Gefühle im Kopf

Gefühle im Kopf?

Diese paar Worte sind mir eben über den Weg gelaufen. Ich frage mich wieso, denn ich übe mich doch immer wieder im echten Fühlen und Nachspüren meiner Erlebniswelt. Aber wo sind sie denn zuhause, diese Gefühle? Sicher nicht im Kopf! Da wohnen doch die Gedanken. Und mit diesen gehe ich immer sorgfältiger um. Denn mit meinen Gedanken baue ich mir meine Welt. Sei achtsam im Denken, sage ich mir immer wieder.

Wie ist es mit den Gefühlen? Denke ich sie? Sind sie also doch im Kopf? Nein, das glaube ich nicht. Ziemlich sicher bewohnen sie mein Sein. Fühle ich also zuerst Freude oder Schmerz in meinem Körper und danach suche ich nach Erklärungen? Sind es die Gefühle, die mich zum Denken animieren? Oder ist es umgekehrt? Was meinst du?

Ach, vor lauter Fragen dreht sich alles in mir. Ich glaube, es ist Zeit, innezuhalten, mich unter einen Baum zu setzen und einfach zu sein und die Zeit verstreichen lassen…….. Vielleicht noch bewusst zu atmen, um dem Sein ein Zuhause zu schenken.

Schon weht der Wind durch die Äste meines Nussbaumes und lässt die reifen Nüsse auf die Umgebung niederprasseln. Zum Glück werde ich nicht getroffen, aber mein unverhoffter Besuch freut sich über diese Fülle.

Es ist der Wind der Welten, der am Nussbaum rüttelt und eine Geschichte zu mir trägt.

Es war einmal ein Gedanke, der verwandelte sich in eine Fee. Diese Fee war etwas ganz Besonderes. Sie hatte spitze Ohren, eine lange Nase und nach der hohen Stirn, wo viele Gedanken hausten, wuchsen ihr grüne und blaue Blätter aus dem Kopf. Sie liebte es, die Menschen zu überraschen, ja sie zu erschrecken. Denn Gedanken können ja ganz schön wild sein, so wie die Fee….

Eines Tages kam ein Bär den Waldweg entlang. Bedächtig wankte er daher, immer die Nase auf dem Boden, wohl auf der Suche nach etwas Essbarem. Die Fee stellte sich ihm mutig in den Weg.  Der Bär beachtete sie aber nicht und ging einfach über sie hinweg. Sie musste sogar zur Seite hüpfen, dass sie nicht unter seine Pfoten kam.

Kaum zu glauben, ärgerte sich die Fee. Denkt denn dieser Kerl nicht? Der hat wohl nur seinen Weg im Kopf.

Dann setzte sie sich auf einen grossen Stein und liess sich von der Sonne bescheinen. Die Fee blinzelte der Sonne ins Gesicht und bald wurde es der Fee richtig heiss. Mit den Händen versuchte die Fee die Sonne zu verdecken, sie fuchtelte herum, aber die Sonne schien einfach weiter. Sie hat wohl nur Licht im Kopf, dachte die Fee und ging weiter.

Von Weitem sah sie einen Menschen auf einer Bank. Leise schlich sie ihn an, sprang auf die Bank und klatschte in die Hände. So konnte sie eigentlich immer die Menschen erschrecken, aber dieser schaute gebannt auf sein Ding in der Hand und merkte gar nichts. Enttäuscht hüpfte sie von der Bank hinunter, tanzte noch vor seinen Füssen herum, aber nichts nützte.

«Der hat wohl Wolken im Kopf», sagte die Fee laut.

Traurig schlenderte die Fee weiter. Sie schaute auf den Boden und liess die Herbstblätter um ihre Füsse fliegen, so dass sie in der Sonne leuchteten, aber die Fee war in Gedanken.

Auf einmal stiess sie gegen etwas Hartes, ein Baum stand vor ihr.

«Autsch!» rief sie und rieb sich den Kopf.

«Du hast wohl Gefühle im Kopf», sagte der Baum. «Sonst hättest du mich gesehen.»

«Entschuldige,» antwortete die Fee

«Halb so schlimm. Komm setz dich zu mir und hör mir zu.»

«Danke!» schon kuschelte sich die Fee in die Wurzeln. Sie wartete und wartete und wartete und wartete …….. aber es blieb ruhig.

«Du sagst ja gar nichts!» sagte die Fee vorwurfsvoll und schaute dem Stamm entlang zur Krone.

«Nein.»

«Aber du sagtest mir, ich soll dir zuhören!»

«Ja, aber du denkst zu viel und du vergisst das Sein.»

«So bin ich halt, denn ich bin in Wirklichkeit ein Gedanke.»

«Auch Gedanken können still sein und lauschen.»

«Hm……»

«Du bist eine Gedankenfee und wenn du still wirst…..»

«….. kann ich sogar meine Gedanken fühlen?», fiel die Fee dem Baum ins Wort. «Und spüren, was ohne Worte gesagt wird?»

Dem war nichts mehr hinzuzufügen und so wurde es still im Wald.

Die Sonne tanzte lustig durch die bunten Blätter an den Bäumen, der Bär hatte eine Höhle für seinen Winterschlaf gefunden, der Mensch lächelte zufrieden und machte es sich auf der Bank gemütlich. Er hatte eben die Zusage für seinen Wunscharbeitsplatz erhalten….

Ich wünsche mir, ja du hast richtig gelesen, ich wünsche mir für dich, dass du, auch wenn es noch so turbulent um dich herum ist, auch wenn du noch so geschafft bist von all den Herausforderungen des Lebens, dass du hinaus in die Natur gehst. Alleine, nur mit dir und der Natur begegnest. Das gibt Kraft, macht Freude und stärkt das Immunsystem. Ich bin sicher, dass in deiner Nähe ein Baum steht, unter den du dich setzen kanst, egal, was die Leute denken. So gestärkt bist du wunderschön (du weisst, wie ich das meine…) und eine Bereicherung für dein Leben.

Von Herzen ganz viel Liebe und Herbstfarbengrüsse genau für DICH!

Iris, die WeltenWindFrau

https://weltenwind.ch

Und falls du meine letzten Monatsbotschaften lesen möchtest, auf https://lauschen.ch kannst du sie finden. Die vom Oktober fliegt auch bald dorthin….. juhuu!

Auftauchen

Auftauchen aus den Tiefen des Meeres wie ein Wal, stelle ich mir gigantisch vor.

Ich freue mich auf diesen Impuls, wenn er denn mal kommt. Ich habe nämlich das Gefühl, dass das Leben in den letzten Wochen in den unendlichen Tiefen des Meeres stattgefunden hat. Trotz der grossen Spektakeln am Himmel. Die Orientierung war herausfordernd, die Luft knapp und ein Zuhause schwer auszumachen.

Unzählige Eindrücke prasselten auf mich ein, sodass ich manchmal die Ohren zuhalten musste. Wo bin ich?

Auch jetzt, wenn ich schreibe, halte ich oft inne, was mir eigentlich nicht entspricht. Es kommt mir wirklich vor, als müsse ich Luft holen, um herauszufinden wo es lang geht.

Alle Felder, in die wir unsere Energie hineingeben einmal ruhen lassen. Unsere Kraft für einen Moment zu uns zurückholen und

verweilen

in der Natur

verweilen

in der Gedankenstille

und nochmals verweilen

im eigenen Atem

verweilen, ohne etwas zu wollen oder etwas zu tun

einfach

SEIN

Vertrauen

Vertrauen in den Rhythmus des Lebens.

Waches, bewusstes SEIN.

Und genau das ist so schwierig, denn da ist so viel, da draussen.

Wie so oft staune ich über das Bild, das genau in diesen Wirrlewurrletagen entsteht. Eine Spirale zeigt sich zaghaft auf dem Papier und ich verstehe sofort….. ein Anker! Mich hineinziehen lassen in diese geschützte Mitte, wo es still ist oder nur das Rauschen des eigenen Blutes zu hören ist. Wo das Atmen und das Spüren des eigenen Herzschlages Glücksgefühle auslöst.

Aber eben, die Spirale ist noch nicht recht zu erkennen und so mache ich mich Schritt um Schritt ans Werk und lasse mich von meinem Bedürfnis nach Ruhe und Orientierung leiten.

Dieser Weg nach Innen heisst in diesen Tagen Leben. Der Alltag zieht nach aussen und fordert seine Aufmerksamkeit. Mein Bewusstsein zieht zur Mitte.

Atmen.

Annehmen, was ist.

Wahrnehmen, was ist, in Verbundenheit mit der eigenen Mitte.

Nicht perfekt sein wollen, dafür echt.

Das ist leichter gesagt, als getan. Der Trubel im Aussen verleitet zu alten Mustern, denn sie haben uns doch schon so viele Zeit Halt gegeben. Doch leider wird dann die Welt noch lauter. Den Mut aufbringen, alte Konditionierungen zu verlassen, bringt Ruhe. Es ist der Weg zur Mitte des Herzens.

Und auf einmal dürfen scheinbar unpassende Flecken auf dem Lebenskleid einfach sein. Es gibt nichts wegzuputzen oder schön zu reden. Unser Leben hat Narben hinterlassen und das heisst, wir waren schon früher mutig und haben uns dem Leben gestellt, auch wenn wir es gar nicht so sehen. Wir alle sind immer wieder aufgetaucht.

Komm, lass uns Frieden schliessen mit uns selber. Komm, lass uns gestärkt von unserer Mitte unsere einzigartige Kraft diesen wilden Tagen entgegenhalten. Ich spüre es schon….

….. wir tauchen wie ein Wal aus den Tiefen des Meeres auf. Genährt, getragen von einer neuen Kraft, zeigen wir unsere Gabe, unser Sein. Holen tief Luft, schauen uns neugierig um, vielleicht jauchzen wir gar und tauchen wieder voller Vertrauen in die Tiefen des Lebens ein. Es darf ein Spiel sein. Unvorstellbar. Und doch ist es eine unendliche Bewegung des Tieftauchens und des wieder Auftauchens und…..

….. der Hingabe an den Lebensstrom.

Ich freue mich, dir zu begegnen, sei es beim Auftauchen, aber auch beim Abtauchen und soooo gern beim Tümmeln im grossen Meer….

WeltenWindGrüsse! Ayé!

Iris

https://weltenwind.ch

Und in den nächsten Tagen erscheint die Monatsbotschaft für den September. Ich verrate noch nicht, wer diesmal zu uns spricht…. du wirst sie auf https://weltenwind.ch finden….. viel Freude!

Ich bin nur eine Steinfigur…

Ich bin nur eine Steinfigur….

Darf ich mich vorstellen? Ich bin nur eine Steinfigur. Mein Herz ist aus Stein, ich bin gar nicht lebendig. Ja eigentlich kann ich gar nicht sprechen.

Doch habe ich soviel zu sagen und da ich der Kopf dieser Figur bin, rede ich mit dir, so ein Glück! Aber wer hört mir schon zu? Ich meine richtig. Natürlich gibt es die Gelehrten, die bestimmen können, woraus ich bestehe, woher ich komme, vielleicht sogar, wie alt ich bin. Ihr Menschen nehmt uns Steine manchmal in die Hand, wenn wir ein besonders Merkmal haben, aber genauso schnell werft ihr uns auch wieder weg oder beachtet uns erst gar nicht.

Aber wir haben viel zu erzählen! Wir wissen mehr, als ihr wisst, und überleben euch tausendmal. Das ist aber nicht das, was ich erzählen will, das klingt ja wie Jammern. Wer will schon klagenden Steinen zuhören? Ich sage dir, es gibt genug, die das tun, es nervt! Und weil ich keine Beine habe, muss ich immer warten, bis ein Mensch, fliessendes Wasser oder eine Erdbewegung mich an einen anderen Ort trägt, damit ich nicht mehr Zuhören muss. Manchmal versuche ich auch eine Geschichte zu erzählen oder meine Mitsteine an ihre eigene, uralte, spannende Geschichte zu erinnern, und so ist es mir auch schon gelungen, die Stimmung zu verbessern.

Schon oft habe ich mir gewünscht, Beine zu haben. Doch dann wäre ich nicht mehr Stein und das fände ich doch ein wenig schade. Wie ist es mit dir? Wärst du auch manchmal gern jemand anderes und, wenn du es dir dann so richtig vorstellst, merkst du, dass das üüüüüberhaupt nicht in Frage kommt? Nein, nein, ich liebe es Stein zu sein!

Während ich endlich zu Wort komme, rütteln die beiden Steine unter mir. Sie sagen mir, dass ich nicht alleine die Steinfigur sei, wir sind zu dritt. Und da sind wir bei einem wichtigen Punkt. Steine gibt es unendlich viele! Wir verschwinden auf einem Kiesweg, in einem See oder wir werden von euch sorgsam aufeinandergeschichtet. Eigentlich ist es wie bei euch Menschen. Ihr seid auch nicht zählbar und doch ist jeder von euch etwas Besonderes. Ich weiss das. Ich habe schon viele Menschen erlebt.

Ihr seid wie Flöhe auf zwei Beinen. Ihr hüpft da und dort hin, geht gemächlich durch Feld und Wald, legt euch, wenn es dunkel wird hin, nistet euch in Höhlen ein, die ihr vorher aus uns Steinen gebaut habt und erzählt euch ununterbrochen Geschichten. Man trifft euch zusammen an oder ihr seid alleine unterwegs und brütet. Ja, ihr brütet, legt Eier, die ihr Kinder oder Ideen nennt und versucht sie grosszuziehen. Aber schon bald hüpfen auch sie durch die Gegend. Und das geht schon seit ewigen Zeiten so. Also ich mag euch einfach!

Hach schon rütteln meine Mitsteine wieder. Sie wollen auch etwas sagen, doch das würde echt zu lange dauern. Aber ich kann ja schnell ein paar Sätze weitersagen.

Der mittlere Stein will unbedingt klarstellen, dass unser Herz nicht aus Stein ist. Wir seien Herz, ganz und gar. Denn unsere Kraft würden wir von der Erde erhalten und sie hätte einen Herzschlag, eine Schwingung. Und da wir so sehr ein Teil von ihr sind, würden wir auch schwingen, genau wie die Erde. Je nachdem, wo wir liegen, mal mehr, mal weniger. Du sollst dich mal auf einen grossen Stein oder Berg setzen und solange bleiben, bis du den Herzschlag spürst.

Da hat der mittlere Herzstein aber recht! Du kannst uns in deine Hand nehmen oder in deine Jacken- oder Hosentasche, und spiel mit uns. Mit der Zeit wirst du diese Schwingung spüren.

Natürlich will auch der unterste Stein von seinem Wissen erzählen. Im Inneren eines Steines sei Leben! Oder vielmehr werde das Leben von vielen Jahrmillionen sichtbar. Wissen und Weisheit sei darin gespeichert. Es sei ein unermesslicher Schatz, der sich über viele Generationen angesammelt habe und zu dem alle, alle, Zugang hätten. Das Anzapfen dieser Wissensschwingung befähige einen jeden und jede von euch schöpferisch zu sein und die Weisheit, die darin innewohne für das Leben zu nutzen. Wie der Lebenskreislauf, der im Becken, im Bauch bei euch Menschen zu Hause ist. Stelle dir eine Klangschale vor, deren Ton einzigartig sei. Er komme und gehe wieder …. wie wir Steine…. aber er bleibe immer, er sei nur nicht immer gleich hörbar.

Wow, wir sind ein tolles Team! Darf ich uns vorstellen? Wir sind Kopf, Herz und Bauch, sooo viel Leben, Weisheit und Wissen auf einem Haufen! ZUSAMMEN sind wir eine Steinfigur, uns gibt es nur, weil die Schreibefrau uns aufgebaut hat. Auch jeder für sich ist immer da, genau wie der Klang.

Aber eigentlich ist da nur ein Schatten. Lieblich, zart und lebendig, alles ist möglich.

Oder siehst du irgendwo eine Figur aus Stein?

Feiere deinen Kopf, dein Herz und deinen Bauch, sie sind immer da, wirklich immer. Vielleicht ist es anders herum, dein Körper, dein Geist und deine Seele feiern DICH?

Wie auch immer, ich feiere DICH, denn ohne dich wären meine Geschichten nicht vollständig. Ich danke dir von Herzen, dass du da bist und wünsche dir immer wieder gute Laune in diesen heissen Sommertagen. Vielleicht baust auch du einmal eine Steinfigur auf und hörst ihr zu, was sie dir uuuunbedingt erzählen will, wenn sie eeeendlich mal zu Wort kommt?

Hier eine Schmunzelbrise WeltenWind für dich!

Ayé

Iris

die WeltenWindFrau

https://weltenwind.ch

Ein Geschenk

Ein Geschenk, ein Geschenk, ein Geschenk…..

Ich bin ein Geschenk, ich bin ein Geschenk, ich bin ein Ge….

Hach, ich bin so müde! Ich sollte schlafen, aber die Worte von der alten Frau letztes Jahr kribbeln in mir, als sollte ich sofort, jetzt, in diesem Moment aufwachen und blühen.

Die kleine Wurzel, die gar nicht tief in der Erde ausharrt, ist ungeduldig.

Wann ist endlich Frühling? Ich mag nicht mehr warten! Den ganzen Sommer über haben sich meine grünen, kleinen Blätter zwischen Gräsern und Gehölzen verkrochen. Ja manchmal haben wir uns ganz in die Erde verzogen. Im Herbst haben uns die Blätter zugedeckt und im Winter der Schnee oder der harte Boden. Ich will raus! Ich bin doch ein Geschenk!

Die kleine Wurzel bewegt sich, um zu prüfen, wie weich der Boden ist. Jetzt im Winter, fühlt sie sich zwischen Steinen, kalter Erde, Blumenzwiebeln und anderen Wurzeln eingesperrt.

Unbeweglich zu sein ist einfach zum Schreien. Aber hier unten würde es niemand hören.

Doch ich! Sagt die kleine Krokuszwiebel neben ihr. Könntest du einfach mal still sein? Der Winter ist sicher noch lang und, wenn du schläfst, geht die Zeit schnell vorbei.

Ich kann nicht schlafen! Ich will raus, an die frische Luft. Ich bin ein Geschenk! Ich will die Freude der Menschen hören, ich warte doch schon so lange!

Ich auch, hab Geduld und sei still. Schlaf jetzt, wie alle anderen hier unten auch.

Die kleine Wurzel murrt noch ein wenig, dann wird sie still, wackelt aber voller Protest mit den kleinsten Würzelchen, die sie schon mit Vorfreude hat wachsen lassen.

Warum muss ich immer das machen, was die anderen sagen? Warum muss ich mich anpassen und still sein, nur weil die anderen mich nicht hören wollen? Schlafen, hach, das ist doch langweilig, erst recht sooo viele Monde lang! Wir könnten doch etwas spielen? Oder singen? Oder einander mit den Wurzeln kitzeln? Oder rätseln, wie das Wetter da oben ist oder vom letzten Jahr erzählen? Wir könnten Wetten abschliessen, wer uns als erstes sieht, wenn wir denn mal blühen. Laut ruft sie:

Ihr seid langweilig!

Schschschschscht!!! zischt es zu ihr zurück, so dass der ganze Boden zittert.

Beleidigt, zieht sie ihre Würzelchen zurück. Jetzt ist es wieder ganz still im Winterboden. Das heisst aber nicht, dass die kleine Wurzel nun schläft! Im Gegenteil. Sie bleibt zwar unbeweglich, aber der Weg nach innen lässt ihr wenigstens Spielraum, wenn es nach aussen schon nicht geht. Da entdeckt sie eine winzig kleine Menge Saft, er fliesst in mir drin! Sie horcht in sich hinein. Dieser Saft summt! Dieser Saft, erzählt Geschichten vom Leben! Vom Aufwachen, vom Blühen, vom Sterben, vom Stillsein, vom ….. er hört gar nicht auf mit reden. Dieser Saft, sagt aber nichts von Anpassung, er erzählt vom Wahrnehmen des eigenen Rhythmus und vom Vertrauen in ihn, und dass jedes Lebewesen seinen eigenen hat.

Zum ersten Mal, seit dem letzten Frühling, wird die kleine Wurzel wirklich still. Ich wollte der alten Frau wieder eine Freude machen, indem ich blühe. Das war so schön! Aber sie meinte wohl nicht, ich solle das ganze Jahr blühen, hm.

Das macht niemand, meldet sich der kleine Saft wieder. Alle, alle Lebewesen haben einen Rhythmus und kein einziger gleicht dem anderen. Ja, es gibt Frühlingsblumen, aber jede kommt dann zum Vorschein oder verblüht wieder, wie es zu ihnen passt, auch du! Komm, sagte der Lebenssaft, wir spielen, singen, tanzen und rätseln miteinander. Wir zwei gehören zusammen. Keiner könnte ohne den andern sein. Zusammen leben wir, zusammen blühen wir, zusammen sterben wir. Und weißt du was? Du bist ein Geschenk! Weil du deine Kraft, die von innen kommt, spürst. Du schenkst Freude, weil du Freude bist und du bist frei, weil du auf deinen ureigenen Rhythmus hörst. Und wenn dieser sagt, geh raus und blühe, obwohl es noch Winter ist, dann ist das ein Geschenk deiner Kraft an dich, dass du diese Erfahrung machst.

Die kleine Wurzel staunt über das, was alles in ihr drin los ist.  Sie strahlt vor Freude, ein so liebevolles Innenleben zu haben. Mit einem Seufzer hält sie inne, atmet und lauscht. Auf einmal ist da eine Welle in ihr drin, die sie von Innen heraus bewegen und gleichzeitig wachsen lässt. Aus der kleinen Wurzel formt sich ein kleiner, grüner Kopf, der sich voller Vertrauen durch die harte Erde an die kalte Januarluft gräbt. Altes Laub umgibt ihn wie ein Nest, dann spürt er die Sonne. Ausser Atem wartet die kleine Primel auf den nächsten Impuls von ihrem Lebenssaft und….

…. breitet glücklich ihre zarten Blütenblätter aus. Ich bin ein Geschenk! Wir sind ein Geschenk! Die Erde, der Himmel, die Sonne, mein Saft und ich!

Ich wünsche dir, dass du immer wiweder den Mut hast, auf deine innere Stimme zu hören., dann zu blühen, wenn die Zeit reif ist für dich. Niemand, wirklich niemand kann dir sagen, wann das sein wird. Vertrauen! Hm…. Vertrauen in sich selbst, mit allem, was uns ausmacht ist wohl das schwierigste überhaupt. Aber wir schaffen das!

Darum sage ich jetzt laut zu mir und zu dir, damit ich es lerne…. ich liebe meine Ungeduld, meine Zweifel und mein Gesicht, wenn ich morgens in den Spiegel schaue….. ich erlaube mir, zu widder(ich habe bald Geburtstag ;-)sprechen und dabei zu wachsen….. es lebe das Menschsein mit ALLEN Farben!

Ich grüsse dich von Herzen fest!

Iris, die WeltenWindFrau

http://weltenwind.ch

Zeit

Die Zeit zwischen den Zeiten

Ich liebe sie, die Zeit zwischen den Zeiten.

Da sind Feste, die zu feiern manchmal eine echte Herausforderung auf emotionaler, logistischer und darum auch auf mentaler Ebene sind. Natürlich spricht unser Körper lautstark mit. Auf einmal sind wir krank oder haben einen ausgeprägten Sofasinn oder genau das Gegenteil, haben tausend Dinge zu tun, oder wir wollen raus, an die frische Winterluft und uns bewegen.

Und dann kommt eben das Dazwischen. Die absolute Ruhe schleicht daher, und es fühlt sich auf einmal wie ein Vakuum an. Wir bekommen Angst und eine Ablenkung zupft uns von uns weg. Aber jetzt gilt es stark zu bleiben.

Darum gehst du dir jetzt einen feinen Tee kochen oder nimmst dir die Zeit, einen Latte Macchiato zu brauen. Suche dir nun den schönsten Platz im Haus, stellst deinen Zaubertrank neben dich, legst eine schwere Wolldecke auf die Knie, die das Aufstehen verhindert und setze dich auf deine Hände. Oh ja! Das muss sein. NICHTS TUN braucht einen Anfang.

Auf die Gedanken zu sitzen geht nicht, auch lassen sie sich kaum zudecken, darum ist jetzt atmen angebraucht. Der Atem ist immer da und wir können ihm in einem solchen Moment unsere ganze Aufmerksamkeit schenken. Ein, aus, ein, aus, eeeeein, aaaaaaaus…….immer länger aus- als einatmen.

Ist erst einmal die erste Hürde des Nichtstuns geschafft, geht es ans Geniessen. Vorsichtig darfst du die Hände hervornehmen und zu der Tasse, die du vorher bereitgestellt hast, greifen. Umschliesse sie liebevoll mit deinen Händen. Beginne dein Getränk mit Dankbarkeit und guten Wünschen an dich, an dein Leben mit allen und allem, was dazugehört aufzufüllen, schaue dabei in deine Tasse und atme dein Danke, deine Wünsche hinein. Wiederhole sie wie ein Mantra. Nach einer Weile nimmst du ganz langsam einen Schluck und geniesst diesen Moment, wie er dich ganz und gar erfüllt. Mmmmh! Das tut so gut! Es wärmt, heilt und erfreut deinen ganzen Körper.

Oh, ich habe ganz vergessen zu sagen, dass du vors offene Fenster sitzen sollst, darum eigentlich die Wolldecke…. 😉 Natürlich kannst du es dir auch gleich draussen kuschelig einrichten oder dann halt vor geschlossenem Fenster, Hauptsache Weitblick.

Und jetzt kommt das Schönste: EINFACH SCHAUEN! Und ganz wichtig, spüre in dir ein leises Lächeln, auch wenn dir nicht danach ist, hole es hervor, es wirkt Wunder.

Wenn du bis hierhin gekommen bist, lässt du deine Wahrnehmung für deinen Körper, deine Gefühle und den Ort, an dem du dich befindest einfach fliessen. Nichts festhalten, nur beobachten und ziehen lassen. Werde weit, ganz weit, öffne dich für die Schönheit der Natur, für dein Sein. Es kann dir nichts geschehen, im Gegenteil du bekommst einen sanften, wohltuenden Kuss ……

Nun bist du zwischen den Zeiten angekommen. Es ist keine angstmachende Leere, sondern deine Fülle, dein vielleicht wahres Leben, weil du niemandem etwas beweisen musst, nicht einmal dir selber.

In die Natur schauen, einfach nur schauen, NICHTS TUN, ist das Schwierigste, aber auch das Schönste, was du dir in diesem Jahr schenken kannst. Lass dich von der Erde, vom Himmel und dem Dazwischen immer wieder berühren.

Wie sagte eine der phantasievollsten Kinderbuchautorinnen unserer Zeit, Astrid Lindgren?

«Und da braucht man ja auch noch Zeit, einfach da zu sitzen und aus dem Fenster zu schauen.»

Darum kann ich jetzt nicht mehr weiterschreiben, ich bin am Schauen…. du auch?

Ich lasse es mir aber nicht nehmen, dir noch ein Jahr mit schönen Wundern, berührendem Zauber und ein liebevolles Zusammensein mit dir selber zu wünschen.

Ich blinzle dir einen herzlichen Irisgruss zu!

weltenwind.ch

Auf und davon

Auf und davon, wie gerne würden wir das manchmal machen. Ohne langes Wenn und Aber, ohne Vorbereitung oder gar Kofferpacken, einfach weg. Weg von da, wo wir gerade stehen im Leben. Irgendwohin, Hauptsache, wir müssen uns nicht mehr mit der Alltagslast beschäftigen. Ich darf gar nicht erst beginnen zu träumen, was ich denn jetzt am liebsten tun würde oder wo ich gerne hinmöchte. Ich habe das Gefühl, meine Phantasie würde wilde Räder schlagen. Ich würde immer schwärmender werden, überall ist es besser nur nicht gerade da, wo ich bin.

Ich kann mir vorstellen, dass wir alle solche Momente kennen. Und ja, ich weiss auch, dass sie vorbeigehen und wir wieder vernünftige Lernende des Lebens werden. Denn da ist die leise, liebevolle Stimme in uns, die uns zuflüstert, da wo du bist, ist genau der richtige Ort. Von da aus erkennst du, wo es langgeht.

Heute Morgen aber sticheln so unzufriedene Gedanken in mir, noch bevor ich die Augen ganz geöffnet habe. Von Draussen kommen keine Geräusche durchs Fenster, ob es wieder geschneit hat? Ist es so still, weil dieses Weiss alles eingehüllt hat? Oder muss ich zu meinem täglichen Üben annehmen, dass ich alt werde, und auch noch eingestehen, dass ich nicht mehr so gut höre? Hach! Nun beginnt diese Unzufriedenheit, nein eigentlich eine Wut in mir zu brodeln und sich auszubreiten. Und anstatt mich für mein wunderschönes Leben zu bedanken, wie ich es sonst beim Aufwachen immer tue, beginne ich innerlich eine Liste des Unstimmigen zu schreiben. Ich finde zuhauf Beweise, dass ich auf keinen Fall genüge und mein Leben ein ganzer Scheiterhaufen ist.

Ich bin gerade so schön in Fahrt, da höre ich einen Ruf, für andere nicht hörbar, aber für mich: Geh auf und davon! Von alledem weglaufen? Keine Verantwortung für meine Gedanken und mein Handeln übernehmen und einfach weggehen? Endlich schlage ich die Augen auf, schaue auf aus dem Fenster, dann auf den Wecker. Kein Schnee, dafür ein zarter, hellgrauer Morgenhimmel. Es ist acht Uhr und der Tag verspricht sonnigkalt zu werden.

Auf und davon, aufundavon, aaauuufuuundavooon…. wiederhole ich während des Aufstehens. Ich giesse mir einen Matchatee an und schon drehen sich diese Wortlaute wie ein Mantra in meinem Kopf. Die heisse Teetasse liegt nun still und beruhigend in meinen Händen. Ich atme den herben Dampf ein und schaue aus dem Fenster. Draussen ist alles gefroren, die Luft muss phänomenal sein, auf und davon!

Nach dem letzten Schluck von dem grünen, energetisierenden Gebräu…. ich habe beim Trinken immer das Gefühl ich trinke Erdenkraft…. geht mir endlich ein Licht auf. Ohne Wenn und Aber, ohne Zeit mit nebensächlichem Duschen zu verlieren, stürze ich mich in meine Kleider, mache mich winterfest mit Mantel, Mütze, Handschuhen und warmen Stiefeln und los. Ja ich gebe zu, das Handy durfte mit, sonst hätte ich dir ja kein Beweisfoto machen können….. 😉 und schon stehe ich draussen im Garten.

Zum Gartentürchen hinaus, dem gurgelnden Bach entlang, immer weiter in meine, so vertraute Natur. Unterdessen ist die Sonne über dem Wald aufgegangen. Ich breite vor ihr meine Arme aus und lasse meine vielen überflüssigen Gedanken, die mich beim Aufwachen so aufgewühlt haben, von ihr wegleuchten. Es wird ruhig in mir und ich strahle mein DANKE für mein wunderschönes Leben der Sonne zurück.

Bei der schillernden Buche mache ich eine Pause, hast du mich gerufen? Oder war es die Natur, die Sonne oder vielleicht meine eigene Intuition? Diese innere Stimme hat mich geweckt. Mein Ego oder die Dramaqueen in mir aber wollten mir eine Jammerburg mit Zinnen, Kanonen und Kerkern verkaufen. Ha! Ich bin nicht darauf hereingefallen! Na ja, nur fast….

Auf und davon ohne Wenn und Aber heisst manchmal einfach vor die Haustüre und hinaus in die Natur zugehen. Auf die Gefahr hin, dass ich nerve, sage ich wieder und wieder laut und deutlich, die Natur ist soso heilend. Ich habe es heute Morgen erlebt. Ich bin nicht davon gelaufen, sondern zu mir hin.

Aber was ist das da auf dem Bild? Woher kommen die vielen verschiedenen Blautöne, die im Himmel zu sehen sind? Ist das eine Wesenheit dort vor den Bäumen? Oder gar ein UFO?

Du glaubst mir vielleicht nicht, aber wenn ich das auf meinem Spaziergang klar gesehen hätte, ich wäre eingestiegen. Aber sicher! Auf und davon, neue Galaxien oder Dimensionen kennenzulernen, war schon immer mein Traum….tschüüüss!

Ich grüsse dich herzlich aus meinem Atelier, ja ich bin noch da! Lass dich von dieser magischen Dezemberzeit immer wieder nach Draussen locken. Andere Dimensionen warten auf dich!

Ich danke dir, du treue Leserin, du treuer Leser! Mit dir zu sein, ist für mich eine Freude! Geschichten brauchen Zuhörer:innen und ich bin sooo glücklich, dich dazuzuzählen! DANKE!

Ich wünsche dir von Herzen ganz viel Mut und Vertrauen, auf die leisen, bunten und wundervollen Töne in deiner eigenen Geschichte zu achten. Das neue Jahr lädt dich dazu ein, denn sie stärken dich, um Neues zu erleben. Das alte Jahr will in die Arme genommen werden, es will gesehen werden, damit es sich ernst genommen fühlt und sich verabschieden kann.

Ich freue mich auf das neue Jahr, auf dich und all die Geschichten, die noch erzählt werden wollen.

Alles Liebe

Iris

http://weltenwind.ch

Das Unsichtbare

Hallo, ich bin das Unsichtbare. Du musst dir keine Mühe geben mich zu sehen, denn ich bin, wie gesagt, unsichtbar.

Aber ich freue mich, mit dir zu sprechen und ich freue mich noch mehr, dass du mir zuhörst. Fragst du dich auch in diesem Moment, ob ich überhaupt eine Stimme habe? Ich weiss, wenn etwas tönt und du kannst dir nicht vorstellen, was es ist, ist es ein wenig gruselig es zu vernehmen. Dein Verstand möchte Fakten, möchte die Kontrolle über den Wahrheitsgehalt, sonst ist doch alles nur Einbildung oder ein Spiel der mittlerweile ausgefeilten Technik.

Und doch bin ich da, ja um dich herum und weil du mich nicht siehst, ist es doppelt spannend, mich zu hören. Und was sagst du zum Fühlen? Spürst du, dass dich etwas umgibt, auch wenn du es nicht siehst?

Vielleicht magst du dich für eine kleine Weile an einen Ort setzen oder legen, an dem du dich wohlfühlst, ich möchte mit dir ein Experiment machen. Wenn du den Platz gefunden und es dir gemütlich gemacht hast, schliesst du deine Augen und atmest in deinem Tempo bewusst ein und aus. Begrüsse all deine Gedanken und weil es so viele sind, kannst du gar nicht Schritt halten, allen gerecht zu werden. Also lasse sie ziehen, wie die Herbstblätter die gerade durch die Luft wirbeln.

Nun richte deine Aufmerksamkeit auf deine Haut unter den Kleidern. Mach eine kleine Reise über dein grösstes Organ, dieses Wunderwerk, das dich beschützt mit seinen Millionen von Sensoren. Spüre es an deinem Rücken,  an den Armen, am Bauch, an den Beinen, an den Füssen, den Händen, dem Gesicht und immer weiter. Je länger du in Gedanken über deine Haut streichst, desto wärmer bekommst du. Lass dir Zeit, damit es ein Bad in deinen Sinnen wird, denn vielleicht nimmst du deinen Duft wahr? Oder du möchtest mit deinen Händen dein Gesicht liebevoll erkunden? Du vernimmst den feinen Ton, den du beim sanften Reiben erzeugst und merkst, dass du mit deinen Händen schauen kannst? Nehme einfach wahr und versuche nichts zu bewerten.

Auf einmal spürst du die Kraft unter der Haut, die du Körper nennst und die du mit Freude empfängst. Deine Augen sind geschlossen und du staunst mit deinem Herzen. Und da! Jetzt, genau in diesem Moment stimmt einfach alles. Atme und lass dich zu. Es ist eine Ruhe und Verbundenheit da, weil du nichts leisten musst und vom Bewerten reden wir schon gar nicht. Stelle dir vor, du könntest diesen Moment ausdehnen, so dass die Zeit stillsteht, es leicht wird und du in einer Zartheit verweilst, die dir eine stille Freude bereitet. Es ist ein Ausdehnen, deines Seins. Geniesse es, so lange du magst.

Deine Gedanken werden dich wieder einholen und darum gib ihnen schnell neues Futter.

Spüre deine Kleider auf deiner Haut.

Geh darüber hinaus und stelle dir vor, dass du von einer Aura eingehüllt bist.

Ohne Anstrengung siehst du vielleicht eine Farbe oder du hörst einen Klang?

Berührt dich sanft diese unsichtbare Weite?

Erreicht dich gar ein besonderer Duft?

Alles und nichts ist möglich, lass es einfach zu. Es ist ok.

Ich bin deine Aura. Ein ganzes Leben schon sind wir verbunden.

Ja, ich heisse dich herzlich willkommen. Ich bin dieses Unsichtbare und mir ist es ein Anliegen, dich auf mich aufmerksam zu machen. Ich bin immer da, beschütze und begleite dich. Es ist auch meine Aufgabe dich fürs Leben zu begeistern und dir Inspirationen unter die Nase zu reiben, auf dass du deinen Alltag auf deine ureigene Art und Weise gestalten sollst. Du bist ein Wunder der Natur, du bist wichtig und überhaupt nicht unsichtbar.

Denn in dieser Hülle steckst du Mensch, mit einer Geschichte, die manchmal nicht leicht ist zu tragen, geschweige denn sie zu akzeptieren. Doch in dir drin ist dein einzigartiger Kern, deine Wahrheit, deine Wesenheit, dein uraltes Wissen. Sie alle tragen dich durch alle Abenteuer deines Lebens hindurch, sie stärken und lieben dich. Und ich bekräftige dich, dies alles in die Welt zu strahlen.

Ich bin das Unsichtbare, deine Aura, mich gibt es und ich mache dich sichtbar.

Du bist vollständig und ganz mit allem, was dich ausmacht und eine Bereicherung für alles, was ist.

Ich liebe dich! Dein Unsichtbares…..

……unsichtbar?

Liebe Leserin, lieber Leser lass deine Aura erklingen, schwingen, empfangen und sich schenken. Was nährt dich, was lässt dein Herz hüpfen? Sie nimmt es auf, wie ein feingestimmtes Musikinstrument, dessen Sprache nur du kennst. Auch versteht sie es, dir Mut zuzuflüstern, wenn es mal stürmt um dich herum.

Ich grüsse dich sturmerprobt und sichthörbar singend hinter der Trommel….

Iris

http://weltenwind.ch

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Ein Schubs von meiner Seele

Den Schubs von meiner Seele habe ich deutlich gespürt…. als es schon zu spät war.

Aufgelöst von den Gefühlen, die mir das Leben gerade beschert hatte, malte ich ein Minutenbild nach dem anderen. Schnell, ohne nachzudenken oder mich in Details zu verlieren.

Und dann geschah ein kleines Wunder. In dem ganzen Wirbeln schaute mir auf einmal so ein schräger Vogel aus dem Bild entgegen und zauberte mir ein Schmunzeln ins Gesicht.

Weggeblasen ist alle Schwermut, während ich dem frechen Kerl in seine viel zu grossen Augen schaute.

Komm, ich zeig dir was.

Oh, und sprechen kannst du auch?

Mach den Mund zu und nimm meine Hand.

Aber du hast doch gar keine….

Wie gesagt, sei still und folge mir.

Also keine Fragen, kein Grübeln mehr, nur eine Einladung annehmen, die wie eine Forderung klingt. Ok, was soll’s. Es kann ja nur besser werden. Vermutlich ist es ein Schubs meiner Seele.

An der Hand dieses Wesens verliess ich den vertrauten Ort an meinem Ateliertisch und ging mit ihm nach draussen in den Garten. Durch das kleine Gartentor wieder hinaus auf den Feldweg. Wir überquerten eine Brücke, die über einen wilden Bach führte, bogen ab und folgten einem unsichtbaren Pfad in den Wald hinein. Schon bald ging es steil bergauf, wir stolperten über Wurzeln und Steine, liessen uns von alten Tannen und deren Harzduft betören, kletterten unter umgefallenen Bäumen hindurch, so,dass die harte Rinde unsere Rücken massierte. Wir berührten mit den Händen den weichen Waldboden und schauten wieder zu den Wipfeln, weil da oben etwas erklang. Nach diesem Fest der Sinne traten wir wie frisch geduscht wieder aus dem Wald.

Vor uns lag, eine Wiese, die sich bis zu einem Berggipfel hinaufzog. Ich schaute fragend in die grossen Augen des Vogels. Dieser hielt seinen Kopf schief und fragte zurück, ohne zu sprechen. Aha, ich verstand, die Reise geht bis zum Gipfel.

Er nahm meine Hand fester und wir folgten dem Weg, der in Schlangenbewegungen den Berg hinaufführte. Mit jedem Schritt wurde es mir leichter um mein Herz. Jeder Atemzug, fühlte sich trotz der Anstrengung freier an. Es kam mir vor, als könne ich eine einengende Haut abstreifen.

Zwischendurch wollte ich stehenbleiben und zurückschauen, aber mein Bergführer liess es nicht zu. Also stapften wir Hand in Hand weiter. Auch hätte ich mich gerne über meine Befindlichkeit ausgetauscht. Aber er schaute mich einfach nur an und ich wusste Bescheid. Mund halten.

Als wir endlich oben ankamen, setzten wir uns auf einen grossen Felsbrocken und ich schaute mich seufzend um. Was für eine Aussicht! Mir verschlug es fast den Atem. Dann sah ich hinunter zum Dorf, wo ich lebte. Ich sah mich in meinem Leben herumwuseln, sah, dass mein Leben wie ein Dorf war. Mit Gärten und Strassen, Häusern, Familie, Freunden und Nachbarn, einer Schule und Läden, nur war dies alles mein Leben. Ich sah, wie ich mich eben verirrt hatte und mein Zuhause suchte.

Ich hob den Blick und liess ihn in die Ferne schweifen. Meine Schultern berührten das weiche Federkleid des Vogels, wir blickten uns an und er musste mir nicht mehr sagen, dass ich schweigen soll. Ich habe verstanden. Das eigene Leben einmal von oben zu betrachten, lässt vieles klar werden. Aha! Was für ein wertvoller schubs meiner Seele, danke!

Zufrieden schaute ich umher und war in Gedanken schon am Neuordnen meines Lebens. Wenn ich wieder bei mir zu Hause bin, dann……. ich war schon in Vorfreude!

Aber da hörte ich den Vogel laut und deutlich sagen: Flieg!

Was soll ich?

Mund zu und los!

Aber ich kann doch gar nicht….

Flieg einfach und vertraue dir!

Was? Nein! Ich schaue entsetzt in seine viel, viel, viel zu grossen Augen. Komm mit und gib mir wenigstens deine Hand!

Da spürte ich einen echten Schubs, sanft, bestimmt und voller Liebe. Ich aber fand es gar nicht lustig. Schnell breitete ich meine Arme aus, als hätte ich Flügel. So ein Mist, ich habe doch gar keine! Oje, ich stürze ab! Das kann nicht sein, bald bin ich tot und ich kann meine neu gewonnen Erkenntnisse gar nicht mehr umsetzen. Neineinein! Ich will nicht sterben, ich will leben!

Dann flieg doch! Sagte der total schräge Vogel, der seelenruhig neben mir herflog.

Du kannst gut reden, du hast Flügel!

Du auch! Flieg schon, schau, der Boden kommt schnell näher. Vertrau dir doch endlich. Mit seinen viel zu grossen Augen schaute er mich liebevoll an.

Vertrauen?!? Ich. Soll. Mir. Vertrauen?!?

Die Tannenspitzen kitzelten mich schon an meinem Bauch und ich nahm den Duft des Waldes wahr. Ich atmete das Unmögliche tief ein und beim Ausatmen breitete sich eine Kraft in mir aus. Sie erfasste mich ganz und gar, verlieh mir Flügel. Ich spürte den Himmel über mir, wo Millionen von Sternen sein mussten, jetzt aber die Sonne mir entgegenblinzelte. Wie durch ein Wunder hob mich diese Erinnerung in die Luft. Ich vertraue diesem Zusammenspiel von Himmel und Erde. Ich bin ein Teil davon und…. so ein Universum ist auch in mir! Sich nicht zu vertrauen ist, als würde man dies alles in Frage stellen.

Wer bist du eigentlich?, frage ich den frechen Schubser endlich.

Ja, wer wohl? Wer hat mich gemalt?

Was? Du bist ich?

Ja und nein. Ich bin ein schräger Vogel, von dir beseelt und zusammen machen wir uns auf den Weg des Vertrauens.

Mit klopfendem Herzen landen wir wohlbehalten auf, eh, an meinem Ateliertisch.

Ich schaue das Bild mit dem lustigen Vogel an und schüttle ungläubig den Kopf. Ich kann fliegen!

Das war ja eine Reise! Ich wünsche dir, dass dich deine Taten, Gedanken und Schöpfungen, die aus deinen Tiefen kommen, genauso überraschen und dich zum Schmunzeln bringen, so wie sie es für mich in dieser Geschichte taten. Ich glaube fest daran, dass diese stille Freude, die wir tief in uns selber spüren, uns stärkt und Vertrauen schenkt.

Einen herzlichen Gruss von den Winden, die Geschichten aus den Welten zu uns wehen und von den vielen Bewohner:innen dieser Erde und natürlich auch von anderen Sternen erzählen.

Iris

http://weltenwind.ch

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Tanz im Nirgendwo

Ein Tanz im Nirgendwo ist eine Reise zur eigenen Essenz.

Ein Tanz im Nirgendwo klingt romantisch, ist es aber nicht. Stell dir vor, du hörst von Weitem eine Musik und du lauschst ihr, weil es das Einzige ist, das übrigbleibt, wenn da nichts ist.

Ich könnte auch davonrennen, zur Musik tanzen oder im Vertrauen mich hinsetzen und lauschen bis….. ja bis wann? Bis etwas passiert? Bis mich jemand rettet oder mir einen Kompass in die Hände drückt? Oder mich gar an der Hand nimmt und mir sagt, wo’s lang geht? Ich bin sicher, so geht das nicht.

Atmen. Atmen ist immer gut. Also bleibe ich vorerst sitzen und lausche weiter. Lauschen kann ganz schön anstrengend sein. Nichts Tun und die Ohren spitzen. Und da! Auf einmal wird es still. Die Musik ist nicht mehr zu hören. Jetzt sind wir nur noch zu dritt; mein Wille, das hier zu erfahren, ich und das Nirgendwo. Und jetzt?

Wohin soll ich gehen, wenn ich nicht weiss, was ich will? Zu welcher Musik soll ich tanzen, wenn es keine mehr gibt? Ich schaue umher. Was sehe ich? Alles ist weiss, soweit das Auge reicht. Es ist kein Schnee, es ist weisse Farbe, die wie ein Schleier alles zugedeckt hat.

Darunter ist es bunt, ich habe es selber übermalt, weil ich herausfinden will, was echt in mir ist und wo ich mir etwas vormache. Und jetzt sitze ich da und es ist leer. So leer, dass mir mulmig wird in der Magengegend. Früher war alles so leicht. Schnell mich zur Musik bewegen, ich liebe den Tanz! Farben in die Hand nehmen und mich von ihnen verführen lassen. Lauschen und still werden, die inneren Bilder kamen von alleine und erzählten mir eine Geschichte. Aber jetzt?

Ich habe es mir selber eingebrockt. Ich kann niemandem die Schuld für meine Leere geben. Ach, wie schön das wär! Auf meiner weissen Farbe zu sitzen und zu wissen, dass darunter mein ganzes buntes Leben ist, ist echt bescheuert. Ich weiss, dort hinten am Horizont ist noch ein Stück zu sehen. Ich müsste nur aufstehen und ich wäre, schwupps, wieder in meinem gewohnten Leben.

Aber ich will nicht!

Ich will herausfinden, was wirklich echt ist in mir drin und wo ich mir etwas vormache. Weil…… ja weil ich schon oft in meinem ganzen, langen Leben immer wieder einfach funktioniert habe.  Nun möchte ich zu meiner Essenz durchdringen, die verborgen unter Schichten der Gewohnheiten und einer gewissen Blindheit vergraben liegt. Und ich bin sicher, dass da tief in mir drin etwas ist. Ich habe es schon oft gespürt und auch gelebt. Aber immer wieder hatte ich das Gefühl, ich müsse etwas Sinnvolles daraus machen. Ach, es fällt mir so leicht, irgendetwas zu tun! Meine Fantasie ist grenzenlos!

Aber ich möchte nicht mehr einfach etwas machen, nur damit es schön aussieht und vielleicht auch noch einen Namen hat.

Namen sind Schall und Rauch, schrieb Goethe. Das begleitet mich schon fast mein ganzes Leben und ich habe es immer so interpretiert, dass ein Name sich wie Rauch auflösen kann. Zurück bleibt die Erinnerung und der Duft. Es kommt aber darauf an, mit welcher Kraft ich den Namen in die Welt trage und womit ich ihn fülle. Denn für mich war der Schall immer wie ein Echo, das irgendwann zurückkommt.

Nach all den Jahren staune ich über meine Gedanken von damals und finde sie heute noch stimmig. Ich möchte meiner Wahrhaftigkeit Raum geben, auf dass ich sie spüre und vernehme wie ein Echo. DEN Raum geben, MEINEN Raum mit meiner ECHTEN Gestaltungskraft erfüllen. Ich möchte meine Seele sprechen lassen und hören, tiefes Hören erleben, was genau die Abmachung ist, bevor ich hierher auf die Erde kam. Ich möchte meine Sprache kennenlernen und sie frei sprechen und zu ihr tanzen, weil dies mein Zuhause ist.

Darum sitze ich weiter auf meiner weissen Farbe im Nirgendwo und horche in mich hinein. Mein Herz klopft wild, bei Tag und bei Nacht, meine innere Musik höre ich manchmal deutlich und, wenn ich sie festhalten will, verschwindet sie einfach wieder. Ich spüre meine Seele, wie sie sich wie ein schützender Mantel um mich gelegt hat und mit mir da durchgeht.

Atmen und vertrauen.

Atmen und wieder aus der Balance fallen und schnell etwas tun wollen.

Atmen und sitzenbleiben.

Atmen und angestrengt suchen, weil grad viel Angst da ist.

Atmen und der Musik lauschen, die auf einmal, wie durch ein Wunder erklingt.

Atmen und mich freuen.

Atmen und ein Ziel vor Augen haben wollen.

Atmen und alles wieder verlieren.

Atmen und spüren, dass es noch tiefer geht.

Atmen und ……. an meinem Rücken nehme ich auf einmal etwas Raues, Starkes, Ewiges wahr. Ich drehe mich um und staune über eine uralte Linde. Warst du schon die die ganze Zeit hier? Ohne mir eine Antwort zu geben spüre ich ihre sanfte, kraftvolle Lindensprache, die mich auffordert aufzustehen und mich mit ihrem Tanz zu verbinden.

Ich stehe auf und breite meine Arme aus und ahme mit meinen Händen die Äste der Linde nach, mit meinen Fingern die Bewegungen der Blätter, die im Wind tanzen. Mein Körper versucht ihre Form anzunehmen, während meine Füsse zu Wurzeln werden. Ich spüre die Erde, wie sie mich hält und nährt. Der Himmel lädt mich zu seiner Weisheit ein und ich fühle mich zuhause. Ach, kann man die Erde und den Himmel umarmen?

Welches nun meine Essenz ist, welches meine Aufgabe und wo die Lebensreise hinführt? Ich habe immer noch keine Antworten auf diese Fragen. Bis dahin tanze ich mit der Linde im Nirgendwo. Sanft, beseelt und von allen Sinnen getragen. Mit dem Vertrauen, dass Antworten kommen und dass diese Leere mir die Kraft gibt zu lieben.

Mich und…. dich!

Ich grüsse von Herzen fest und ich freu mich, wenn ich dich auch zum Erforschen deiner innersten Wahrheit angeregt habe.

Die Winde der Welten schenken dir sanfte Unterstützung. Such eine Linde und lass dich von ihr Umarmen und tragen.

Herzlich,

Iris,

die von den Welten erzählt.

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Schillern mit einer Buche

Schillern mit einer Buche geht das überhaupt? Ist das nicht ein Gegensatz? Eine Buche steht meist am Waldrand oder an einem Ort im Wald, wo sie genug Platz hat, um sich auszubreiten. Ja, sie wird gross und sie liebt es ihre Äste wie beschützende Arme weit auszustrecken. Ihre Rinde am Stamm ist sehr empfindlich und mag direkte Sonne gar nicht. Darum reichen ihre Äste oft bis zum Boden, so kann sie sich selber, uns Menschen und auch allem, was kreucht und fleucht, Schatten spenden. Eine Bank unter einer Buche ist nicht einmal so selten.

Aber was soll daran nun schillernd sein?

Schau dir die Buche auf dem Bild an. Erkennst du bei ihrem Anblick auch eine würdevolle Figur? Majestätisch mit einer Astkrone auf dem Kopf? Ein wenig furchteinflössend schaut sie in die Weite. Komm, lass dich von mir in die Welt der Buche mitnehmen. Komm, wir lauschen still vor dieser erstaunlichen Wesenheit. Ich bin sicher, dass sie mit uns spricht, zumal sie uns sogar ihren Kopf, samt Gesicht zeigt:

«Was für eine Ehre, dass ihr mich besuchen kommt. Ja, ich bin die Buche und stehe schon lange hier an diesem Platz. Eigentlich gibt es DIE Buche nicht. Wir sind Buchen und wir sind verbunden. Wir haben eine Gemeinschaftsseele und wenn ich genau sein will, haben wir eine Gemeinschaftsseele mit allen Bewohnern des Waldes. Und der Wald wiederum hat eine Gemeinschaftsseele mit allen Wäldern auf dieser Erde. Die Individualität, so wie ihr sie kennt, ist uns fremd. Und trotzdem sind wir alle eigenwillige Charaktere.

Wir Buchen sind Hüterinnen und Beschützer. Mit unseren Ästen können wir wunderbar umarmen. Und mit unserer zarten Rinde laden wir alle Waldbewohner und Waldbesucherinnen zum Verweilen ein.

Wir alle fühlen uns mächtig. Und damit meine ich nicht, dass wir Macht über andere ausüben. Es ist auch nicht unsere physische Grösse, die uns Kraft und Macht verleiht. Jeder und jede in diesem Wald ist seiner und ihrer Aufgabe bewusst und strahlt dadurch eine Eigenmacht aus.

Ich liebe es, hier zu stehen und zu leuchten. Und ich weiss, dass ich leuchte, auch im Winter, wenn ich gar keine Blätter mehr habe. Ich höre einfach nie auf damit. Wie sonst soll ich die vielen Bucheckerchen produzieren, die so viele Tiere und auch Menschen lieben? Woher nehme ich die Kraft, um mich im Herbst goldrot zu färben und im Frühling wieder neue Blätter spriessen zu lassen? Ich leuchte, was das Zeug hält, bei Tag und bei Nacht, genährt von der Erde und vom Himmel. Und es macht mich überhaupt nicht müde, im Gegenteil, es lässt mich wachsen und meine Aufgabe jeden Tag sein. In mir drin fliesst das Blut vieler Leben, von vielen Generationen und von noch mehr Erlebnissen von vielen Jahrhunderten. Ich weiss sehr viel und ich trage dieses Wissen in meinen Wurzeln, in meinem Stamm, in meinen Ästen und auch in meinen Blättern.

Mein rotes Laub, das im Herbst auf dem Waldboden liegt, beschützt den Boden und alle Tiere und Pflanzen, die sich während des Winters darunter verbergen. Dieser Kreislauf gibt uns die Möglichkeit zu wachsen und unsere Weisheit weiterzugeben.

Mit unseren Wurzeln und Ästen empfangen wir. Sie sind wie Antennen. Wir hören allen und allem zu, und manchmal kommt es mir vor, als könnte ich fliegen, wie ein Drache, denn ich bin mit diesem Urtier verwandt. Ich begrüsse das Innerste der Erde, wie auch die Sterne und ihre Bewohner, die immer häufiger zu uns auf die Erde zu Besuch kommen. Ich verbinde mich mit den Klängen aus dem Universum und speichere sie. Und wenn meine Zeit gekommen ist, schenke ich mein Holz den Instrumentenbauern, da klingen sie weiter!

Ja, ich liebe all meine Gaben und weiss, dass sie wertvoll sind. Und das, liebe Menschenseele, wünsche ich mir von dir auch. Ich bin sicher, dass du Gaben hast! Und ich weiss, dass sie wertvoll sind. Denn ohne dich und deine Gaben würden die Menschen und die Natur um dich herum etwas vermissen.

Komm, richte dich mit mir auf, werde königlich. Erspüre die Erde und mit deinen Wurzeln berührst du die anderen Wurzeln von anderen Wesenheiten. Lass dein Blut fühlbar durch dich strömen, es ist dein Lebensfluss! Er fliesst durch deinen Körper und hinaus in deine Arme und über deinen Kopf hinaus, als hättest du Äste so wie ich. Und jetzt beginne zu schillern, in all deinen Farben und Tönen. Sei klar, als wärst du eine Buche, mit zarter, sensibler Rinde und ja, auch manchmal etwas furchteinflössend. Aber du weißt, du bist in den Kreislauf des Lebens eingebunden. Wachsen, Blühen, Vergehen, Einkehr, um im Frühling wieder zu wachsen…..

Nimm diesen Kreislauf an, bedingungslos und du wirst so königlich wie eine Buche, so gross, so schön, so knorrig, so eigenwillig, so nährend mit deiner Gabe, so hingebungsvoll wie Mutter Erde selber.

Sei wie ein Drache, mit ururaltem Wissen aus der Zeit vor der Zeit. Der, nachdem er verkannt, gefürchtet und ausgestossen wurde, sich selber nie aufgegeben hat und nun langsam wieder in unser aller Bewusstsein kommt als das, was er wirklich ist. Ein Wesen mit Eigenmacht und grossem Herzen, mit vielfältigen, heilenden Gaben, mit tiefer, klarer Weisheit und erfüllt von nährendem Wissen genau wie du.

So, nun lasse ich euch weiterziehen. Danke für’s Zuhören! Ich, wir Bäume, Büsche, Tiere, ja alle Bewohner des Waldes sind für euch zu jeder Zeit da. Wir freuen uns auf euren Besuch! Und wenn ihr Fragen habt, Trost braucht oder einfach mit uns sein wollt, verbindet euch mit uns und wir antworten. Bis bald, ihr wundervollen Seelen!»

Danke liebe Buche für deine Worte! Ich schreibe sie auf und gebe sie weiter.

Danke lieber Mensch, für’s Lauschen und danke für dein Schillern in allen Farben und Tönen…… ich bin jetzt still und geniesse es!

Ich grüsse dich aus dem schattigen, kühlen, lebendigen Wald. Und wer weiss, vielleicht treffen wir uns unter einer Buche? Es ist ein magisches Erlebnis an ihren Stamm anzulehnen und zuzusehen, wie die heisse Sommersonne auf den Blättern tanzt und die Buche zum Schillern bringt…..

Hab einen Schillerndschönenwundersommer!

Iris, die WeltenWindFrau

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