Holundergespräche

Holundergespräche führe ich immer wieder. Vor vielen, vielen Jahren, als ich einen Holunderbaum in unseren Garten pflanzte, wusste ich genau, wo er stehen sollte. Ich wollte ihn vom Esstisch aus sehen und ihn beim Wachsen beobachten, ja bei seiner stetigen Veränderung dabei sein. Oft sass ich da, mit dem Kopf in den Händen und vertiefte mich in sein Grün und in seine Gestalt. Ich sah Wesenheiten, Menschen, Tiere, Drachen, denn mit seinen, in alle Richtungen gebogenen Ästen, mit oder ohne Blattgrün oder Blüten, waren sie einfach zu erkennen. Sie wurden gar lebendig, wenn der Wind den ganzen Baum bewegte.

Irgendwann legte ich ein Brett vor den dünnen Stamm auf den Boden, setzte mich darauf und lehnte mich mit dem Rücken an ihn. So begann sich unsere Beziehung sich zu vertiefen. Im Juli 2017 schrieb ich einen ersten Blog dazu Holunder Juli 2017, weitere folgten, ohne, dass ich verraten hätte, dass der Holunder mir die Geschichte eingeflüstert hat.

Ich lernte Holla kennen, auch bekannt unter dem Namen Frau Holle. Sie erzählte mir das Märchen von der Goldmarie und der Pechmarie richtig. Ohne Moral, die hinzugedichtet wurde, um die Frauen zu fleissigen Arbeiterinnen anzutreiben.

Holla ist eine wunderbare Begleiterin und hat viele Gestalten und Namen, genau wie der Baum. Eines aber will sie immer, uns in die Tiefe unseres Seins führen. Mit den weissen Dolden und ihrem Duft muntert sie uns zum Lebenstanz auf, nährt unsere Freude und unsere Leichtigkeit, unser Licht und unsere Liebe, auf dass wir sie in Fülle verschenken.

Nicht aber leichtsinnig, schnellschnell oder gar mit wenig oder gar keinem Herzgefühl. Nein, sie will, dass wir aus der Tiefe unsere Kraft holen, dort, wo es unbequem ist hinzuschauen, wo aber das Wesentliche anzutreffen ist, die Wurzel. Da wohnt die Essenz, die sich in der ganzen Art unseres Wesens zeigt. Sie nimmt uns an der Hand, lässt uns nicht allein, da unten im Dunklen. Es ist ihre Magie, die uns den Mut macht hinzuschauen, uns mit uns zu versöhnen und das Wahre in uns anzuerkennen. Sie verlangt sogar, es zu lieben!!

Und darum ist es nicht verwunderlich, dass die weise Hollerin im Herbst schwarze Beeren aus den weissen Blüten zaubert. Ja, wirklich ein echter Zaubertrank, dessen Medizin uns durch den dunklen Winter und anstrengende Lebenslagen trägt….. denn…. er birgt die helle, weisse Pracht des Frühsommers in sich. Ein Versprechen, dass die Tage ganz sicher wieder länger werden und der Lebenstanz nie, nie enden wird.

Das Licht ist nie weg, es verwandelt sich nur in eine Kraft, die uns daran erinnert.

Vielleicht liest du meinen Newsletter. Im Mai habe ich angekündigt, dass ich aufgeräumt habe. Ich bin mit Holla in die Tiefe gestiegen und geschaut, was denn die Essenz meines Tuns ist.

So habe ich mich von sehr Vielem verabschiedet und nehme nur noch wenig mit ans Licht. Aber im Gepäck ist etwas, was ich neben dem Schreiben und dem Malen genauso gerne tue. Es sind die Gespräche mit der Natur. Ganz konkret. Zu hören. Zu lesen. Für jeden Monat neu.

Für den Juni hat mir, wie könnte es anders sein, der Holunder berichtet. Nur, ich habe ihm auf Schweizerdeutsch zugehört und so aufgenommen. Ich habe ganz vergessen, dass diese Sprache nicht alle Menschen verstehen. Sorry! Darum gibt es eine schriftlich zusammengefasste Übersetzung dazu. Du wirst sie auf meiner neuen Homepage finden, die ziemlich sicher am Sonntag, 7. Juli aufgeschaltet wird.

Wenn du möchtest, kannst du hier das Channeling für den Monat Juni hören. Ich habe nur am Anfang etwas herausgeschnitten, der Rest ist echt und direkt vor dem Holunder aufgenommen. Viel Freude beim Lauschen!

Wir grüssen dich herzlich duftend leuchtend, Holla, der Holunder und Iris, die WeltenWindFrau

Und falls dich mein, alles andere als gewöhnlicher, Newsletter interessiert, auf meiner Homepage https://weltenwind.ch findest du die Anmeldung und unten kannst du den Blog abonnieren, dann fliegt er jeweils am 3. des Monats in deinen digitalen Briefkasten. Ich freue mich auf dich!

Feuer

Dieses Feuer! Das Bild ist vor etwa zehn Jahren entstanden, ich kann es kaum glauben. Ganz still nur für mich.

Damals habe ich mir eine Aufgabe gestellt. Es war an einem heissen Augusttag im Tessin. Es ging langsam auf Neumond zu und ich spürte, dass mir mit diesem Neuanfang etwas Wichtiges bevorstand.

Seit dem Vollmond wurde ich immer nervöser, denn da brannte ein kleines Feuer in mir, eine Idee, die mich nicht mehr losliess und die, wenn ich sie verwirkliche, Einfluss auf meinen Alltag haben würde. Das klingt dramatisch, so, als würde ein, mein Leben wie eine Socke umgestülpt werden. So arg war es doch wieder nicht.

Und doch: hast du dir schon mal selber ein Versprechen gegeben? Nur dir, ohne dass jemand davon wusste? Es hat also keine Konsequenzen, wenn man es nicht einhält, es ist ja „nur“ eine Abmachung mit sich selbst. Es wird niemand zu Schaden kommen, sollte ich scheitern, nur ich würde meinem Zweifler Nahrung geben.

Doch da war dieses Glühen, tief in mir drin, das langsam zu einem dringenden Licht wurde. Schon bald züngelten kleine Flämmchen und bei Neumond, war das Feuer da. Ich stellte mich in diesem Kastanienwald, den ich schon seit meiner Kindheit gut kenne, schaute hinauf zu den Bergspitzen, sah weiter in den Himmel zu den Sternen und sagte laut: Ja!

Und dann gings los: Ich malte jeden Tag ein kleines Bild. 13 Mondinnen lang, von Neumond zu Neumond, 384 Bilder.

Es war spannend mit den Mondphasen zu gehen. Dieses Auf und Ab zu spüren, diese Wellen, die das Leben ausmachen. Ein Feuer, das mal laut und dann wieder leise war, mal heiss und gross und dann wieder klein und glühend. Aber ausgegangen ist es nie! Dazu kam das Staunen: nach 365 Tagen, war zwar das Jahr um, nicht aber der Mondzyklus. So begann ich, die Zahl 13 zu erkennen, ein wahrer Schatz!

Zu erleben, wie ein Alltag aussieht, wenn da unbedingt ein Platz eingefügt werden will, für ein kleines unwichtiges, aber für einem selber sehr dringendes Ereignis. Sich hinsetzen, ruhig werden, hören, fühlen, tasten, schaffen, schöpfen….. jeden Tag.

Es kam mir vor, als wäre da eine eigene Wesenheit, die nach mir rief damit ich mich mit ihr befasse. Es war ein Austausch mit mir selber ohne Druck von Aussen. Ein Date mit meinem Inneren, was für ein Abenteuer!!

Ich staunte wieder, ich hatte es geschafft. Ich war voller Freude aber auch ein wenig traurig. Und jetzt? Dieses Feuer erlöschen lassen?

Nein! Es kündigte sich schon die neue Idee an, die auch bald in Tat umgesetzt wurde:

Ich schnappte mir eines meiner Bilder und schrieb eine Geschichte dazu. Und du, wie du jetzt die Entstehungsgeschichte meines Blogs liest, kannst alle Geschichten finden, wenn du immer weiter nach unten scrollst.

Und heute, heute musst du für die Feuergeschichte nicht mal nach unten scrollen. Du kannst sie hören!

Ich teile mit einer anderen Geschichtenerzählerin einen You Tube Kanal. Und von jetzt an kannst immer am 30. des Monats ein Geschichte von mir hören, ich lese sie dir vor. Ein Jahr lang…….. 😉

für…….

Und wieder kann ich es kaum glauben, was aus einer Idee alles entstehen kann. Ist das alles wegen Neumond oder was ist jeweils vor einer Idee? Weisst du eine Antwort?

Wie ist es bei dir? Welche Feuer hast du in dir wahrgenommen und wollen von dir ganz allein gesehen werden, bis sie vielleicht nach vielen, vielen Jahren für andere sichtbar werden?

Ich wünsche dir die Kraft, leise zu beginnen, dein Feuer zu zu nähren und zu pflegen, auf dass es dir und zu Beginn nur dir Freude bereitet!

Gerne helfe ich dir beim Entfachen. Genauso einfühlsam und und voller Freude, wie du es brauchst, um mutig zu leuchten. So, wie ich es selber erlebt habe.

Ich freue mich auf dich und grüsse dich von Herzen fest!

Iris

http://weltenwind.ch

Und….. natürlich freue ich mich auch von dir zu hören und zu lesen, wie dir die Geschichte gefallen hat……

Die Kraft der Zartheit

Nebel steigt langsam aus dem Tal, so als würde er sich von Baum zu Baum den Berg hinauf hangeln. Er taucht alle schroffen Kanten in weiche Linien. Zartheit breitet sich aus.

Alles ist milchig weiss, nur noch die zarten Verläufe der Äste bewegen sich vor meiner Nase. Die Bäume werden lebendig. Es sind Wesenheiten, die nicht mehr ruhig und gelassen dastehen. Je länger ich sie betrachte, desto lebendiger werden sie. Die Zartheit des Nebels hüllt sie ein und ihr ureigener Ausdruck nimmt die Gelegenheit wahr, sich zu zeigen.

Die Bewegungen sind langsam und fliessend. Raum und Zeit verschwinden, sie wirken so frei!

Da neigt sich die Eiche mit ihren starken, verwinkelten Armen sanft zu der noch jungen Kastanie, deren Finger schnurgerade in den Himmel zeigen. Und da beginnt der Tanz. Zart berühren sie einander und flüstern sich geheime Worte zu. Diese Klarheit in ihren Bewegungen, diese Eleganz, dieser Frieden des Miteinanders, es ist eine einzige Einladung, mich ihnen anzuschliessen.

Mit meinen Händen und Armen, ja mit meinem ganzen Körper versuche ich ihren Linien zu folgen, ganz leise, ganz achtsam, der Baummelodie folgend. Ich verspüre den Wunsch wie sie zu sein. So sicher in dem, was sie tun, so verankert in ihrem Sein. Zweifeln sie denn niemals?

Wie schaffen sie es ihre Liebe, ihr Leben ganz und gar dem Sein zu widmen?

Sie lassen Wind und Wetter einfach zu. Ich sehe ihnen an, wie ihre Äste sich genau deswegen unaufhaltsam einen Weg in ihr Wachstum suchen. Ich staune über diese Schönheit und lasse mich von ihr mitnehmen. Da! Ich spüre ein Pulsieren in diesen lebendigen Wesen….ja, ich bin ganz sicher! Mit aller Kraft und Zartheit wollen Knospen einen Weg ans Licht finden. Diese Kraft und Unbeirrbarkeit!

Ich werde still. Ich nehme meine Astarme nah zu mir. Spüre den Lebenslinien nach, die mich in den letzten Jahren berührt haben. Bin ich ihnen mit Zartheit, Wohlwollen und Achtsamkeit begegnet? Mein Herz erinnert sich an wunderschöne, berührende Begegnungen. Aber auch an verbissenes Kämpfen, an Misstrauen und Ablehnung.

Der Winter geht bald zu Ende und der Frühling steht vor der Türe. Es ist genau die richtige Zeit, Abschied von den letzten verrückten Jahren zu nehmen. Ich wünsche mir, dass ich es schaffe, mit jedem Frühling, den ich erlebe mit Verständnis, Liebe und Annahme darauf zurückzuschauen.

Aber jetzt lasse ich mich erstmal von der Zartheit des Nebels einhüllen, auf dass ich wieder den Mut finde mich in meinem Sein zu finden und mich endlich frei zu bewegen.

Was kitzelt mich da in meinen Händen? Kann es sein, dass sich da mutigzart die ersten Knospen melden?

Bald gibt es auf http://weltenwind.ch neue Kurse, schau nach, vielleicht hat es auch etwas für dich dabei?

Der erste Frühling kommt!

Ich grüsse dich mit der Kraft der Zartheit

Iris