüüss!

Ich grüsse dich herzlich aus meinem Atelier, ja ich bin noch da! Lass dich von dieser magischen Dezemberzeit immer wieder nach Draussen locken. Andere Dimensionen warten auf dich!

Ich danke dir, du treue Leserin, du treuer Leser! Mit dir zu sein, ist für mich eine Freude! Geschichten brauchen Zuhörer:innen und ich bin sooo glücklich, dich dazuzuzählen! DANKE!

Ich wünsche dir von Herzen ganz viel Mut und Vertrauen, auf die leisen, bunten und wundervollen Töne in deiner eigenen Geschichte zu achten. Das neue Jahr lädt dich dazu ein, denn sie stärken dich, um Neues zu erleben. Das alte Jahr will in die Arme genommen werden, es will gesehen werden, damit es sich ernst genommen fühlt und sich verabschieden kann.

Ich freue mich auf das neue Jahr, auf dich und all die Geschichten, die noch erzählt werden wollen.

Alles Liebe

Iris

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Das Unsichtbare

Hallo, ich bin das Unsichtbare. Du musst dir keine Mühe geben mich zu sehen, denn ich bin, wie gesagt, unsichtbar.

Aber ich freue mich, mit dir zu sprechen und ich freue mich noch mehr, dass du mir zuhörst. Fragst du dich auch in diesem Moment, ob ich überhaupt eine Stimme habe? Ich weiss, wenn etwas tönt und du kannst dir nicht vorstellen, was es ist, ist es ein wenig gruselig es zu vernehmen. Dein Verstand möchte Fakten, möchte die Kontrolle über den Wahrheitsgehalt, sonst ist doch alles nur Einbildung oder ein Spiel der mittlerweile ausgefeilten Technik.

Und doch bin ich da, ja um dich herum und weil du mich nicht siehst, ist es doppelt spannend, mich zu hören. Und was sagst du zum Fühlen? Spürst du, dass dich etwas umgibt, auch wenn du es nicht siehst?

Vielleicht magst du dich für eine kleine Weile an einen Ort setzen oder legen, an dem du dich wohlfühlst, ich möchte mit dir ein Experiment machen. Wenn du den Platz gefunden und es dir gemütlich gemacht hast, schliesst du deine Augen und atmest in deinem Tempo bewusst ein und aus. Begrüsse all deine Gedanken und weil es so viele sind, kannst du gar nicht Schritt halten, allen gerecht zu werden. Also lasse sie ziehen, wie die Herbstblätter die gerade durch die Luft wirbeln.

Nun richte deine Aufmerksamkeit auf deine Haut unter den Kleidern. Mach eine kleine Reise über dein grösstes Organ, dieses Wunderwerk, das dich beschützt mit seinen Millionen von Sensoren. Spüre es an deinem Rücken,  an den Armen, am Bauch, an den Beinen, an den Füssen, den Händen, dem Gesicht und immer weiter. Je länger du in Gedanken über deine Haut streichst, desto wärmer bekommst du. Lass dir Zeit, damit es ein Bad in deinen Sinnen wird, denn vielleicht nimmst du deinen Duft wahr? Oder du möchtest mit deinen Händen dein Gesicht liebevoll erkunden? Du vernimmst den feinen Ton, den du beim sanften Reiben erzeugst und merkst, dass du mit deinen Händen schauen kannst? Nehme einfach wahr und versuche nichts zu bewerten.

Auf einmal spürst du die Kraft unter der Haut, die du Körper nennst und die du mit Freude empfängst. Deine Augen sind geschlossen und du staunst mit deinem Herzen. Und da! Jetzt, genau in diesem Moment stimmt einfach alles. Atme und lass dich zu. Es ist eine Ruhe und Verbundenheit da, weil du nichts leisten musst und vom Bewerten reden wir schon gar nicht. Stelle dir vor, du könntest diesen Moment ausdehnen, so dass die Zeit stillsteht, es leicht wird und du in einer Zartheit verweilst, die dir eine stille Freude bereitet. Es ist ein Ausdehnen, deines Seins. Geniesse es, so lange du magst.

Deine Gedanken werden dich wieder einholen und darum gib ihnen schnell neues Futter.

Spüre deine Kleider auf deiner Haut.

Geh darüber hinaus und stelle dir vor, dass du von einer Aura eingehüllt bist.

Ohne Anstrengung siehst du vielleicht eine Farbe oder du hörst einen Klang?

Berührt dich sanft diese unsichtbare Weite?

Erreicht dich gar ein besonderer Duft?

Alles und nichts ist möglich, lass es einfach zu. Es ist ok.

Ich bin deine Aura. Ein ganzes Leben schon sind wir verbunden.

Ja, ich heisse dich herzlich willkommen. Ich bin dieses Unsichtbare und mir ist es ein Anliegen, dich auf mich aufmerksam zu machen. Ich bin immer da, beschütze und begleite dich. Es ist auch meine Aufgabe dich fürs Leben zu begeistern und dir Inspirationen unter die Nase zu reiben, auf dass du deinen Alltag auf deine ureigene Art und Weise gestalten sollst. Du bist ein Wunder der Natur, du bist wichtig und überhaupt nicht unsichtbar.

Denn in dieser Hülle steckst du Mensch, mit einer Geschichte, die manchmal nicht leicht ist zu tragen, geschweige denn sie zu akzeptieren. Doch in dir drin ist dein einzigartiger Kern, deine Wahrheit, deine Wesenheit, dein uraltes Wissen. Sie alle tragen dich durch alle Abenteuer deines Lebens hindurch, sie stärken und lieben dich. Und ich bekräftige dich, dies alles in die Welt zu strahlen.

Ich bin das Unsichtbare, deine Aura, mich gibt es und ich mache dich sichtbar.

Du bist vollständig und ganz mit allem, was dich ausmacht und eine Bereicherung für alles, was ist.

Ich liebe dich! Dein Unsichtbares…..

……unsichtbar?

Liebe Leserin, lieber Leser lass deine Aura erklingen, schwingen, empfangen und sich schenken. Was nährt dich, was lässt dein Herz hüpfen? Sie nimmt es auf, wie ein feingestimmtes Musikinstrument, dessen Sprache nur du kennst. Auch versteht sie es, dir Mut zuzuflüstern, wenn es mal stürmt um dich herum.

Ich grüsse dich sturmerprobt und sichthörbar singend hinter der Trommel….

Iris

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Ein Schubs von meiner Seele

Den Schubs von meiner Seele habe ich deutlich gespürt…. als es schon zu spät war.

Aufgelöst von den Gefühlen, die mir das Leben gerade beschert hatte, malte ich ein Minutenbild nach dem anderen. Schnell, ohne nachzudenken oder mich in Details zu verlieren.

Und dann geschah ein kleines Wunder. In dem ganzen Wirbeln schaute mir auf einmal so ein schräger Vogel aus dem Bild entgegen und zauberte mir ein Schmunzeln ins Gesicht.

Weggeblasen ist alle Schwermut, während ich dem frechen Kerl in seine viel zu grossen Augen schaute.

Komm, ich zeig dir was.

Oh, und sprechen kannst du auch?

Mach den Mund zu und nimm meine Hand.

Aber du hast doch gar keine….

Wie gesagt, sei still und folge mir.

Also keine Fragen, kein Grübeln mehr, nur eine Einladung annehmen, die wie eine Forderung klingt. Ok, was soll’s. Es kann ja nur besser werden. Vermutlich ist es ein Schubs meiner Seele.

An der Hand dieses Wesens verliess ich den vertrauten Ort an meinem Ateliertisch und ging mit ihm nach draussen in den Garten. Durch das kleine Gartentor wieder hinaus auf den Feldweg. Wir überquerten eine Brücke, die über einen wilden Bach führte, bogen ab und folgten einem unsichtbaren Pfad in den Wald hinein. Schon bald ging es steil bergauf, wir stolperten über Wurzeln und Steine, liessen uns von alten Tannen und deren Harzduft betören, kletterten unter umgefallenen Bäumen hindurch, so,dass die harte Rinde unsere Rücken massierte. Wir berührten mit den Händen den weichen Waldboden und schauten wieder zu den Wipfeln, weil da oben etwas erklang. Nach diesem Fest der Sinne traten wir wie frisch geduscht wieder aus dem Wald.

Vor uns lag, eine Wiese, die sich bis zu einem Berggipfel hinaufzog. Ich schaute fragend in die grossen Augen des Vogels. Dieser hielt seinen Kopf schief und fragte zurück, ohne zu sprechen. Aha, ich verstand, die Reise geht bis zum Gipfel.

Er nahm meine Hand fester und wir folgten dem Weg, der in Schlangenbewegungen den Berg hinaufführte. Mit jedem Schritt wurde es mir leichter um mein Herz. Jeder Atemzug, fühlte sich trotz der Anstrengung freier an. Es kam mir vor, als könne ich eine einengende Haut abstreifen.

Zwischendurch wollte ich stehenbleiben und zurückschauen, aber mein Bergführer liess es nicht zu. Also stapften wir Hand in Hand weiter. Auch hätte ich mich gerne über meine Befindlichkeit ausgetauscht. Aber er schaute mich einfach nur an und ich wusste Bescheid. Mund halten.

Als wir endlich oben ankamen, setzten wir uns auf einen grossen Felsbrocken und ich schaute mich seufzend um. Was für eine Aussicht! Mir verschlug es fast den Atem. Dann sah ich hinunter zum Dorf, wo ich lebte. Ich sah mich in meinem Leben herumwuseln, sah, dass mein Leben wie ein Dorf war. Mit Gärten und Strassen, Häusern, Familie, Freunden und Nachbarn, einer Schule und Läden, nur war dies alles mein Leben. Ich sah, wie ich mich eben verirrt hatte und mein Zuhause suchte.

Ich hob den Blick und liess ihn in die Ferne schweifen. Meine Schultern berührten das weiche Federkleid des Vogels, wir blickten uns an und er musste mir nicht mehr sagen, dass ich schweigen soll. Ich habe verstanden. Das eigene Leben einmal von oben zu betrachten, lässt vieles klar werden. Aha! Was für ein wertvoller schubs meiner Seele, danke!

Zufrieden schaute ich umher und war in Gedanken schon am Neuordnen meines Lebens. Wenn ich wieder bei mir zu Hause bin, dann……. ich war schon in Vorfreude!

Aber da hörte ich den Vogel laut und deutlich sagen: Flieg!

Was soll ich?

Mund zu und los!

Aber ich kann doch gar nicht….

Flieg einfach und vertraue dir!

Was? Nein! Ich schaue entsetzt in seine viel, viel, viel zu grossen Augen. Komm mit und gib mir wenigstens deine Hand!

Da spürte ich einen echten Schubs, sanft, bestimmt und voller Liebe. Ich aber fand es gar nicht lustig. Schnell breitete ich meine Arme aus, als hätte ich Flügel. So ein Mist, ich habe doch gar keine! Oje, ich stürze ab! Das kann nicht sein, bald bin ich tot und ich kann meine neu gewonnen Erkenntnisse gar nicht mehr umsetzen. Neineinein! Ich will nicht sterben, ich will leben!

Dann flieg doch! Sagte der total schräge Vogel, der seelenruhig neben mir herflog.

Du kannst gut reden, du hast Flügel!

Du auch! Flieg schon, schau, der Boden kommt schnell näher. Vertrau dir doch endlich. Mit seinen viel zu grossen Augen schaute er mich liebevoll an.

Vertrauen?!? Ich. Soll. Mir. Vertrauen?!?

Die Tannenspitzen kitzelten mich schon an meinem Bauch und ich nahm den Duft des Waldes wahr. Ich atmete das Unmögliche tief ein und beim Ausatmen breitete sich eine Kraft in mir aus. Sie erfasste mich ganz und gar, verlieh mir Flügel. Ich spürte den Himmel über mir, wo Millionen von Sternen sein mussten, jetzt aber die Sonne mir entgegenblinzelte. Wie durch ein Wunder hob mich diese Erinnerung in die Luft. Ich vertraue diesem Zusammenspiel von Himmel und Erde. Ich bin ein Teil davon und…. so ein Universum ist auch in mir! Sich nicht zu vertrauen ist, als würde man dies alles in Frage stellen.

Wer bist du eigentlich?, frage ich den frechen Schubser endlich.

Ja, wer wohl? Wer hat mich gemalt?

Was? Du bist ich?

Ja und nein. Ich bin ein schräger Vogel, von dir beseelt und zusammen machen wir uns auf den Weg des Vertrauens.

Mit klopfendem Herzen landen wir wohlbehalten auf, eh, an meinem Ateliertisch.

Ich schaue das Bild mit dem lustigen Vogel an und schüttle ungläubig den Kopf. Ich kann fliegen!

Das war ja eine Reise! Ich wünsche dir, dass dich deine Taten, Gedanken und Schöpfungen, die aus deinen Tiefen kommen, genauso überraschen und dich zum Schmunzeln bringen, so wie sie es für mich in dieser Geschichte taten. Ich glaube fest daran, dass diese stille Freude, die wir tief in uns selber spüren, uns stärkt und Vertrauen schenkt.

Einen herzlichen Gruss von den Winden, die Geschichten aus den Welten zu uns wehen und von den vielen Bewohner:innen dieser Erde und natürlich auch von anderen Sternen erzählen.

Iris

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Schillern mit einer Buche

Schillern mit einer Buche geht das überhaupt? Ist das nicht ein Gegensatz? Eine Buche steht meist am Waldrand oder an einem Ort im Wald, wo sie genug Platz hat, um sich auszubreiten. Ja, sie wird gross und sie liebt es ihre Äste wie beschützende Arme weit auszustrecken. Ihre Rinde am Stamm ist sehr empfindlich und mag direkte Sonne gar nicht. Darum reichen ihre Äste oft bis zum Boden, so kann sie sich selber, uns Menschen und auch allem, was kreucht und fleucht, Schatten spenden. Eine Bank unter einer Buche ist nicht einmal so selten.

Aber was soll daran nun schillernd sein?

Schau dir die Buche auf dem Bild an. Erkennst du bei ihrem Anblick auch eine würdevolle Figur? Majestätisch mit einer Astkrone auf dem Kopf? Ein wenig furchteinflössend schaut sie in die Weite. Komm, lass dich von mir in die Welt der Buche mitnehmen. Komm, wir lauschen still vor dieser erstaunlichen Wesenheit. Ich bin sicher, dass sie mit uns spricht, zumal sie uns sogar ihren Kopf, samt Gesicht zeigt:

«Was für eine Ehre, dass ihr mich besuchen kommt. Ja, ich bin die Buche und stehe schon lange hier an diesem Platz. Eigentlich gibt es DIE Buche nicht. Wir sind Buchen und wir sind verbunden. Wir haben eine Gemeinschaftsseele und wenn ich genau sein will, haben wir eine Gemeinschaftsseele mit allen Bewohnern des Waldes. Und der Wald wiederum hat eine Gemeinschaftsseele mit allen Wäldern auf dieser Erde. Die Individualität, so wie ihr sie kennt, ist uns fremd. Und trotzdem sind wir alle eigenwillige Charaktere.

Wir Buchen sind Hüterinnen und Beschützer. Mit unseren Ästen können wir wunderbar umarmen. Und mit unserer zarten Rinde laden wir alle Waldbewohner und Waldbesucherinnen zum Verweilen ein.

Wir alle fühlen uns mächtig. Und damit meine ich nicht, dass wir Macht über andere ausüben. Es ist auch nicht unsere physische Grösse, die uns Kraft und Macht verleiht. Jeder und jede in diesem Wald ist seiner und ihrer Aufgabe bewusst und strahlt dadurch eine Eigenmacht aus.

Ich liebe es, hier zu stehen und zu leuchten. Und ich weiss, dass ich leuchte, auch im Winter, wenn ich gar keine Blätter mehr habe. Ich höre einfach nie auf damit. Wie sonst soll ich die vielen Bucheckerchen produzieren, die so viele Tiere und auch Menschen lieben? Woher nehme ich die Kraft, um mich im Herbst goldrot zu färben und im Frühling wieder neue Blätter spriessen zu lassen? Ich leuchte, was das Zeug hält, bei Tag und bei Nacht, genährt von der Erde und vom Himmel. Und es macht mich überhaupt nicht müde, im Gegenteil, es lässt mich wachsen und meine Aufgabe jeden Tag sein. In mir drin fliesst das Blut vieler Leben, von vielen Generationen und von noch mehr Erlebnissen von vielen Jahrhunderten. Ich weiss sehr viel und ich trage dieses Wissen in meinen Wurzeln, in meinem Stamm, in meinen Ästen und auch in meinen Blättern.

Mein rotes Laub, das im Herbst auf dem Waldboden liegt, beschützt den Boden und alle Tiere und Pflanzen, die sich während des Winters darunter verbergen. Dieser Kreislauf gibt uns die Möglichkeit zu wachsen und unsere Weisheit weiterzugeben.

Mit unseren Wurzeln und Ästen empfangen wir. Sie sind wie Antennen. Wir hören allen und allem zu, und manchmal kommt es mir vor, als könnte ich fliegen, wie ein Drache, denn ich bin mit diesem Urtier verwandt. Ich begrüsse das Innerste der Erde, wie auch die Sterne und ihre Bewohner, die immer häufiger zu uns auf die Erde zu Besuch kommen. Ich verbinde mich mit den Klängen aus dem Universum und speichere sie. Und wenn meine Zeit gekommen ist, schenke ich mein Holz den Instrumentenbauern, da klingen sie weiter!

Ja, ich liebe all meine Gaben und weiss, dass sie wertvoll sind. Und das, liebe Menschenseele, wünsche ich mir von dir auch. Ich bin sicher, dass du Gaben hast! Und ich weiss, dass sie wertvoll sind. Denn ohne dich und deine Gaben würden die Menschen und die Natur um dich herum etwas vermissen.

Komm, richte dich mit mir auf, werde königlich. Erspüre die Erde und mit deinen Wurzeln berührst du die anderen Wurzeln von anderen Wesenheiten. Lass dein Blut fühlbar durch dich strömen, es ist dein Lebensfluss! Er fliesst durch deinen Körper und hinaus in deine Arme und über deinen Kopf hinaus, als hättest du Äste so wie ich. Und jetzt beginne zu schillern, in all deinen Farben und Tönen. Sei klar, als wärst du eine Buche, mit zarter, sensibler Rinde und ja, auch manchmal etwas furchteinflössend. Aber du weißt, du bist in den Kreislauf des Lebens eingebunden. Wachsen, Blühen, Vergehen, Einkehr, um im Frühling wieder zu wachsen…..

Nimm diesen Kreislauf an, bedingungslos und du wirst so königlich wie eine Buche, so gross, so schön, so knorrig, so eigenwillig, so nährend mit deiner Gabe, so hingebungsvoll wie Mutter Erde selber.

Sei wie ein Drache, mit ururaltem Wissen aus der Zeit vor der Zeit. Der, nachdem er verkannt, gefürchtet und ausgestossen wurde, sich selber nie aufgegeben hat und nun langsam wieder in unser aller Bewusstsein kommt als das, was er wirklich ist. Ein Wesen mit Eigenmacht und grossem Herzen, mit vielfältigen, heilenden Gaben, mit tiefer, klarer Weisheit und erfüllt von nährendem Wissen genau wie du.

So, nun lasse ich euch weiterziehen. Danke für’s Zuhören! Ich, wir Bäume, Büsche, Tiere, ja alle Bewohner des Waldes sind für euch zu jeder Zeit da. Wir freuen uns auf euren Besuch! Und wenn ihr Fragen habt, Trost braucht oder einfach mit uns sein wollt, verbindet euch mit uns und wir antworten. Bis bald, ihr wundervollen Seelen!»

Danke liebe Buche für deine Worte! Ich schreibe sie auf und gebe sie weiter.

Danke lieber Mensch, für’s Lauschen und danke für dein Schillern in allen Farben und Tönen…… ich bin jetzt still und geniesse es!

Ich grüsse dich aus dem schattigen, kühlen, lebendigen Wald. Und wer weiss, vielleicht treffen wir uns unter einer Buche? Es ist ein magisches Erlebnis an ihren Stamm anzulehnen und zuzusehen, wie die heisse Sommersonne auf den Blättern tanzt und die Buche zum Schillern bringt…..

Hab einen Schillerndschönenwundersommer!

Iris, die WeltenWindFrau

http://weltenwind.ch

Wesenheit

Findest du auch, dass das ein schönes Wort ist, Wesenheit?

Je öfter ich es sage, desto mehr nimmt es Form an und ich höre es nicht nur, ich sehe und spüre es auch. Wesenheit.

Wesenheiten sind überall und tauchen auf, wenn man es am wenigsten erwartet. Wie im obigen Bild. Da fotografiere ich schöne Plätze, an denen ich verweile, und auf einmal zeigt sich eine Wesenheit. Einfach so.

Vor lauter Geplapper und ewigem Denken, vor lauter die Augen im Aussen auf alles gerichtet zu haben und wertend unterwegs sein, übersehen wir sie eigentlich fast immer. Zum Glück ist es ihnen einerlei, ob wir sie sehen oder nicht. Sie zeigen sich grossmütig und freuen sich, wenn es dann doch ein paar Menschenseelen schaffen sie zu entdecken.

Sie sind sehr weise, überraschen uns mit ihrem Humor und….. sie haben immer eine Botschaft. Da sie nicht sprechen können finden sie andere Wege und Mittel sich uns mitzuteilen, ihre Präsenz und ihr Wesen uns zu zeigen, genügt vollauf.

Es braucht nur etwas Übung. Vorallem aber Zeit. Zeit im Sinne von innerer Ruhe und das Fühlen von Geborgenheit in sich selber. Da kann es um uns herum wirbeln, laut sein, schön sein oder auch anstrengend, die Verbundenheit zum eigenen Herzen lässt die Wesenheiten sichtbar werden.

Das explizite Ausschau halten hilft da gar nicht. Es ist, als wollen Wesenheiten, dass wir entschleunigen, dass wir Freude an der Natur, an unserer Umgebung finden, egal wo wir gerade sind. Wenn die Augen weich werden, das Herz den Lebensrhythmus vorgibt, die Ohren die Geräusche annehmen, die gerade sind, die Hände einmal still sind und die Füsse wie angewurzelt den Boden wahrnehmen, geschehen Wunder.

Wir werden selber zu einer Wesenheit. Ein Wesen voller Leben, obwohl es still ist. Ein Wesen voller Heiten eben! Heiten? Dieses Wort gibt es gar nicht! Doch! Wir sind Menschenwesen und, wenn wir uns die Zeit und die seltene Gelegenheit geben in uns hineinzuhorchen, (w)heitet sich unser Bewusstsein, unsere Wahrnehmung und es wird so wundersam still. Zuerst kommen natürlich all die Anklagen uns selber gegenüber, die können wir einfach überspringen, denn sie bringen nichts. Und wenn wir sie liebevoll beiseitegeschoben haben, wird es heit(er). Ja! es wird hell und und freudig und dann sehen wir andere Wesen und Heiten. Das schönste daran ist…. sie sehen uns!

Also wagen wir den Sprung….

……und und nehmen den Platz in uns selber ein!

Du bist eine wunderbare Wesenheit und, wenn ich dich kennenlernen will, nehme ich mir die Zeit, die Ruhe und Geborgenheit in mir, ja alles zusammen! Setze mich hin und höre dir zu. Mit dem Herzen natürlich!

Ich empfinde es als wärmendes Gefühl, dass ich weder deine noch sonst irgendeine Wesenheit ganz und gar erfassen kann. Du, alle Wesenheiten, ob in menschlicher Form, in der Natur oder aus der Geistigen Welt bleiben schlussendlich ein Mysterium und sind in stetiger Verwandlung.

Oh! Mysterium, wieder so ein cooles Wort! Die Mysterien sind doch schon von Wissenschaftler:innen oder grossen Weisen (Männern UND Frauen) festgelegte Begebenheiten. Nun bin ich so frech und schmeisse diese alle einfach vom Sockel. Ich weiss, es ist eine Anmassung, aber ich behaupte, dass wir alle mystisch, ein Kunstwerk an Einsichten, Ansichten, Geheimnissen, eine wunderbare Zusammensetzung von Gaben an Irdischem und Übersinnlichem sind und dass uns niemand, wirklich niemand vorschreiben kann, wie wir sie ausleben. Wenn wir doch nur alle spüren würden, was für ein Wunder wir sind!

Wir haben es in der Hand, es sichtbar zu machen. Wann und wie wir es wollen. Die Natur zeigt es uns in jedem Augenblick und wieder dürfen wir uns einfach davon erfassen lassen.

Um wieder ganz auf den Boden zu kommen, wage ich es, ein Geheimnis preiszugeben. Hättest du gedacht, dass ich violette Schuhe habe? Dass ich sie mit Freude trage und ich manchnmal vergesse, dass ich sie anhabe und erst wieder daran erinnert werde, wenn mich jemand anlacht oder entsetzt anschaut? Diese violetten Schuhe haben mich von einem Schaufenster aus angelacht und mir gesagt, wenn du uns kaufst, bist du echt schräg oder bekloppt. Da habe ich sie gekauft und nie bereut. Bis jetzt habe ich sie nur getragen, wenn ich sicher war, dass mich kaum jemand kennt. Das bleibt auch so……. bis ich jemandem von euch auf der Strasse begegne und wir schmunzelnd einander in die Augen schauen mit dem Wissen: Das Leben ist ein Mysterium!

Sodu! Wunderbare Wesenheit! Ich wünsche dir ein gutes, ja ein wirklich gutes Neues Jahr, voller Freude die Mysterien des Lebens zu entdecken, vorallem aber dich selber.

Ich grüsse dich von Herzen fest und ich freue mich, dir auch im neuen Jahr immer wieder Geschichten zu erzählen. Die Winde der Welten werden mit Sicherheit nicht müde sie mir einzuflüstern. Und ich lausche ihnen nur zu gerne……

Iris

http://weltenwind.ch

Natürlich noch ein kleiner Nachtrag: Falls es dich wundernimmt, was ich denn so in meinem Newsletter schreibe….. auf meiner Homepage kannst du den Link für ein Abo finden und du wirst es erfahren. Ich freue mich sehr, wenn du dich von diesem feinen, naturverbundenen, alltagstauglichen (wie meine violetten Schuhe….), humorvollen Brief mitnehmen und inspirieren lassen möchtest! Du bist herzlich willkommen! Klick auf das Bild und schon bist du da….

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EinHornFrau

EinHornFrau. Eine Geschichte über eine Frau die ein Horn hat.

Es war einmal eine unscheinbare Pflanze. Sie schwamm auf einem kleinen Weiher in einer Waldlichtung. Nur wenige Menschen fanden den Weg dorthin und wenn, dann waren sie alle hin und weg von diesem Zauber, den sie vorfanden.

Aber kaum jemand sah die unscheinbare Pflanze, die still und eigenwillig auf dem Wasser schwamm. Sie sah aus wie eine Muschel, und hätte jemand genau hingeschaut, hätte sie oder er gesehen, dass sie lebendig war. Sie bewegte sich! Ja, sie tanzte förmlich über das Wasser. Aber eben, das war nur für jene sichtbar, die genau hinschauten.

Diesen Ort gibt es wirklich, ich war schon oft da und ich gebe zu, diese schwimmende, lebendige Muschelpflanze, habe ich nie wahrgenommen.

Bis gestern. Ich streifte wiedereinmal im Sonnenschein unter dem blauen Herbsthimmel durch den Wald. Ich schmunzelte schon innerlich, denn ich fühlte, wie der Weiher mich magisch anzog.

Da stand ich nun und liess mich von diesem Zauber der Natur erfüllen und liess meinen Blick gedankenverloren da- und dorthin wandern. Auf einmal sah ich diese Muschelpflanze und wie sie sich bewegte. Es sah aus, als hätte sie ein Innenleben. Sie bekam Beulen, wurde in die Länge und in die Breite gezogen, wackelte gefährlich hin und her, bis…….

…… sie sich mit einem trotzigen „also gut!“ öffnete. Ich war auf einmal hellwach. Keine Träumereien mehr. Ich ging so nah wie ich nur konnte zum Wasser und schaute gespannt auf diese kleine Wesenheit. Laut und deutlich hörte ich ein: „Eeeeendlich!“ Nun war ich gespannt, was geht hier vor?

Eine kleine Spitze kam zum Vorschein, die immer länger und länger wurde. Irgendwann blinzelte eine Frau mit einem Horn auf der Stirn über den Muschelrand, begleitet von einem Farbenzauber.

Sie streckte nun den ganzen Kopf aus der Pflanze und schaute mir direkt in die Augen. „Schau nicht so blöd!“ rief sie frech. Ich schaute mich umher, dann wieder aufs Wasser. Mit wem sprach sie?

„Na mit dir! Und überhaupt ich mag unüberlegte Fragen üüüüberhaupt nicht!“

Konnte dieses wunderschöne, aufmüpfige Wesen meine Gedanken lesen? „Ja, kann ich. Du hast uns endlich, endlich wahrgenommen. Wie oft warst du schon hier und hast einfach über uns, meine Muschel und mich hinweggesehen? Aber nun bist du hier und wir sind sehr erfreut, mit dir zu sprechen. Eigentlich nur ich, die Muschel hat Angst vor dir. Sag ihr, dass du uns nichts tust.“

Vor lauter Staunen konnte ich zuerst gar nicht antworten, mit grossen Augen und offenem Mund bestätigte ich mit einem Nicken, dass es mir nicht in den Sinn käme, ihnen etwas anzutun. Da war eine kleine, wunderschöne Einhornfrau und sprach mit mir!

„Ja, ich spreche mit dir, weil du uns gesehen hast und nun musst du auch Verantwortung dafür übernehmen.“

Was muss ich? Wie meinst du das?

Was und wie du etwas siehst, hörst, spürst und denkst, hat Auswirkung auf dich, auf dein Leben, auf deine Umgebung, auf uns eigenArtige Wesenheiten, halt einfach auf alles. Darum ist deine Wahrnehmung, gepaart mit deinen Wünschen, Ängsten und Absichten, der Stoff aus dem diese Welt besteht. Ich habe ein Horn und damit bin ich mit allem, was ist, verbunden. So, wie du. Ich kann damit zaubern!“

Ich habe aber kein Horn auf der Stirn! „Doch, hast du!“ Nein! Ich sehe jeden Tag mehrmals in den Spiegel und ich habe noch nie ein Horn gesehen. „Ja, weil du es nicht sehen willst!“ Du meinst, wenn ich genau wahrnehmen würde, dann würde ich merken, dass ich ein Einhorn bin?

„Wenn du genau wahrnimmst, würdest du merken, dass du natürlich kein Einhorn bist. Aber du würdest merken, dass du eine EinHornFrau bist.“

Und was ist der Unterschied?

„Du bist verbunden mit allem, was ist. Und nicht nur du, alle Lebewesen dieser Erde. Und die Erde wiederum mit uns und allen Planeten, dem ganzen Universum und immer so weiter. Verstehst du nun die Verantwortung, die ihr trägt?“

Hm. Ja, langsam spüre ich da so einen Funken, der mich irgendwie erinnert.

„Genau! Liebe schreibende und hörende EinHornFrau, wie schön, dass du da bist und dich an dieses Erinnern erinnerst!“ Die Pflanzenmuschel wackelte wieder ob der Freude der Einhornfrau. Und viele Funken tanzten aus der Muschel, so dass ich lachen musste.

„Schliesse mal die Augen“, forderte sie mich auf, “ atme und spüre den Rhythmus deines Herzens. Dann achtest du auf den Atem und den Rhythmus der Erde unter deinen Füssen, im Becken, auf dem du sitzt, bis du eine Melodie erklingen hörst. Es ist das Zusammenspiel mit deinem Herzen und der Erde, das dich nun ganz und gar erfüllt. Das ist Verbundenheit. Du kannst ihr vertrauen.“

Lange sass ich da und spürte und spürte und vergass die Zeit. Manchmal erfasste mich dieses Gefühl, das die Einhornfrau beschrieben hat, aber oft kamen mir meine Gedanken dazwischen. Ja, das mit dem Vertrauen ist so eine Sache, aber ich gebe nicht auf! Irgendwann öffnete ich die Augen. Es wurde schon langsam dunkel und ich fröstelte, es ist ja Herbst. Ich sass an meinem Weiher in einer Waldlichtung. Alles ist ruhig. Weit und breit keine Muschelpflanze mehr mit einer Einhornfrau drin.

Schade, sie sind fort, dabei wollte ich ihnen doch noch sagen, dass ich, wenn schon, denn schon, eine ZweiHornFrau bin. Ich habe zwei spiralförmige Hörner. Ich bin nämlich eine Widderfrau! Oh, vielleicht hat sie es gehört, wir sind ja verbunden!

Dankend und schmunzelnd kam ich leichten Fusses nach Hause. Ich hatte ein berührendes Erlebnis und war voller Vorfreude, dir davon zu berichten.

Und wenn du heute in den Spiegel schaust, nimm genau wahr, vielleicht siehst du ……..

Ich grüsse dich von Herzen fest aus den Welten, deren Winde uns Geschichten erzählen.

Iris

http://weltenwind.ch

Und noch etwas: Seit neuestem schreibe ich einen Newsletter. Auf meiner Website findest du die Anmeldung. Ich bin sicher, dass die Winde der Welten dir allerhand zu deinem Leben beitragen. Ich freue mich auf dein Dabeisein!

SanftMut

Sanftmut. So ein schönes Wort.

Sanftmut. So ein schönes Wort!

Nein, ich habe mich nicht vertippt und zweimal den gleichen Satz geschrieben. Sie klingen zwar gleich die Sätze, sie bedeuten aber für mich nicht das selbe.

Zum einen ist es der Klang. Das Wort Sanftmut zaubert mir so ein schönes, weiches und kraftvoll warmes Gefühl in meine Ohren und zum anderen erfasst mich der Widerspruch dieser Wörter ganz und gar.

Sanftmut.

Aber dieses Wort passt doch gar nicht zu diesem Bild mit den Nüssen! Doch, ich erzähle dir gleich warum.

Den ganzen Sommer über habe ich es mir immer wieder im Schatten unseres grossen Nussbaumes gemütlich gemacht. Er ist riesig, seine Blätter sind wie grosse Fächer, durch die der Sonnenschein hindurchtanzen kann. Bei ihm zu verweilen hat mir ein Gefühl der Geborgenheit gegeben. Nie und nimmer habe ich an den Herbst gedacht und was er mir schenken wird.

Gehalten zu werden, ohne eingeengt zu sein. Beschützt zu sein und nicht klein gemacht zu werden. Den Schatten geniessen und erleben, wie das Sonnenlicht immer einen Weg findet. Ganz genau zu sehen, wie die Sonne in den Westen wandert, oder ist es die Erde, die Richtung Osten fliegt? Unter diesem Riesen zu sitzen und dem Regen zuhören und staunen, wie das Blätterdach einen genialen Schirm bildet.

Sanft und zugleich kraftvoll. Eine Botschaft, die mich still werden lässt und zum Nachfühlen bringt. Eine wunderbare Wesenheit von Baum am Ende meines Gartens. Sie lehrt mich, ohne mich zu belehren. Voller Sanftmut zeigt sie sich.

Soviel Weisheit, so viel Schönheit.

Und währenddem der Baum mir seine ganze Aufmerksamkeit geschenkt hat, sind an seinen Zweigen viele Früchte herangewachsen. Jede einzelne trägt genau diese Eigenschaften in sich und noch viele mehr.

Es sind grossartige Wunderwerke, die da in in einer überwältigenden Fülle vom Himmel, ich meine vom Nussbaum fallen. Eingehüllt in einem Mantel sind sie herangereift und nun zeigt eine harte Schale sich mutig der Welt. Zu schön, um sie einfach zu knacken. Einfach und vollkommen. Aber genau das wollen sie, dass man sie öffnet. Sie schenken sich und nähren uns in ihrer kleinen, ganz grossen Fülle.

Wie oft wünschen wir uns, ganz leise in uns drin, sanftmutig geknackt zu werden, auf dass wir alle unsere Gaben der Welt schenken können?

Unser Innenleben ist genauso ein Wunderwerk, gehalten von unserem Lebensrahmen. Da ist ein Fenster, das den Blick in die weite Welt und darüber hinaus, frei gibt. Komm, zeige ihr deine Welt! Ich bin von ganzem Herzen überzeugt, so bereicherst du dein Leben, ja dein ganzes Umfeld, ich würde sogar sagen das ganze Universum!

Von meiner Welt kann ich dir berichten, dass ich einen Newsletter kreiert habe. Darin erzähle ich dir von meinen Projekten, du findest kleine Rituale, die einfach umzusetzen sind und die zu den Jahreszeiten passen. Natürlich hat es immer einen Link zu meinen laut erzählten Geschichten und bestimmt gibt es auch immer wieder etwas zum Schmunzeln. Eine kleine Wundertüte zum Innehalten! Bist du dabei? Dann melde dich an, du findest den Link auf meiner Homepage http://weltenwind.ch. Ich feue mich auf dich!

Nun grüsse dich von Herzen fest und wünsche dir die Fülle des Herbstes und die Freude am Knacken……….

WeltenWindFrau

Und wie immer noch etwas: Ich habe ein paar Nüsse in meine Jackentasche gelegt. Ich werde den ganzen Winter, wenn ich unterwegs bin, mit ihnen darin spielen. Und wenn ich etwas Besonderes in mir entdecke, werde ich eine knacken und mich an den grossen, sanften, kraft- und liebevollen Riesen erinnern.

Danke, lieber Nussbaum!

Maggia

Heute fische ich eine Wesenheit aus Wasser und Stein aus meiner Tasche, die ich richtig liebe…..

Maggia

Ich habe das Gefühl, wenn ich diesen Titel schreibe, ist schon alles gesagt. Für mich erklärt er alles, gibt mein ganzes Universum, das mit ihm zusammenhängt, Preis. Nur schon, wenn ich den Namen ausspreche, geht ein Tor auf. Und gleich fliesst mir ein ganzer Fluss entgegen, der eine eigene Wesenheit ist.

Im Süden der Schweiz, im Tessin, fliesst er, dieser Fluss. Aber eigentlich müsste ich Flüssin sagen, denn für mich ist sie weiblich, eine Maggia eben!

Maggia.

Sprich diesen Namen auch einmal laut aus. Spürst du ihre Kraft?

Seit hunderten oder tausenden von Jahren sucht sie ihren Weg von hoch oben in den Bergen, hinab an wilden Steinbrocken vorbei. Unterdessen sind richtige Skulpturen entstanden. Sie stehen allein oder in Gruppen und scheinen sich Geschichten vom stetigen Fliessen des Wassers zu erzählen. Sie wurden bei Tag und bei Nacht geformt, seit ewigen Zeiten ohne Unterbruch. Tiefe Schluchten haben sich gebildet aus glattpolierten runden, aber auch schroffen Felsgesteinen aus Granit.

Für mich auch seit ewigen Zeiten, also mindestens seit einem halben Jahrhundert, bin ich dieser Flüssin nah. Als Kind habe ich mit den Zehen das eiskalte Wasser begrüsst, als Mutter bin ich mit den Kindern von Felsen zu Felsen geklettert und habe bange zugesehen, wie sie von da ins Wasser sprangen. Später dann habe ich mich auf einem sonnenwarmen, geschichtenerzählenden, körperähnlichen Stein ausgeruht und heute schwimme ich mutig dem Wasserfall entgegen, bis mein Herz so laut schlägt, dass es die Maggia hören kann.

Sie hat eine unbändige Kraft. Sie schenkt Leben und nimmt es auch. Sie entlockt den Menschen Jauchzer und fordert unmissverständlich Respekt. Sie spornt uns an, die eigene Wildheit zu spüren. Ja, sie will, dass wir sie mit jeder Zelle erfahren. Durch ihre Schönheit, ihre Eiseskälte, durch ihre Tiefe und Unberechenbarkeit. Sie ist Trägerin aller Geheimnisse des Lebens. Sie kennt die Sprache der Erde mit allem, was ist. Sie ist Wissende uralter Weisheiten, denn ihr Wasser entspringt wohl einem Schweizer Berg, aber das Wasser kommt aus der Tiefe der Erde, verbunden mit allen Flüssen dieser Welt.

Heute paddelte ich mit meinen Armen und Beinen im kalten Wasser neben dem Wasserfall. Die Sonne suchte sich einen Weg durch die Millionen von Wassertropfen und bildete mehrere Regenbögen. Ich schwamm in sie hinein, das Wasser prasselte schwer auf mich herab, tat mir am Kopf weh. Ich schnappte nach Luft, die Wucht des Wassers war enorm das Glück das erleben zu können aber noch viel grösser.

Ich spüre mein Leben, meinen Körper mein Herz, wie es wild schlägt. Ich bin ergriffen und immer wieder aufs Neue tief berührt von diesem Geschenk. Ja, ich höre dir zu, Maggia, ich will von dir lernen, deine Weisheit in mich aufnehmen und sie mit den Menschen teilen.

Ich nehme dich, wie du bist, an. Du bist für mich ein ganzes Universum. Ich brauche nur deinen Namen auszusprechen und ein Tor geht auf.

Wie wärs, wenn wir das auch mit Menschen und Situationen machen? Ich nehme dich an, so wie du bist. Ich schaue dich mit meinem ganzen Herzen an und du zeigst mir, was du Preis geben möchtest……