Brücken bauen

Brückenbauen ist das Natürlichste auf der Welt.

Ich bin sicher, dass wir das zu jeder Zeit des Tages tun.

Wir wollen in Verbindung sein mit irgendetwas. Und dafür tun wir unendlich viel. Unser grösster Wunsch ist es, dazuzugehören, um dann gleichzeitig darüber hinauszuwachsen. Eigenständig selbstbestimmt und mit dem wohligen Gefühl, sich selber zu sein.

Ich möchte mich jetzt nicht über die Abhängigkeit, die das Brückenbauen mit sich bringen kann, wortreich auslassen. Das tun andere schon zur Genüge. Jaja, das Handy, jaja, die sozialen Medien, jaja, unsere Vergangenheit, jaja, die Klimaerwärmung und der viele Streit unter uns Menschen…..ja, zu all diesen Themen und noch zu vielen mehr bauen wir Brücken. Sich von ihnen zu lösen ist nicht einfach, und wir vergessen, dass wir mit unseren vielen Gedanken sie zu festen Gebilden formen.

Ich möchte gerne die Gedanken befreien. Ich möchte keine Abhängigkeit, ich möchte ein sowohl als auch. Mit offenen Augen das Geschehen auf unserer Erde erkennen und aus vollem Herzen Brücken zur Farbe, zum Klang, zum Duft von genau dieser Erde samt ihren Bewohnern bauen.

Ja, es braucht Mut, bei einem frostigen Klima, im engeren und übertragenen Sinne, voller Vertrauen eine neue Brücke zu bauen. Zu diesem Mut gehört das Anerkennen der eigenen Farben, des eigenen unverkennbaren Duftes und des Klanges der eigenen Stimme. Diese muss nicht laut sein, es genügt, wenn wir mit ihr sind und ihr Raum geben.

Eine Brücke braucht auch Raum, Platz zum Atmen und zum Bauen. Sie braucht Zeit und sie braucht das Vertrauen ins Scheitern. Darum braucht es auch eine Hand voll Fantasie, denn es könnte ja sein, dass sie gelingt! Keine Brücke gleicht der anderen und das ist der Ausdruck der Verschiedenartigkeit von uns Menschen. Eine Brücke ist jedesmal ein Kunstwerk, so wie jeder Mensch einzigartig ist. Wir müssen sie nicht alle lieben und schön oder hässlich finden. Wir haben die Möglichkeit, wenn wir uns Zeit nehmen, sie zu bestaunen.

Und dann geschieht ein Wunder. Wir vergessen das Be- und Verurteilen, denn wir haben alle Hände voll zu tun! Brückengestalter:in zu sein regt alle Sinne an, macht Freude und schenkt Vertrauen zu uns selber und in das Leben. Wir verbinden Welten, werden beschenkt und freuen uns, dass wir auch so sein dürfen, wie wir sind.

Und auf einmal geht Brückenbauen ganz leicht, denn das andrere Ufer ist nicht mehr bedrohlich oder weit weg. Wir haben mit unserer Herzenskraft in Sekundschnelle ein Verbindung geschaffen, die frei macht, uns dem Leben zugehörig fühlen lässt und uns die Kraft gibt, voller Freude über uns hinauszuwachsen.

Utopisch? Zu schön, um wahr zu sein? Hallo, was für eine Brücke baue ich da gerade?

Oh!

Ich glaube an Wunder! Ich gebe nicht auf, Brücken zu gestalten, neue natürlich. (Die ururururalten sind von unseren Ahnen gebaut und sind magisch. Sie zu betreten braucht ebensoviel Mut, wie Achtsamkeit. Von ihnen gäbe es viel zu berichten…..)

Aber jetzt: Herzlich willkommen du spannendes Ufer!

Oder lädst du mich ein, dich kennenzulernen?

Ich bin Iris und erzähle Geschichten, die die Winde der Welten mir erzählen. http://weltenwind.ch und hier findest du auch den Link zu meinem Newsletter. Da gibt es immer viel Neues un Spannendes zu lesen, z. B. baue ich eine Brücke zu Suryas Welt….. sei dabei in dieser kleinen, feinen Community und abonniere den NEWSLETTER. Du bist herzlich willkommen!

Ich grüsse dich von Herzen fest!

Ich kann es nicht lassen, noch etwas zu ergänzen. Nämlich…. hast du gewusst, dass, wenn du eine Brücke zu deiner Lieblingsmusik herstellst oder zu dir wichtigen Bildern und Fotos, zur Natur, zu berührenden Menschen oder einfach zu dem, was dich fasziniert, dass auch da deine Brücke einzigartig ist? Und dass dann, wenn die Brücke denn mal steht, deine ureigene Gestaltungskraft zum Vorschein kommt? So kannst du Wunder bewirken und sichtbar machen! Leuchte!

EinHornFrau

EinHornFrau. Eine Geschichte über eine Frau die ein Horn hat.

Es war einmal eine unscheinbare Pflanze. Sie schwamm auf einem kleinen Weiher in einer Waldlichtung. Nur wenige Menschen fanden den Weg dorthin und wenn, dann waren sie alle hin und weg von diesem Zauber, den sie vorfanden.

Aber kaum jemand sah die unscheinbare Pflanze, die still und eigenwillig auf dem Wasser schwamm. Sie sah aus wie eine Muschel, und hätte jemand genau hingeschaut, hätte sie oder er gesehen, dass sie lebendig war. Sie bewegte sich! Ja, sie tanzte förmlich über das Wasser. Aber eben, das war nur für jene sichtbar, die genau hinschauten.

Diesen Ort gibt es wirklich, ich war schon oft da und ich gebe zu, diese schwimmende, lebendige Muschelpflanze, habe ich nie wahrgenommen.

Bis gestern. Ich streifte wiedereinmal im Sonnenschein unter dem blauen Herbsthimmel durch den Wald. Ich schmunzelte schon innerlich, denn ich fühlte, wie der Weiher mich magisch anzog.

Da stand ich nun und liess mich von diesem Zauber der Natur erfüllen und liess meinen Blick gedankenverloren da- und dorthin wandern. Auf einmal sah ich diese Muschelpflanze und wie sie sich bewegte. Es sah aus, als hätte sie ein Innenleben. Sie bekam Beulen, wurde in die Länge und in die Breite gezogen, wackelte gefährlich hin und her, bis…….

…… sie sich mit einem trotzigen „also gut!“ öffnete. Ich war auf einmal hellwach. Keine Träumereien mehr. Ich ging so nah wie ich nur konnte zum Wasser und schaute gespannt auf diese kleine Wesenheit. Laut und deutlich hörte ich ein: „Eeeeendlich!“ Nun war ich gespannt, was geht hier vor?

Eine kleine Spitze kam zum Vorschein, die immer länger und länger wurde. Irgendwann blinzelte eine Frau mit einem Horn auf der Stirn über den Muschelrand, begleitet von einem Farbenzauber.

Sie streckte nun den ganzen Kopf aus der Pflanze und schaute mir direkt in die Augen. „Schau nicht so blöd!“ rief sie frech. Ich schaute mich umher, dann wieder aufs Wasser. Mit wem sprach sie?

„Na mit dir! Und überhaupt ich mag unüberlegte Fragen üüüüberhaupt nicht!“

Konnte dieses wunderschöne, aufmüpfige Wesen meine Gedanken lesen? „Ja, kann ich. Du hast uns endlich, endlich wahrgenommen. Wie oft warst du schon hier und hast einfach über uns, meine Muschel und mich hinweggesehen? Aber nun bist du hier und wir sind sehr erfreut, mit dir zu sprechen. Eigentlich nur ich, die Muschel hat Angst vor dir. Sag ihr, dass du uns nichts tust.“

Vor lauter Staunen konnte ich zuerst gar nicht antworten, mit grossen Augen und offenem Mund bestätigte ich mit einem Nicken, dass es mir nicht in den Sinn käme, ihnen etwas anzutun. Da war eine kleine, wunderschöne Einhornfrau und sprach mit mir!

„Ja, ich spreche mit dir, weil du uns gesehen hast und nun musst du auch Verantwortung dafür übernehmen.“

Was muss ich? Wie meinst du das?

Was und wie du etwas siehst, hörst, spürst und denkst, hat Auswirkung auf dich, auf dein Leben, auf deine Umgebung, auf uns eigenArtige Wesenheiten, halt einfach auf alles. Darum ist deine Wahrnehmung, gepaart mit deinen Wünschen, Ängsten und Absichten, der Stoff aus dem diese Welt besteht. Ich habe ein Horn und damit bin ich mit allem, was ist, verbunden. So, wie du. Ich kann damit zaubern!“

Ich habe aber kein Horn auf der Stirn! „Doch, hast du!“ Nein! Ich sehe jeden Tag mehrmals in den Spiegel und ich habe noch nie ein Horn gesehen. „Ja, weil du es nicht sehen willst!“ Du meinst, wenn ich genau wahrnehmen würde, dann würde ich merken, dass ich ein Einhorn bin?

„Wenn du genau wahrnimmst, würdest du merken, dass du natürlich kein Einhorn bist. Aber du würdest merken, dass du eine EinHornFrau bist.“

Und was ist der Unterschied?

„Du bist verbunden mit allem, was ist. Und nicht nur du, alle Lebewesen dieser Erde. Und die Erde wiederum mit uns und allen Planeten, dem ganzen Universum und immer so weiter. Verstehst du nun die Verantwortung, die ihr trägt?“

Hm. Ja, langsam spüre ich da so einen Funken, der mich irgendwie erinnert.

„Genau! Liebe schreibende und hörende EinHornFrau, wie schön, dass du da bist und dich an dieses Erinnern erinnerst!“ Die Pflanzenmuschel wackelte wieder ob der Freude der Einhornfrau. Und viele Funken tanzten aus der Muschel, so dass ich lachen musste.

„Schliesse mal die Augen“, forderte sie mich auf, “ atme und spüre den Rhythmus deines Herzens. Dann achtest du auf den Atem und den Rhythmus der Erde unter deinen Füssen, im Becken, auf dem du sitzt, bis du eine Melodie erklingen hörst. Es ist das Zusammenspiel mit deinem Herzen und der Erde, das dich nun ganz und gar erfüllt. Das ist Verbundenheit. Du kannst ihr vertrauen.“

Lange sass ich da und spürte und spürte und vergass die Zeit. Manchmal erfasste mich dieses Gefühl, das die Einhornfrau beschrieben hat, aber oft kamen mir meine Gedanken dazwischen. Ja, das mit dem Vertrauen ist so eine Sache, aber ich gebe nicht auf! Irgendwann öffnete ich die Augen. Es wurde schon langsam dunkel und ich fröstelte, es ist ja Herbst. Ich sass an meinem Weiher in einer Waldlichtung. Alles ist ruhig. Weit und breit keine Muschelpflanze mehr mit einer Einhornfrau drin.

Schade, sie sind fort, dabei wollte ich ihnen doch noch sagen, dass ich, wenn schon, denn schon, eine ZweiHornFrau bin. Ich habe zwei spiralförmige Hörner. Ich bin nämlich eine Widderfrau! Oh, vielleicht hat sie es gehört, wir sind ja verbunden!

Dankend und schmunzelnd kam ich leichten Fusses nach Hause. Ich hatte ein berührendes Erlebnis und war voller Vorfreude, dir davon zu berichten.

Und wenn du heute in den Spiegel schaust, nimm genau wahr, vielleicht siehst du ……..

Ich grüsse dich von Herzen fest aus den Welten, deren Winde uns Geschichten erzählen.

Iris

http://weltenwind.ch

Und noch etwas: Seit neuestem schreibe ich einen Newsletter. Auf meiner Website findest du die Anmeldung. Ich bin sicher, dass die Winde der Welten dir allerhand zu deinem Leben beitragen. Ich freue mich auf dein Dabeisein!

SanftMut

Sanftmut. So ein schönes Wort.

Sanftmut. So ein schönes Wort!

Nein, ich habe mich nicht vertippt und zweimal den gleichen Satz geschrieben. Sie klingen zwar gleich die Sätze, sie bedeuten aber für mich nicht das selbe.

Zum einen ist es der Klang. Das Wort Sanftmut zaubert mir so ein schönes, weiches und kraftvoll warmes Gefühl in meine Ohren und zum anderen erfasst mich der Widerspruch dieser Wörter ganz und gar.

Sanftmut.

Aber dieses Wort passt doch gar nicht zu diesem Bild mit den Nüssen! Doch, ich erzähle dir gleich warum.

Den ganzen Sommer über habe ich es mir immer wieder im Schatten unseres grossen Nussbaumes gemütlich gemacht. Er ist riesig, seine Blätter sind wie grosse Fächer, durch die der Sonnenschein hindurchtanzen kann. Bei ihm zu verweilen hat mir ein Gefühl der Geborgenheit gegeben. Nie und nimmer habe ich an den Herbst gedacht und was er mir schenken wird.

Gehalten zu werden, ohne eingeengt zu sein. Beschützt zu sein und nicht klein gemacht zu werden. Den Schatten geniessen und erleben, wie das Sonnenlicht immer einen Weg findet. Ganz genau zu sehen, wie die Sonne in den Westen wandert, oder ist es die Erde, die Richtung Osten fliegt? Unter diesem Riesen zu sitzen und dem Regen zuhören und staunen, wie das Blätterdach einen genialen Schirm bildet.

Sanft und zugleich kraftvoll. Eine Botschaft, die mich still werden lässt und zum Nachfühlen bringt. Eine wunderbare Wesenheit von Baum am Ende meines Gartens. Sie lehrt mich, ohne mich zu belehren. Voller Sanftmut zeigt sie sich.

Soviel Weisheit, so viel Schönheit.

Und währenddem der Baum mir seine ganze Aufmerksamkeit geschenkt hat, sind an seinen Zweigen viele Früchte herangewachsen. Jede einzelne trägt genau diese Eigenschaften in sich und noch viele mehr.

Es sind grossartige Wunderwerke, die da in in einer überwältigenden Fülle vom Himmel, ich meine vom Nussbaum fallen. Eingehüllt in einem Mantel sind sie herangereift und nun zeigt eine harte Schale sich mutig der Welt. Zu schön, um sie einfach zu knacken. Einfach und vollkommen. Aber genau das wollen sie, dass man sie öffnet. Sie schenken sich und nähren uns in ihrer kleinen, ganz grossen Fülle.

Wie oft wünschen wir uns, ganz leise in uns drin, sanftmutig geknackt zu werden, auf dass wir alle unsere Gaben der Welt schenken können?

Unser Innenleben ist genauso ein Wunderwerk, gehalten von unserem Lebensrahmen. Da ist ein Fenster, das den Blick in die weite Welt und darüber hinaus, frei gibt. Komm, zeige ihr deine Welt! Ich bin von ganzem Herzen überzeugt, so bereicherst du dein Leben, ja dein ganzes Umfeld, ich würde sogar sagen das ganze Universum!

Von meiner Welt kann ich dir berichten, dass ich einen Newsletter kreiert habe. Darin erzähle ich dir von meinen Projekten, du findest kleine Rituale, die einfach umzusetzen sind und die zu den Jahreszeiten passen. Natürlich hat es immer einen Link zu meinen laut erzählten Geschichten und bestimmt gibt es auch immer wieder etwas zum Schmunzeln. Eine kleine Wundertüte zum Innehalten! Bist du dabei? Dann melde dich an, du findest den Link auf meiner Homepage http://weltenwind.ch. Ich feue mich auf dich!

Nun grüsse dich von Herzen fest und wünsche dir die Fülle des Herbstes und die Freude am Knacken……….

WeltenWindFrau

Und wie immer noch etwas: Ich habe ein paar Nüsse in meine Jackentasche gelegt. Ich werde den ganzen Winter, wenn ich unterwegs bin, mit ihnen darin spielen. Und wenn ich etwas Besonderes in mir entdecke, werde ich eine knacken und mich an den grossen, sanften, kraft- und liebevollen Riesen erinnern.

Danke, lieber Nussbaum!

Adieu

Ja, adieu! Genau das meine ich. Adieu!

Zu Gott, heisst das, vom Französischen übersetzt. Keine Angst, ich verlasse diese Welt nicht gleich, noch beende ich diesen Blog. Im Gegenteil, irgendwie fängt alles Neu an.

Aber warum denn adieu? Diese Mohnblume überraschte mich eines Morgens, als ich gerade aus dem Haus wollte. Ich rief tschüüss!, so wie ich es immer tat, wenn ich das Haus und den Garten verliess, auch wenn kein Mensch da ist, den ich hätte verabschieden können, ausser natürlich das Haus und den Garten…..

Diese wide Schönheit wuchs, ohne, dass ich sie gepflanzt oder gesät hätte, genau vor meiner Haustüre. Mit ihrem Rot hat sie richtig Lärm gemacht. Ich konnte nicht einfach an ihr vorbeigehen, hinausstürmen, mit meinem nächsten Ziel vor Augen. Und wie so oft in Gedanken versunken, mit dem was war, was ist und was sein wird und das alles gleichzeitig, einfach nicht wirklich da.

Dieser freie, ungehemmte, laute, rotblühende Ruf der Mohnblume liess mich abrupt innehalten. Ihr Blick war so stark, dass ich meine Tasche von der Schulter gleiten liess und zu ihr hintrat. Diese zarten Blätter! Sanft berührte ich sie, ja ich wollte mit den Händen schauen. Ich war fasziniert und auf einmal waren alle Gedanken weg. Eingenommen von einer einzigen Pflanzenkraft.

Da! Sie rief mir ein lautes Adieu entgegen! Schnell zog ich meine Hände weg und starrte, die sich sanft im Wind bewegende, leuchtend rote Blume an. Warf mich etwa die Mohnblume jetzt frech aus meinem eigenen Garten? Tschüüss, stotterte ich, bis heute Abend! Ich ging los und schaute immer wieder zu ihr zurück. Sie aber bewegte sich weiter leise und ihrer anmutigen Kraft im Wind, wie wenn nichts gewesen wäre.

Den ganzen Tag dachte ich an diese Begegnung. Adieu?

Ich konnte es kaum erwarten nach Hause zu kommen. Schon von Weitem winkte sie mir zu. Freute sie sich auch mich zu sehen? Sprach sie wieder mit mir? Sagte sie mir womöglich hallo!? Erzählte sie mir von ihrem Tag? Ich war ja so gespannt! Aber, bis auf ein sanftes Wirbeln mit ihren Blättern, blieb sie still.

So vergingen ein paar Tage und ich bekam immer ein Adieu, wenn ich ging, nie aber ein Hallo, wenn ich kam. Oft stand ich lange vor ihr und wir schauten uns in die Augen.

Meine Gedanken beschäftigten sich nun sehr mit dem Verabschieden. Und ich merkte, da gab es Einiges, das ich am liebsten einfach weggeschmissen hätte, auf nimmerwiedersehen.

Wie bringe ich die dichten Wolken, die mein Herz benebelten dazu, sich zu verziehen?

Brauche ich ein Gewitter? Ein Feuer im Garten, wo ich alles verbrennen kann? Ein Verzeihungsritual? Oder… welche von den tausend Möglichkeiten, adieu zu sagen, ist die meine?

Was würde die Mohnblume sagen?

Ich öffne die Haustüre. Ich will nirgendwo hin. Ich möchte lauschen, mit Leib und Seele. Ich will wissen, mich erinnern an diesen heilen Kern in mir.

Wie angewurzelt bleibe ich stehen. Sie ist am Verblühen. Leise und still. Sie lässt das Schönste an ihr einfach verschrumpeln und dann zur Erde fallen. Adieu.

Sie weint nicht, sie hadert nicht mit ihrer Vergänglichkeit, sie findet sich nicht hässlich und alt, sie versteckt sich nicht oder vertuscht das Verblühen.

Stolz und sanft, weise und sich erinnernd lässt sie sich vom Wind bewegen., bis sich eins ums andere Blatt löst.

Sie ist wunderschön. Kraftvoll. Das ist leben, nicht sterben.

In ihrem Kern sind wohl behütet die neuen Samen und sie wissen, es kommt der Moment wo sie ausfliegen, sich in die Erde legen, um wieder neu zu wachsen und zu erblühen.

Was für ein Rhythmus!

Die Mohnblume hat sich mir ganz und gar gezeigt. Ihr Leben, ihr Sterben, ihr Sein und ihr Werden. Ein immer währender Kreislauf. Ich habe verstanden. Ich muss und kann es ihr nicht gleichtun. Aber ich finde heraus, welches mein Weg ist, indem ich ihn zulasse.

Adieu und hallo!

Ich wünsche dir, dass du in dieser turbulenten Zeit deinem eigenen Rhythmus Raum geben kannst. Sag adieu und hallo, wann immer deine Intuition und dein Herz es dir sagt. Nimm dir Zeit zum Sein, damit du dir selber lauschen kannst. Lass dich von dir überraschen!

Hab einen wunderschönen Sommer, du sanftstarke, farbige Blume und lass den Wind dich bewegen und dich von der Sonne küssen! Und der Regen? Er gibt dir den Saft zum Wachsen….. 😉

Ich grüsse dich herzlich! Tschüüüss!

Iris

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Hallo! Ich sagte doch, Neues entsteht!

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Maggia

Heute fische ich eine Wesenheit aus Wasser und Stein aus meiner Tasche, die ich richtig liebe…..

Maggia

Ich habe das Gefühl, wenn ich diesen Titel schreibe, ist schon alles gesagt. Für mich erklärt er alles, gibt mein ganzes Universum, das mit ihm zusammenhängt, Preis. Nur schon, wenn ich den Namen ausspreche, geht ein Tor auf. Und gleich fliesst mir ein ganzer Fluss entgegen, der eine eigene Wesenheit ist.

Im Süden der Schweiz, im Tessin, fliesst er, dieser Fluss. Aber eigentlich müsste ich Flüssin sagen, denn für mich ist sie weiblich, eine Maggia eben!

Maggia.

Sprich diesen Namen auch einmal laut aus. Spürst du ihre Kraft?

Seit hunderten oder tausenden von Jahren sucht sie ihren Weg von hoch oben in den Bergen, hinab an wilden Steinbrocken vorbei. Unterdessen sind richtige Skulpturen entstanden. Sie stehen allein oder in Gruppen und scheinen sich Geschichten vom stetigen Fliessen des Wassers zu erzählen. Sie wurden bei Tag und bei Nacht geformt, seit ewigen Zeiten ohne Unterbruch. Tiefe Schluchten haben sich gebildet aus glattpolierten runden, aber auch schroffen Felsgesteinen aus Granit.

Für mich auch seit ewigen Zeiten, also mindestens seit einem halben Jahrhundert, bin ich dieser Flüssin nah. Als Kind habe ich mit den Zehen das eiskalte Wasser begrüsst, als Mutter bin ich mit den Kindern von Felsen zu Felsen geklettert und habe bange zugesehen, wie sie von da ins Wasser sprangen. Später dann habe ich mich auf einem sonnenwarmen, geschichtenerzählenden, körperähnlichen Stein ausgeruht und heute schwimme ich mutig dem Wasserfall entgegen, bis mein Herz so laut schlägt, dass es die Maggia hören kann.

Sie hat eine unbändige Kraft. Sie schenkt Leben und nimmt es auch. Sie entlockt den Menschen Jauchzer und fordert unmissverständlich Respekt. Sie spornt uns an, die eigene Wildheit zu spüren. Ja, sie will, dass wir sie mit jeder Zelle erfahren. Durch ihre Schönheit, ihre Eiseskälte, durch ihre Tiefe und Unberechenbarkeit. Sie ist Trägerin aller Geheimnisse des Lebens. Sie kennt die Sprache der Erde mit allem, was ist. Sie ist Wissende uralter Weisheiten, denn ihr Wasser entspringt wohl einem Schweizer Berg, aber das Wasser kommt aus der Tiefe der Erde, verbunden mit allen Flüssen dieser Welt.

Heute paddelte ich mit meinen Armen und Beinen im kalten Wasser neben dem Wasserfall. Die Sonne suchte sich einen Weg durch die Millionen von Wassertropfen und bildete mehrere Regenbögen. Ich schwamm in sie hinein, das Wasser prasselte schwer auf mich herab, tat mir am Kopf weh. Ich schnappte nach Luft, die Wucht des Wassers war enorm das Glück das erleben zu können aber noch viel grösser.

Ich spüre mein Leben, meinen Körper mein Herz, wie es wild schlägt. Ich bin ergriffen und immer wieder aufs Neue tief berührt von diesem Geschenk. Ja, ich höre dir zu, Maggia, ich will von dir lernen, deine Weisheit in mich aufnehmen und sie mit den Menschen teilen.

Ich nehme dich, wie du bist, an. Du bist für mich ein ganzes Universum. Ich brauche nur deinen Namen auszusprechen und ein Tor geht auf.

Wie wärs, wenn wir das auch mit Menschen und Situationen machen? Ich nehme dich an, so wie du bist. Ich schaue dich mit meinem ganzen Herzen an und du zeigst mir, was du Preis geben möchtest……