Schillern mit einer Buche

Schillern mit einer Buche geht das überhaupt? Ist das nicht ein Gegensatz? Eine Buche steht meist am Waldrand oder an einem Ort im Wald, wo sie genug Platz hat, um sich auszubreiten. Ja, sie wird gross und sie liebt es ihre Äste wie beschützende Arme weit auszustrecken. Ihre Rinde am Stamm ist sehr empfindlich und mag direkte Sonne gar nicht. Darum reichen ihre Äste oft bis zum Boden, so kann sie sich selber, uns Menschen und auch allem, was kreucht und fleucht, Schatten spenden. Eine Bank unter einer Buche ist nicht einmal so selten.

Aber was soll daran nun schillernd sein?

Schau dir die Buche auf dem Bild an. Erkennst du bei ihrem Anblick auch eine würdevolle Figur? Majestätisch mit einer Astkrone auf dem Kopf? Ein wenig furchteinflössend schaut sie in die Weite. Komm, lass dich von mir in die Welt der Buche mitnehmen. Komm, wir lauschen still vor dieser erstaunlichen Wesenheit. Ich bin sicher, dass sie mit uns spricht, zumal sie uns sogar ihren Kopf, samt Gesicht zeigt:

«Was für eine Ehre, dass ihr mich besuchen kommt. Ja, ich bin die Buche und stehe schon lange hier an diesem Platz. Eigentlich gibt es DIE Buche nicht. Wir sind Buchen und wir sind verbunden. Wir haben eine Gemeinschaftsseele und wenn ich genau sein will, haben wir eine Gemeinschaftsseele mit allen Bewohnern des Waldes. Und der Wald wiederum hat eine Gemeinschaftsseele mit allen Wäldern auf dieser Erde. Die Individualität, so wie ihr sie kennt, ist uns fremd. Und trotzdem sind wir alle eigenwillige Charaktere.

Wir Buchen sind Hüterinnen und Beschützer. Mit unseren Ästen können wir wunderbar umarmen. Und mit unserer zarten Rinde laden wir alle Waldbewohner und Waldbesucherinnen zum Verweilen ein.

Wir alle fühlen uns mächtig. Und damit meine ich nicht, dass wir Macht über andere ausüben. Es ist auch nicht unsere physische Grösse, die uns Kraft und Macht verleiht. Jeder und jede in diesem Wald ist seiner und ihrer Aufgabe bewusst und strahlt dadurch eine Eigenmacht aus.

Ich liebe es, hier zu stehen und zu leuchten. Und ich weiss, dass ich leuchte, auch im Winter, wenn ich gar keine Blätter mehr habe. Ich höre einfach nie auf damit. Wie sonst soll ich die vielen Bucheckerchen produzieren, die so viele Tiere und auch Menschen lieben? Woher nehme ich die Kraft, um mich im Herbst goldrot zu färben und im Frühling wieder neue Blätter spriessen zu lassen? Ich leuchte, was das Zeug hält, bei Tag und bei Nacht, genährt von der Erde und vom Himmel. Und es macht mich überhaupt nicht müde, im Gegenteil, es lässt mich wachsen und meine Aufgabe jeden Tag sein. In mir drin fliesst das Blut vieler Leben, von vielen Generationen und von noch mehr Erlebnissen von vielen Jahrhunderten. Ich weiss sehr viel und ich trage dieses Wissen in meinen Wurzeln, in meinem Stamm, in meinen Ästen und auch in meinen Blättern.

Mein rotes Laub, das im Herbst auf dem Waldboden liegt, beschützt den Boden und alle Tiere und Pflanzen, die sich während des Winters darunter verbergen. Dieser Kreislauf gibt uns die Möglichkeit zu wachsen und unsere Weisheit weiterzugeben.

Mit unseren Wurzeln und Ästen empfangen wir. Sie sind wie Antennen. Wir hören allen und allem zu, und manchmal kommt es mir vor, als könnte ich fliegen, wie ein Drache, denn ich bin mit diesem Urtier verwandt. Ich begrüsse das Innerste der Erde, wie auch die Sterne und ihre Bewohner, die immer häufiger zu uns auf die Erde zu Besuch kommen. Ich verbinde mich mit den Klängen aus dem Universum und speichere sie. Und wenn meine Zeit gekommen ist, schenke ich mein Holz den Instrumentenbauern, da klingen sie weiter!

Ja, ich liebe all meine Gaben und weiss, dass sie wertvoll sind. Und das, liebe Menschenseele, wünsche ich mir von dir auch. Ich bin sicher, dass du Gaben hast! Und ich weiss, dass sie wertvoll sind. Denn ohne dich und deine Gaben würden die Menschen und die Natur um dich herum etwas vermissen.

Komm, richte dich mit mir auf, werde königlich. Erspüre die Erde und mit deinen Wurzeln berührst du die anderen Wurzeln von anderen Wesenheiten. Lass dein Blut fühlbar durch dich strömen, es ist dein Lebensfluss! Er fliesst durch deinen Körper und hinaus in deine Arme und über deinen Kopf hinaus, als hättest du Äste so wie ich. Und jetzt beginne zu schillern, in all deinen Farben und Tönen. Sei klar, als wärst du eine Buche, mit zarter, sensibler Rinde und ja, auch manchmal etwas furchteinflössend. Aber du weißt, du bist in den Kreislauf des Lebens eingebunden. Wachsen, Blühen, Vergehen, Einkehr, um im Frühling wieder zu wachsen…..

Nimm diesen Kreislauf an, bedingungslos und du wirst so königlich wie eine Buche, so gross, so schön, so knorrig, so eigenwillig, so nährend mit deiner Gabe, so hingebungsvoll wie Mutter Erde selber.

Sei wie ein Drache, mit ururaltem Wissen aus der Zeit vor der Zeit. Der, nachdem er verkannt, gefürchtet und ausgestossen wurde, sich selber nie aufgegeben hat und nun langsam wieder in unser aller Bewusstsein kommt als das, was er wirklich ist. Ein Wesen mit Eigenmacht und grossem Herzen, mit vielfältigen, heilenden Gaben, mit tiefer, klarer Weisheit und erfüllt von nährendem Wissen genau wie du.

So, nun lasse ich euch weiterziehen. Danke für’s Zuhören! Ich, wir Bäume, Büsche, Tiere, ja alle Bewohner des Waldes sind für euch zu jeder Zeit da. Wir freuen uns auf euren Besuch! Und wenn ihr Fragen habt, Trost braucht oder einfach mit uns sein wollt, verbindet euch mit uns und wir antworten. Bis bald, ihr wundervollen Seelen!»

Danke liebe Buche für deine Worte! Ich schreibe sie auf und gebe sie weiter.

Danke lieber Mensch, für’s Lauschen und danke für dein Schillern in allen Farben und Tönen…… ich bin jetzt still und geniesse es!

Ich grüsse dich aus dem schattigen, kühlen, lebendigen Wald. Und wer weiss, vielleicht treffen wir uns unter einer Buche? Es ist ein magisches Erlebnis an ihren Stamm anzulehnen und zuzusehen, wie die heisse Sommersonne auf den Blättern tanzt und die Buche zum Schillern bringt…..

Hab einen Schillerndschönenwundersommer!

Iris, die WeltenWindFrau

http://weltenwind.ch

Erkennst du mich?

Erkennst du mich? fragte sie den Bären, der vor ihr stand.

Er war gross, ja riesig und war gerade dabei Beeren von einem Strauch zu kämmen. Dabei benutzte er seine Krallen, die gefährlich aus seiner Tatze ragten. Er schmatzte genüsslich vor sich hin, als könne er keiner Fliege etwas zu Leide tun. Jetzt setzte er sich aufrecht auf den Boden und sah noch menschlicher aus. Dann sah er zu dieser eigenwilligen Frau, die ihm schon mehrmals Fragen zugerufen hatte.

Er sass einfach da und schaute und schaute. Je länger es dauerte, umso unruhiger wurde die Frau.

Soll ich besser wegrennen, solange ich noch kann, oder soll ich den langersehnten Moment ausnützen und endlich mit dieser Urkraft reden?

Nun waren sie beide da am Waldrand und schauten sich an. Die eine aufgeregt mit pochendem Herzen und der andere still und unbekümmert vor sich hin schmatzend. Sonst war es ruhig, nur das Zirpen des Sommers erfüllte die Luft.

Wie lange soll ich hier noch stehen? Was soll ich noch alles tun, damit er mir antwortet?

Sie wagte es ein letztes Mal. Erkennst du mich? Weißt du, wer ich bin? Die Stimme zitterte, weil die Frau von Moment zu Moment unsicherer wurde.

Der grosse Bär aber blieb ruhig und schaute nur. Er leckte seine Schnauze, denn die Beeren waren vertilgt. Ein zufriedenes Knurren liess er von sich rollen, dann legte er sich hin, nahm den Kopf zwischen die Pfoten und blinzelte der unruhigen Frau zu.  Diese setzte sich nun in einem Schneidersitz an den Rand der hohen, nach Grasblumen riechenden Sommerwiese.

Dass der Bär so entspannt war, machte sie sicherer und sie dachte vorlaut: Soll er mich doch fressen, wenn er will. Das macht mir üüüberhaupt nichts aus. Ich frage mich schon mein ganzes, langes Leben, wer ich denn wirklich bin. Jetzt kommt es auch nicht mehr darauf an, sollte ich auf der Suche nach dieser Antwort sterben.

Sie stützte die Ellenbogen auf die Knie und legte den Kopf in ihre Hände und nahm die Herausforderung, einander in die Augen zu schauen, an. Keine Worte, nur da sein, lauschen und ……

Es wurde immer stiller und stiller und die Frau hörte nun nicht einmal mehr die Umgebung, so sehr war sie von dieser Bärenkraft eingenommen. Nur einmal kam eine leise Furcht hoch, die sie fast in die Flucht schlug, aber ihre Frage war stärker und darum blieb sie sitzen, in einem guten Abstand zu dem Bären.

Wieder liess er ein Knurren los, dieses aber war anders, fordernd, wie sein Blick und es traf die Frau mitten im Herz. Da war kein gemütliches Blinzeln mehr, da war eine Anspannung in der Luft. Eine neue Unruhe erfasste sie und es schrie in ihr: Lauf! Hastig stand sie auf und lief um ihr Leben in die Sommerwiese hinein. Hinter sich hörte sie das Rascheln des Grases und ein Schnaufen, dessen Rhythmus nur von einem schweren Vierbeiner sein konnte….. tadam, tadam, tadam, tadammmm….

Was bin ich doch für eine naive, alte, sture Frau! Habe ich wirklich geglaubt, dass eine Begegnung mit dem Bären so easy peasy wäre? Aber loslaufen kann ich noch, denn das habe ich mein Leben lang geübt. Davonrennen, wenn’s brenzlig wird, das ist mein Ding. Nicht aber mich der Gefahr des Ausgestossenwerdens aussetzen oder mich einer unbequemen Wahrheit stellen, es könnte mich ja das Leben kosten. Nein! Lieber ignoriere ich die leise, aber rebellische Stimme in mir und mache auf lieb, nett und Anpassung. Da fühle ich mich Zuhause, also los, lauf!

Sich etwas vormachen, kostet aber auch Lebenszeit, dachte die Frau gerade, als sie über ihre eigenen Füsse stolperte und der Länge nach ins hohe Gras fiel. Sie vergrub den Kopf in ihren Armen, die sie schnell schützend um sich gelegt hatte. Ok! Das ist das Ende. Ich habe mich oft gefragt, wie ich einmal sterben werde, nun weiss ich es. Ich werde von einem Bären gefressen!

Sie hielt den Atem an, zog die Beine unter sich an und sammelte alle Kraft, um zu einem Stein zu werden. Dann spürte sie eine Wärme über sich, die von dem riesigen Tier ausging. Beiss schon zu! Dann ist es erledigt! Sie spürte den warmen Hauch des Bären in ihrem Nacken und roch den tierischen Geruch, so dass ihr fast übel wurde.

Los, komm! Beiss zu!

Mit einem erneuten, aus der tiefsten Tiefe des Bären komenden Knurren, legte dieser seine Tatze auf ihren Kopf, aber nicht so, als würde er sie damit töten wollen. Diese Bärenpfote war weich und behutsam, doch mit dem deutlichen Kratzen seiner Krallen.

Will er auf meinem Kopf Beeren pflücken?

Nein, da war etwas Festes, das an ihrem Kopf festgemacht war und sich wie ein Band anfühlte. Als er kräftig daran zog drückte es sich ihr schmerzhaft in ihre Augen. Was ist da, um Himmelswillen, um meinen Kopf gewickelt?

Deine Maske, brummte der Bär mit seinem typischen Grollen. Eigentlich war es nur sein Brummen, aber die Frau hörte seine Worte ganz genau heraus. Du trägst sie schon dein Leben lang, so weisst du gar nicht, wie es sich anfühlt, du zu sein. Darum kommst du auch mit solchen Fragen zu mir. Um zu überleben hast du dich mit Schichten geschützt. Du kannst sie nun ablegen. Jetzt ist es Zeit, dich selber kennenzulernen, du brauchst sie nicht mehr. Deine Suche kann jetzt zu Wissen werden.

So, deine Maske ist nun weg und dein Blick wieder klar.

Der Bär brummte weiter: Ich wollte dich nie fressen. Ich wollte herausfinden, wie wichtig dir dein wahres Leben ist. Indem du mich gefunden und dich mutig mir entgegengestellt hast, hast du dich deinem Leben und dem Maskensterben hingegeben. Ich bin die grosse Bärin und mir ist jegliches Leben heilig. In mir ist das Wissen aller Jahrtausende, nicht nur das von dieser Erde. Ich komme aus dem Universum und, wenn du bei klarem Himmel zu den Sternen schaust, wirst du dort das Bild von mir sehen. Meine energetische Kraft gab es schon längst vor der Zeit.

Du bist schon lange bereit zu sehen, aber mit dieser albernen Maske machst du dir das Leben unnötig schwer. Dich erkennt niemand, nicht einmal du selber. Komm schon, setz dich auf und wir machen es uns gemütlich dort unter die Eiche und du kannst mir alle Fragen stellen, die dich bewegen. Ich rate dir aber, deine wahre Kraft mitzubringen, dich selber so anzunehmen, wie du bist, sonst….. werde ich wieder gehen, ohne dass du die Antworten erhalten hast. Deine Kraft muss nicht stark sein, wie du immer meinst. Sie hat genau die Farben, die dich ausmachen, aber anerkenne sie! Bist du bereit? Ich gehe schon mal vor, zur Eiche und warte auf dich. Du weißt, ich habe Geduld, lass dir Zeit. Komme in deiner ureigenen Kraft zu mir und du kannst mich alles fragen. Ja, ich werde dich die wahre Zeit lehren.

Die Frau spürte, wie die Wärme, die sie begonnen hatte zu mögen, langsam verschwand und mit ihr der Bärenhauch und das Brummen. Mit pochendem Herzen blieb sie so zusammengerollt liegen, dann fing sie an, sich hin und her zu schaukeln, wie ein Kind. Tränen tropften über die plattgedrückten Grashalme in die Erde. Sie war noch am Leben und wie! Sie schluchzte und es schüttelte sie. Langsam setzte sie sich auf und mit einem Seufzer schaute zur alten Eiche hinüber, wo die alte Bärin gemütlich schlummerte. Bei diesem Anblick wurde ihr Herz ganz warm und es begann in einem vertrauten, kraftspendenden Rhythmus zu schlagen….. tadam, tadam, tadam, tadammm….

Sie sah sich um. Es war dieselbe Welt, wie sie sie kannte. Eigentlich hatte sich nichts verändert und doch sah sie alles mit anderen Augen. Sie fühlte sich frei, erleichtert und mit einem Kribbeln in ihr drin, wie Luftblasen, die im Wasser an die Oberfläche strebten. Wieder schaute sie zur alten Bärin, stand auf, breitete die Arme aus und rief ihr aus tiefstem Herzen ein lautes DANKE! zu. Die Bärin blinzelte und die Frau glaubte ein Schmunzeln zu sehen. Winkend drehte sich die Frau um und ging in ihr Leben mit der Wärme und der Kraft der Bärin als Rückenwind. Sie machte sich auf den Weg, ihre eigene Kraft zu entdecken und sie zu feiern!

Liebe Bärin, ich komme zurück, ich weiss es und du auch!

Ja, liebe Leserin, lieber Leser, wieder wollte es eine Geschichte werden. Diese eigenwillige Frau ist hartnäckig….. ich habe das Gefühl, da kündigt sich etwas an…..

Danke, dass du die Geschichte gelesen hast! Das freut mich sehr! Ich wünsche dir eine mutige Zeit und wenn du der Bärin (oder dem, was dir wichtig ist) begegnest, atme einmal in Ruhe durch. Schau nach, ob da eine Schicht ist, die du ablegen kannst, um ganz du zu sein: erkenne dich in deiner Farbe und mit deiner einzigartigen Kraft. Du weisst, die Welt freut sich auf dich!

Herzlich grüsst dich

Iris, die WeltenWindFrau

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Meine Grenze

Die eigenen Grenzen kennenzulernen, braucht Zeit und Vertrauen.

Grenzen sind schnell überschritten, denn sie haben viele Gesichter. Arbeiten ohne Ende, gewollt oder von aussen verlangt, um jeden Preis gefallen zu wollen, sich anzupassen, obwohl es in einem schon längst neeeiiin schreit, sich körperlich zu sehr auszugeben, sei es bei Sport oder anderen Aktivitäten oder einfach im Alltag mit all seinen Verlockungen. Da sind noch die üblen Grenzüberschreitungen, aber die haben hier jetzt nichts zu suchen. Du merkst, ich könnte noch manche Zeile schreiben, bis vielleicht alles aufgezählt ist.

Aber das möchte ich nicht. Ich möchte dir von einer ganz besonderen Erfahrung berichten. Ich habe eine Grenze mit Fasten richtiggehend herausgefordert. Das hat mich voll aus meiner Komfortzone herausgespickt und ich wurde aufgefordert, mich eine ganze Woche lang in Hingabe und Annehmen zu üben.

Was für eine Anstrengung! Meine Gemütslage änderte sich von euphorisch, das schaffe ich! Über Hilfe!, ich bin nicht mehr leistungsfähig! Zu oh nein, ich bin sowas von schwach und bedürftig! Atmen, annehmen und hingeben, atmen, annehmen und hingeben, atmen, annehmen und hin…………. kannst du dir vorstellen, wie schwierig das ist?

Ich habe eine ganze Woche lang nichts gegessen. Was für ein Luxus, den ich mir leisten konnte in meinem, bis jetzt wohlgenährten Leben! Zum Zmittag gab es einen Smoothie aus Kräutern aus dem Garten. Zum Znacht eine laue Gemüsesuppe ohne irgendetwas drin und sonst den ganzen Tag nur Wasser oder Tee und das sechs Tage lang. Am siebten ass ich dann einen Apfel und am Abend einen mit viel Liebe und Hingabe zubereiteten Kartoffelstock. Ich glaube, nein ich bin ganz, ganz sicher, es war der beste meines Lebens!

Wie konnte ich mir nur so etwas antun, fragte ich mich am sechsten Tag, als ich für einen zwanzigminütigen Spaziergang mehr als eine Stunde brauchte? Das kann doch nicht gesund sein!? Wie, um Himmelswillen, bin ich darauf gekommen, meine Kontrolle über mein Leben, über meinen Körper auf diese, fast schmerzhafte Weise aufzugeben?

Eine solche Grenzerfahrung ist zum Wohle meines Körpers, ja meiner Gesundheit, habe ich mir gesagt. Ich habe meinen Organen eine Auszeit gegönnt. Ich habe meinen Zellen die Möglichkeit gegeben Gifte, die sich wohl über Jahre angesammelt haben (physische und psychische, z.B. Stress) auszuscheiden. Vielleicht habe ich das medizinisch nicht ganz korrekt formuliert, aber ich kann dir sagen, da ging die Post ab. Ja, wirklich! Ich hatte so viele Erkenntnisse, wie schon lange nicht mehr und gigantische, aufschlussreiche Träume.

Mir wurde es leichter und leichter ums Herz. Ich fühlte eine tiefe Sanftheit in mir drin, die sich immer mehr ausdehnte, bis sie mich, meine ganze Umgebung, ja meine ganze Lebensgeschichte ganz und gar erfasste.

Ich bekam ein Gefühl für den Moment. Mein Ego kümmerte sich um mein Überleben, was ja seine eigentliche Aufgabe ist. Es machte seine Sache mit vollem Einsatz und ich fühlte mich bei ihm gut aufgehoben. Mein Geist wurde immer freier, während mein Körpergefühl die ganze Aktion für ziemlich überflüssig hielt.

Nun ist es schon wieder eine Woche her. Langsam habe ich wieder mit Essen begonnen. Ich gebe nun mehr darauf acht, was ich meinem Körper zumute. Meine Kräfte sind wieder da, diese Sanftheit ist geblieben samt den Einsichten, die ich nun in mein Leben einweben werde. Ob die Entgiftung gelungen ist? Keine Ahnung. Ob ich diese Grenze jemals wieder ausloten will? Kann ich mir im Moment nicht vorstellen. Ob sich diese Grenzerfahrung gelohnt hat? Tausendmal ja!

Ich weiss jetzt aber auch, was mir am meisten gefehlt hat.

Das Sinnliche.

Essen zu schmecken, zu riechen und zu geniessen, mich in meinem Körper wohlfühlen, weil ich ihn liebevoll genährt habe und ihn von ganzem Herzen liebe. Hier auf Erden ist er mein Ein und Alles. Ich will Musik hören, mich mit Kunst beschäftigen und mich damit umgeben, weil es ALLE Sinne anregt. Bäume umarmen, die Natur einsaugen, und meine Liebe zu ihr wieder ausatmen, mich mit lieben Menschen austauschen und denen vergeben, die es nicht waren.

Ja, die Natur hat mich in dieser Zeit genährt. Ich hatte tatsächlich das Gefühl, ich hätte gegessen, nach einem Spaziergang im Schneckentempo. Es ist wahr, sie ist die beste Mutter, die wir uns vorstellen können, sie lässt uns nie, nie, wirklich nie im Stich. Es liegt an uns, sie zu beachten und uns ihr voller Vertrauen hinzugeben und sie mit offenem Herzen anzunehmen. Sie wird uns das schenken, was sie will, nicht das, was wir von ihr erwarten.

Meine Sinne sind wieder geschärft und ich feiere sie jeden Tag, indem ich sie nähre. Ich freue mich über meinen Körper, er ist ja sowas von genial! Ich liebe meinen Geist, wie er dem Herzen die Hand gibt oder ist es umgekehrt? Ich danke meinem Leben, ich fühle mich von ihm soso sehr erfüllt und beschenkt!

Bevor ich mich für diesmal wieder verabschiede, empfehle ich dir, eine Heilfastenwoche nicht alleine zu machen. Eine solche Grenzerfahrung braucht kompetente Begleitung. Danke, liebe Ljiljana, für dein grosses Wissen und die Sicherheit, die du ausgestrahlt hast. Du hast mir damit vermittelt, dass sich dieses Abenteuer lohnt. Durch deine Präsenz fühlte ich mich ernst genommen und aufgehoben.

oazaholistic@gmail.com

Ich habe meine Grenzen gespürt, im wahrsten Sinn des Wortes. Ich habe den Anstoss erhalten, sie zu achten, mich immer wieder zu sammeln und zu reflektieren, Verantwortung  für meinen Anteil am Leben zu übernehmen. Das Innehalten und die Langsamkeit sind Schlüssel dazu. Ich wünsche mir, dass wir uns immer wieder Zeit dazu nehmen. Es muss ja nicht gleich eine Heilfastenwoche sein…….

Und weil ich grad so in Umarmungslaune bin, vor lauter Freude ein fast unmögliches Abenteuer überlebt zu haben 😉 umarme ich dich und grüsse dich von Herzen fest!

Iris

http://weltenwind.ch

Natürlich gibt es noch ein Schäumchen, wie bei einem Cappuccino. Ich dachte, wenn schon fasten, dann richtig. Darum habe ich die ganze Fastenwoche das Handy jeweils 20 Std lang ausgeschaltet. Auf einmal wurde es ruhig um mich. Und ich hatte das Gefühl, wie nach einem lauten Konzert, wenn man dann im Bett liegt. Es ist Nacht und still, aber der Sound vibriert im ganzen Körper weiter……

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Ich brauche eine Medizin

Ich brauche eine Medizin für oder gegen etwas?

Also, ich brauche eine Medizin, sagte die Frau und machte sich auf den Weg. Sie hatte sich warm angezogen, man weiss nie, was unterwegs alles passieren kann. Ja, auch den letzten Apfel aus dem Keller packte sie in eine Tasche. Dazu noch ein paar Nüsse, zwei Brötchen und eine Flasche verdünnten Holundersirup, vom roten, den vom Spätsommer.

Munter schritt sie voran und hielt dabei Ausschau nach jemandem, die oder der ihr eine Medizin geben könnte.

Seit längerer Zeit litt sie an Rückenschmerzen, auch war ihr oft schwindlig und ihre Träume waren immer mal wieder haarsträubend. Das konnte so nicht weitergehen, sie wollte wieder ihr ruhiges Leben zurück, wo alles seine Ordnung hatte.

Obwohl, wenn sie ehrlich war, gab es diese Zeiten gar nie. Immer war irgendetwas los, worum sie kämpfen oder wo sie Ordnung schaffen musste. Genau, auch dagegen wollte sie eine Medizin. Gegen Unordnung und für mehr Harmonie. Gab es das überhaupt? Egal, sie wollte jetzt einfach eine Medizin gegen all das, was ihr Leben im Moment erschwerte.

Sie begegnete vielen Leuten und jedes Mal schaute sie sie hoffnungsvoll an, aber niemand gab sich als Medizinfrau oder Medizinmann zu erkennen. Im Gegenteil, wenn sie mit ihnen sprach, wurde sie manchmal nur noch verwirrter oder sie ärgerte sich gar, so dass sie missmutig weiterstapfte. Sie fragte auch die Tiere und Pflanzen, aber die gaben ihr so unklare Antworten, die sie oft nicht verstand.

Je länger die Reise dauerte, desto unzufriedener wurde die Frau. Einmal, es wurde so langsam dunkel, da sah sie eine alte Frau auf einem Stein sitzen. Langsam kam sie näher, doch die alte Frau hob den Blick nicht. Erst als die Frau vor ihr stand, schaute sie langsam auf, schaute ihr in die Augen und sagte, da bist du ja.

Jetzt machte die Frau grosse Augen und sie fragte die alte Frau, kennst du mich? Ja! Schon immer. Wer bist du? Ich bin Du! Was, nein! Das kann nicht sein! Ich kenne dich nicht! Oh doch. Schau mich genau an. Sehe ich nicht aus, wie jemand, die ein Leben lang da draussen herumgesucht hat, um die eigene Unzufriedenheit zu heilen?

Das war die Höhe, fand die Frau, und ging grusslos weiter. Sie war richtig wütend. Die ist ja so frech! Die hat doch keine Ahnung! Und überhaupt ist das doch gar nicht möglich, woher weiss die das alles? Sie stapfte weiter und weiter und schüttelte dabei den Kopf. Diese alte Frau sah so griesgrämig aus, die kann unmöglich ich sein!

Auf einmal blieb sie stehen, sie wollte mit dieser alten Frau nochmal reden. Sie suchte den Weg zurück, aber sie fand den Weg nicht mehr. Immer wieder, wenn sie dachte, dass sie die Stelle findet, wo die alte Frau gesessen hat, war es ein Irrtum.

Unterdessen war es dunkel geworden. Sie legte sich in die Wurzeln einer grossen dicken alten Eiche und weinte, bis sie einschlief. Und nun war sie froh, um ihre warmen Kleider. Sie träumte, sie liege im Wasser und könne gleichzeitig fliegen. Sie konnte das Wasser verstehen, wie es sprach und liebte die Berührung der Wolken. Sie nahm den Respekt, den die Vögel ihr zeigten staunend entgegen und erkannte gleichzeitig, dass die Fische gar nicht stumm waren. Sie hatte das Gefühl, dass die Pflanzenwelt sie nährten und die Erde, auf der sie lebte, ihr ein unbeschreiblich schönes Zuhause schenkte.

Als sie aus diesem Traum aufwachte, kramte sie ihre Nüsse hervor und legte sie für die Tiere an die Wurzeln der Eiche, wo sie eben geträumt hatte. Sie nahm den Apfel mit einem Danke! an ihr Herz und legte ihn ebenfalls ins Gras, nachdem sie einen Bissen davon genommen hatte. Dann trank sie den Holundersaft bis zur Hälfte leer und verschenkte auch diesen der Erde. Die Brötchen hatte sie unterwegs schon gegessen, darum konnte sie sie nicht mehr teilen.

Dann machte sie sich durch die Dunkelheit auf den Heimweg. Mühelos fand sie den Stein, auf dem die alte Frau gesessen hatte. Sie setzte sich selber darauf und wartete…….

…….nicht auf die alte Frau.

Seitdem sie aufgewacht war, wusste sie, dass sie die Medizin gefunden hatte, denn da regte sich tief in ihr drin ein Funke. Sie wartete, bis dieser ihr ein wissendes Lächeln in ihr Gesicht zauberte, auf dass es sie nach und nach ganz erfasse.

Und das trägt sie noch heute, denn sie sucht nicht mehr etwas im Aussen. Sie weiss jetzt, wo sie findet. Du auch?

Und jetzt fand die Frau wie von Zauberhand Medizinfauen- und männer, auch Pflanzen und Tiere wurden heilsame Begleiter……..


Es wollte auch in diesem Monat wieder ein Geschichtenmärchen werden. Manchmal habe ich es einfach nicht im Griff….. der Funke in mir übernimmt das Schreiben.

Wie sage ich immer? Annehmen, was ist, und loslassen. Genau darum geht es auch im Telefongespräch mit Ljiljana. Wir sprechen über eine besondere Medizin: Das Fasten…..ein Klick auf den Link und du kannst uns zuhören. Das ist ein mega spannendes Gespräch geworden!

https://iriswangler.ch/videos/Tel-mit-Ljiljana-Mar25.mp4

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Ich danke dir für dein Hiersein und grüsse Dich von Herzen fest!

Iris, die Geschichten-Medizin-Frau 😉

http://weltenwind.ch

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Es war einmal….

Es war einmal eine Frau mit einem Geweih auf dem Kopf, die lebte in einem Baum. Eigentlich sass sie auf einem Baum, aber weil sie ihn nie verliess und sie mit diesem Pflanzenriesen wie verwachsen war, kann ich dir sagen, dass sie im Baum wohnte.

Die Frau mit dem Geweih auf dem Kopf kümmerte sich mit all ihrer Liebe und der Freude, die sie in sich spürte, um den Baum. Und er wiederum schenkte ihr Nahrung. Es war ein harmonisches Geben und Nehmen und so überstanden sie alle Jahreszeiten samt den Stürmen und lebten viele, viele Jahre, ja Jahrhunderte miteinander.

Am meisten freuten sie sich über Besuch. Da setzten sich Eichhörnchen, Käfer, Feen, Zwerge und Elben zu ihnen. Auch ein Efeu suchte sich einen Weg dem Stamm entlang nach oben, weil es unbedingt einen Schwatz mit der Frau mit dem Geweih auf dem Kopf halten wollte. Ja es war ein stetiges Kommen und Gehen.

Besonders die Vögel liessen sich gern auf einem Ast nieder und brachten Geschichten aus der weiten Welt. Ihnen zu lauschen, liebte die Frau mit dem Geweih auf dem Kopf über alles. Sie malte sich die Welt ausserhalb des Waldes mit ihrer ganzen Fantasie aus. Und dann erzählte sie die Geschichten jenen weiter, die zu Besuch kamen und jedesmal klang es so, als wäre sie selber dort gewesen.

Es sprach sich herum, dass diese Baumfrau mit dem Geweih auf dem Kopf Geschichten aus aller Welt erzählt, und so kamen Besucher von überall her.

Eines Nachts, es war gerade Neumond und darum im Wald besonders dunkel, wurde die Frau mit dem Geweih auf dem Kopf von einem Geräusch aufgeweckt. Sie schlief für gewöhnlich in einer moosbedeckten Armbeuge des Baumes. Sie setzte sich auf, aber sie sah nichts, eben, es war einfach mondlos dunkel. NIcht einmal Sterne funkelten, wo waren sie nur?

Darum musste sie sich auf ihr Hinhorchen und Wahrnehmen verlassen. Ist da jemand? Sie bekam keine Antwort, aber ein kalter Wind blies ihr entgegen. Sie begann zu frieren und und ihr Herz wurde schwer.

Da war eine eisige Kälte, die sie umhüllte und die sich nicht mehr abschütteln liess.

Schnell, steh auf, nun ist die Zeit gekommen! sagte der Baum auf einmal laut und deutlich. Du kannst reden? fragte die Frau mit dem Geweih auf dem Kopf. Ja, schon immer, aber bis jetzt war es nicht nötig.

Oh, wie schön! Also, ich stehe und jetzt?

Halte dich mit einer Hand an mir fest und die andere streckst du weit von dir weg. Spüre mit deinen Füssen den Ast und stehe gut verankert da. Denk nicht mehr an die Kälte, sondern vertraue dem Moment. Und jetzt gehts los!

Aus den Wurzeln des Baumes begann es zu rütteln und zu schütteln. Immer mehr, immer heftiger, als wäre der Baum selber ein Sturm. Es krachte und alte Äste fielen zu Boden. Es war laut, sehr laut und dunkel.

Die Frau mit dem Geweih auf dem Kopf hielt sich tapfer, obwohl ihr Herz bis zum Hals schlug und die Kälte sie steif machte. Auf einmal spürte sie, wie sich etwas auf ihre ausgestreckte Hand setzte und leuchtete. Eine kleine Elbenfrau kraxelte ihrem Arm entlang und setze sich auf ihre Schulter. Und überall, wo sie war, liess sie Wärme durch den Körper der Frau mit dem Geweih auf dem Kopf strömen.

Dieses kleine Elbenlicht brachte so viel Kraft! Der Baum rüttelte immer stärker, aber die kleine Elbe turnte an der Frau mit dem Geweih auf dem Kopf unaufhaltsam herum, so dass sich langsam wieder die Wärme in ihr ausbreitete und sie lachen musste, weil es so lustig war. Und nicht nur das, es keimte eine nie gekannte Kraft in ihr drin, so dass sie sich gut auf dem stürmischen Baum halten konnte!

Die Äste bogen sich nun auseinander. Ja, diese alten, knorrigen Äste konnten sich bewegen! Und aus der Mitte des Stammes zwängte sich etwas Rundes hervor. Ist das der Mond, der da wieder geboren wird?

Wieder krachten alte Äste mit lautem Getöse zu Boden und andere ächzten und stöhnten so laut, dass es Angst machte.

Auf einmal wurde es still. Da noch ein Knacken, dort ein leises Ächzen, aber sonst war es ganz ruhig. Nichts bewegte sich mehr, aber überall lagen Äste, Zweige und Moos herum, es war ein riesen Durcheinander. Die Frau mit dem Geweih auf dem Kopf schaute mit wildpochendem Herzen in das helle, wissende Gesicht der Elbe und diese zeigte mit ihrem kleinen Zeigefinger nach oben. Beide hoben den Blick und sahen……

…… eine riesige Rahmentrommel. Bespannt mit einer kristallinen Haut, gehalten vom Holz des Baumes.

Spiel! befahl der Baum. Sorgfältig legte die Frau mit dem Geweih auf dem Kopf ihre Finger auf die kristalline Haut und es begann augenblicklich zu klingen. Sie konnte damit nicht aufhören, bis der Himmel langsam hell wurde und die Vögel miteinstimmten. Ein wunder…volles Konzert klang durch den Wald. Und noch lange, lange lag der Klang in der Luft, obwohl die Frau mit dem Geweih auf dem Kopf gar nicht mehr spielte.

Der Baum sah nun ganz anders aus, denn in der Krone trug er, statt der Äste, eine wundersame Trommel.

Viele hundert Jahre war der Baum wortlos, nun trägt er eine Stimme in seinen knorrigen, alten Ästen. Eine Stimme, die aus den Wurzeln heraufklingt und von der Erde erzählt. Und eine Stimme, die aus den Räumen zwischen den Sternen zu ihm schwingt und von der kristallinen Haut empfangen wird.

Und die kleine Elbe? Sie blieb bei der Frau mit dem Geweih auf dem Kopf und dem Baum und verwandelte sich von Zeit zu Zeit in Sternenstaub, denn von den Sternen kam sie einmal her. So brachte sie die Trommel samt ihren Geschichten zum Leuchten.

Nun waren sie zu viert. Der Baum, die Frau mit dem Geweih auf dem Kopf, die Elbe und die Trommel, und sie liebten Besuch. Sie kümmerten sich liebevoll umeinander, denn sie wussten, sie alle waren wertvoll.

Und darum, wenn du, liebe:r Leser:in in deinem inneren Wald spazieren gehst, könnte es sein, dass du auf ein riesen Durcheinander triffst oder dass es dunkel wird oder gar stürmt. Setz dich hin und erspüre mit deinen Füssen die Erde, spüre die Verbundenheit mit ihr. Schliesse die Augen und atme mit allem, was ist.

Vielleicht vernimmst du auf einmal kristalline Klänge aus deinem inneren Lebensbaum. Dann schau nach oben und staune, was siehst du? Eine Frau mit einem Geweih auf dem Kopf, die dir von der Erde und dem Himmel erzählt und die dich an deine wahren Gaben erinnert? Oder du freust dich einfach über den Sternenstaub, der in der Sonne glitzert? Halte inne, denn du bist gemeint und willkommen……… zu lauschen, dich zu wundern, zu leben, zu lieben und zu leuchten mit all deinen Gaben.

Ja, Gaben, jede:r von uns hat sie! Doch haben wir auch den Mut, sie zu zeigen? Oder gar darüber zu reden? Hm. Schau in meine Homepage, http://weltenwind.ch unter Aktuelles findest du ein lustiges Gespräch mit Petra. Sie ist Kundalini Yogalehrerin und so inspirierend!

Ich grüsse dich von Herzen fest und danke dir, dass du dieses Märchen gelesen hast. Ich klatsche in die Hände und verteile Sternenstaub vor Freude! DANKE!! Und ich freue mich über deine Gaben!

Iris

Brücken bauen

Brückenbauen ist das Natürlichste auf der Welt.

Ich bin sicher, dass wir das zu jeder Zeit des Tages tun.

Wir wollen in Verbindung sein mit irgendetwas. Und dafür tun wir unendlich viel. Unser grösster Wunsch ist es, dazuzugehören, um dann gleichzeitig darüber hinauszuwachsen. Eigenständig selbstbestimmt und mit dem wohligen Gefühl, sich selber zu sein.

Ich möchte mich jetzt nicht über die Abhängigkeit, die das Brückenbauen mit sich bringen kann, wortreich auslassen. Das tun andere schon zur Genüge. Jaja, das Handy, jaja, die sozialen Medien, jaja, unsere Vergangenheit, jaja, die Klimaerwärmung und der viele Streit unter uns Menschen…..ja, zu all diesen Themen und noch zu vielen mehr bauen wir Brücken. Sich von ihnen zu lösen ist nicht einfach, und wir vergessen, dass wir mit unseren vielen Gedanken sie zu festen Gebilden formen.

Ich möchte gerne die Gedanken befreien. Ich möchte keine Abhängigkeit, ich möchte ein sowohl als auch. Mit offenen Augen das Geschehen auf unserer Erde erkennen und aus vollem Herzen Brücken zur Farbe, zum Klang, zum Duft von genau dieser Erde samt ihren Bewohnern bauen.

Ja, es braucht Mut, bei einem frostigen Klima, im engeren und übertragenen Sinne, voller Vertrauen eine neue Brücke zu bauen. Zu diesem Mut gehört das Anerkennen der eigenen Farben, des eigenen unverkennbaren Duftes und des Klanges der eigenen Stimme. Diese muss nicht laut sein, es genügt, wenn wir mit ihr sind und ihr Raum geben.

Eine Brücke braucht auch Raum, Platz zum Atmen und zum Bauen. Sie braucht Zeit und sie braucht das Vertrauen ins Scheitern. Darum braucht es auch eine Hand voll Fantasie, denn es könnte ja sein, dass sie gelingt! Keine Brücke gleicht der anderen und das ist der Ausdruck der Verschiedenartigkeit von uns Menschen. Eine Brücke ist jedesmal ein Kunstwerk, so wie jeder Mensch einzigartig ist. Wir müssen sie nicht alle lieben und schön oder hässlich finden. Wir haben die Möglichkeit, wenn wir uns Zeit nehmen, sie zu bestaunen.

Und dann geschieht ein Wunder. Wir vergessen das Be- und Verurteilen, denn wir haben alle Hände voll zu tun! Brückengestalter:in zu sein regt alle Sinne an, macht Freude und schenkt Vertrauen zu uns selber und in das Leben. Wir verbinden Welten, werden beschenkt und freuen uns, dass wir auch so sein dürfen, wie wir sind.

Und auf einmal geht Brückenbauen ganz leicht, denn das andrere Ufer ist nicht mehr bedrohlich oder weit weg. Wir haben mit unserer Herzenskraft in Sekundschnelle ein Verbindung geschaffen, die frei macht, uns dem Leben zugehörig fühlen lässt und uns die Kraft gibt, voller Freude über uns hinauszuwachsen.

Utopisch? Zu schön, um wahr zu sein? Hallo, was für eine Brücke baue ich da gerade?

Oh!

Ich glaube an Wunder! Ich gebe nicht auf, Brücken zu gestalten, neue natürlich. (Die ururururalten sind von unseren Ahnen gebaut und sind magisch. Sie zu betreten braucht ebensoviel Mut, wie Achtsamkeit. Von ihnen gäbe es viel zu berichten…..)

Aber jetzt: Herzlich willkommen du spannendes Ufer!

Oder lädst du mich ein, dich kennenzulernen?

Ich bin Iris und erzähle Geschichten, die die Winde der Welten mir erzählen. http://weltenwind.ch und hier findest du auch den Link zu meinem Newsletter. Da gibt es immer viel Neues un Spannendes zu lesen, z. B. baue ich eine Brücke zu Suryas Welt….. sei dabei in dieser kleinen, feinen Community und abonniere den NEWSLETTER. Du bist herzlich willkommen!

Ich grüsse dich von Herzen fest!

Ich kann es nicht lassen, noch etwas zu ergänzen. Nämlich…. hast du gewusst, dass, wenn du eine Brücke zu deiner Lieblingsmusik herstellst oder zu dir wichtigen Bildern und Fotos, zur Natur, zu berührenden Menschen oder einfach zu dem, was dich fasziniert, dass auch da deine Brücke einzigartig ist? Und dass dann, wenn die Brücke denn mal steht, deine ureigene Gestaltungskraft zum Vorschein kommt? So kannst du Wunder bewirken und sichtbar machen! Leuchte!

Wesenheit

Findest du auch, dass das ein schönes Wort ist, Wesenheit?

Je öfter ich es sage, desto mehr nimmt es Form an und ich höre es nicht nur, ich sehe und spüre es auch. Wesenheit.

Wesenheiten sind überall und tauchen auf, wenn man es am wenigsten erwartet. Wie im obigen Bild. Da fotografiere ich schöne Plätze, an denen ich verweile, und auf einmal zeigt sich eine Wesenheit. Einfach so.

Vor lauter Geplapper und ewigem Denken, vor lauter die Augen im Aussen auf alles gerichtet zu haben und wertend unterwegs sein, übersehen wir sie eigentlich fast immer. Zum Glück ist es ihnen einerlei, ob wir sie sehen oder nicht. Sie zeigen sich grossmütig und freuen sich, wenn es dann doch ein paar Menschenseelen schaffen sie zu entdecken.

Sie sind sehr weise, überraschen uns mit ihrem Humor und….. sie haben immer eine Botschaft. Da sie nicht sprechen können finden sie andere Wege und Mittel sich uns mitzuteilen, ihre Präsenz und ihr Wesen uns zu zeigen, genügt vollauf.

Es braucht nur etwas Übung. Vorallem aber Zeit. Zeit im Sinne von innerer Ruhe und das Fühlen von Geborgenheit in sich selber. Da kann es um uns herum wirbeln, laut sein, schön sein oder auch anstrengend, die Verbundenheit zum eigenen Herzen lässt die Wesenheiten sichtbar werden.

Das explizite Ausschau halten hilft da gar nicht. Es ist, als wollen Wesenheiten, dass wir entschleunigen, dass wir Freude an der Natur, an unserer Umgebung finden, egal wo wir gerade sind. Wenn die Augen weich werden, das Herz den Lebensrhythmus vorgibt, die Ohren die Geräusche annehmen, die gerade sind, die Hände einmal still sind und die Füsse wie angewurzelt den Boden wahrnehmen, geschehen Wunder.

Wir werden selber zu einer Wesenheit. Ein Wesen voller Leben, obwohl es still ist. Ein Wesen voller Heiten eben! Heiten? Dieses Wort gibt es gar nicht! Doch! Wir sind Menschenwesen und, wenn wir uns die Zeit und die seltene Gelegenheit geben in uns hineinzuhorchen, (w)heitet sich unser Bewusstsein, unsere Wahrnehmung und es wird so wundersam still. Zuerst kommen natürlich all die Anklagen uns selber gegenüber, die können wir einfach überspringen, denn sie bringen nichts. Und wenn wir sie liebevoll beiseitegeschoben haben, wird es heit(er). Ja! es wird hell und und freudig und dann sehen wir andere Wesen und Heiten. Das schönste daran ist…. sie sehen uns!

Also wagen wir den Sprung….

……und und nehmen den Platz in uns selber ein!

Du bist eine wunderbare Wesenheit und, wenn ich dich kennenlernen will, nehme ich mir die Zeit, die Ruhe und Geborgenheit in mir, ja alles zusammen! Setze mich hin und höre dir zu. Mit dem Herzen natürlich!

Ich empfinde es als wärmendes Gefühl, dass ich weder deine noch sonst irgendeine Wesenheit ganz und gar erfassen kann. Du, alle Wesenheiten, ob in menschlicher Form, in der Natur oder aus der Geistigen Welt bleiben schlussendlich ein Mysterium und sind in stetiger Verwandlung.

Oh! Mysterium, wieder so ein cooles Wort! Die Mysterien sind doch schon von Wissenschaftler:innen oder grossen Weisen (Männern UND Frauen) festgelegte Begebenheiten. Nun bin ich so frech und schmeisse diese alle einfach vom Sockel. Ich weiss, es ist eine Anmassung, aber ich behaupte, dass wir alle mystisch, ein Kunstwerk an Einsichten, Ansichten, Geheimnissen, eine wunderbare Zusammensetzung von Gaben an Irdischem und Übersinnlichem sind und dass uns niemand, wirklich niemand vorschreiben kann, wie wir sie ausleben. Wenn wir doch nur alle spüren würden, was für ein Wunder wir sind!

Wir haben es in der Hand, es sichtbar zu machen. Wann und wie wir es wollen. Die Natur zeigt es uns in jedem Augenblick und wieder dürfen wir uns einfach davon erfassen lassen.

Um wieder ganz auf den Boden zu kommen, wage ich es, ein Geheimnis preiszugeben. Hättest du gedacht, dass ich violette Schuhe habe? Dass ich sie mit Freude trage und ich manchnmal vergesse, dass ich sie anhabe und erst wieder daran erinnert werde, wenn mich jemand anlacht oder entsetzt anschaut? Diese violetten Schuhe haben mich von einem Schaufenster aus angelacht und mir gesagt, wenn du uns kaufst, bist du echt schräg oder bekloppt. Da habe ich sie gekauft und nie bereut. Bis jetzt habe ich sie nur getragen, wenn ich sicher war, dass mich kaum jemand kennt. Das bleibt auch so……. bis ich jemandem von euch auf der Strasse begegne und wir schmunzelnd einander in die Augen schauen mit dem Wissen: Das Leben ist ein Mysterium!

Sodu! Wunderbare Wesenheit! Ich wünsche dir ein gutes, ja ein wirklich gutes Neues Jahr, voller Freude die Mysterien des Lebens zu entdecken, vorallem aber dich selber.

Ich grüsse dich von Herzen fest und ich freue mich, dir auch im neuen Jahr immer wieder Geschichten zu erzählen. Die Winde der Welten werden mit Sicherheit nicht müde sie mir einzuflüstern. Und ich lausche ihnen nur zu gerne……

Iris

http://weltenwind.ch

Natürlich noch ein kleiner Nachtrag: Falls es dich wundernimmt, was ich denn so in meinem Newsletter schreibe….. auf meiner Homepage kannst du den Link für ein Abo finden und du wirst es erfahren. Ich freue mich sehr, wenn du dich von diesem feinen, naturverbundenen, alltagstauglichen (wie meine violetten Schuhe….), humorvollen Brief mitnehmen und inspirieren lassen möchtest! Du bist herzlich willkommen! Klick auf das Bild und schon bist du da….

Und hier kannst du dich einschreiben, wenn du den Blog abonnieren willst. dann kannst du ihn als erste:r lesen, bevor er auf anderen Kanälen veröffentlicht wird.

M…ein Bild

Ja, das ist m…ein Bild. Ich habe es zum Fotografieren auf meinen Ateliertisch gelegt, um sichtbar zu machen, dass es mit dem Alltag verwoben und lebendig ist. So kannst du sehen, dass es „nur“ ein Bild ist.

Ich habe es mit Pigmenten gemalt und Eitempera war das Bindemittel. Also alles natürliche Materialien. Es war eine Herausforderung, mich mit dieser, für mich neuen Technik auseinanderzusetzen.

Zum Glück war ich von Anfang an mit meinem Sujet ganz nah in Kontakt. Es ging darum zu erzählen, dass sich ein Kreis geschlossen hat und ich nun parat war für einen weiten Flug über Täler, Gewässer, Felder, Wälder und Berge. Ja, ich fühlte mich wie eine fliegende Wildgans auf ihrem weiten Weg in den Süden. Oder zurück zum Heimatort? Welches ist nun die wirkliche Heimat? Hm.

Da war Magie, ich spürte es ganz genau. Ich wollte weiter, immer weiter die Länder des Unbeschreiblichen erkunden. Ich war bereit für eine lange Reise und wünschte mir, dass mich dieser Vogel mitnahm, in dieses Neue, längst Vergessene. Die Vorfeude war riesengross!

Meine Absicht, mich zu erinnern war riesengross! Aber woran will ich mich denn erinnern? Und wenn es mir Angst macht, was ich da entdecken werde?

Egal, ich hatte mich entschieden. Ich wollte dahin, ich wollte sehen, ich wollte erfahren, ich wollte wahrnehmen, ich wollte erinnert werden! Dazu brauchte ich Mut und darum erzählte ich kaum jemandem etwas davon.

Meine Entschlossenheit war so gross, dass mir dieser Vogel sein Gesicht zeigte, während meines Fluges, so dass ich so ein wunderschönes, befreiendes Gefühl der Freude erlebte.

Ich flog und sah die Erde. Ich malte und spürte die Erdenkraft in den Pigmenten und das Erinnern kam immer näher. Ich war eins mit dem Bild und seiner Magie, hörte seine Melodie und vergass…..

…..dass es nur ein Bild war. Ich zeigte es begeistert ein paar Menschen und in ihren Gesichtern las ich Unverständnis. Und jemand sagte zu mir, willst du damit Angst machen? Was?! Nein! Es erzählt doch nur von der Freiheit und der Freude die vielen Aspekte des Lebens zu entdecken! Ich habe etwas abgeschlossen und will mich für das Neue nicht einschränken!

Vielleicht erkennst du nun, warum ich dieses Bild auf meinen überfüllten Ateliertisch gelegt habe und warum ich es m…ein Bild genannt habe. Bis vor Kurzem stand es auf einer Staffelei, überdeckt von anderen Bildern. Ich habe einmal ein Foto von ihm gemacht und den Vogel einfach ausgeschnitten. Du kannst ihn auf meiner Homepage entdecken. Aber so richtig zu ihm gestanden bin ich nicht mehr.

Aber jetzt….. nämlich genau jetzt, mache ich aus m…einem Bild MEIN BILD!

Jetzt, heute will ich dieses unheimliche, unverständliche Bild verwandeln. Ja, ich kann das!, indem ich meine Sichtweise darauf ändere. Schau genau hin, es wird zu einem magischen Bild, das von Abenteuer und Freiheit erzählt, von Aufbruch und Erinnern, von Leichtigkeit und Neugierde und von Ernshaftigkeit und Wissen. Jetzt!

Mein Bild ist eigenwillig, es gefällt nur wenigen Menschen. Aber es ist ganz und gar von mir und darum wunderschön!

Ich liebe es und bin sehr stolz darauf. So. Ich verstecke von jetzt an weder das Bild noch mich.

Es ist nicht mehr m..ein Bild.

Es ist MEIN BILD!

Oh, es braucht Mut, zu sich zu stehen und in letzter Zeit hatte ich ein paar mal die Gelegenheit, mich hinter dem Angepasstsein zu verstecken. Nein! Mit jedem Mal, wenn diese Herausforderung auf mich zukommt, kann ich üben.

Und das möchte ich dir ganz fest ans Herz legen. Verbiege oder verstecke dich nicht. Und kommuniziere dies liebevoll. Es ist so befreiend es nicht mehr zu tun.

Ja, das Sichtbarwerden macht dich aber auch verletzbar. Du wirst missverstanden, abgelehnt und du wirst dich manchmal traurig und einsam fühlen. Das ist der Moment, wo du beginnen kannst, dich in aller Ruhe zu erinnern. Hole Bilder aus deinem inneren Archiv hevor, in denen du schon mutig warst und liebevoll für dich eingestanden bist. Spüre nach, wie DU dich dabei gefühlt hast. Feiere DU dein Mutigsein und nicht die Reaktion der anderen darauf. Ich bin sicher, irgendwann spürst du dein Herz jauchzen. DAS ist DER Moment des Erwachens und das ist unbeschreiblich schön!

Das Jahr geht dem Ende entgegen. Ein Kreis von vielen schliesst sich. Breite deine Flügel aus und fliege los, um deine Länder zu erkunden. Sie sind voller Überraschungen, Kreativität, Liebe und Leben. Sei mutig und stehe zu ihnen, es wird dich mit Freude erfüllen. Diese Fülle ist der Motor für dein authentisches SEIN.

Ich freue mich auf nächstes Jahr, wenn ich dir wieder Geschichten erzählen kann, die die Winde von den Welten zu mir und dann zu dir bringen.

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Ich grüsse dich von Herzen fest und wünsche dir eine sternenfunkelnde Weihnachtszeit!

Iris

Und übrigens:

Du fragst dich sicher, was denn aus meiner Reise geworden ist. Die habe ich über alle Umstände hinweg nicht aufgegeben. Ich bin losgezogen und bin immer noch unterwegs. Denn dieses Unbeschreibliche, Vergessene (ja, wir alle wussten schon einmal darum) und Wiederentdeckte ist ein Universum, dessen Erkundung nie ein Ende haben wird und ich werde nicht müde, davon zu berichten.

Immer am 3. des Monats erscheint mein Blog. Es gelingt mir leider nicht, einen Link zum Abonnieren zu setzen, WordPress hat grad irgendein Problem. Darum logge dich bei http://hinterdertrommel.com direkt ein oder schaue bei meiner Webseite vorbei.

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Und hier noch eine kleine Überraschung: Eine kurze Geschichte, die ich einmal über ein Bild geschrieben habe. Viel Freude beim Lesen!

EinHornFrau

EinHornFrau. Eine Geschichte über eine Frau die ein Horn hat.

Es war einmal eine unscheinbare Pflanze. Sie schwamm auf einem kleinen Weiher in einer Waldlichtung. Nur wenige Menschen fanden den Weg dorthin und wenn, dann waren sie alle hin und weg von diesem Zauber, den sie vorfanden.

Aber kaum jemand sah die unscheinbare Pflanze, die still und eigenwillig auf dem Wasser schwamm. Sie sah aus wie eine Muschel, und hätte jemand genau hingeschaut, hätte sie oder er gesehen, dass sie lebendig war. Sie bewegte sich! Ja, sie tanzte förmlich über das Wasser. Aber eben, das war nur für jene sichtbar, die genau hinschauten.

Diesen Ort gibt es wirklich, ich war schon oft da und ich gebe zu, diese schwimmende, lebendige Muschelpflanze, habe ich nie wahrgenommen.

Bis gestern. Ich streifte wiedereinmal im Sonnenschein unter dem blauen Herbsthimmel durch den Wald. Ich schmunzelte schon innerlich, denn ich fühlte, wie der Weiher mich magisch anzog.

Da stand ich nun und liess mich von diesem Zauber der Natur erfüllen und liess meinen Blick gedankenverloren da- und dorthin wandern. Auf einmal sah ich diese Muschelpflanze und wie sie sich bewegte. Es sah aus, als hätte sie ein Innenleben. Sie bekam Beulen, wurde in die Länge und in die Breite gezogen, wackelte gefährlich hin und her, bis…….

…… sie sich mit einem trotzigen „also gut!“ öffnete. Ich war auf einmal hellwach. Keine Träumereien mehr. Ich ging so nah wie ich nur konnte zum Wasser und schaute gespannt auf diese kleine Wesenheit. Laut und deutlich hörte ich ein: „Eeeeendlich!“ Nun war ich gespannt, was geht hier vor?

Eine kleine Spitze kam zum Vorschein, die immer länger und länger wurde. Irgendwann blinzelte eine Frau mit einem Horn auf der Stirn über den Muschelrand, begleitet von einem Farbenzauber.

Sie streckte nun den ganzen Kopf aus der Pflanze und schaute mir direkt in die Augen. „Schau nicht so blöd!“ rief sie frech. Ich schaute mich umher, dann wieder aufs Wasser. Mit wem sprach sie?

„Na mit dir! Und überhaupt ich mag unüberlegte Fragen üüüüberhaupt nicht!“

Konnte dieses wunderschöne, aufmüpfige Wesen meine Gedanken lesen? „Ja, kann ich. Du hast uns endlich, endlich wahrgenommen. Wie oft warst du schon hier und hast einfach über uns, meine Muschel und mich hinweggesehen? Aber nun bist du hier und wir sind sehr erfreut, mit dir zu sprechen. Eigentlich nur ich, die Muschel hat Angst vor dir. Sag ihr, dass du uns nichts tust.“

Vor lauter Staunen konnte ich zuerst gar nicht antworten, mit grossen Augen und offenem Mund bestätigte ich mit einem Nicken, dass es mir nicht in den Sinn käme, ihnen etwas anzutun. Da war eine kleine, wunderschöne Einhornfrau und sprach mit mir!

„Ja, ich spreche mit dir, weil du uns gesehen hast und nun musst du auch Verantwortung dafür übernehmen.“

Was muss ich? Wie meinst du das?

Was und wie du etwas siehst, hörst, spürst und denkst, hat Auswirkung auf dich, auf dein Leben, auf deine Umgebung, auf uns eigenArtige Wesenheiten, halt einfach auf alles. Darum ist deine Wahrnehmung, gepaart mit deinen Wünschen, Ängsten und Absichten, der Stoff aus dem diese Welt besteht. Ich habe ein Horn und damit bin ich mit allem, was ist, verbunden. So, wie du. Ich kann damit zaubern!“

Ich habe aber kein Horn auf der Stirn! „Doch, hast du!“ Nein! Ich sehe jeden Tag mehrmals in den Spiegel und ich habe noch nie ein Horn gesehen. „Ja, weil du es nicht sehen willst!“ Du meinst, wenn ich genau wahrnehmen würde, dann würde ich merken, dass ich ein Einhorn bin?

„Wenn du genau wahrnimmst, würdest du merken, dass du natürlich kein Einhorn bist. Aber du würdest merken, dass du eine EinHornFrau bist.“

Und was ist der Unterschied?

„Du bist verbunden mit allem, was ist. Und nicht nur du, alle Lebewesen dieser Erde. Und die Erde wiederum mit uns und allen Planeten, dem ganzen Universum und immer so weiter. Verstehst du nun die Verantwortung, die ihr trägt?“

Hm. Ja, langsam spüre ich da so einen Funken, der mich irgendwie erinnert.

„Genau! Liebe schreibende und hörende EinHornFrau, wie schön, dass du da bist und dich an dieses Erinnern erinnerst!“ Die Pflanzenmuschel wackelte wieder ob der Freude der Einhornfrau. Und viele Funken tanzten aus der Muschel, so dass ich lachen musste.

„Schliesse mal die Augen“, forderte sie mich auf, “ atme und spüre den Rhythmus deines Herzens. Dann achtest du auf den Atem und den Rhythmus der Erde unter deinen Füssen, im Becken, auf dem du sitzt, bis du eine Melodie erklingen hörst. Es ist das Zusammenspiel mit deinem Herzen und der Erde, das dich nun ganz und gar erfüllt. Das ist Verbundenheit. Du kannst ihr vertrauen.“

Lange sass ich da und spürte und spürte und vergass die Zeit. Manchmal erfasste mich dieses Gefühl, das die Einhornfrau beschrieben hat, aber oft kamen mir meine Gedanken dazwischen. Ja, das mit dem Vertrauen ist so eine Sache, aber ich gebe nicht auf! Irgendwann öffnete ich die Augen. Es wurde schon langsam dunkel und ich fröstelte, es ist ja Herbst. Ich sass an meinem Weiher in einer Waldlichtung. Alles ist ruhig. Weit und breit keine Muschelpflanze mehr mit einer Einhornfrau drin.

Schade, sie sind fort, dabei wollte ich ihnen doch noch sagen, dass ich, wenn schon, denn schon, eine ZweiHornFrau bin. Ich habe zwei spiralförmige Hörner. Ich bin nämlich eine Widderfrau! Oh, vielleicht hat sie es gehört, wir sind ja verbunden!

Dankend und schmunzelnd kam ich leichten Fusses nach Hause. Ich hatte ein berührendes Erlebnis und war voller Vorfreude, dir davon zu berichten.

Und wenn du heute in den Spiegel schaust, nimm genau wahr, vielleicht siehst du ……..

Ich grüsse dich von Herzen fest aus den Welten, deren Winde uns Geschichten erzählen.

Iris

http://weltenwind.ch

Und noch etwas: Seit neuestem schreibe ich einen Newsletter. Auf meiner Website findest du die Anmeldung. Ich bin sicher, dass die Winde der Welten dir allerhand zu deinem Leben beitragen. Ich freue mich auf dein Dabeisein!

SanftMut

Sanftmut. So ein schönes Wort.

Sanftmut. So ein schönes Wort!

Nein, ich habe mich nicht vertippt und zweimal den gleichen Satz geschrieben. Sie klingen zwar gleich die Sätze, sie bedeuten aber für mich nicht das selbe.

Zum einen ist es der Klang. Das Wort Sanftmut zaubert mir so ein schönes, weiches und kraftvoll warmes Gefühl in meine Ohren und zum anderen erfasst mich der Widerspruch dieser Wörter ganz und gar.

Sanftmut.

Aber dieses Wort passt doch gar nicht zu diesem Bild mit den Nüssen! Doch, ich erzähle dir gleich warum.

Den ganzen Sommer über habe ich es mir immer wieder im Schatten unseres grossen Nussbaumes gemütlich gemacht. Er ist riesig, seine Blätter sind wie grosse Fächer, durch die der Sonnenschein hindurchtanzen kann. Bei ihm zu verweilen hat mir ein Gefühl der Geborgenheit gegeben. Nie und nimmer habe ich an den Herbst gedacht und was er mir schenken wird.

Gehalten zu werden, ohne eingeengt zu sein. Beschützt zu sein und nicht klein gemacht zu werden. Den Schatten geniessen und erleben, wie das Sonnenlicht immer einen Weg findet. Ganz genau zu sehen, wie die Sonne in den Westen wandert, oder ist es die Erde, die Richtung Osten fliegt? Unter diesem Riesen zu sitzen und dem Regen zuhören und staunen, wie das Blätterdach einen genialen Schirm bildet.

Sanft und zugleich kraftvoll. Eine Botschaft, die mich still werden lässt und zum Nachfühlen bringt. Eine wunderbare Wesenheit von Baum am Ende meines Gartens. Sie lehrt mich, ohne mich zu belehren. Voller Sanftmut zeigt sie sich.

Soviel Weisheit, so viel Schönheit.

Und währenddem der Baum mir seine ganze Aufmerksamkeit geschenkt hat, sind an seinen Zweigen viele Früchte herangewachsen. Jede einzelne trägt genau diese Eigenschaften in sich und noch viele mehr.

Es sind grossartige Wunderwerke, die da in in einer überwältigenden Fülle vom Himmel, ich meine vom Nussbaum fallen. Eingehüllt in einem Mantel sind sie herangereift und nun zeigt eine harte Schale sich mutig der Welt. Zu schön, um sie einfach zu knacken. Einfach und vollkommen. Aber genau das wollen sie, dass man sie öffnet. Sie schenken sich und nähren uns in ihrer kleinen, ganz grossen Fülle.

Wie oft wünschen wir uns, ganz leise in uns drin, sanftmutig geknackt zu werden, auf dass wir alle unsere Gaben der Welt schenken können?

Unser Innenleben ist genauso ein Wunderwerk, gehalten von unserem Lebensrahmen. Da ist ein Fenster, das den Blick in die weite Welt und darüber hinaus, frei gibt. Komm, zeige ihr deine Welt! Ich bin von ganzem Herzen überzeugt, so bereicherst du dein Leben, ja dein ganzes Umfeld, ich würde sogar sagen das ganze Universum!

Von meiner Welt kann ich dir berichten, dass ich einen Newsletter kreiert habe. Darin erzähle ich dir von meinen Projekten, du findest kleine Rituale, die einfach umzusetzen sind und die zu den Jahreszeiten passen. Natürlich hat es immer einen Link zu meinen laut erzählten Geschichten und bestimmt gibt es auch immer wieder etwas zum Schmunzeln. Eine kleine Wundertüte zum Innehalten! Bist du dabei? Dann melde dich an, du findest den Link auf meiner Homepage http://weltenwind.ch. Ich feue mich auf dich!

Nun grüsse dich von Herzen fest und wünsche dir die Fülle des Herbstes und die Freude am Knacken……….

WeltenWindFrau

Und wie immer noch etwas: Ich habe ein paar Nüsse in meine Jackentasche gelegt. Ich werde den ganzen Winter, wenn ich unterwegs bin, mit ihnen darin spielen. Und wenn ich etwas Besonderes in mir entdecke, werde ich eine knacken und mich an den grossen, sanften, kraft- und liebevollen Riesen erinnern.

Danke, lieber Nussbaum!