Ein Ahnentuch

Ein Ahnentuch habe ich malend begonnen zu weben.

Schon oft habe ich mich mit dem Thema der Ahnen auseinandergesetzt. Aber eben, mit dem Thema, als wäre es eine Geschichte ausserhalb von mir. Dabei geht es tief unter die Haut, ich würde sogar sagen, es sind die Knochen in uns, die zu uns sprechen.

Wir alle haben Vorfahren und oft haben wir sie noch erlebt, manchmal aber haben wir Eltern früh verloren oder wir wissen einfach, dass wir einmal Grossmütter, Urgrossmütter, Grossväter und Urgrossväter hatten, aber gekannt haben wir sie nicht.

Unterdessen bin ich selber Grossmutter und ich schaue mit anderen Augen zurück auf mein Leben, auf die Ahnen hinter mir. Oft wünsche ich mir, ich könnte zu meinen Grossmüttern sitzen, ihnen zuhören, was sie wirklich zu sagen haben, was sie aus ihrem Leben erzählen, was sie bewegt hat, welche Wünsche auf der Strecke geblieben sind, vor lauter Überlebensmodus. Ich möchte sie selber kennenlernen, jetzt als erwachsene, reife Frau und sie nicht über das definieren, was mir weitererzählt worden ist oder was ich als Kind von aussen erlebt habe. Wie wär das schön, wenn ich mich ihnen anvertrauen und sie heute um Rat fragen könnte! Natürlich rede ich auch so mit ihnen und spüre ihre Präsenz.

Meine Grossväter sind früh verstorben oder waren in sich gekehrt, ich kenne sie kaum. Was ging wohl in ihnen vor? Stimmt das alles, was man über sie erzählt? Gerne würde ich ihnen in die Augen schauen und die echte Grossvaterkraft spüren.

Von meinen Urgrosseltern gibt es Fotos und Geschichten. Zum Beispiel von einer Urgrossmutter, die im Krieg mit hartem Regime den Hof in Schwung hielt. Auf einem Schwarzweissfoto, umringt von ihren vielen Söhnen, sitzt sie stolz und ausdrucksstark da. Aber schwingt da nicht auch ein wenig Schalk um ihren Mund?

Wenn ich meine Ahnen auf den alten, vergilbten Fotos sehe, höre ich die Stimmen derer, die von ihnen erzählen. Sehr oft höre ich auch von den Auseinandersetzungen, die sie untereinander hatten. Sie warfen sich Unverschämtheiten vor, die mein Ahnenfeld zu einer unangenehmen Landschaft machten. Abgesehen vom äusseren Krieg, gab es Streit im Kleinen. Ja, ich gebe es zu, auch ich war nicht immer die Verständnisvolle.

Immer wieder sagte ich mir, lassen wir es ruhn, es ist vorbei. Ja, es ist vorbei und trotzdem wünsche ich Versöhnung, Respekt und Frieden in diesem wunderschönen Ahnenfeld. Dieses, mein Ahnenfeld ist nämlich voller Kreativität und Humor. Wie gesagt, nicht alle konnten es ausleben, aber es ist immer wieder aufgetaucht. Da wurde musiziert, getanzt, geschrieben, gedichtet, gemalt, Handwerk hergestellt, nachhaltige Erfindungen gemacht, studiert und kommuniziert, aber auch heftig diskutiert.

Die eine Grossmutter zum Beispiel, konnte so verschmitzt lachen, wenn sie bei einem Brettspiel geschummelt hat. Die andere hat herzhaft am Klavier gesungen, überhaupt, gesungen wurde viel, trotz hartem Leben. Und die dritte, ja, ich habe drei Grossmütter wedelte lustig mit ihrer Hand vor meiner Nase, band mir daraufhin einen kleinen Korb um die Taille und sagte, nun geh schon auf den Kirschbaum und iss soviel von den saftigen Früchten, wie du magst, und den Rest bringst du nach Hause.

Darum habe ich mich entschieden, ein Ahnentuch malend zu weben. All diese Kraft in einem Bild zu verbinden, seien es die Auseinandersetzungen oder die allzeit präsente Freude und Kreativität.

Während ich hier schreibe, wird es mir ganz warm ums Herz. Meine Knochen pulsieren, das Blut meiner Vorfahren rauscht durch meine Adern. Ich bedanke mich bei ihnen allen von Herzen fest! Wie auch immer sie ihr Leben gelebt haben, sie haben versucht ihr Bestes zu geben, zu lernen und zu lieben.

Ich habe Glück, ich fühle mich reich beschenkt und webe diese Ahnenkraft munter weiter. Ich höre nicht auf, dieses wundervolle Feld zu ehren, die Kreativität und den Humor zu leben. Mich daran zu erinnern, besonders dann, wenn ich mal wieder am Zweifeln bin. Herzhaft laut lachen und wahrhaftigsein und wenn dies bedeutet ebenso herzhaft laut wahr zu sein, wie das Lachen…..

Ja, ich webe ein Ahnentuch, nicht nur malend (es wird, glaube ich nie fertig), sondern auch jeden Tag aufs Neue mit meinen Tun, auf dass meine Kinder und Enkelkinder es weiterweben können, mit allem, was sie ausmacht. Sie sollen mit neuen Ideen mutig drauflos weben, so wie ich es tue, und alle vor uns auch. Wie wohl die Welt aussehen würde, wenn ganz viele, mit purer Lebensenergie durchwobenen Ahnentücher von den Händen der Menschen liebevoll gehalten und sie mit ihnen im Sonnenlicht und im Wind tanzen würden?

Ein Miteinander voller Vergebung, Respekt und Frieden. Und ganz, ganz wichtig….. voller Freude!

Wir alle haben ein riesiges Ahnenfeld, das weit zurückreicht. Da sind aber nicht nur unsere physischen Ahnen zu finden. Unsere spirituellen Ahnen melden sich auch immer wieder. Manchmal fällt eine Eingebung uns zu und wir wissen gar nicht woher…… tja…….

Ich wünsche dir einen wunderschönen Sommer, einen Sommer voller schöner Wunder oder sommerschöne Wunder! Geniess das leichte Verbundensein mit allem, was das dein Leben ausmacht.

Ayé!

Iris, die WeltenWindFrau

https://weltenwind.ch

Und….. auf dieser Website findest du die Monatsbotschaft für den Juli. Ein Rabenpaar erzählt……

Erkennst du mich?

Erkennst du mich? fragte sie den Bären, der vor ihr stand.

Er war gross, ja riesig und war gerade dabei Beeren von einem Strauch zu kämmen. Dabei benutzte er seine Krallen, die gefährlich aus seiner Tatze ragten. Er schmatzte genüsslich vor sich hin, als könne er keiner Fliege etwas zu Leide tun. Jetzt setzte er sich aufrecht auf den Boden und sah noch menschlicher aus. Dann sah er zu dieser eigenwilligen Frau, die ihm schon mehrmals Fragen zugerufen hatte.

Er sass einfach da und schaute und schaute. Je länger es dauerte, umso unruhiger wurde die Frau.

Soll ich besser wegrennen, solange ich noch kann, oder soll ich den langersehnten Moment ausnützen und endlich mit dieser Urkraft reden?

Nun waren sie beide da am Waldrand und schauten sich an. Die eine aufgeregt mit pochendem Herzen und der andere still und unbekümmert vor sich hin schmatzend. Sonst war es ruhig, nur das Zirpen des Sommers erfüllte die Luft.

Wie lange soll ich hier noch stehen? Was soll ich noch alles tun, damit er mir antwortet?

Sie wagte es ein letztes Mal. Erkennst du mich? Weißt du, wer ich bin? Die Stimme zitterte, weil die Frau von Moment zu Moment unsicherer wurde.

Der grosse Bär aber blieb ruhig und schaute nur. Er leckte seine Schnauze, denn die Beeren waren vertilgt. Ein zufriedenes Knurren liess er von sich rollen, dann legte er sich hin, nahm den Kopf zwischen die Pfoten und blinzelte der unruhigen Frau zu.  Diese setzte sich nun in einem Schneidersitz an den Rand der hohen, nach Grasblumen riechenden Sommerwiese.

Dass der Bär so entspannt war, machte sie sicherer und sie dachte vorlaut: Soll er mich doch fressen, wenn er will. Das macht mir üüüberhaupt nichts aus. Ich frage mich schon mein ganzes, langes Leben, wer ich denn wirklich bin. Jetzt kommt es auch nicht mehr darauf an, sollte ich auf der Suche nach dieser Antwort sterben.

Sie stützte die Ellenbogen auf die Knie und legte den Kopf in ihre Hände und nahm die Herausforderung, einander in die Augen zu schauen, an. Keine Worte, nur da sein, lauschen und ……

Es wurde immer stiller und stiller und die Frau hörte nun nicht einmal mehr die Umgebung, so sehr war sie von dieser Bärenkraft eingenommen. Nur einmal kam eine leise Furcht hoch, die sie fast in die Flucht schlug, aber ihre Frage war stärker und darum blieb sie sitzen, in einem guten Abstand zu dem Bären.

Wieder liess er ein Knurren los, dieses aber war anders, fordernd, wie sein Blick und es traf die Frau mitten im Herz. Da war kein gemütliches Blinzeln mehr, da war eine Anspannung in der Luft. Eine neue Unruhe erfasste sie und es schrie in ihr: Lauf! Hastig stand sie auf und lief um ihr Leben in die Sommerwiese hinein. Hinter sich hörte sie das Rascheln des Grases und ein Schnaufen, dessen Rhythmus nur von einem schweren Vierbeiner sein konnte….. tadam, tadam, tadam, tadammmm….

Was bin ich doch für eine naive, alte, sture Frau! Habe ich wirklich geglaubt, dass eine Begegnung mit dem Bären so easy peasy wäre? Aber loslaufen kann ich noch, denn das habe ich mein Leben lang geübt. Davonrennen, wenn’s brenzlig wird, das ist mein Ding. Nicht aber mich der Gefahr des Ausgestossenwerdens aussetzen oder mich einer unbequemen Wahrheit stellen, es könnte mich ja das Leben kosten. Nein! Lieber ignoriere ich die leise, aber rebellische Stimme in mir und mache auf lieb, nett und Anpassung. Da fühle ich mich Zuhause, also los, lauf!

Sich etwas vormachen, kostet aber auch Lebenszeit, dachte die Frau gerade, als sie über ihre eigenen Füsse stolperte und der Länge nach ins hohe Gras fiel. Sie vergrub den Kopf in ihren Armen, die sie schnell schützend um sich gelegt hatte. Ok! Das ist das Ende. Ich habe mich oft gefragt, wie ich einmal sterben werde, nun weiss ich es. Ich werde von einem Bären gefressen!

Sie hielt den Atem an, zog die Beine unter sich an und sammelte alle Kraft, um zu einem Stein zu werden. Dann spürte sie eine Wärme über sich, die von dem riesigen Tier ausging. Beiss schon zu! Dann ist es erledigt! Sie spürte den warmen Hauch des Bären in ihrem Nacken und roch den tierischen Geruch, so dass ihr fast übel wurde.

Los, komm! Beiss zu!

Mit einem erneuten, aus der tiefsten Tiefe des Bären komenden Knurren, legte dieser seine Tatze auf ihren Kopf, aber nicht so, als würde er sie damit töten wollen. Diese Bärenpfote war weich und behutsam, doch mit dem deutlichen Kratzen seiner Krallen.

Will er auf meinem Kopf Beeren pflücken?

Nein, da war etwas Festes, das an ihrem Kopf festgemacht war und sich wie ein Band anfühlte. Als er kräftig daran zog drückte es sich ihr schmerzhaft in ihre Augen. Was ist da, um Himmelswillen, um meinen Kopf gewickelt?

Deine Maske, brummte der Bär mit seinem typischen Grollen. Eigentlich war es nur sein Brummen, aber die Frau hörte seine Worte ganz genau heraus. Du trägst sie schon dein Leben lang, so weisst du gar nicht, wie es sich anfühlt, du zu sein. Darum kommst du auch mit solchen Fragen zu mir. Um zu überleben hast du dich mit Schichten geschützt. Du kannst sie nun ablegen. Jetzt ist es Zeit, dich selber kennenzulernen, du brauchst sie nicht mehr. Deine Suche kann jetzt zu Wissen werden.

So, deine Maske ist nun weg und dein Blick wieder klar.

Der Bär brummte weiter: Ich wollte dich nie fressen. Ich wollte herausfinden, wie wichtig dir dein wahres Leben ist. Indem du mich gefunden und dich mutig mir entgegengestellt hast, hast du dich deinem Leben und dem Maskensterben hingegeben. Ich bin die grosse Bärin und mir ist jegliches Leben heilig. In mir ist das Wissen aller Jahrtausende, nicht nur das von dieser Erde. Ich komme aus dem Universum und, wenn du bei klarem Himmel zu den Sternen schaust, wirst du dort das Bild von mir sehen. Meine energetische Kraft gab es schon längst vor der Zeit.

Du bist schon lange bereit zu sehen, aber mit dieser albernen Maske machst du dir das Leben unnötig schwer. Dich erkennt niemand, nicht einmal du selber. Komm schon, setz dich auf und wir machen es uns gemütlich dort unter die Eiche und du kannst mir alle Fragen stellen, die dich bewegen. Ich rate dir aber, deine wahre Kraft mitzubringen, dich selber so anzunehmen, wie du bist, sonst….. werde ich wieder gehen, ohne dass du die Antworten erhalten hast. Deine Kraft muss nicht stark sein, wie du immer meinst. Sie hat genau die Farben, die dich ausmachen, aber anerkenne sie! Bist du bereit? Ich gehe schon mal vor, zur Eiche und warte auf dich. Du weißt, ich habe Geduld, lass dir Zeit. Komme in deiner ureigenen Kraft zu mir und du kannst mich alles fragen. Ja, ich werde dich die wahre Zeit lehren.

Die Frau spürte, wie die Wärme, die sie begonnen hatte zu mögen, langsam verschwand und mit ihr der Bärenhauch und das Brummen. Mit pochendem Herzen blieb sie so zusammengerollt liegen, dann fing sie an, sich hin und her zu schaukeln, wie ein Kind. Tränen tropften über die plattgedrückten Grashalme in die Erde. Sie war noch am Leben und wie! Sie schluchzte und es schüttelte sie. Langsam setzte sie sich auf und mit einem Seufzer schaute zur alten Eiche hinüber, wo die alte Bärin gemütlich schlummerte. Bei diesem Anblick wurde ihr Herz ganz warm und es begann in einem vertrauten, kraftspendenden Rhythmus zu schlagen….. tadam, tadam, tadam, tadammm….

Sie sah sich um. Es war dieselbe Welt, wie sie sie kannte. Eigentlich hatte sich nichts verändert und doch sah sie alles mit anderen Augen. Sie fühlte sich frei, erleichtert und mit einem Kribbeln in ihr drin, wie Luftblasen, die im Wasser an die Oberfläche strebten. Wieder schaute sie zur alten Bärin, stand auf, breitete die Arme aus und rief ihr aus tiefstem Herzen ein lautes DANKE! zu. Die Bärin blinzelte und die Frau glaubte ein Schmunzeln zu sehen. Winkend drehte sich die Frau um und ging in ihr Leben mit der Wärme und der Kraft der Bärin als Rückenwind. Sie machte sich auf den Weg, ihre eigene Kraft zu entdecken und sie zu feiern!

Liebe Bärin, ich komme zurück, ich weiss es und du auch!

Ja, liebe Leserin, lieber Leser, wieder wollte es eine Geschichte werden. Diese eigenwillige Frau ist hartnäckig….. ich habe das Gefühl, da kündigt sich etwas an…..

Danke, dass du die Geschichte gelesen hast! Das freut mich sehr! Ich wünsche dir eine mutige Zeit und wenn du der Bärin (oder dem, was dir wichtig ist) begegnest, atme einmal in Ruhe durch. Schau nach, ob da eine Schicht ist, die du ablegen kannst, um ganz du zu sein: erkenne dich in deiner Farbe und mit deiner einzigartigen Kraft. Du weisst, die Welt freut sich auf dich!

Herzlich grüsst dich

Iris, die WeltenWindFrau

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SanftMut

Sanftmut. So ein schönes Wort.

Sanftmut. So ein schönes Wort!

Nein, ich habe mich nicht vertippt und zweimal den gleichen Satz geschrieben. Sie klingen zwar gleich die Sätze, sie bedeuten aber für mich nicht das selbe.

Zum einen ist es der Klang. Das Wort Sanftmut zaubert mir so ein schönes, weiches und kraftvoll warmes Gefühl in meine Ohren und zum anderen erfasst mich der Widerspruch dieser Wörter ganz und gar.

Sanftmut.

Aber dieses Wort passt doch gar nicht zu diesem Bild mit den Nüssen! Doch, ich erzähle dir gleich warum.

Den ganzen Sommer über habe ich es mir immer wieder im Schatten unseres grossen Nussbaumes gemütlich gemacht. Er ist riesig, seine Blätter sind wie grosse Fächer, durch die der Sonnenschein hindurchtanzen kann. Bei ihm zu verweilen hat mir ein Gefühl der Geborgenheit gegeben. Nie und nimmer habe ich an den Herbst gedacht und was er mir schenken wird.

Gehalten zu werden, ohne eingeengt zu sein. Beschützt zu sein und nicht klein gemacht zu werden. Den Schatten geniessen und erleben, wie das Sonnenlicht immer einen Weg findet. Ganz genau zu sehen, wie die Sonne in den Westen wandert, oder ist es die Erde, die Richtung Osten fliegt? Unter diesem Riesen zu sitzen und dem Regen zuhören und staunen, wie das Blätterdach einen genialen Schirm bildet.

Sanft und zugleich kraftvoll. Eine Botschaft, die mich still werden lässt und zum Nachfühlen bringt. Eine wunderbare Wesenheit von Baum am Ende meines Gartens. Sie lehrt mich, ohne mich zu belehren. Voller Sanftmut zeigt sie sich.

Soviel Weisheit, so viel Schönheit.

Und währenddem der Baum mir seine ganze Aufmerksamkeit geschenkt hat, sind an seinen Zweigen viele Früchte herangewachsen. Jede einzelne trägt genau diese Eigenschaften in sich und noch viele mehr.

Es sind grossartige Wunderwerke, die da in in einer überwältigenden Fülle vom Himmel, ich meine vom Nussbaum fallen. Eingehüllt in einem Mantel sind sie herangereift und nun zeigt eine harte Schale sich mutig der Welt. Zu schön, um sie einfach zu knacken. Einfach und vollkommen. Aber genau das wollen sie, dass man sie öffnet. Sie schenken sich und nähren uns in ihrer kleinen, ganz grossen Fülle.

Wie oft wünschen wir uns, ganz leise in uns drin, sanftmutig geknackt zu werden, auf dass wir alle unsere Gaben der Welt schenken können?

Unser Innenleben ist genauso ein Wunderwerk, gehalten von unserem Lebensrahmen. Da ist ein Fenster, das den Blick in die weite Welt und darüber hinaus, frei gibt. Komm, zeige ihr deine Welt! Ich bin von ganzem Herzen überzeugt, so bereicherst du dein Leben, ja dein ganzes Umfeld, ich würde sogar sagen das ganze Universum!

Von meiner Welt kann ich dir berichten, dass ich einen Newsletter kreiert habe. Darin erzähle ich dir von meinen Projekten, du findest kleine Rituale, die einfach umzusetzen sind und die zu den Jahreszeiten passen. Natürlich hat es immer einen Link zu meinen laut erzählten Geschichten und bestimmt gibt es auch immer wieder etwas zum Schmunzeln. Eine kleine Wundertüte zum Innehalten! Bist du dabei? Dann melde dich an, du findest den Link auf meiner Homepage http://weltenwind.ch. Ich feue mich auf dich!

Nun grüsse dich von Herzen fest und wünsche dir die Fülle des Herbstes und die Freude am Knacken……….

WeltenWindFrau

Und wie immer noch etwas: Ich habe ein paar Nüsse in meine Jackentasche gelegt. Ich werde den ganzen Winter, wenn ich unterwegs bin, mit ihnen darin spielen. Und wenn ich etwas Besonderes in mir entdecke, werde ich eine knacken und mich an den grossen, sanften, kraft- und liebevollen Riesen erinnern.

Danke, lieber Nussbaum!

Adieu

Ja, adieu! Genau das meine ich. Adieu!

Zu Gott, heisst das, vom Französischen übersetzt. Keine Angst, ich verlasse diese Welt nicht gleich, noch beende ich diesen Blog. Im Gegenteil, irgendwie fängt alles Neu an.

Aber warum denn adieu? Diese Mohnblume überraschte mich eines Morgens, als ich gerade aus dem Haus wollte. Ich rief tschüüss!, so wie ich es immer tat, wenn ich das Haus und den Garten verliess, auch wenn kein Mensch da ist, den ich hätte verabschieden können, ausser natürlich das Haus und den Garten…..

Diese wide Schönheit wuchs, ohne, dass ich sie gepflanzt oder gesät hätte, genau vor meiner Haustüre. Mit ihrem Rot hat sie richtig Lärm gemacht. Ich konnte nicht einfach an ihr vorbeigehen, hinausstürmen, mit meinem nächsten Ziel vor Augen. Und wie so oft in Gedanken versunken, mit dem was war, was ist und was sein wird und das alles gleichzeitig, einfach nicht wirklich da.

Dieser freie, ungehemmte, laute, rotblühende Ruf der Mohnblume liess mich abrupt innehalten. Ihr Blick war so stark, dass ich meine Tasche von der Schulter gleiten liess und zu ihr hintrat. Diese zarten Blätter! Sanft berührte ich sie, ja ich wollte mit den Händen schauen. Ich war fasziniert und auf einmal waren alle Gedanken weg. Eingenommen von einer einzigen Pflanzenkraft.

Da! Sie rief mir ein lautes Adieu entgegen! Schnell zog ich meine Hände weg und starrte, die sich sanft im Wind bewegende, leuchtend rote Blume an. Warf mich etwa die Mohnblume jetzt frech aus meinem eigenen Garten? Tschüüss, stotterte ich, bis heute Abend! Ich ging los und schaute immer wieder zu ihr zurück. Sie aber bewegte sich weiter leise und ihrer anmutigen Kraft im Wind, wie wenn nichts gewesen wäre.

Den ganzen Tag dachte ich an diese Begegnung. Adieu?

Ich konnte es kaum erwarten nach Hause zu kommen. Schon von Weitem winkte sie mir zu. Freute sie sich auch mich zu sehen? Sprach sie wieder mit mir? Sagte sie mir womöglich hallo!? Erzählte sie mir von ihrem Tag? Ich war ja so gespannt! Aber, bis auf ein sanftes Wirbeln mit ihren Blättern, blieb sie still.

So vergingen ein paar Tage und ich bekam immer ein Adieu, wenn ich ging, nie aber ein Hallo, wenn ich kam. Oft stand ich lange vor ihr und wir schauten uns in die Augen.

Meine Gedanken beschäftigten sich nun sehr mit dem Verabschieden. Und ich merkte, da gab es Einiges, das ich am liebsten einfach weggeschmissen hätte, auf nimmerwiedersehen.

Wie bringe ich die dichten Wolken, die mein Herz benebelten dazu, sich zu verziehen?

Brauche ich ein Gewitter? Ein Feuer im Garten, wo ich alles verbrennen kann? Ein Verzeihungsritual? Oder… welche von den tausend Möglichkeiten, adieu zu sagen, ist die meine?

Was würde die Mohnblume sagen?

Ich öffne die Haustüre. Ich will nirgendwo hin. Ich möchte lauschen, mit Leib und Seele. Ich will wissen, mich erinnern an diesen heilen Kern in mir.

Wie angewurzelt bleibe ich stehen. Sie ist am Verblühen. Leise und still. Sie lässt das Schönste an ihr einfach verschrumpeln und dann zur Erde fallen. Adieu.

Sie weint nicht, sie hadert nicht mit ihrer Vergänglichkeit, sie findet sich nicht hässlich und alt, sie versteckt sich nicht oder vertuscht das Verblühen.

Stolz und sanft, weise und sich erinnernd lässt sie sich vom Wind bewegen., bis sich eins ums andere Blatt löst.

Sie ist wunderschön. Kraftvoll. Das ist leben, nicht sterben.

In ihrem Kern sind wohl behütet die neuen Samen und sie wissen, es kommt der Moment wo sie ausfliegen, sich in die Erde legen, um wieder neu zu wachsen und zu erblühen.

Was für ein Rhythmus!

Die Mohnblume hat sich mir ganz und gar gezeigt. Ihr Leben, ihr Sterben, ihr Sein und ihr Werden. Ein immer währender Kreislauf. Ich habe verstanden. Ich muss und kann es ihr nicht gleichtun. Aber ich finde heraus, welches mein Weg ist, indem ich ihn zulasse.

Adieu und hallo!

Ich wünsche dir, dass du in dieser turbulenten Zeit deinem eigenen Rhythmus Raum geben kannst. Sag adieu und hallo, wann immer deine Intuition und dein Herz es dir sagt. Nimm dir Zeit zum Sein, damit du dir selber lauschen kannst. Lass dich von dir überraschen!

Hab einen wunderschönen Sommer, du sanftstarke, farbige Blume und lass den Wind dich bewegen und dich von der Sonne küssen! Und der Regen? Er gibt dir den Saft zum Wachsen….. 😉

Ich grüsse dich herzlich! Tschüüüss!

Iris

Ach übrigens, bald erscheint mein erster Newsletter…. wenn du ihn gerne möchtest, schreibe mir eine E-mail. wanderin@weltenwind.ch oder bei…

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