Ich bin nur eine Steinfigur…

Ich bin nur eine Steinfigur….

Darf ich mich vorstellen? Ich bin nur eine Steinfigur. Mein Herz ist aus Stein, ich bin gar nicht lebendig. Ja eigentlich kann ich gar nicht sprechen.

Doch habe ich soviel zu sagen und da ich der Kopf dieser Figur bin, rede ich mit dir, so ein Glück! Aber wer hört mir schon zu? Ich meine richtig. Natürlich gibt es die Gelehrten, die bestimmen können, woraus ich bestehe, woher ich komme, vielleicht sogar, wie alt ich bin. Ihr Menschen nehmt uns Steine manchmal in die Hand, wenn wir ein besonders Merkmal haben, aber genauso schnell werft ihr uns auch wieder weg oder beachtet uns erst gar nicht.

Aber wir haben viel zu erzählen! Wir wissen mehr, als ihr wisst, und überleben euch tausendmal. Das ist aber nicht das, was ich erzählen will, das klingt ja wie Jammern. Wer will schon klagenden Steinen zuhören? Ich sage dir, es gibt genug, die das tun, es nervt! Und weil ich keine Beine habe, muss ich immer warten, bis ein Mensch, fliessendes Wasser oder eine Erdbewegung mich an einen anderen Ort trägt, damit ich nicht mehr Zuhören muss. Manchmal versuche ich auch eine Geschichte zu erzählen oder meine Mitsteine an ihre eigene, uralte, spannende Geschichte zu erinnern, und so ist es mir auch schon gelungen, die Stimmung zu verbessern.

Schon oft habe ich mir gewünscht, Beine zu haben. Doch dann wäre ich nicht mehr Stein und das fände ich doch ein wenig schade. Wie ist es mit dir? Wärst du auch manchmal gern jemand anderes und, wenn du es dir dann so richtig vorstellst, merkst du, dass das üüüüüberhaupt nicht in Frage kommt? Nein, nein, ich liebe es Stein zu sein!

Während ich endlich zu Wort komme, rütteln die beiden Steine unter mir. Sie sagen mir, dass ich nicht alleine die Steinfigur sei, wir sind zu dritt. Und da sind wir bei einem wichtigen Punkt. Steine gibt es unendlich viele! Wir verschwinden auf einem Kiesweg, in einem See oder wir werden von euch sorgsam aufeinandergeschichtet. Eigentlich ist es wie bei euch Menschen. Ihr seid auch nicht zählbar und doch ist jeder von euch etwas Besonderes. Ich weiss das. Ich habe schon viele Menschen erlebt.

Ihr seid wie Flöhe auf zwei Beinen. Ihr hüpft da und dort hin, geht gemächlich durch Feld und Wald, legt euch, wenn es dunkel wird hin, nistet euch in Höhlen ein, die ihr vorher aus uns Steinen gebaut habt und erzählt euch ununterbrochen Geschichten. Man trifft euch zusammen an oder ihr seid alleine unterwegs und brütet. Ja, ihr brütet, legt Eier, die ihr Kinder oder Ideen nennt und versucht sie grosszuziehen. Aber schon bald hüpfen auch sie durch die Gegend. Und das geht schon seit ewigen Zeiten so. Also ich mag euch einfach!

Hach schon rütteln meine Mitsteine wieder. Sie wollen auch etwas sagen, doch das würde echt zu lange dauern. Aber ich kann ja schnell ein paar Sätze weitersagen.

Der mittlere Stein will unbedingt klarstellen, dass unser Herz nicht aus Stein ist. Wir seien Herz, ganz und gar. Denn unsere Kraft würden wir von der Erde erhalten und sie hätte einen Herzschlag, eine Schwingung. Und da wir so sehr ein Teil von ihr sind, würden wir auch schwingen, genau wie die Erde. Je nachdem, wo wir liegen, mal mehr, mal weniger. Du sollst dich mal auf einen grossen Stein oder Berg setzen und solange bleiben, bis du den Herzschlag spürst.

Da hat der mittlere Herzstein aber recht! Du kannst uns in deine Hand nehmen oder in deine Jacken- oder Hosentasche, und spiel mit uns. Mit der Zeit wirst du diese Schwingung spüren.

Natürlich will auch der unterste Stein von seinem Wissen erzählen. Im Inneren eines Steines sei Leben! Oder vielmehr werde das Leben von vielen Jahrmillionen sichtbar. Wissen und Weisheit sei darin gespeichert. Es sei ein unermesslicher Schatz, der sich über viele Generationen angesammelt habe und zu dem alle, alle, Zugang hätten. Das Anzapfen dieser Wissensschwingung befähige einen jeden und jede von euch schöpferisch zu sein und die Weisheit, die darin innewohne für das Leben zu nutzen. Wie der Lebenskreislauf, der im Becken, im Bauch bei euch Menschen zu Hause ist. Stelle dir eine Klangschale vor, deren Ton einzigartig sei. Er komme und gehe wieder …. wie wir Steine…. aber er bleibe immer, er sei nur nicht immer gleich hörbar.

Wow, wir sind ein tolles Team! Darf ich uns vorstellen? Wir sind Kopf, Herz und Bauch, sooo viel Leben, Weisheit und Wissen auf einem Haufen! ZUSAMMEN sind wir eine Steinfigur, uns gibt es nur, weil die Schreibefrau uns aufgebaut hat. Auch jeder für sich ist immer da, genau wie der Klang.

Aber eigentlich ist da nur ein Schatten. Lieblich, zart und lebendig, alles ist möglich.

Oder siehst du irgendwo eine Figur aus Stein?

Feiere deinen Kopf, dein Herz und deinen Bauch, sie sind immer da, wirklich immer. Vielleicht ist es anders herum, dein Körper, dein Geist und deine Seele feiern DICH?

Wie auch immer, ich feiere DICH, denn ohne dich wären meine Geschichten nicht vollständig. Ich danke dir von Herzen, dass du da bist und wünsche dir immer wieder gute Laune in diesen heissen Sommertagen. Vielleicht baust auch du einmal eine Steinfigur auf und hörst ihr zu, was sie dir uuuunbedingt erzählen will, wenn sie eeeendlich mal zu Wort kommt?

Hier eine Schmunzelbrise WeltenWind für dich!

Ayé

Iris

die WeltenWindFrau

https://weltenwind.ch

Ein Ahnentuch

Ein Ahnentuch habe ich malend begonnen zu weben.

Schon oft habe ich mich mit dem Thema der Ahnen auseinandergesetzt. Aber eben, mit dem Thema, als wäre es eine Geschichte ausserhalb von mir. Dabei geht es tief unter die Haut, ich würde sogar sagen, es sind die Knochen in uns, die zu uns sprechen.

Wir alle haben Vorfahren und oft haben wir sie noch erlebt, manchmal aber haben wir Eltern früh verloren oder wir wissen einfach, dass wir einmal Grossmütter, Urgrossmütter, Grossväter und Urgrossväter hatten, aber gekannt haben wir sie nicht.

Unterdessen bin ich selber Grossmutter und ich schaue mit anderen Augen zurück auf mein Leben, auf die Ahnen hinter mir. Oft wünsche ich mir, ich könnte zu meinen Grossmüttern sitzen, ihnen zuhören, was sie wirklich zu sagen haben, was sie aus ihrem Leben erzählen, was sie bewegt hat, welche Wünsche auf der Strecke geblieben sind, vor lauter Überlebensmodus. Ich möchte sie selber kennenlernen, jetzt als erwachsene, reife Frau und sie nicht über das definieren, was mir weitererzählt worden ist oder was ich als Kind von aussen erlebt habe. Wie wär das schön, wenn ich mich ihnen anvertrauen und sie heute um Rat fragen könnte! Natürlich rede ich auch so mit ihnen und spüre ihre Präsenz.

Meine Grossväter sind früh verstorben oder waren in sich gekehrt, ich kenne sie kaum. Was ging wohl in ihnen vor? Stimmt das alles, was man über sie erzählt? Gerne würde ich ihnen in die Augen schauen und die echte Grossvaterkraft spüren.

Von meinen Urgrosseltern gibt es Fotos und Geschichten. Zum Beispiel von einer Urgrossmutter, die im Krieg mit hartem Regime den Hof in Schwung hielt. Auf einem Schwarzweissfoto, umringt von ihren vielen Söhnen, sitzt sie stolz und ausdrucksstark da. Aber schwingt da nicht auch ein wenig Schalk um ihren Mund?

Wenn ich meine Ahnen auf den alten, vergilbten Fotos sehe, höre ich die Stimmen derer, die von ihnen erzählen. Sehr oft höre ich auch von den Auseinandersetzungen, die sie untereinander hatten. Sie warfen sich Unverschämtheiten vor, die mein Ahnenfeld zu einer unangenehmen Landschaft machten. Abgesehen vom äusseren Krieg, gab es Streit im Kleinen. Ja, ich gebe es zu, auch ich war nicht immer die Verständnisvolle.

Immer wieder sagte ich mir, lassen wir es ruhn, es ist vorbei. Ja, es ist vorbei und trotzdem wünsche ich Versöhnung, Respekt und Frieden in diesem wunderschönen Ahnenfeld. Dieses, mein Ahnenfeld ist nämlich voller Kreativität und Humor. Wie gesagt, nicht alle konnten es ausleben, aber es ist immer wieder aufgetaucht. Da wurde musiziert, getanzt, geschrieben, gedichtet, gemalt, Handwerk hergestellt, nachhaltige Erfindungen gemacht, studiert und kommuniziert, aber auch heftig diskutiert.

Die eine Grossmutter zum Beispiel, konnte so verschmitzt lachen, wenn sie bei einem Brettspiel geschummelt hat. Die andere hat herzhaft am Klavier gesungen, überhaupt, gesungen wurde viel, trotz hartem Leben. Und die dritte, ja, ich habe drei Grossmütter wedelte lustig mit ihrer Hand vor meiner Nase, band mir daraufhin einen kleinen Korb um die Taille und sagte, nun geh schon auf den Kirschbaum und iss soviel von den saftigen Früchten, wie du magst, und den Rest bringst du nach Hause.

Darum habe ich mich entschieden, ein Ahnentuch malend zu weben. All diese Kraft in einem Bild zu verbinden, seien es die Auseinandersetzungen oder die allzeit präsente Freude und Kreativität.

Während ich hier schreibe, wird es mir ganz warm ums Herz. Meine Knochen pulsieren, das Blut meiner Vorfahren rauscht durch meine Adern. Ich bedanke mich bei ihnen allen von Herzen fest! Wie auch immer sie ihr Leben gelebt haben, sie haben versucht ihr Bestes zu geben, zu lernen und zu lieben.

Ich habe Glück, ich fühle mich reich beschenkt und webe diese Ahnenkraft munter weiter. Ich höre nicht auf, dieses wundervolle Feld zu ehren, die Kreativität und den Humor zu leben. Mich daran zu erinnern, besonders dann, wenn ich mal wieder am Zweifeln bin. Herzhaft laut lachen und wahrhaftigsein und wenn dies bedeutet ebenso herzhaft laut wahr zu sein, wie das Lachen…..

Ja, ich webe ein Ahnentuch, nicht nur malend (es wird, glaube ich nie fertig), sondern auch jeden Tag aufs Neue mit meinen Tun, auf dass meine Kinder und Enkelkinder es weiterweben können, mit allem, was sie ausmacht. Sie sollen mit neuen Ideen mutig drauflos weben, so wie ich es tue, und alle vor uns auch. Wie wohl die Welt aussehen würde, wenn ganz viele, mit purer Lebensenergie durchwobenen Ahnentücher von den Händen der Menschen liebevoll gehalten und sie mit ihnen im Sonnenlicht und im Wind tanzen würden?

Ein Miteinander voller Vergebung, Respekt und Frieden. Und ganz, ganz wichtig….. voller Freude!

Wir alle haben ein riesiges Ahnenfeld, das weit zurückreicht. Da sind aber nicht nur unsere physischen Ahnen zu finden. Unsere spirituellen Ahnen melden sich auch immer wieder. Manchmal fällt eine Eingebung uns zu und wir wissen gar nicht woher…… tja…….

Ich wünsche dir einen wunderschönen Sommer, einen Sommer voller schöner Wunder oder sommerschöne Wunder! Geniess das leichte Verbundensein mit allem, was das dein Leben ausmacht.

Ayé!

Iris, die WeltenWindFrau

https://weltenwind.ch

Und….. auf dieser Website findest du die Monatsbotschaft für den Juli. Ein Rabenpaar erzählt……

Holundergespräche

Holundergespräche führe ich immer wieder. Vor vielen, vielen Jahren, als ich einen Holunderbaum in unseren Garten pflanzte, wusste ich genau, wo er stehen sollte. Ich wollte ihn vom Esstisch aus sehen und ihn beim Wachsen beobachten, ja bei seiner stetigen Veränderung dabei sein. Oft sass ich da, mit dem Kopf in den Händen und vertiefte mich in sein Grün und in seine Gestalt. Ich sah Wesenheiten, Menschen, Tiere, Drachen, denn mit seinen, in alle Richtungen gebogenen Ästen, mit oder ohne Blattgrün oder Blüten, waren sie einfach zu erkennen. Sie wurden gar lebendig, wenn der Wind den ganzen Baum bewegte.

Irgendwann legte ich ein Brett vor den dünnen Stamm auf den Boden, setzte mich darauf und lehnte mich mit dem Rücken an ihn. So begann sich unsere Beziehung sich zu vertiefen. Im Juli 2017 schrieb ich einen ersten Blog dazu Holunder Juli 2017, weitere folgten, ohne, dass ich verraten hätte, dass der Holunder mir die Geschichte eingeflüstert hat.

Ich lernte Holla kennen, auch bekannt unter dem Namen Frau Holle. Sie erzählte mir das Märchen von der Goldmarie und der Pechmarie richtig. Ohne Moral, die hinzugedichtet wurde, um die Frauen zu fleissigen Arbeiterinnen anzutreiben.

Holla ist eine wunderbare Begleiterin und hat viele Gestalten und Namen, genau wie der Baum. Eines aber will sie immer, uns in die Tiefe unseres Seins führen. Mit den weissen Dolden und ihrem Duft muntert sie uns zum Lebenstanz auf, nährt unsere Freude und unsere Leichtigkeit, unser Licht und unsere Liebe, auf dass wir sie in Fülle verschenken.

Nicht aber leichtsinnig, schnellschnell oder gar mit wenig oder gar keinem Herzgefühl. Nein, sie will, dass wir aus der Tiefe unsere Kraft holen, dort, wo es unbequem ist hinzuschauen, wo aber das Wesentliche anzutreffen ist, die Wurzel. Da wohnt die Essenz, die sich in der ganzen Art unseres Wesens zeigt. Sie nimmt uns an der Hand, lässt uns nicht allein, da unten im Dunklen. Es ist ihre Magie, die uns den Mut macht hinzuschauen, uns mit uns zu versöhnen und das Wahre in uns anzuerkennen. Sie verlangt sogar, es zu lieben!!

Und darum ist es nicht verwunderlich, dass die weise Hollerin im Herbst schwarze Beeren aus den weissen Blüten zaubert. Ja, wirklich ein echter Zaubertrank, dessen Medizin uns durch den dunklen Winter und anstrengende Lebenslagen trägt….. denn…. er birgt die helle, weisse Pracht des Frühsommers in sich. Ein Versprechen, dass die Tage ganz sicher wieder länger werden und der Lebenstanz nie, nie enden wird.

Das Licht ist nie weg, es verwandelt sich nur in eine Kraft, die uns daran erinnert.

Vielleicht liest du meinen Newsletter. Im Mai habe ich angekündigt, dass ich aufgeräumt habe. Ich bin mit Holla in die Tiefe gestiegen und geschaut, was denn die Essenz meines Tuns ist.

So habe ich mich von sehr Vielem verabschiedet und nehme nur noch wenig mit ans Licht. Aber im Gepäck ist etwas, was ich neben dem Schreiben und dem Malen genauso gerne tue. Es sind die Gespräche mit der Natur. Ganz konkret. Zu hören. Zu lesen. Für jeden Monat neu.

Für den Juni hat mir, wie könnte es anders sein, der Holunder berichtet. Nur, ich habe ihm auf Schweizerdeutsch zugehört und so aufgenommen. Ich habe ganz vergessen, dass diese Sprache nicht alle Menschen verstehen. Sorry! Darum gibt es eine schriftlich zusammengefasste Übersetzung dazu. Du wirst sie auf meiner neuen Homepage finden, die ziemlich sicher am Sonntag, 7. Juli aufgeschaltet wird.

Wenn du möchtest, kannst du hier das Channeling für den Monat Juni hören. Ich habe nur am Anfang etwas herausgeschnitten, der Rest ist echt und direkt vor dem Holunder aufgenommen. Viel Freude beim Lauschen!

Wir grüssen dich herzlich duftend leuchtend, Holla, der Holunder und Iris, die WeltenWindFrau

Und falls dich mein, alles andere als gewöhnlicher, Newsletter interessiert, auf meiner Homepage https://weltenwind.ch findest du die Anmeldung und unten kannst du den Blog abonnieren, dann fliegt er jeweils am 3. des Monats in deinen digitalen Briefkasten. Ich freue mich auf dich!

Eine Forschungsreise

Eine Forschungsreise, das klingt nach Abenteuer weit weg von Zuhause. Vielleicht irgendwo in Südamerika, wo es noch viel Unentdecktes gibt.

Ich gebe es dir gleich zu, auf dem Foto siehst du nicht die Iguazu- Wasserfälle. Ich weiss, das hast du längst erkannt, und so bin ich auch nicht weit gereist. Quasi vor meiner Ateliertüre fliesst die Töss. Sie hat sehr schöne kleine Steininseln und ich sitze mit meinem Laptop mittendrin. Es hat einigen Mut gekostet ins Kalte Wasser zu steigen, um auf den glitschigen Steinen zur Insel zu gelangen. Wir, die Elektronik und ich, sind heil angekommen, der Weg zurück steht uns noch bevor….

Ich niste mich auf einem Kissen zwischen den Steinen gemütlich ein und forsche. Natürlich, wie könnte es anders sein, in meinen inneren Ländern. Eigentlich hat diese Reise schon vor ein paar Jahrzehnten begonnen. Ich erinnere mich an den Moment, als ich mit gut zehn Jahren auf einen Baum geklettert bin und mein Stiefvater mir zurief: »Rölfli, schaffst du es auch wieder herunter?»

Damals stockte mir der Atem. Wie hat er mich eben genannt? Bin ich ein Junge, weil ich auf Bäume klettere? Dürfen Mädchen das nicht auch? War das ein Lob oder eine Beleidigung? Dass ich vielleicht nicht mehr vom Baum klettern oder gar hinunterfallen könnte, war für mich keine Frage. Ich vertraute dieser Kraft, dass sie mich trug oder gar auffing. Aber wer war ich nun? Ich sass da oben und wäre am liebsten nicht mehr heruntergekommen. Dem Baum war es egal, wer oder was ich war, aber mir? Was dachten die anderen von mir?

Das Bäumeklettern war irgendwann vorbei, obwohl es mich immer wieder mal juckt, aber die Forschungsreise nach meiner Identität ist bis heute noch nicht abgeschlossen. Ich habe viel Erstaunliches entdeckt und jedes Mal dachte ich, so, jetzt weiss ich es!  Und kurz darauf stellte ich oder mein Leben alles wieder in Frage.

Geklärt ist, dass ich weiblich bin, dass das in Fragestellen meines Pioniergeistes eine Beleidigung war und dass die Suche nach meinem «wer bin ich», mich noch immer verunsichert.

Nun sitze ich mit einem Laptop auf den Knien mitten in der Natur und bin etwas irritiert… was für Gegensätze! Warum habe ich nicht Papier und Stift mitgenommen? Hm. Es rauscht um mich herum, Wasser kann sehr laut sein. Und es hört nicht auf! Es rauscht einfach weiter. Dem Fluss ist es egal, wer wie hiersitzt und womit sie beschäftigt ist oder was gerade tut. Das Wasser ist lauter als meine wilden Gedanken, ja, es nimmt sie einfach mit.

Ich spüre die Abendsonne im Rücken, die Büsche und Bäume, die das Ufer säumen, geben mir Schutz und Geborgenheit, obwohl mich alle sehen können, die den Weg entlang gehen. Was sie wohl denken? Was ist das für eine Verrückte dort drüben? Heisst sie etwa Rölfli?

Ich gebe nun jeden Widerstand auf und lasse mich vom Rauschen wegtragen, weg von all dem, was andere über mich denken könnten. Ich bin auf Forschungsreise meiner selbst und das zählt. Ich fliesse mit der Töss in meine Welten, wo ich Zuhause bin.

Da sind Eigenheiten von mir, die ich unterdrückt habe, weil ich merkte, dass sie sie nicht gefragt waren. Wesenszüge, die der Anpassung zum Opfer gefallen sind. Meine Forschungen bringen mich an Orte, die mich zum Schmunzeln bringen, die mir zurufen, liebe mich! Ganze Länder, wo ich vor Freude und Stolz tanze und laut, am liebsten kreuzfalsch, singe. Da sind aber auch solche, die mich zum Weglaufen bewegen. Orte, wo es mir Angst und Bange wird, wo ich den Kopf über mich selber schüttle, was hast du dir nur dabei gedacht?

Es gibt tausend Methoden Frieden mit diesen unbequemen Orten zu schliessen. Und ich sage dir nichts Neues, dass diese Arbeit anstrengend, aber heilend ist.

In letzter Zeit entdecke ich mich wieder neu. Ich reduziere. Mein Innenleben ist nicht mehr ein undurchdringlicher Dschungel und ich habe genug vom Reisen.

Da ist ein Licht in mir und in dir!, bei dem es sich verweilen lässt und das ich liebe!

Wir sind eine wunderbare Kraft, der wir durch und durch vertrauen können.

Wir haben einen einzigartigen Herzraum, der Liebe schenkt und empfängt.

Lassen wir doch den Frieden und die Freude in uns Platz nehmen und spüren, wie die Freiheit sich ausbreitet, wie ein warmes Federkleid.

Seien wir wahrhaftig, verbunden mit unserer Seele, denn sie flüstert uns den nächsten Schritt ein.

Meine Forschungsreise wird wohl ein Leben lang andauern. Mit wenig Gepäck reist es sich aber leichter……. ich hätte besser ein Papier und einen Stift mitnehmen sollen, da wäre jetzt mein Heimweg einfacher…..  Aber so, wie ich es schaffte voller Vertrauen vom Baum hinunter zu klettern, weil ich mit der Wesenheit Baum verbunden war, so unterstützt mich das kalte Wasser der Töss, das um meine Beine wirbelt, wieder ans Ufer zu gelangen.

So. Ich bin in wieder drüben und lache vor mich hin. Ich habe einen Weg gefunden, der mich über Steine ans Ufer hüpfen liess! Sicher und trocken spaziere ich dem Feldweg entlang zurück zum Atelier. Ich singe ein schräges, Glückslied: Was für eine super Idee, Iris, den Laptop in die Natur mitzunehmen! Ich habe gut gewählt. Morgen ist der der 3. Und ich kann dir nun ganz leicht den Bericht meiner Forschungsreise bei WordPress posten.

Rauschende Liebesgrüsse aus dem Tösstal in der Schweiz zu dir!

Rölfli…. und….

Iris, der Weltenwindfrau!

http://weltenwind.ch

Danke, liebe Leserin, lieber Leser für dein Hiersein! Du bist nicht nur für mich wichtig………. geniess das Frühlingsspriessen und viel Freude auf deiner eigenen Forschungsreise…..

   

Wieder einmal …

Wieder einmal zeige ich dir ein unfertiges Bild.

Wieder einmal ist alles ganz neu.

Wieder einmal kenn ich den Weg nicht.

Wieder einmal bin ich überfordert.

Wieder einmal wünsche ich mir Klarheit.

Wieder einmal werde ich ungeduldig.

Wieder einmal möchte ich am liebsten davonrennen, weil ich keine Ahnung habe.

Wieder einmal bleibe ich stehen

im Aussen,

drinnen in mir bin ich längst weg.

Weg von dem was ich mache,

weg von dem was die anderen denken, wer ich bin,

weg von dem, was ich mir vorgestellt habe,

weg von da, wo ich bin, obwohl alles schön und stimmig ist,

weg

nach Hause.

Nach Hause, ruft es in mir immer wieder, schon mein ganzes Leben lang, obwohl ich doch schon längst zu Hause bin.

Aber wo ist denn das Zuhause, nachdem meine innere Stimme immer wieder ruft?

All die Jahre, die ich schon lebe, hatte ich immer wieder das Gefühl, es gefunden, dann wieder verloren zu haben und mich auf den Weg gemacht, es auf’s Neue zu finden. Im Innen wie im Aussen.

Ich schaue mein unfertiges Bild an. Eine Figur mit einem Geweih auf dem Kopf, das aussieht wie ein Baum. Ich habe dies nicht extra gemalt, ich habe es in den Formen der Farben gesehen und herausgeschält.

Beim Malen spürte ich meine Knochen, mein Blut, das in meinem Körper floss und mich lebendig fühlen liess. Ich richtete mich auf und spürte nach, ob da ein Baum auf meinem Kopf ist.

Aufstehen, mich innerlich aufrichten, auch wenn es mir nicht danach ist, ist mein Lebensmotto. Ich finde immer wieder einen Grund, das Leben lebenswert zu finden.

Da ist ein Garten, den ich mein Leben nenne.

Ich bin massgeblich an dessen Gestaltung beteiligt. Nicht alles kommt zum Blühen, trotzdem ist es da. Einiges stirbt weg, aber das, was gedeiht, will von mir gesehen werden. Und da macht sich, glaube ich, meine innere Stimme bemerkbar.

Nach Hause kommen heisst, das was ist, zu ehren und zu pflegen, auch wenn es erst am Entstehen ist und nach nichts aussieht. Nicht davonrennen, weil ich den Weg nicht kenne. Überforderung zulassen, vielleicht ist es eher die Aufforderung, die mir zuruft, ich solle die Meisterin in mir herauslocken?

Ja, die Meisterin, denn in meinen Knochen und in meinem Blut sind alte, uralte Erinnerungen, die genau in diesen Momenten rufen, wenn ich zweifle.

Wir alle haben einen Garten, einen sehr alten, erfahrenen, reichen Garten, den wir, so oft es geht, aufsuchen sollten. Denn er führt uns nach Hause, zu uns, wo wir Kraft schöpfen können, uns erinnern, um mutig alles zu sein, was uns ausmacht.

Wie fühlt es sich an, wenn du deinen eigenen, energetischen Lebensbaum stolz auf dem Kopf trägst, wie eine Krone? Gespiesen von deinem Herzen und deiner inneren Stimme, die ruft:

«Liebste Königin, liebster König, komm tanz mit mir!»

Liebe Königin, Lieber König, ich wünsche dir kraftvolles Frühlingserwachen. Lass dich nicht beirren, wenn an dir gezerrt wird und du auf die Probe gestellt wirst, ob dein Garten gut genug ist. Er ist mehr als genug, er ist DEIN ZUHAUSE!

Ich grüsse dich von Herzen fest und ich freue mich, wenn du diesen Blog teilst, um möglichst vielen Menschen Mut zu machen Meisterin und Meister ihres Lebens zu sein.

Iris, die WeltenWindFrau

http://weltenwin.ch

Ein Geschenk

Ein Geschenk, ein Geschenk, ein Geschenk…..

Ich bin ein Geschenk, ich bin ein Geschenk, ich bin ein Ge….

Hach, ich bin so müde! Ich sollte schlafen, aber die Worte von der alten Frau letztes Jahr kribbeln in mir, als sollte ich sofort, jetzt, in diesem Moment aufwachen und blühen.

Die kleine Wurzel, die gar nicht tief in der Erde ausharrt, ist ungeduldig.

Wann ist endlich Frühling? Ich mag nicht mehr warten! Den ganzen Sommer über haben sich meine grünen, kleinen Blätter zwischen Gräsern und Gehölzen verkrochen. Ja manchmal haben wir uns ganz in die Erde verzogen. Im Herbst haben uns die Blätter zugedeckt und im Winter der Schnee oder der harte Boden. Ich will raus! Ich bin doch ein Geschenk!

Die kleine Wurzel bewegt sich, um zu prüfen, wie weich der Boden ist. Jetzt im Winter, fühlt sie sich zwischen Steinen, kalter Erde, Blumenzwiebeln und anderen Wurzeln eingesperrt.

Unbeweglich zu sein ist einfach zum Schreien. Aber hier unten würde es niemand hören.

Doch ich! Sagt die kleine Krokuszwiebel neben ihr. Könntest du einfach mal still sein? Der Winter ist sicher noch lang und, wenn du schläfst, geht die Zeit schnell vorbei.

Ich kann nicht schlafen! Ich will raus, an die frische Luft. Ich bin ein Geschenk! Ich will die Freude der Menschen hören, ich warte doch schon so lange!

Ich auch, hab Geduld und sei still. Schlaf jetzt, wie alle anderen hier unten auch.

Die kleine Wurzel murrt noch ein wenig, dann wird sie still, wackelt aber voller Protest mit den kleinsten Würzelchen, die sie schon mit Vorfreude hat wachsen lassen.

Warum muss ich immer das machen, was die anderen sagen? Warum muss ich mich anpassen und still sein, nur weil die anderen mich nicht hören wollen? Schlafen, hach, das ist doch langweilig, erst recht sooo viele Monde lang! Wir könnten doch etwas spielen? Oder singen? Oder einander mit den Wurzeln kitzeln? Oder rätseln, wie das Wetter da oben ist oder vom letzten Jahr erzählen? Wir könnten Wetten abschliessen, wer uns als erstes sieht, wenn wir denn mal blühen. Laut ruft sie:

Ihr seid langweilig!

Schschschschscht!!! zischt es zu ihr zurück, so dass der ganze Boden zittert.

Beleidigt, zieht sie ihre Würzelchen zurück. Jetzt ist es wieder ganz still im Winterboden. Das heisst aber nicht, dass die kleine Wurzel nun schläft! Im Gegenteil. Sie bleibt zwar unbeweglich, aber der Weg nach innen lässt ihr wenigstens Spielraum, wenn es nach aussen schon nicht geht. Da entdeckt sie eine winzig kleine Menge Saft, er fliesst in mir drin! Sie horcht in sich hinein. Dieser Saft summt! Dieser Saft, erzählt Geschichten vom Leben! Vom Aufwachen, vom Blühen, vom Sterben, vom Stillsein, vom ….. er hört gar nicht auf mit reden. Dieser Saft, sagt aber nichts von Anpassung, er erzählt vom Wahrnehmen des eigenen Rhythmus und vom Vertrauen in ihn, und dass jedes Lebewesen seinen eigenen hat.

Zum ersten Mal, seit dem letzten Frühling, wird die kleine Wurzel wirklich still. Ich wollte der alten Frau wieder eine Freude machen, indem ich blühe. Das war so schön! Aber sie meinte wohl nicht, ich solle das ganze Jahr blühen, hm.

Das macht niemand, meldet sich der kleine Saft wieder. Alle, alle Lebewesen haben einen Rhythmus und kein einziger gleicht dem anderen. Ja, es gibt Frühlingsblumen, aber jede kommt dann zum Vorschein oder verblüht wieder, wie es zu ihnen passt, auch du! Komm, sagte der Lebenssaft, wir spielen, singen, tanzen und rätseln miteinander. Wir zwei gehören zusammen. Keiner könnte ohne den andern sein. Zusammen leben wir, zusammen blühen wir, zusammen sterben wir. Und weißt du was? Du bist ein Geschenk! Weil du deine Kraft, die von innen kommt, spürst. Du schenkst Freude, weil du Freude bist und du bist frei, weil du auf deinen ureigenen Rhythmus hörst. Und wenn dieser sagt, geh raus und blühe, obwohl es noch Winter ist, dann ist das ein Geschenk deiner Kraft an dich, dass du diese Erfahrung machst.

Die kleine Wurzel staunt über das, was alles in ihr drin los ist.  Sie strahlt vor Freude, ein so liebevolles Innenleben zu haben. Mit einem Seufzer hält sie inne, atmet und lauscht. Auf einmal ist da eine Welle in ihr drin, die sie von Innen heraus bewegen und gleichzeitig wachsen lässt. Aus der kleinen Wurzel formt sich ein kleiner, grüner Kopf, der sich voller Vertrauen durch die harte Erde an die kalte Januarluft gräbt. Altes Laub umgibt ihn wie ein Nest, dann spürt er die Sonne. Ausser Atem wartet die kleine Primel auf den nächsten Impuls von ihrem Lebenssaft und….

…. breitet glücklich ihre zarten Blütenblätter aus. Ich bin ein Geschenk! Wir sind ein Geschenk! Die Erde, der Himmel, die Sonne, mein Saft und ich!

Ich wünsche dir, dass du immer wiweder den Mut hast, auf deine innere Stimme zu hören., dann zu blühen, wenn die Zeit reif ist für dich. Niemand, wirklich niemand kann dir sagen, wann das sein wird. Vertrauen! Hm…. Vertrauen in sich selbst, mit allem, was uns ausmacht ist wohl das schwierigste überhaupt. Aber wir schaffen das!

Darum sage ich jetzt laut zu mir und zu dir, damit ich es lerne…. ich liebe meine Ungeduld, meine Zweifel und mein Gesicht, wenn ich morgens in den Spiegel schaue….. ich erlaube mir, zu widder(ich habe bald Geburtstag ;-)sprechen und dabei zu wachsen….. es lebe das Menschsein mit ALLEN Farben!

Ich grüsse dich von Herzen fest!

Iris, die WeltenWindFrau

http://weltenwind.ch

Tiergeschichten

Tiergeschichten sind eigentlich nicht so mein Ding. Du hast sicher gemerkt, dass ich gerne von Menschen, Pflanzen und sonstigen Wesenheiten erzähle. Tiere waren für mich bis jetzt viel zu konkret.

Nun ist es aber so, dass mir Tiergeschichten in letzter Zeit immer wieder über den Weg laufen. Ich lese in Büchern davon, erzähle sie meinen Enkelkindern, höre von Tiergeschichten im Radio, sehe sie in Buchläden und eine Freundin erzählt mir bei einem Mittagessen von Tiergeschichten. Kopfschüttelnd bin ich in mein Atelier gefahren und was sehe ich da? Ein angefangenes Bild, in dem lauter Tiere versteckt sind. Du siehst, oben im Bild habe zwei herausgeholt, aber da sind noch mehr! Es zeigt erst den Anfang meiner Entdeckungsreise.

Und jetzt? Ich sitze vor meinem Computer ohne Plan. Also, wenn mich das Leben auf Tiergeschichten aufmerksam macht, dann wartet wohl auch eine, die gehört werden will! Ich bin ja gespannt, du auch?

Los geht’s:

  • Oh, doch! Das kann ich!

Kannst du nicht, du irrst dich gewaltig!

  • Komm, sei still, du hast keine Ahnung, wie es ist, Flügel zu haben.

Aber du hast doch gar keine Flügel!

  • Oh doch! Da schau!

Du bist schon das frechste Tier ohne Namen. Du behauptest einfach etwas, obwohl du weißt, dass es gar nicht stimmt!

  • Kann ich etwas dafür, dass du ein Esel bist, der nur glaubt, was er sieht?

So, jetzt ist aber Schluss! Ich hab’s einfach satt, wenn wir Esel immer für dumm verkauft werden! Wir kennen die Wahrheit und davon lassen wir uns nicht abbringen. Uns kann niemand etwas vormachen. Und wenn er oder sie es trotzdem versucht, schauen wir diesem Jemand in die Augen und werden still, bis er begreifet, dass wir ihn durchschaut haben.

  • Weißt du was? Deine Augen täuschen dich.

Schon wieder so eine Frechheit! Meine Augen sehen alles, einfach alles und das ist manchmal einfach unerträglich!

  • Haha, du bringst mich zum Lachen. Das liegt doch in deiner Entscheidung, wo du hinschaust und was du daraus machst! Warum willst du alles sehen, wenn du es nicht erträgst? Ich bleibe dabei, deine Augen täuschen dich.

Wie kannst du so etwas behaupten, du bist ja nicht ich!

  • Und darüber bin ich froh. Aber irgendwie auch nicht. So gerne würde ich mal erleben, wie es ist, so stur zu sein.

Na hör mal, jetzt reicht’s! Ich kenne die Wahrheit und eine davon ist, dass du nicht fliegen kannst, obwohl du es mir weis machen willst. Du lügst! Du bist viel zu dick und du hast gar keine Flügel. Gib es endlich zu! Dann können wir wieder Freunde sein und aufhören zu streiten.

  • Wir streiten uns doch gar nicht. Ich möchte dir nur klar machen, dass das, was du siehst, nicht immer der Wahrheit entspricht.

Oh nein, ich vertraue meinen Augen und meinem Instinkt, die haben mich noch nie im Stich gelassen. Und wenn du daran festhalten willst, fliegen zu können, dann sind wir eben keine Freunde mehr.

  • Sag ich doch, du bist stur.

Wenn du dem stur sagst, wenn ich Recht habe, dann bin ich halt stur.

  • Ein richtiger Esel eben und ich dachte…

Was dachtest du?

  • Ach, nichts.

Komm, sag schon!

  • Nein.

Wieso nicht?

  • Weil du….

Weil ich….?

  • Weil du…. ich dachte…. ich habe mir gewünscht…..

Was willst du mir sagen?

………

………..

……………..

……………………

Los, du mein dickes Eichhörnchen, erzähl’s mir.

  • Ich, ich wäre so gern mit DIR nach Australien geflogen. Ich bin nämlich gar kein Eichhörnchen, ich bin ein Känguru und ich will meine Familie besuchen, die dort lebt.

Oh!

  • Ja, und ich hätte sooo gerne meiner Familie meinen besten Freund vorgestellt.

Oooooh…

  • Ja, aber er glaubt nicht an mich.

Ach………….. nun hör mir zu. Erstens, weiss ich schon lange, dass du kein Eichhörnchen bist, aber weil du mir gesagt hast, dass du gerne eines wärst, habe ich dich so genannt. Zweitens sind wir schon in Australien und drittens möchte ich sehr gerne deine Familie kennen lernen.

  • Gut, dann fliegen wir morgen hin.

Aber…………….. hach, ich liebe dich!

  • Ich dich auch, und wie!

Eine neue Welt hat sich mir gezeigt! Tiergeschichten sind so lebendig und bewegen das Herz. Ich bin gespannt, ob aus dieser Welt wieder einmal der Wind herweht……. du auch?

http://weltenwind.ch

Ich grüsse DICH voller Liebe!

Iris

….noch nicht fertig….. 😉

Über ein Weitererzählen oder Weiterleiten freue ich mich………..!

Zeit

Die Zeit zwischen den Zeiten

Ich liebe sie, die Zeit zwischen den Zeiten.

Da sind Feste, die zu feiern manchmal eine echte Herausforderung auf emotionaler, logistischer und darum auch auf mentaler Ebene sind. Natürlich spricht unser Körper lautstark mit. Auf einmal sind wir krank oder haben einen ausgeprägten Sofasinn oder genau das Gegenteil, haben tausend Dinge zu tun, oder wir wollen raus, an die frische Winterluft und uns bewegen.

Und dann kommt eben das Dazwischen. Die absolute Ruhe schleicht daher, und es fühlt sich auf einmal wie ein Vakuum an. Wir bekommen Angst und eine Ablenkung zupft uns von uns weg. Aber jetzt gilt es stark zu bleiben.

Darum gehst du dir jetzt einen feinen Tee kochen oder nimmst dir die Zeit, einen Latte Macchiato zu brauen. Suche dir nun den schönsten Platz im Haus, stellst deinen Zaubertrank neben dich, legst eine schwere Wolldecke auf die Knie, die das Aufstehen verhindert und setze dich auf deine Hände. Oh ja! Das muss sein. NICHTS TUN braucht einen Anfang.

Auf die Gedanken zu sitzen geht nicht, auch lassen sie sich kaum zudecken, darum ist jetzt atmen angebraucht. Der Atem ist immer da und wir können ihm in einem solchen Moment unsere ganze Aufmerksamkeit schenken. Ein, aus, ein, aus, eeeeein, aaaaaaaus…….immer länger aus- als einatmen.

Ist erst einmal die erste Hürde des Nichtstuns geschafft, geht es ans Geniessen. Vorsichtig darfst du die Hände hervornehmen und zu der Tasse, die du vorher bereitgestellt hast, greifen. Umschliesse sie liebevoll mit deinen Händen. Beginne dein Getränk mit Dankbarkeit und guten Wünschen an dich, an dein Leben mit allen und allem, was dazugehört aufzufüllen, schaue dabei in deine Tasse und atme dein Danke, deine Wünsche hinein. Wiederhole sie wie ein Mantra. Nach einer Weile nimmst du ganz langsam einen Schluck und geniesst diesen Moment, wie er dich ganz und gar erfüllt. Mmmmh! Das tut so gut! Es wärmt, heilt und erfreut deinen ganzen Körper.

Oh, ich habe ganz vergessen zu sagen, dass du vors offene Fenster sitzen sollst, darum eigentlich die Wolldecke…. 😉 Natürlich kannst du es dir auch gleich draussen kuschelig einrichten oder dann halt vor geschlossenem Fenster, Hauptsache Weitblick.

Und jetzt kommt das Schönste: EINFACH SCHAUEN! Und ganz wichtig, spüre in dir ein leises Lächeln, auch wenn dir nicht danach ist, hole es hervor, es wirkt Wunder.

Wenn du bis hierhin gekommen bist, lässt du deine Wahrnehmung für deinen Körper, deine Gefühle und den Ort, an dem du dich befindest einfach fliessen. Nichts festhalten, nur beobachten und ziehen lassen. Werde weit, ganz weit, öffne dich für die Schönheit der Natur, für dein Sein. Es kann dir nichts geschehen, im Gegenteil du bekommst einen sanften, wohltuenden Kuss ……

Nun bist du zwischen den Zeiten angekommen. Es ist keine angstmachende Leere, sondern deine Fülle, dein vielleicht wahres Leben, weil du niemandem etwas beweisen musst, nicht einmal dir selber.

In die Natur schauen, einfach nur schauen, NICHTS TUN, ist das Schwierigste, aber auch das Schönste, was du dir in diesem Jahr schenken kannst. Lass dich von der Erde, vom Himmel und dem Dazwischen immer wieder berühren.

Wie sagte eine der phantasievollsten Kinderbuchautorinnen unserer Zeit, Astrid Lindgren?

«Und da braucht man ja auch noch Zeit, einfach da zu sitzen und aus dem Fenster zu schauen.»

Darum kann ich jetzt nicht mehr weiterschreiben, ich bin am Schauen…. du auch?

Ich lasse es mir aber nicht nehmen, dir noch ein Jahr mit schönen Wundern, berührendem Zauber und ein liebevolles Zusammensein mit dir selber zu wünschen.

Ich blinzle dir einen herzlichen Irisgruss zu!

weltenwind.ch

Auf und davon

Auf und davon, wie gerne würden wir das manchmal machen. Ohne langes Wenn und Aber, ohne Vorbereitung oder gar Kofferpacken, einfach weg. Weg von da, wo wir gerade stehen im Leben. Irgendwohin, Hauptsache, wir müssen uns nicht mehr mit der Alltagslast beschäftigen. Ich darf gar nicht erst beginnen zu träumen, was ich denn jetzt am liebsten tun würde oder wo ich gerne hinmöchte. Ich habe das Gefühl, meine Phantasie würde wilde Räder schlagen. Ich würde immer schwärmender werden, überall ist es besser nur nicht gerade da, wo ich bin.

Ich kann mir vorstellen, dass wir alle solche Momente kennen. Und ja, ich weiss auch, dass sie vorbeigehen und wir wieder vernünftige Lernende des Lebens werden. Denn da ist die leise, liebevolle Stimme in uns, die uns zuflüstert, da wo du bist, ist genau der richtige Ort. Von da aus erkennst du, wo es langgeht.

Heute Morgen aber sticheln so unzufriedene Gedanken in mir, noch bevor ich die Augen ganz geöffnet habe. Von Draussen kommen keine Geräusche durchs Fenster, ob es wieder geschneit hat? Ist es so still, weil dieses Weiss alles eingehüllt hat? Oder muss ich zu meinem täglichen Üben annehmen, dass ich alt werde, und auch noch eingestehen, dass ich nicht mehr so gut höre? Hach! Nun beginnt diese Unzufriedenheit, nein eigentlich eine Wut in mir zu brodeln und sich auszubreiten. Und anstatt mich für mein wunderschönes Leben zu bedanken, wie ich es sonst beim Aufwachen immer tue, beginne ich innerlich eine Liste des Unstimmigen zu schreiben. Ich finde zuhauf Beweise, dass ich auf keinen Fall genüge und mein Leben ein ganzer Scheiterhaufen ist.

Ich bin gerade so schön in Fahrt, da höre ich einen Ruf, für andere nicht hörbar, aber für mich: Geh auf und davon! Von alledem weglaufen? Keine Verantwortung für meine Gedanken und mein Handeln übernehmen und einfach weggehen? Endlich schlage ich die Augen auf, schaue auf aus dem Fenster, dann auf den Wecker. Kein Schnee, dafür ein zarter, hellgrauer Morgenhimmel. Es ist acht Uhr und der Tag verspricht sonnigkalt zu werden.

Auf und davon, aufundavon, aaauuufuuundavooon…. wiederhole ich während des Aufstehens. Ich giesse mir einen Matchatee an und schon drehen sich diese Wortlaute wie ein Mantra in meinem Kopf. Die heisse Teetasse liegt nun still und beruhigend in meinen Händen. Ich atme den herben Dampf ein und schaue aus dem Fenster. Draussen ist alles gefroren, die Luft muss phänomenal sein, auf und davon!

Nach dem letzten Schluck von dem grünen, energetisierenden Gebräu…. ich habe beim Trinken immer das Gefühl ich trinke Erdenkraft…. geht mir endlich ein Licht auf. Ohne Wenn und Aber, ohne Zeit mit nebensächlichem Duschen zu verlieren, stürze ich mich in meine Kleider, mache mich winterfest mit Mantel, Mütze, Handschuhen und warmen Stiefeln und los. Ja ich gebe zu, das Handy durfte mit, sonst hätte ich dir ja kein Beweisfoto machen können….. 😉 und schon stehe ich draussen im Garten.

Zum Gartentürchen hinaus, dem gurgelnden Bach entlang, immer weiter in meine, so vertraute Natur. Unterdessen ist die Sonne über dem Wald aufgegangen. Ich breite vor ihr meine Arme aus und lasse meine vielen überflüssigen Gedanken, die mich beim Aufwachen so aufgewühlt haben, von ihr wegleuchten. Es wird ruhig in mir und ich strahle mein DANKE für mein wunderschönes Leben der Sonne zurück.

Bei der schillernden Buche mache ich eine Pause, hast du mich gerufen? Oder war es die Natur, die Sonne oder vielleicht meine eigene Intuition? Diese innere Stimme hat mich geweckt. Mein Ego oder die Dramaqueen in mir aber wollten mir eine Jammerburg mit Zinnen, Kanonen und Kerkern verkaufen. Ha! Ich bin nicht darauf hereingefallen! Na ja, nur fast….

Auf und davon ohne Wenn und Aber heisst manchmal einfach vor die Haustüre und hinaus in die Natur zugehen. Auf die Gefahr hin, dass ich nerve, sage ich wieder und wieder laut und deutlich, die Natur ist soso heilend. Ich habe es heute Morgen erlebt. Ich bin nicht davon gelaufen, sondern zu mir hin.

Aber was ist das da auf dem Bild? Woher kommen die vielen verschiedenen Blautöne, die im Himmel zu sehen sind? Ist das eine Wesenheit dort vor den Bäumen? Oder gar ein UFO?

Du glaubst mir vielleicht nicht, aber wenn ich das auf meinem Spaziergang klar gesehen hätte, ich wäre eingestiegen. Aber sicher! Auf und davon, neue Galaxien oder Dimensionen kennenzulernen, war schon immer mein Traum….tschüüüss!

Ich grüsse dich herzlich aus meinem Atelier, ja ich bin noch da! Lass dich von dieser magischen Dezemberzeit immer wieder nach Draussen locken. Andere Dimensionen warten auf dich!

Ich danke dir, du treue Leserin, du treuer Leser! Mit dir zu sein, ist für mich eine Freude! Geschichten brauchen Zuhörer:innen und ich bin sooo glücklich, dich dazuzuzählen! DANKE!

Ich wünsche dir von Herzen ganz viel Mut und Vertrauen, auf die leisen, bunten und wundervollen Töne in deiner eigenen Geschichte zu achten. Das neue Jahr lädt dich dazu ein, denn sie stärken dich, um Neues zu erleben. Das alte Jahr will in die Arme genommen werden, es will gesehen werden, damit es sich ernst genommen fühlt und sich verabschieden kann.

Ich freue mich auf das neue Jahr, auf dich und all die Geschichten, die noch erzählt werden wollen.

Alles Liebe

Iris

http://weltenwind.ch

Das Unsichtbare

Hallo, ich bin das Unsichtbare. Du musst dir keine Mühe geben mich zu sehen, denn ich bin, wie gesagt, unsichtbar.

Aber ich freue mich, mit dir zu sprechen und ich freue mich noch mehr, dass du mir zuhörst. Fragst du dich auch in diesem Moment, ob ich überhaupt eine Stimme habe? Ich weiss, wenn etwas tönt und du kannst dir nicht vorstellen, was es ist, ist es ein wenig gruselig es zu vernehmen. Dein Verstand möchte Fakten, möchte die Kontrolle über den Wahrheitsgehalt, sonst ist doch alles nur Einbildung oder ein Spiel der mittlerweile ausgefeilten Technik.

Und doch bin ich da, ja um dich herum und weil du mich nicht siehst, ist es doppelt spannend, mich zu hören. Und was sagst du zum Fühlen? Spürst du, dass dich etwas umgibt, auch wenn du es nicht siehst?

Vielleicht magst du dich für eine kleine Weile an einen Ort setzen oder legen, an dem du dich wohlfühlst, ich möchte mit dir ein Experiment machen. Wenn du den Platz gefunden und es dir gemütlich gemacht hast, schliesst du deine Augen und atmest in deinem Tempo bewusst ein und aus. Begrüsse all deine Gedanken und weil es so viele sind, kannst du gar nicht Schritt halten, allen gerecht zu werden. Also lasse sie ziehen, wie die Herbstblätter die gerade durch die Luft wirbeln.

Nun richte deine Aufmerksamkeit auf deine Haut unter den Kleidern. Mach eine kleine Reise über dein grösstes Organ, dieses Wunderwerk, das dich beschützt mit seinen Millionen von Sensoren. Spüre es an deinem Rücken,  an den Armen, am Bauch, an den Beinen, an den Füssen, den Händen, dem Gesicht und immer weiter. Je länger du in Gedanken über deine Haut streichst, desto wärmer bekommst du. Lass dir Zeit, damit es ein Bad in deinen Sinnen wird, denn vielleicht nimmst du deinen Duft wahr? Oder du möchtest mit deinen Händen dein Gesicht liebevoll erkunden? Du vernimmst den feinen Ton, den du beim sanften Reiben erzeugst und merkst, dass du mit deinen Händen schauen kannst? Nehme einfach wahr und versuche nichts zu bewerten.

Auf einmal spürst du die Kraft unter der Haut, die du Körper nennst und die du mit Freude empfängst. Deine Augen sind geschlossen und du staunst mit deinem Herzen. Und da! Jetzt, genau in diesem Moment stimmt einfach alles. Atme und lass dich zu. Es ist eine Ruhe und Verbundenheit da, weil du nichts leisten musst und vom Bewerten reden wir schon gar nicht. Stelle dir vor, du könntest diesen Moment ausdehnen, so dass die Zeit stillsteht, es leicht wird und du in einer Zartheit verweilst, die dir eine stille Freude bereitet. Es ist ein Ausdehnen, deines Seins. Geniesse es, so lange du magst.

Deine Gedanken werden dich wieder einholen und darum gib ihnen schnell neues Futter.

Spüre deine Kleider auf deiner Haut.

Geh darüber hinaus und stelle dir vor, dass du von einer Aura eingehüllt bist.

Ohne Anstrengung siehst du vielleicht eine Farbe oder du hörst einen Klang?

Berührt dich sanft diese unsichtbare Weite?

Erreicht dich gar ein besonderer Duft?

Alles und nichts ist möglich, lass es einfach zu. Es ist ok.

Ich bin deine Aura. Ein ganzes Leben schon sind wir verbunden.

Ja, ich heisse dich herzlich willkommen. Ich bin dieses Unsichtbare und mir ist es ein Anliegen, dich auf mich aufmerksam zu machen. Ich bin immer da, beschütze und begleite dich. Es ist auch meine Aufgabe dich fürs Leben zu begeistern und dir Inspirationen unter die Nase zu reiben, auf dass du deinen Alltag auf deine ureigene Art und Weise gestalten sollst. Du bist ein Wunder der Natur, du bist wichtig und überhaupt nicht unsichtbar.

Denn in dieser Hülle steckst du Mensch, mit einer Geschichte, die manchmal nicht leicht ist zu tragen, geschweige denn sie zu akzeptieren. Doch in dir drin ist dein einzigartiger Kern, deine Wahrheit, deine Wesenheit, dein uraltes Wissen. Sie alle tragen dich durch alle Abenteuer deines Lebens hindurch, sie stärken und lieben dich. Und ich bekräftige dich, dies alles in die Welt zu strahlen.

Ich bin das Unsichtbare, deine Aura, mich gibt es und ich mache dich sichtbar.

Du bist vollständig und ganz mit allem, was dich ausmacht und eine Bereicherung für alles, was ist.

Ich liebe dich! Dein Unsichtbares…..

……unsichtbar?

Liebe Leserin, lieber Leser lass deine Aura erklingen, schwingen, empfangen und sich schenken. Was nährt dich, was lässt dein Herz hüpfen? Sie nimmt es auf, wie ein feingestimmtes Musikinstrument, dessen Sprache nur du kennst. Auch versteht sie es, dir Mut zuzuflüstern, wenn es mal stürmt um dich herum.

Ich grüsse dich sturmerprobt und sichthörbar singend hinter der Trommel….

Iris

http://weltenwind.ch

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