Tanz im Nirgendwo

Ein Tanz im Nirgendwo ist eine Reise zur eigenen Essenz.

Ein Tanz im Nirgendwo klingt romantisch, ist es aber nicht. Stell dir vor, du hörst von Weitem eine Musik und du lauschst ihr, weil es das Einzige ist, das übrigbleibt, wenn da nichts ist.

Ich könnte auch davonrennen, zur Musik tanzen oder im Vertrauen mich hinsetzen und lauschen bis….. ja bis wann? Bis etwas passiert? Bis mich jemand rettet oder mir einen Kompass in die Hände drückt? Oder mich gar an der Hand nimmt und mir sagt, wo’s lang geht? Ich bin sicher, so geht das nicht.

Atmen. Atmen ist immer gut. Also bleibe ich vorerst sitzen und lausche weiter. Lauschen kann ganz schön anstrengend sein. Nichts Tun und die Ohren spitzen. Und da! Auf einmal wird es still. Die Musik ist nicht mehr zu hören. Jetzt sind wir nur noch zu dritt; mein Wille, das hier zu erfahren, ich und das Nirgendwo. Und jetzt?

Wohin soll ich gehen, wenn ich nicht weiss, was ich will? Zu welcher Musik soll ich tanzen, wenn es keine mehr gibt? Ich schaue umher. Was sehe ich? Alles ist weiss, soweit das Auge reicht. Es ist kein Schnee, es ist weisse Farbe, die wie ein Schleier alles zugedeckt hat.

Darunter ist es bunt, ich habe es selber übermalt, weil ich herausfinden will, was echt in mir ist und wo ich mir etwas vormache. Und jetzt sitze ich da und es ist leer. So leer, dass mir mulmig wird in der Magengegend. Früher war alles so leicht. Schnell mich zur Musik bewegen, ich liebe den Tanz! Farben in die Hand nehmen und mich von ihnen verführen lassen. Lauschen und still werden, die inneren Bilder kamen von alleine und erzählten mir eine Geschichte. Aber jetzt?

Ich habe es mir selber eingebrockt. Ich kann niemandem die Schuld für meine Leere geben. Ach, wie schön das wär! Auf meiner weissen Farbe zu sitzen und zu wissen, dass darunter mein ganzes buntes Leben ist, ist echt bescheuert. Ich weiss, dort hinten am Horizont ist noch ein Stück zu sehen. Ich müsste nur aufstehen und ich wäre, schwupps, wieder in meinem gewohnten Leben.

Aber ich will nicht!

Ich will herausfinden, was wirklich echt ist in mir drin und wo ich mir etwas vormache. Weil…… ja weil ich schon oft in meinem ganzen, langen Leben immer wieder einfach funktioniert habe.  Nun möchte ich zu meiner Essenz durchdringen, die verborgen unter Schichten der Gewohnheiten und einer gewissen Blindheit vergraben liegt. Und ich bin sicher, dass da tief in mir drin etwas ist. Ich habe es schon oft gespürt und auch gelebt. Aber immer wieder hatte ich das Gefühl, ich müsse etwas Sinnvolles daraus machen. Ach, es fällt mir so leicht, irgendetwas zu tun! Meine Fantasie ist grenzenlos!

Aber ich möchte nicht mehr einfach etwas machen, nur damit es schön aussieht und vielleicht auch noch einen Namen hat.

Namen sind Schall und Rauch, schrieb Goethe. Das begleitet mich schon fast mein ganzes Leben und ich habe es immer so interpretiert, dass ein Name sich wie Rauch auflösen kann. Zurück bleibt die Erinnerung und der Duft. Es kommt aber darauf an, mit welcher Kraft ich den Namen in die Welt trage und womit ich ihn fülle. Denn für mich war der Schall immer wie ein Echo, das irgendwann zurückkommt.

Nach all den Jahren staune ich über meine Gedanken von damals und finde sie heute noch stimmig. Ich möchte meiner Wahrhaftigkeit Raum geben, auf dass ich sie spüre und vernehme wie ein Echo. DEN Raum geben, MEINEN Raum mit meiner ECHTEN Gestaltungskraft erfüllen. Ich möchte meine Seele sprechen lassen und hören, tiefes Hören erleben, was genau die Abmachung ist, bevor ich hierher auf die Erde kam. Ich möchte meine Sprache kennenlernen und sie frei sprechen und zu ihr tanzen, weil dies mein Zuhause ist.

Darum sitze ich weiter auf meiner weissen Farbe im Nirgendwo und horche in mich hinein. Mein Herz klopft wild, bei Tag und bei Nacht, meine innere Musik höre ich manchmal deutlich und, wenn ich sie festhalten will, verschwindet sie einfach wieder. Ich spüre meine Seele, wie sie sich wie ein schützender Mantel um mich gelegt hat und mit mir da durchgeht.

Atmen und vertrauen.

Atmen und wieder aus der Balance fallen und schnell etwas tun wollen.

Atmen und sitzenbleiben.

Atmen und angestrengt suchen, weil grad viel Angst da ist.

Atmen und der Musik lauschen, die auf einmal, wie durch ein Wunder erklingt.

Atmen und mich freuen.

Atmen und ein Ziel vor Augen haben wollen.

Atmen und alles wieder verlieren.

Atmen und spüren, dass es noch tiefer geht.

Atmen und ……. an meinem Rücken nehme ich auf einmal etwas Raues, Starkes, Ewiges wahr. Ich drehe mich um und staune über eine uralte Linde. Warst du schon die die ganze Zeit hier? Ohne mir eine Antwort zu geben spüre ich ihre sanfte, kraftvolle Lindensprache, die mich auffordert aufzustehen und mich mit ihrem Tanz zu verbinden.

Ich stehe auf und breite meine Arme aus und ahme mit meinen Händen die Äste der Linde nach, mit meinen Fingern die Bewegungen der Blätter, die im Wind tanzen. Mein Körper versucht ihre Form anzunehmen, während meine Füsse zu Wurzeln werden. Ich spüre die Erde, wie sie mich hält und nährt. Der Himmel lädt mich zu seiner Weisheit ein und ich fühle mich zuhause. Ach, kann man die Erde und den Himmel umarmen?

Welches nun meine Essenz ist, welches meine Aufgabe und wo die Lebensreise hinführt? Ich habe immer noch keine Antworten auf diese Fragen. Bis dahin tanze ich mit der Linde im Nirgendwo. Sanft, beseelt und von allen Sinnen getragen. Mit dem Vertrauen, dass Antworten kommen und dass diese Leere mir die Kraft gibt zu lieben.

Mich und…. dich!

Ich grüsse von Herzen fest und ich freu mich, wenn ich dich auch zum Erforschen deiner innersten Wahrheit angeregt habe.

Die Winde der Welten schenken dir sanfte Unterstützung. Such eine Linde und lass dich von ihr Umarmen und tragen.

Herzlich,

Iris,

die von den Welten erzählt.

http://weltenwind.ch

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Mein Skizzenbuch

Mein Skizzenbuch ist eigentlich meine Agenda. Sie ist extra für Gestaltende hergestellt worden. Eine Seite ist leer, die andere gedruckt für Termine. Aber irgendwann habe ich beschlossen, dass ich sie lieber mit Farbe und anderen Ideen fülle, anstatt mit Buchstaben und Uhrzeiten.

Da war so ein Kribbeln, ein freches Gefühl, wenn ich einen Termin mit Farbe übermalt habe. Auf magische Weise ist er in meinem Gedächtnis geblieben, weil ich mich an die Farbe oder an das Bild erinnerte. Als mir aber trotzdem wichtige Abmachungen durch die Lappen gegangen sind, brauchte ich eine zweite, seriöse Agenda…….

Eine Agenda als Skizzenbuch zu beleben, bringt mich immer wieder auf neue Ideen, den Alltag zu gestalten. Den vielen Gefühlen und Gedanken, die mir die ganze Zeit durchs Herz und den Kopf schwirren spontan Ausdruck zu verleihen, verwandelt meine Tage und Termine immer wieder in besondere Ereignisse.

Zum Beispiel zeigte mir der 28. August, dass ich an diesem Tag von einem violetten Zauberwesen geküsst werde, das in einer hellblauen und roten Landschaft steht. Und der Kuss erreicht mich in Form einer kleinen, grünen Kugel…… oooh!! Erkennst du dies alles auch oben auf dem Bild?

Und ich sage dir die Wahrheit, wenn ich dir erzähle, dass die Skizze zuerst entstanden ist und dann der Mittwoch, an dem ich mit meinen Enkeltöchtern den Lavendel der Nachbarin geschnitten habe. Dieser wunderbare Duft hat uns geküsst an diesem hellen Sommertag, als wir voller Eifer Bündel geschnürt und Samen gesammelt haben.

So ein Skizzenbuch ist pure Inspiration und voller Wunder. Was da ohne Absicht entsteht, bringt mich oft zum Schmunzeln, sie machen mich nachdenklich und dann wieder nicke ich und sage laut, ja genau! Ich nehme diese Skizzen mit in den Alltag. Oder ich schenke sie jemandem in Form eines Fotos, weil ich das Gefühl habe, dass sie die Kraft haben aufzumuntern oder einfach zu erfreuen.

Eine dieser Skizzen hat mich zu einer Neumondmeditation inspiriert. Du weisst ja, dass ich mich schon lange mit den Mondphasen befasse. Und weil heute Neumond ist, habe ich gedacht, nehme ich sie für dich auf. Diese:r, für uns heute nicht sichtbare Gesell:in, beschert uns allmonatlich einen Neuanfang. Darum ist es jedesmal eine Einladung, offen zu sein für neue Ideen….

Bevor es losgeht, wünsche ich dir eine gute Zeit, in der du deine Tage immer wieder mit Farbe und Kritzeleien bereicherst, die dich zum Staunen bringen. Und……. die Skizzen müssen nicht schön sein. Sie sind so oder so Kunstwerke! Vielleicht darf ich auch einen Blick darauf werfen? Du kannst sie mir per e-mail auf wanderin@weltenwind.ch schicken. Ich freue mich jetzt schon!

Von Herzen fest ein Gruss für dich und lasse dich von der Meditation sanft mitnehmen, die nicht nur zu Neumond passt…….

Weltenwindfrau Iris

weltenwind.ch

Neumondmeditation