Tiergeschichten

Tiergeschichten sind eigentlich nicht so mein Ding. Du hast sicher gemerkt, dass ich gerne von Menschen, Pflanzen und sonstigen Wesenheiten erzähle. Tiere waren für mich bis jetzt viel zu konkret.

Nun ist es aber so, dass mir Tiergeschichten in letzter Zeit immer wieder über den Weg laufen. Ich lese in Büchern davon, erzähle sie meinen Enkelkindern, höre von Tiergeschichten im Radio, sehe sie in Buchläden und eine Freundin erzählt mir bei einem Mittagessen von Tiergeschichten. Kopfschüttelnd bin ich in mein Atelier gefahren und was sehe ich da? Ein angefangenes Bild, in dem lauter Tiere versteckt sind. Du siehst, oben im Bild habe zwei herausgeholt, aber da sind noch mehr! Es zeigt erst den Anfang meiner Entdeckungsreise.

Und jetzt? Ich sitze vor meinem Computer ohne Plan. Also, wenn mich das Leben auf Tiergeschichten aufmerksam macht, dann wartet wohl auch eine, die gehört werden will! Ich bin ja gespannt, du auch?

Los geht’s:

  • Oh, doch! Das kann ich!

Kannst du nicht, du irrst dich gewaltig!

  • Komm, sei still, du hast keine Ahnung, wie es ist, Flügel zu haben.

Aber du hast doch gar keine Flügel!

  • Oh doch! Da schau!

Du bist schon das frechste Tier ohne Namen. Du behauptest einfach etwas, obwohl du weißt, dass es gar nicht stimmt!

  • Kann ich etwas dafür, dass du ein Esel bist, der nur glaubt, was er sieht?

So, jetzt ist aber Schluss! Ich hab’s einfach satt, wenn wir Esel immer für dumm verkauft werden! Wir kennen die Wahrheit und davon lassen wir uns nicht abbringen. Uns kann niemand etwas vormachen. Und wenn er oder sie es trotzdem versucht, schauen wir diesem Jemand in die Augen und werden still, bis er begreifet, dass wir ihn durchschaut haben.

  • Weißt du was? Deine Augen täuschen dich.

Schon wieder so eine Frechheit! Meine Augen sehen alles, einfach alles und das ist manchmal einfach unerträglich!

  • Haha, du bringst mich zum Lachen. Das liegt doch in deiner Entscheidung, wo du hinschaust und was du daraus machst! Warum willst du alles sehen, wenn du es nicht erträgst? Ich bleibe dabei, deine Augen täuschen dich.

Wie kannst du so etwas behaupten, du bist ja nicht ich!

  • Und darüber bin ich froh. Aber irgendwie auch nicht. So gerne würde ich mal erleben, wie es ist, so stur zu sein.

Na hör mal, jetzt reicht’s! Ich kenne die Wahrheit und eine davon ist, dass du nicht fliegen kannst, obwohl du es mir weis machen willst. Du lügst! Du bist viel zu dick und du hast gar keine Flügel. Gib es endlich zu! Dann können wir wieder Freunde sein und aufhören zu streiten.

  • Wir streiten uns doch gar nicht. Ich möchte dir nur klar machen, dass das, was du siehst, nicht immer der Wahrheit entspricht.

Oh nein, ich vertraue meinen Augen und meinem Instinkt, die haben mich noch nie im Stich gelassen. Und wenn du daran festhalten willst, fliegen zu können, dann sind wir eben keine Freunde mehr.

  • Sag ich doch, du bist stur.

Wenn du dem stur sagst, wenn ich Recht habe, dann bin ich halt stur.

  • Ein richtiger Esel eben und ich dachte…

Was dachtest du?

  • Ach, nichts.

Komm, sag schon!

  • Nein.

Wieso nicht?

  • Weil du….

Weil ich….?

  • Weil du…. ich dachte…. ich habe mir gewünscht…..

Was willst du mir sagen?

………

………..

……………..

……………………

Los, du mein dickes Eichhörnchen, erzähl’s mir.

  • Ich, ich wäre so gern mit DIR nach Australien geflogen. Ich bin nämlich gar kein Eichhörnchen, ich bin ein Känguru und ich will meine Familie besuchen, die dort lebt.

Oh!

  • Ja, und ich hätte sooo gerne meiner Familie meinen besten Freund vorgestellt.

Oooooh…

  • Ja, aber er glaubt nicht an mich.

Ach………….. nun hör mir zu. Erstens, weiss ich schon lange, dass du kein Eichhörnchen bist, aber weil du mir gesagt hast, dass du gerne eines wärst, habe ich dich so genannt. Zweitens sind wir schon in Australien und drittens möchte ich sehr gerne deine Familie kennen lernen.

  • Gut, dann fliegen wir morgen hin.

Aber…………….. hach, ich liebe dich!

  • Ich dich auch, und wie!

Eine neue Welt hat sich mir gezeigt! Tiergeschichten sind so lebendig und bewegen das Herz. Ich bin gespannt, ob aus dieser Welt wieder einmal der Wind herweht……. du auch?

http://weltenwind.ch

Ich grüsse DICH voller Liebe!

Iris

….noch nicht fertig….. 😉

Über ein Weitererzählen oder Weiterleiten freue ich mich………..!

Tanz im Nirgendwo

Ein Tanz im Nirgendwo ist eine Reise zur eigenen Essenz.

Ein Tanz im Nirgendwo klingt romantisch, ist es aber nicht. Stell dir vor, du hörst von Weitem eine Musik und du lauschst ihr, weil es das Einzige ist, das übrigbleibt, wenn da nichts ist.

Ich könnte auch davonrennen, zur Musik tanzen oder im Vertrauen mich hinsetzen und lauschen bis….. ja bis wann? Bis etwas passiert? Bis mich jemand rettet oder mir einen Kompass in die Hände drückt? Oder mich gar an der Hand nimmt und mir sagt, wo’s lang geht? Ich bin sicher, so geht das nicht.

Atmen. Atmen ist immer gut. Also bleibe ich vorerst sitzen und lausche weiter. Lauschen kann ganz schön anstrengend sein. Nichts Tun und die Ohren spitzen. Und da! Auf einmal wird es still. Die Musik ist nicht mehr zu hören. Jetzt sind wir nur noch zu dritt; mein Wille, das hier zu erfahren, ich und das Nirgendwo. Und jetzt?

Wohin soll ich gehen, wenn ich nicht weiss, was ich will? Zu welcher Musik soll ich tanzen, wenn es keine mehr gibt? Ich schaue umher. Was sehe ich? Alles ist weiss, soweit das Auge reicht. Es ist kein Schnee, es ist weisse Farbe, die wie ein Schleier alles zugedeckt hat.

Darunter ist es bunt, ich habe es selber übermalt, weil ich herausfinden will, was echt in mir ist und wo ich mir etwas vormache. Und jetzt sitze ich da und es ist leer. So leer, dass mir mulmig wird in der Magengegend. Früher war alles so leicht. Schnell mich zur Musik bewegen, ich liebe den Tanz! Farben in die Hand nehmen und mich von ihnen verführen lassen. Lauschen und still werden, die inneren Bilder kamen von alleine und erzählten mir eine Geschichte. Aber jetzt?

Ich habe es mir selber eingebrockt. Ich kann niemandem die Schuld für meine Leere geben. Ach, wie schön das wär! Auf meiner weissen Farbe zu sitzen und zu wissen, dass darunter mein ganzes buntes Leben ist, ist echt bescheuert. Ich weiss, dort hinten am Horizont ist noch ein Stück zu sehen. Ich müsste nur aufstehen und ich wäre, schwupps, wieder in meinem gewohnten Leben.

Aber ich will nicht!

Ich will herausfinden, was wirklich echt ist in mir drin und wo ich mir etwas vormache. Weil…… ja weil ich schon oft in meinem ganzen, langen Leben immer wieder einfach funktioniert habe.  Nun möchte ich zu meiner Essenz durchdringen, die verborgen unter Schichten der Gewohnheiten und einer gewissen Blindheit vergraben liegt. Und ich bin sicher, dass da tief in mir drin etwas ist. Ich habe es schon oft gespürt und auch gelebt. Aber immer wieder hatte ich das Gefühl, ich müsse etwas Sinnvolles daraus machen. Ach, es fällt mir so leicht, irgendetwas zu tun! Meine Fantasie ist grenzenlos!

Aber ich möchte nicht mehr einfach etwas machen, nur damit es schön aussieht und vielleicht auch noch einen Namen hat.

Namen sind Schall und Rauch, schrieb Goethe. Das begleitet mich schon fast mein ganzes Leben und ich habe es immer so interpretiert, dass ein Name sich wie Rauch auflösen kann. Zurück bleibt die Erinnerung und der Duft. Es kommt aber darauf an, mit welcher Kraft ich den Namen in die Welt trage und womit ich ihn fülle. Denn für mich war der Schall immer wie ein Echo, das irgendwann zurückkommt.

Nach all den Jahren staune ich über meine Gedanken von damals und finde sie heute noch stimmig. Ich möchte meiner Wahrhaftigkeit Raum geben, auf dass ich sie spüre und vernehme wie ein Echo. DEN Raum geben, MEINEN Raum mit meiner ECHTEN Gestaltungskraft erfüllen. Ich möchte meine Seele sprechen lassen und hören, tiefes Hören erleben, was genau die Abmachung ist, bevor ich hierher auf die Erde kam. Ich möchte meine Sprache kennenlernen und sie frei sprechen und zu ihr tanzen, weil dies mein Zuhause ist.

Darum sitze ich weiter auf meiner weissen Farbe im Nirgendwo und horche in mich hinein. Mein Herz klopft wild, bei Tag und bei Nacht, meine innere Musik höre ich manchmal deutlich und, wenn ich sie festhalten will, verschwindet sie einfach wieder. Ich spüre meine Seele, wie sie sich wie ein schützender Mantel um mich gelegt hat und mit mir da durchgeht.

Atmen und vertrauen.

Atmen und wieder aus der Balance fallen und schnell etwas tun wollen.

Atmen und sitzenbleiben.

Atmen und angestrengt suchen, weil grad viel Angst da ist.

Atmen und der Musik lauschen, die auf einmal, wie durch ein Wunder erklingt.

Atmen und mich freuen.

Atmen und ein Ziel vor Augen haben wollen.

Atmen und alles wieder verlieren.

Atmen und spüren, dass es noch tiefer geht.

Atmen und ……. an meinem Rücken nehme ich auf einmal etwas Raues, Starkes, Ewiges wahr. Ich drehe mich um und staune über eine uralte Linde. Warst du schon die die ganze Zeit hier? Ohne mir eine Antwort zu geben spüre ich ihre sanfte, kraftvolle Lindensprache, die mich auffordert aufzustehen und mich mit ihrem Tanz zu verbinden.

Ich stehe auf und breite meine Arme aus und ahme mit meinen Händen die Äste der Linde nach, mit meinen Fingern die Bewegungen der Blätter, die im Wind tanzen. Mein Körper versucht ihre Form anzunehmen, während meine Füsse zu Wurzeln werden. Ich spüre die Erde, wie sie mich hält und nährt. Der Himmel lädt mich zu seiner Weisheit ein und ich fühle mich zuhause. Ach, kann man die Erde und den Himmel umarmen?

Welches nun meine Essenz ist, welches meine Aufgabe und wo die Lebensreise hinführt? Ich habe immer noch keine Antworten auf diese Fragen. Bis dahin tanze ich mit der Linde im Nirgendwo. Sanft, beseelt und von allen Sinnen getragen. Mit dem Vertrauen, dass Antworten kommen und dass diese Leere mir die Kraft gibt zu lieben.

Mich und…. dich!

Ich grüsse von Herzen fest und ich freu mich, wenn ich dich auch zum Erforschen deiner innersten Wahrheit angeregt habe.

Die Winde der Welten schenken dir sanfte Unterstützung. Such eine Linde und lass dich von ihr Umarmen und tragen.

Herzlich,

Iris,

die von den Welten erzählt.

http://weltenwind.ch

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M…ein Bild

Ja, das ist m…ein Bild. Ich habe es zum Fotografieren auf meinen Ateliertisch gelegt, um sichtbar zu machen, dass es mit dem Alltag verwoben und lebendig ist. So kannst du sehen, dass es „nur“ ein Bild ist.

Ich habe es mit Pigmenten gemalt und Eitempera war das Bindemittel. Also alles natürliche Materialien. Es war eine Herausforderung, mich mit dieser, für mich neuen Technik auseinanderzusetzen.

Zum Glück war ich von Anfang an mit meinem Sujet ganz nah in Kontakt. Es ging darum zu erzählen, dass sich ein Kreis geschlossen hat und ich nun parat war für einen weiten Flug über Täler, Gewässer, Felder, Wälder und Berge. Ja, ich fühlte mich wie eine fliegende Wildgans auf ihrem weiten Weg in den Süden. Oder zurück zum Heimatort? Welches ist nun die wirkliche Heimat? Hm.

Da war Magie, ich spürte es ganz genau. Ich wollte weiter, immer weiter die Länder des Unbeschreiblichen erkunden. Ich war bereit für eine lange Reise und wünschte mir, dass mich dieser Vogel mitnahm, in dieses Neue, längst Vergessene. Die Vorfeude war riesengross!

Meine Absicht, mich zu erinnern war riesengross! Aber woran will ich mich denn erinnern? Und wenn es mir Angst macht, was ich da entdecken werde?

Egal, ich hatte mich entschieden. Ich wollte dahin, ich wollte sehen, ich wollte erfahren, ich wollte wahrnehmen, ich wollte erinnert werden! Dazu brauchte ich Mut und darum erzählte ich kaum jemandem etwas davon.

Meine Entschlossenheit war so gross, dass mir dieser Vogel sein Gesicht zeigte, während meines Fluges, so dass ich so ein wunderschönes, befreiendes Gefühl der Freude erlebte.

Ich flog und sah die Erde. Ich malte und spürte die Erdenkraft in den Pigmenten und das Erinnern kam immer näher. Ich war eins mit dem Bild und seiner Magie, hörte seine Melodie und vergass…..

…..dass es nur ein Bild war. Ich zeigte es begeistert ein paar Menschen und in ihren Gesichtern las ich Unverständnis. Und jemand sagte zu mir, willst du damit Angst machen? Was?! Nein! Es erzählt doch nur von der Freiheit und der Freude die vielen Aspekte des Lebens zu entdecken! Ich habe etwas abgeschlossen und will mich für das Neue nicht einschränken!

Vielleicht erkennst du nun, warum ich dieses Bild auf meinen überfüllten Ateliertisch gelegt habe und warum ich es m…ein Bild genannt habe. Bis vor Kurzem stand es auf einer Staffelei, überdeckt von anderen Bildern. Ich habe einmal ein Foto von ihm gemacht und den Vogel einfach ausgeschnitten. Du kannst ihn auf meiner Homepage entdecken. Aber so richtig zu ihm gestanden bin ich nicht mehr.

Aber jetzt….. nämlich genau jetzt, mache ich aus m…einem Bild MEIN BILD!

Jetzt, heute will ich dieses unheimliche, unverständliche Bild verwandeln. Ja, ich kann das!, indem ich meine Sichtweise darauf ändere. Schau genau hin, es wird zu einem magischen Bild, das von Abenteuer und Freiheit erzählt, von Aufbruch und Erinnern, von Leichtigkeit und Neugierde und von Ernshaftigkeit und Wissen. Jetzt!

Mein Bild ist eigenwillig, es gefällt nur wenigen Menschen. Aber es ist ganz und gar von mir und darum wunderschön!

Ich liebe es und bin sehr stolz darauf. So. Ich verstecke von jetzt an weder das Bild noch mich.

Es ist nicht mehr m..ein Bild.

Es ist MEIN BILD!

Oh, es braucht Mut, zu sich zu stehen und in letzter Zeit hatte ich ein paar mal die Gelegenheit, mich hinter dem Angepasstsein zu verstecken. Nein! Mit jedem Mal, wenn diese Herausforderung auf mich zukommt, kann ich üben.

Und das möchte ich dir ganz fest ans Herz legen. Verbiege oder verstecke dich nicht. Und kommuniziere dies liebevoll. Es ist so befreiend es nicht mehr zu tun.

Ja, das Sichtbarwerden macht dich aber auch verletzbar. Du wirst missverstanden, abgelehnt und du wirst dich manchmal traurig und einsam fühlen. Das ist der Moment, wo du beginnen kannst, dich in aller Ruhe zu erinnern. Hole Bilder aus deinem inneren Archiv hevor, in denen du schon mutig warst und liebevoll für dich eingestanden bist. Spüre nach, wie DU dich dabei gefühlt hast. Feiere DU dein Mutigsein und nicht die Reaktion der anderen darauf. Ich bin sicher, irgendwann spürst du dein Herz jauchzen. DAS ist DER Moment des Erwachens und das ist unbeschreiblich schön!

Das Jahr geht dem Ende entgegen. Ein Kreis von vielen schliesst sich. Breite deine Flügel aus und fliege los, um deine Länder zu erkunden. Sie sind voller Überraschungen, Kreativität, Liebe und Leben. Sei mutig und stehe zu ihnen, es wird dich mit Freude erfüllen. Diese Fülle ist der Motor für dein authentisches SEIN.

Ich freue mich auf nächstes Jahr, wenn ich dir wieder Geschichten erzählen kann, die die Winde von den Welten zu mir und dann zu dir bringen.

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Ich grüsse dich von Herzen fest und wünsche dir eine sternenfunkelnde Weihnachtszeit!

Iris

Und übrigens:

Du fragst dich sicher, was denn aus meiner Reise geworden ist. Die habe ich über alle Umstände hinweg nicht aufgegeben. Ich bin losgezogen und bin immer noch unterwegs. Denn dieses Unbeschreibliche, Vergessene (ja, wir alle wussten schon einmal darum) und Wiederentdeckte ist ein Universum, dessen Erkundung nie ein Ende haben wird und ich werde nicht müde, davon zu berichten.

Immer am 3. des Monats erscheint mein Blog. Es gelingt mir leider nicht, einen Link zum Abonnieren zu setzen, WordPress hat grad irgendein Problem. Darum logge dich bei http://hinterdertrommel.com direkt ein oder schaue bei meiner Webseite vorbei.

http://weltenwind.ch

Und hier noch eine kleine Überraschung: Eine kurze Geschichte, die ich einmal über ein Bild geschrieben habe. Viel Freude beim Lesen!