Wieder einmal …

Wieder einmal zeige ich dir ein unfertiges Bild.

Wieder einmal ist alles ganz neu.

Wieder einmal kenn ich den Weg nicht.

Wieder einmal bin ich überfordert.

Wieder einmal wünsche ich mir Klarheit.

Wieder einmal werde ich ungeduldig.

Wieder einmal möchte ich am liebsten davonrennen, weil ich keine Ahnung habe.

Wieder einmal bleibe ich stehen

im Aussen,

drinnen in mir bin ich längst weg.

Weg von dem was ich mache,

weg von dem was die anderen denken, wer ich bin,

weg von dem, was ich mir vorgestellt habe,

weg von da, wo ich bin, obwohl alles schön und stimmig ist,

weg

nach Hause.

Nach Hause, ruft es in mir immer wieder, schon mein ganzes Leben lang, obwohl ich doch schon längst zu Hause bin.

Aber wo ist denn das Zuhause, nachdem meine innere Stimme immer wieder ruft?

All die Jahre, die ich schon lebe, hatte ich immer wieder das Gefühl, es gefunden, dann wieder verloren zu haben und mich auf den Weg gemacht, es auf’s Neue zu finden. Im Innen wie im Aussen.

Ich schaue mein unfertiges Bild an. Eine Figur mit einem Geweih auf dem Kopf, das aussieht wie ein Baum. Ich habe dies nicht extra gemalt, ich habe es in den Formen der Farben gesehen und herausgeschält.

Beim Malen spürte ich meine Knochen, mein Blut, das in meinem Körper floss und mich lebendig fühlen liess. Ich richtete mich auf und spürte nach, ob da ein Baum auf meinem Kopf ist.

Aufstehen, mich innerlich aufrichten, auch wenn es mir nicht danach ist, ist mein Lebensmotto. Ich finde immer wieder einen Grund, das Leben lebenswert zu finden.

Da ist ein Garten, den ich mein Leben nenne.

Ich bin massgeblich an dessen Gestaltung beteiligt. Nicht alles kommt zum Blühen, trotzdem ist es da. Einiges stirbt weg, aber das, was gedeiht, will von mir gesehen werden. Und da macht sich, glaube ich, meine innere Stimme bemerkbar.

Nach Hause kommen heisst, das was ist, zu ehren und zu pflegen, auch wenn es erst am Entstehen ist und nach nichts aussieht. Nicht davonrennen, weil ich den Weg nicht kenne. Überforderung zulassen, vielleicht ist es eher die Aufforderung, die mir zuruft, ich solle die Meisterin in mir herauslocken?

Ja, die Meisterin, denn in meinen Knochen und in meinem Blut sind alte, uralte Erinnerungen, die genau in diesen Momenten rufen, wenn ich zweifle.

Wir alle haben einen Garten, einen sehr alten, erfahrenen, reichen Garten, den wir, so oft es geht, aufsuchen sollten. Denn er führt uns nach Hause, zu uns, wo wir Kraft schöpfen können, uns erinnern, um mutig alles zu sein, was uns ausmacht.

Wie fühlt es sich an, wenn du deinen eigenen, energetischen Lebensbaum stolz auf dem Kopf trägst, wie eine Krone? Gespiesen von deinem Herzen und deiner inneren Stimme, die ruft:

«Liebste Königin, liebster König, komm tanz mit mir!»

Liebe Königin, Lieber König, ich wünsche dir kraftvolles Frühlingserwachen. Lass dich nicht beirren, wenn an dir gezerrt wird und du auf die Probe gestellt wirst, ob dein Garten gut genug ist. Er ist mehr als genug, er ist DEIN ZUHAUSE!

Ich grüsse dich von Herzen fest und ich freue mich, wenn du diesen Blog teilst, um möglichst vielen Menschen Mut zu machen Meisterin und Meister ihres Lebens zu sein.

Iris, die WeltenWindFrau

http://weltenwin.ch

Ein Geschenk

Ein Geschenk, ein Geschenk, ein Geschenk…..

Ich bin ein Geschenk, ich bin ein Geschenk, ich bin ein Ge….

Hach, ich bin so müde! Ich sollte schlafen, aber die Worte von der alten Frau letztes Jahr kribbeln in mir, als sollte ich sofort, jetzt, in diesem Moment aufwachen und blühen.

Die kleine Wurzel, die gar nicht tief in der Erde ausharrt, ist ungeduldig.

Wann ist endlich Frühling? Ich mag nicht mehr warten! Den ganzen Sommer über haben sich meine grünen, kleinen Blätter zwischen Gräsern und Gehölzen verkrochen. Ja manchmal haben wir uns ganz in die Erde verzogen. Im Herbst haben uns die Blätter zugedeckt und im Winter der Schnee oder der harte Boden. Ich will raus! Ich bin doch ein Geschenk!

Die kleine Wurzel bewegt sich, um zu prüfen, wie weich der Boden ist. Jetzt im Winter, fühlt sie sich zwischen Steinen, kalter Erde, Blumenzwiebeln und anderen Wurzeln eingesperrt.

Unbeweglich zu sein ist einfach zum Schreien. Aber hier unten würde es niemand hören.

Doch ich! Sagt die kleine Krokuszwiebel neben ihr. Könntest du einfach mal still sein? Der Winter ist sicher noch lang und, wenn du schläfst, geht die Zeit schnell vorbei.

Ich kann nicht schlafen! Ich will raus, an die frische Luft. Ich bin ein Geschenk! Ich will die Freude der Menschen hören, ich warte doch schon so lange!

Ich auch, hab Geduld und sei still. Schlaf jetzt, wie alle anderen hier unten auch.

Die kleine Wurzel murrt noch ein wenig, dann wird sie still, wackelt aber voller Protest mit den kleinsten Würzelchen, die sie schon mit Vorfreude hat wachsen lassen.

Warum muss ich immer das machen, was die anderen sagen? Warum muss ich mich anpassen und still sein, nur weil die anderen mich nicht hören wollen? Schlafen, hach, das ist doch langweilig, erst recht sooo viele Monde lang! Wir könnten doch etwas spielen? Oder singen? Oder einander mit den Wurzeln kitzeln? Oder rätseln, wie das Wetter da oben ist oder vom letzten Jahr erzählen? Wir könnten Wetten abschliessen, wer uns als erstes sieht, wenn wir denn mal blühen. Laut ruft sie:

Ihr seid langweilig!

Schschschschscht!!! zischt es zu ihr zurück, so dass der ganze Boden zittert.

Beleidigt, zieht sie ihre Würzelchen zurück. Jetzt ist es wieder ganz still im Winterboden. Das heisst aber nicht, dass die kleine Wurzel nun schläft! Im Gegenteil. Sie bleibt zwar unbeweglich, aber der Weg nach innen lässt ihr wenigstens Spielraum, wenn es nach aussen schon nicht geht. Da entdeckt sie eine winzig kleine Menge Saft, er fliesst in mir drin! Sie horcht in sich hinein. Dieser Saft summt! Dieser Saft, erzählt Geschichten vom Leben! Vom Aufwachen, vom Blühen, vom Sterben, vom Stillsein, vom ….. er hört gar nicht auf mit reden. Dieser Saft, sagt aber nichts von Anpassung, er erzählt vom Wahrnehmen des eigenen Rhythmus und vom Vertrauen in ihn, und dass jedes Lebewesen seinen eigenen hat.

Zum ersten Mal, seit dem letzten Frühling, wird die kleine Wurzel wirklich still. Ich wollte der alten Frau wieder eine Freude machen, indem ich blühe. Das war so schön! Aber sie meinte wohl nicht, ich solle das ganze Jahr blühen, hm.

Das macht niemand, meldet sich der kleine Saft wieder. Alle, alle Lebewesen haben einen Rhythmus und kein einziger gleicht dem anderen. Ja, es gibt Frühlingsblumen, aber jede kommt dann zum Vorschein oder verblüht wieder, wie es zu ihnen passt, auch du! Komm, sagte der Lebenssaft, wir spielen, singen, tanzen und rätseln miteinander. Wir zwei gehören zusammen. Keiner könnte ohne den andern sein. Zusammen leben wir, zusammen blühen wir, zusammen sterben wir. Und weißt du was? Du bist ein Geschenk! Weil du deine Kraft, die von innen kommt, spürst. Du schenkst Freude, weil du Freude bist und du bist frei, weil du auf deinen ureigenen Rhythmus hörst. Und wenn dieser sagt, geh raus und blühe, obwohl es noch Winter ist, dann ist das ein Geschenk deiner Kraft an dich, dass du diese Erfahrung machst.

Die kleine Wurzel staunt über das, was alles in ihr drin los ist.  Sie strahlt vor Freude, ein so liebevolles Innenleben zu haben. Mit einem Seufzer hält sie inne, atmet und lauscht. Auf einmal ist da eine Welle in ihr drin, die sie von Innen heraus bewegen und gleichzeitig wachsen lässt. Aus der kleinen Wurzel formt sich ein kleiner, grüner Kopf, der sich voller Vertrauen durch die harte Erde an die kalte Januarluft gräbt. Altes Laub umgibt ihn wie ein Nest, dann spürt er die Sonne. Ausser Atem wartet die kleine Primel auf den nächsten Impuls von ihrem Lebenssaft und….

…. breitet glücklich ihre zarten Blütenblätter aus. Ich bin ein Geschenk! Wir sind ein Geschenk! Die Erde, der Himmel, die Sonne, mein Saft und ich!

Ich wünsche dir, dass du immer wiweder den Mut hast, auf deine innere Stimme zu hören., dann zu blühen, wenn die Zeit reif ist für dich. Niemand, wirklich niemand kann dir sagen, wann das sein wird. Vertrauen! Hm…. Vertrauen in sich selbst, mit allem, was uns ausmacht ist wohl das schwierigste überhaupt. Aber wir schaffen das!

Darum sage ich jetzt laut zu mir und zu dir, damit ich es lerne…. ich liebe meine Ungeduld, meine Zweifel und mein Gesicht, wenn ich morgens in den Spiegel schaue….. ich erlaube mir, zu widder(ich habe bald Geburtstag ;-)sprechen und dabei zu wachsen….. es lebe das Menschsein mit ALLEN Farben!

Ich grüsse dich von Herzen fest!

Iris, die WeltenWindFrau

http://weltenwind.ch

Adieu

Ja, adieu! Genau das meine ich. Adieu!

Zu Gott, heisst das, vom Französischen übersetzt. Keine Angst, ich verlasse diese Welt nicht gleich, noch beende ich diesen Blog. Im Gegenteil, irgendwie fängt alles Neu an.

Aber warum denn adieu? Diese Mohnblume überraschte mich eines Morgens, als ich gerade aus dem Haus wollte. Ich rief tschüüss!, so wie ich es immer tat, wenn ich das Haus und den Garten verliess, auch wenn kein Mensch da ist, den ich hätte verabschieden können, ausser natürlich das Haus und den Garten…..

Diese wide Schönheit wuchs, ohne, dass ich sie gepflanzt oder gesät hätte, genau vor meiner Haustüre. Mit ihrem Rot hat sie richtig Lärm gemacht. Ich konnte nicht einfach an ihr vorbeigehen, hinausstürmen, mit meinem nächsten Ziel vor Augen. Und wie so oft in Gedanken versunken, mit dem was war, was ist und was sein wird und das alles gleichzeitig, einfach nicht wirklich da.

Dieser freie, ungehemmte, laute, rotblühende Ruf der Mohnblume liess mich abrupt innehalten. Ihr Blick war so stark, dass ich meine Tasche von der Schulter gleiten liess und zu ihr hintrat. Diese zarten Blätter! Sanft berührte ich sie, ja ich wollte mit den Händen schauen. Ich war fasziniert und auf einmal waren alle Gedanken weg. Eingenommen von einer einzigen Pflanzenkraft.

Da! Sie rief mir ein lautes Adieu entgegen! Schnell zog ich meine Hände weg und starrte, die sich sanft im Wind bewegende, leuchtend rote Blume an. Warf mich etwa die Mohnblume jetzt frech aus meinem eigenen Garten? Tschüüss, stotterte ich, bis heute Abend! Ich ging los und schaute immer wieder zu ihr zurück. Sie aber bewegte sich weiter leise und ihrer anmutigen Kraft im Wind, wie wenn nichts gewesen wäre.

Den ganzen Tag dachte ich an diese Begegnung. Adieu?

Ich konnte es kaum erwarten nach Hause zu kommen. Schon von Weitem winkte sie mir zu. Freute sie sich auch mich zu sehen? Sprach sie wieder mit mir? Sagte sie mir womöglich hallo!? Erzählte sie mir von ihrem Tag? Ich war ja so gespannt! Aber, bis auf ein sanftes Wirbeln mit ihren Blättern, blieb sie still.

So vergingen ein paar Tage und ich bekam immer ein Adieu, wenn ich ging, nie aber ein Hallo, wenn ich kam. Oft stand ich lange vor ihr und wir schauten uns in die Augen.

Meine Gedanken beschäftigten sich nun sehr mit dem Verabschieden. Und ich merkte, da gab es Einiges, das ich am liebsten einfach weggeschmissen hätte, auf nimmerwiedersehen.

Wie bringe ich die dichten Wolken, die mein Herz benebelten dazu, sich zu verziehen?

Brauche ich ein Gewitter? Ein Feuer im Garten, wo ich alles verbrennen kann? Ein Verzeihungsritual? Oder… welche von den tausend Möglichkeiten, adieu zu sagen, ist die meine?

Was würde die Mohnblume sagen?

Ich öffne die Haustüre. Ich will nirgendwo hin. Ich möchte lauschen, mit Leib und Seele. Ich will wissen, mich erinnern an diesen heilen Kern in mir.

Wie angewurzelt bleibe ich stehen. Sie ist am Verblühen. Leise und still. Sie lässt das Schönste an ihr einfach verschrumpeln und dann zur Erde fallen. Adieu.

Sie weint nicht, sie hadert nicht mit ihrer Vergänglichkeit, sie findet sich nicht hässlich und alt, sie versteckt sich nicht oder vertuscht das Verblühen.

Stolz und sanft, weise und sich erinnernd lässt sie sich vom Wind bewegen., bis sich eins ums andere Blatt löst.

Sie ist wunderschön. Kraftvoll. Das ist leben, nicht sterben.

In ihrem Kern sind wohl behütet die neuen Samen und sie wissen, es kommt der Moment wo sie ausfliegen, sich in die Erde legen, um wieder neu zu wachsen und zu erblühen.

Was für ein Rhythmus!

Die Mohnblume hat sich mir ganz und gar gezeigt. Ihr Leben, ihr Sterben, ihr Sein und ihr Werden. Ein immer währender Kreislauf. Ich habe verstanden. Ich muss und kann es ihr nicht gleichtun. Aber ich finde heraus, welches mein Weg ist, indem ich ihn zulasse.

Adieu und hallo!

Ich wünsche dir, dass du in dieser turbulenten Zeit deinem eigenen Rhythmus Raum geben kannst. Sag adieu und hallo, wann immer deine Intuition und dein Herz es dir sagt. Nimm dir Zeit zum Sein, damit du dir selber lauschen kannst. Lass dich von dir überraschen!

Hab einen wunderschönen Sommer, du sanftstarke, farbige Blume und lass den Wind dich bewegen und dich von der Sonne küssen! Und der Regen? Er gibt dir den Saft zum Wachsen….. 😉

Ich grüsse dich herzlich! Tschüüüss!

Iris

Ach übrigens, bald erscheint mein erster Newsletter…. wenn du ihn gerne möchtest, schreibe mir eine E-mail. wanderin@weltenwind.ch oder bei…

http://weltenwind.ch

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