
Gefühle im Kopf?
Diese paar Worte sind mir eben über den Weg gelaufen. Ich frage mich wieso, denn ich übe mich doch immer wieder im echten Fühlen und Nachspüren meiner Erlebniswelt. Aber wo sind sie denn zuhause, diese Gefühle? Sicher nicht im Kopf! Da wohnen doch die Gedanken. Und mit diesen gehe ich immer sorgfältiger um. Denn mit meinen Gedanken baue ich mir meine Welt. Sei achtsam im Denken, sage ich mir immer wieder.
Wie ist es mit den Gefühlen? Denke ich sie? Sind sie also doch im Kopf? Nein, das glaube ich nicht. Ziemlich sicher bewohnen sie mein Sein. Fühle ich also zuerst Freude oder Schmerz in meinem Körper und danach suche ich nach Erklärungen? Sind es die Gefühle, die mich zum Denken animieren? Oder ist es umgekehrt? Was meinst du?
Ach, vor lauter Fragen dreht sich alles in mir. Ich glaube, es ist Zeit, innezuhalten, mich unter einen Baum zu setzen und einfach zu sein und die Zeit verstreichen lassen…….. Vielleicht noch bewusst zu atmen, um dem Sein ein Zuhause zu schenken.
Schon weht der Wind durch die Äste meines Nussbaumes und lässt die reifen Nüsse auf die Umgebung niederprasseln. Zum Glück werde ich nicht getroffen, aber mein unverhoffter Besuch freut sich über diese Fülle.

Es ist der Wind der Welten, der am Nussbaum rüttelt und eine Geschichte zu mir trägt.

Es war einmal ein Gedanke, der verwandelte sich in eine Fee. Diese Fee war etwas ganz Besonderes. Sie hatte spitze Ohren, eine lange Nase und nach der hohen Stirn, wo viele Gedanken hausten, wuchsen ihr grüne und blaue Blätter aus dem Kopf. Sie liebte es, die Menschen zu überraschen, ja sie zu erschrecken. Denn Gedanken können ja ganz schön wild sein, so wie die Fee….
Eines Tages kam ein Bär den Waldweg entlang. Bedächtig wankte er daher, immer die Nase auf dem Boden, wohl auf der Suche nach etwas Essbarem. Die Fee stellte sich ihm mutig in den Weg. Der Bär beachtete sie aber nicht und ging einfach über sie hinweg. Sie musste sogar zur Seite hüpfen, dass sie nicht unter seine Pfoten kam.
Kaum zu glauben, ärgerte sich die Fee. Denkt denn dieser Kerl nicht? Der hat wohl nur seinen Weg im Kopf.
Dann setzte sie sich auf einen grossen Stein und liess sich von der Sonne bescheinen. Die Fee blinzelte der Sonne ins Gesicht und bald wurde es der Fee richtig heiss. Mit den Händen versuchte die Fee die Sonne zu verdecken, sie fuchtelte herum, aber die Sonne schien einfach weiter. Sie hat wohl nur Licht im Kopf, dachte die Fee und ging weiter.
Von Weitem sah sie einen Menschen auf einer Bank. Leise schlich sie ihn an, sprang auf die Bank und klatschte in die Hände. So konnte sie eigentlich immer die Menschen erschrecken, aber dieser schaute gebannt auf sein Ding in der Hand und merkte gar nichts. Enttäuscht hüpfte sie von der Bank hinunter, tanzte noch vor seinen Füssen herum, aber nichts nützte.
«Der hat wohl Wolken im Kopf», sagte die Fee laut.
Traurig schlenderte die Fee weiter. Sie schaute auf den Boden und liess die Herbstblätter um ihre Füsse fliegen, so dass sie in der Sonne leuchteten, aber die Fee war in Gedanken.
Auf einmal stiess sie gegen etwas Hartes, ein Baum stand vor ihr.
«Autsch!» rief sie und rieb sich den Kopf.
«Du hast wohl Gefühle im Kopf», sagte der Baum. «Sonst hättest du mich gesehen.»
«Entschuldige,» antwortete die Fee
«Halb so schlimm. Komm setz dich zu mir und hör mir zu.»
«Danke!» schon kuschelte sich die Fee in die Wurzeln. Sie wartete und wartete und wartete und wartete …….. aber es blieb ruhig.
«Du sagst ja gar nichts!» sagte die Fee vorwurfsvoll und schaute dem Stamm entlang zur Krone.
«Nein.»
«Aber du sagtest mir, ich soll dir zuhören!»
«Ja, aber du denkst zu viel und du vergisst das Sein.»
«So bin ich halt, denn ich bin in Wirklichkeit ein Gedanke.»
«Auch Gedanken können still sein und lauschen.»
«Hm……»
«Du bist eine Gedankenfee und wenn du still wirst…..»
«….. kann ich sogar meine Gedanken fühlen?», fiel die Fee dem Baum ins Wort. «Und spüren, was ohne Worte gesagt wird?»
Dem war nichts mehr hinzuzufügen und so wurde es still im Wald.

Die Sonne tanzte lustig durch die bunten Blätter an den Bäumen, der Bär hatte eine Höhle für seinen Winterschlaf gefunden, der Mensch lächelte zufrieden und machte es sich auf der Bank gemütlich. Er hatte eben die Zusage für seinen Wunscharbeitsplatz erhalten….

Ich wünsche mir, ja du hast richtig gelesen, ich wünsche mir für dich, dass du, auch wenn es noch so turbulent um dich herum ist, auch wenn du noch so geschafft bist von all den Herausforderungen des Lebens, dass du hinaus in die Natur gehst. Alleine, nur mit dir und der Natur begegnest. Das gibt Kraft, macht Freude und stärkt das Immunsystem. Ich bin sicher, dass in deiner Nähe ein Baum steht, unter den du dich setzen kanst, egal, was die Leute denken. So gestärkt bist du wunderschön (du weisst, wie ich das meine…) und eine Bereicherung für dein Leben.
Von Herzen ganz viel Liebe und Herbstfarbengrüsse genau für DICH!
Iris, die WeltenWindFrau
Und falls du meine letzten Monatsbotschaften vom lesen möchtest, auf https://lauschen.ch kannst du sie finden. Die vom Oktober fliegt auch bald dorthin….. juhuu!















































