Das Unsichtbare

Hallo, ich bin das Unsichtbare. Du musst dir keine Mühe geben mich zu sehen, denn ich bin, wie gesagt, unsichtbar.

Aber ich freue mich, mit dir zu sprechen und ich freue mich noch mehr, dass du mir zuhörst. Fragst du dich auch in diesem Moment, ob ich überhaupt eine Stimme habe? Ich weiss, wenn etwas tönt und du kannst dir nicht vorstellen, was es ist, ist es ein wenig gruselig es zu vernehmen. Dein Verstand möchte Fakten, möchte die Kontrolle über den Wahrheitsgehalt, sonst ist doch alles nur Einbildung oder ein Spiel der mittlerweile ausgefeilten Technik.

Und doch bin ich da, ja um dich herum und weil du mich nicht siehst, ist es doppelt spannend, mich zu hören. Und was sagst du zum Fühlen? Spürst du, dass dich etwas umgibt, auch wenn du es nicht siehst?

Vielleicht magst du dich für eine kleine Weile an einen Ort setzen oder legen, an dem du dich wohlfühlst, ich möchte mit dir ein Experiment machen. Wenn du den Platz gefunden und es dir gemütlich gemacht hast, schliesst du deine Augen und atmest in deinem Tempo bewusst ein und aus. Begrüsse all deine Gedanken und weil es so viele sind, kannst du gar nicht Schritt halten, allen gerecht zu werden. Also lasse sie ziehen, wie die Herbstblätter die gerade durch die Luft wirbeln.

Nun richte deine Aufmerksamkeit auf deine Haut unter den Kleidern. Mach eine kleine Reise über dein grösstes Organ, dieses Wunderwerk, das dich beschützt mit seinen Millionen von Sensoren. Spüre es an deinem Rücken,  an den Armen, am Bauch, an den Beinen, an den Füssen, den Händen, dem Gesicht und immer weiter. Je länger du in Gedanken über deine Haut streichst, desto wärmer bekommst du. Lass dir Zeit, damit es ein Bad in deinen Sinnen wird, denn vielleicht nimmst du deinen Duft wahr? Oder du möchtest mit deinen Händen dein Gesicht liebevoll erkunden? Du vernimmst den feinen Ton, den du beim sanften Reiben erzeugst und merkst, dass du mit deinen Händen schauen kannst? Nehme einfach wahr und versuche nichts zu bewerten.

Auf einmal spürst du die Kraft unter der Haut, die du Körper nennst und die du mit Freude empfängst. Deine Augen sind geschlossen und du staunst mit deinem Herzen. Und da! Jetzt, genau in diesem Moment stimmt einfach alles. Atme und lass dich zu. Es ist eine Ruhe und Verbundenheit da, weil du nichts leisten musst und vom Bewerten reden wir schon gar nicht. Stelle dir vor, du könntest diesen Moment ausdehnen, so dass die Zeit stillsteht, es leicht wird und du in einer Zartheit verweilst, die dir eine stille Freude bereitet. Es ist ein Ausdehnen, deines Seins. Geniesse es, so lange du magst.

Deine Gedanken werden dich wieder einholen und darum gib ihnen schnell neues Futter.

Spüre deine Kleider auf deiner Haut.

Geh darüber hinaus und stelle dir vor, dass du von einer Aura eingehüllt bist.

Ohne Anstrengung siehst du vielleicht eine Farbe oder du hörst einen Klang?

Berührt dich sanft diese unsichtbare Weite?

Erreicht dich gar ein besonderer Duft?

Alles und nichts ist möglich, lass es einfach zu. Es ist ok.

Ich bin deine Aura. Ein ganzes Leben schon sind wir verbunden.

Ja, ich heisse dich herzlich willkommen. Ich bin dieses Unsichtbare und mir ist es ein Anliegen, dich auf mich aufmerksam zu machen. Ich bin immer da, beschütze und begleite dich. Es ist auch meine Aufgabe dich fürs Leben zu begeistern und dir Inspirationen unter die Nase zu reiben, auf dass du deinen Alltag auf deine ureigene Art und Weise gestalten sollst. Du bist ein Wunder der Natur, du bist wichtig und überhaupt nicht unsichtbar.

Denn in dieser Hülle steckst du Mensch, mit einer Geschichte, die manchmal nicht leicht ist zu tragen, geschweige denn sie zu akzeptieren. Doch in dir drin ist dein einzigartiger Kern, deine Wahrheit, deine Wesenheit, dein uraltes Wissen. Sie alle tragen dich durch alle Abenteuer deines Lebens hindurch, sie stärken und lieben dich. Und ich bekräftige dich, dies alles in die Welt zu strahlen.

Ich bin das Unsichtbare, deine Aura, mich gibt es und ich mache dich sichtbar.

Du bist vollständig und ganz mit allem, was dich ausmacht und eine Bereicherung für alles, was ist.

Ich liebe dich! Dein Unsichtbares…..

……unsichtbar?

Liebe Leserin, lieber Leser lass deine Aura erklingen, schwingen, empfangen und sich schenken. Was nährt dich, was lässt dein Herz hüpfen? Sie nimmt es auf, wie ein feingestimmtes Musikinstrument, dessen Sprache nur du kennst. Auch versteht sie es, dir Mut zuzuflüstern, wenn es mal stürmt um dich herum.

Ich grüsse dich sturmerprobt und sichthörbar singend hinter der Trommel….

Iris

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Wo bist du?

Wo bist du? rief die Frau von ihrem sicheren Platz aus. Ich warte auf dich schon so lange! Beim Rufen zog sie die Worte in die Länge, um deutlich zu machen, dass sie wirklich schon sehr lange wartete und es langsam leid war.

Sie schaute in die Ferne, angestrengt, weil sie nichts und niemand verpassen wollte. Sie liess den Blick schweifen und, wenn sich nur der kleinste Grashalm bewegte, hielt sie den Atem an und fixierte diesen Punkt, nur um festzustellen, dass es wieder nur der Wind war, der übers Land gewandert war. Der Rücken tat ihr vom Warten langsam weh und schlafen konnte sie schon lange nicht mehr richtig, aber sie gab nicht auf. Irgendwo musste sie doch sein!

Manchmal, in den frühen Morgenstunden lag sie wach da und versuchte sich zu erinnern. Wann hatte sie diese Vertrautheit das letzte Mal wahrgenommen oder gar deutlich gespürt? War sie einfach grusslos verschwunden? Konnte die eigene Seele einem verlassen, mit allen Gaben, die man mitgebracht hat und man lebt trotzdem weiter?

Die Frau fühlte sich leer, so so leer. Es konnte nicht anders sein, als dass ihre Seele einfach auf und davon gegangen war. Ja, die Frau gab es zu, sie hatte sie herausgefordert. Sie wollte ihren Willen durchsetzen und Baumkletterin werden. Sie wollte das, weil es da oben doch atemberaubend schön sein musste, weil man dann mit diesem Können bewundert wurde und… man war dem Himmel so nah. Die Frau war überzeugt, dass das genau ihre Berufung war und sie setzte sich durch, gegen alle Umstände. Ich will das!  Das muss ich können! Sagte sie sich immer wieder, als es ihr so viele Meter über dem Boden mulmig in der Magengegend wurde. Sie strengte sich an, übte und übte.

Bis sie eines Tages mühelos in einer Baumkrone ankam und einfach nichts spürte. Kein komisches Gefühl im Bauch, aber auch keine Freude über ihren Erfolg. Sie sass da oben, bestaunte die Aussicht und wartete, bis ihr Herz jauchzte. Nichts geschah, einfach nichts. Sie rief laut da bin ich!, versuchte extra zu lachen, warf die Arme für ein Hurra in die Luft, aber es waren nur Bewegungen ohne Leben.

Lange blieb sie da oben, das konnte doch nicht sein! So viele Stunden hatte sie damit verbracht, ihr Ziel zu erreichen, nun war alles umsonst?

Irgendwann kletterte die Frau wieder vom Baum herunter und ging zu sich nach Hause. Da stand sie nun, in ihrem Haus, das sich irgendwie fremd anfühlte und in der Gewissheit, dass ihre Seele gegangen war. Seither war sie auf der Suche nach ihr. Sie schaute sich auf der ganzen Welt um, aber sie fand sie nicht. Natürlich fragte sie Menschen, Tiere und Pflanzen, ob sie sie gesehen hätten, aber sie blieb unauffindbar. Kopfschüttelnd beschloss sie, von nun an Zuhause zu bleiben, Ausschau zu halten und nach ihrer Seele zu rufen.

Wie von alleine fing sie an, Ihr Zuhause mit Lieblingssachen zu schmücken und ganz langsam lernte sie ihre Umgebung kennen. Sie sprach mit allem, was ihr Auge sah und bei jedem Rascheln hielt sie den Atem an. Dabei wurde sie stiller und stiller. Sie legte sich in ihr warmes Zuhause, streckte die Beine in die Luft und versuchte den Himmel mit seinen Millionen von Sternen mit den Füssen zu spüren. Leise, ganz leise begann sie zu summen, bewegte ihre Zehen, legte die Hände auf ihren Bauch, klopfte mit den Fingern sanft den Takt dazu und bat so ihre Seele, doch wieder zu ihr zurückzukehren.

Sie hatte den tiefen Wunsch ihr zuzuhören, denn sie fühlte immer deutlicher, dass es da eine Sprache gab, die nur sie verstehen konnte. Ja, da gab es Geschenke, die nur für sie bestimmt waren und sie wusste mit Bestimmtheit, dass, wenn sie diese Geschenke annahm, sie sich wohl fühlen würde. Dass sie Baumkletterin sein konnte, ohne auf Bäume zu klettern und dabei kein mulmiges Gefühl im Bauch haben musste. Nein sie wird Dinge tun können, die sie erfüllen und glücklich machen. Und nicht nur sie, alle, die mit ihr zu tun haben werden.

Da spürte die Frau unter ihrem Rücken ein Beben. Schnell zog sie die Beine an, drehte sie sich auf die Knie, setzte sich auf ihre Fersen und schaute umher. Ist da jemand? Das Beben nahm zu. Was geht da vor? Bist du wieder da, du liebe meine Seele?

Doch was war das? Sie war in ihrem Haus, aber es fühlte sich an, als wäre sie im Freien. Sie spürte den Wind, sah Blumen, Farben und Formen, die noch keinen Namen hatten und sie vernahm eine wundersame Musik aus der Tiefe emporwachsen. Sogar der blaue Himmel war da! Sie stand auf und drehte sich langsam im Kreis. Das ganze Geschehen war um sie herum und schien nirgendwo aufzuhören. Und diese Melodie! Sie hörte ihren eigenen, unverwechselbaren Klang. Da berührten sie ihre Farben und sie zauberten sich ihr ins Gesicht. Sie erkannte ihre ureigene Kraft wieder.

Sie war überwältigt ob der Fülle und der Schönheit, ihr Herz klopfte wild und vor lauter Freude tanzte sie mit allem, was sie sah und hörte. Am liebsten hätte sie alles fest umarmt.

Noch ganz schwindlig über das Wiedersehen blieb sie stehen und sagte laut zu ihrer Seele: Ich glaube es nicht, du warst die ganze Zeit hier bei mir in der Tiefe verborgen? Ich habe dich überall gesucht! Warum hast du mir nichts gesagt………?

Ja, manchmal suchen wir unser Glück und unsere Bestimmung im Aussen. Dabei schlummern sie die ganze Zeit tief in uns drin. Unser Leben wartet nur darauf, dass wir still werden und in uns hineinhorchen, um unser ureigenes Universum zu entdecken und es freudig in die Welt tragen. Stell dir vor, wie schön du bist, wenn du genau das tust! Ich freue mich schon, wenn wir uns über den Weg laufen….

Weltenwindgrüsse in deine wilde Schönheit!

Iris

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Gerne kannst du meine Geschichten teilen oder mir erzählen, was du beim Lesen denkst, fühlst, erlebst……

Tanz im Nirgendwo

Ein Tanz im Nirgendwo ist eine Reise zur eigenen Essenz.

Ein Tanz im Nirgendwo klingt romantisch, ist es aber nicht. Stell dir vor, du hörst von Weitem eine Musik und du lauschst ihr, weil es das Einzige ist, das übrigbleibt, wenn da nichts ist.

Ich könnte auch davonrennen, zur Musik tanzen oder im Vertrauen mich hinsetzen und lauschen bis….. ja bis wann? Bis etwas passiert? Bis mich jemand rettet oder mir einen Kompass in die Hände drückt? Oder mich gar an der Hand nimmt und mir sagt, wo’s lang geht? Ich bin sicher, so geht das nicht.

Atmen. Atmen ist immer gut. Also bleibe ich vorerst sitzen und lausche weiter. Lauschen kann ganz schön anstrengend sein. Nichts Tun und die Ohren spitzen. Und da! Auf einmal wird es still. Die Musik ist nicht mehr zu hören. Jetzt sind wir nur noch zu dritt; mein Wille, das hier zu erfahren, ich und das Nirgendwo. Und jetzt?

Wohin soll ich gehen, wenn ich nicht weiss, was ich will? Zu welcher Musik soll ich tanzen, wenn es keine mehr gibt? Ich schaue umher. Was sehe ich? Alles ist weiss, soweit das Auge reicht. Es ist kein Schnee, es ist weisse Farbe, die wie ein Schleier alles zugedeckt hat.

Darunter ist es bunt, ich habe es selber übermalt, weil ich herausfinden will, was echt in mir ist und wo ich mir etwas vormache. Und jetzt sitze ich da und es ist leer. So leer, dass mir mulmig wird in der Magengegend. Früher war alles so leicht. Schnell mich zur Musik bewegen, ich liebe den Tanz! Farben in die Hand nehmen und mich von ihnen verführen lassen. Lauschen und still werden, die inneren Bilder kamen von alleine und erzählten mir eine Geschichte. Aber jetzt?

Ich habe es mir selber eingebrockt. Ich kann niemandem die Schuld für meine Leere geben. Ach, wie schön das wär! Auf meiner weissen Farbe zu sitzen und zu wissen, dass darunter mein ganzes buntes Leben ist, ist echt bescheuert. Ich weiss, dort hinten am Horizont ist noch ein Stück zu sehen. Ich müsste nur aufstehen und ich wäre, schwupps, wieder in meinem gewohnten Leben.

Aber ich will nicht!

Ich will herausfinden, was wirklich echt ist in mir drin und wo ich mir etwas vormache. Weil…… ja weil ich schon oft in meinem ganzen, langen Leben immer wieder einfach funktioniert habe.  Nun möchte ich zu meiner Essenz durchdringen, die verborgen unter Schichten der Gewohnheiten und einer gewissen Blindheit vergraben liegt. Und ich bin sicher, dass da tief in mir drin etwas ist. Ich habe es schon oft gespürt und auch gelebt. Aber immer wieder hatte ich das Gefühl, ich müsse etwas Sinnvolles daraus machen. Ach, es fällt mir so leicht, irgendetwas zu tun! Meine Fantasie ist grenzenlos!

Aber ich möchte nicht mehr einfach etwas machen, nur damit es schön aussieht und vielleicht auch noch einen Namen hat.

Namen sind Schall und Rauch, schrieb Goethe. Das begleitet mich schon fast mein ganzes Leben und ich habe es immer so interpretiert, dass ein Name sich wie Rauch auflösen kann. Zurück bleibt die Erinnerung und der Duft. Es kommt aber darauf an, mit welcher Kraft ich den Namen in die Welt trage und womit ich ihn fülle. Denn für mich war der Schall immer wie ein Echo, das irgendwann zurückkommt.

Nach all den Jahren staune ich über meine Gedanken von damals und finde sie heute noch stimmig. Ich möchte meiner Wahrhaftigkeit Raum geben, auf dass ich sie spüre und vernehme wie ein Echo. DEN Raum geben, MEINEN Raum mit meiner ECHTEN Gestaltungskraft erfüllen. Ich möchte meine Seele sprechen lassen und hören, tiefes Hören erleben, was genau die Abmachung ist, bevor ich hierher auf die Erde kam. Ich möchte meine Sprache kennenlernen und sie frei sprechen und zu ihr tanzen, weil dies mein Zuhause ist.

Darum sitze ich weiter auf meiner weissen Farbe im Nirgendwo und horche in mich hinein. Mein Herz klopft wild, bei Tag und bei Nacht, meine innere Musik höre ich manchmal deutlich und, wenn ich sie festhalten will, verschwindet sie einfach wieder. Ich spüre meine Seele, wie sie sich wie ein schützender Mantel um mich gelegt hat und mit mir da durchgeht.

Atmen und vertrauen.

Atmen und wieder aus der Balance fallen und schnell etwas tun wollen.

Atmen und sitzenbleiben.

Atmen und angestrengt suchen, weil grad viel Angst da ist.

Atmen und der Musik lauschen, die auf einmal, wie durch ein Wunder erklingt.

Atmen und mich freuen.

Atmen und ein Ziel vor Augen haben wollen.

Atmen und alles wieder verlieren.

Atmen und spüren, dass es noch tiefer geht.

Atmen und ……. an meinem Rücken nehme ich auf einmal etwas Raues, Starkes, Ewiges wahr. Ich drehe mich um und staune über eine uralte Linde. Warst du schon die die ganze Zeit hier? Ohne mir eine Antwort zu geben spüre ich ihre sanfte, kraftvolle Lindensprache, die mich auffordert aufzustehen und mich mit ihrem Tanz zu verbinden.

Ich stehe auf und breite meine Arme aus und ahme mit meinen Händen die Äste der Linde nach, mit meinen Fingern die Bewegungen der Blätter, die im Wind tanzen. Mein Körper versucht ihre Form anzunehmen, während meine Füsse zu Wurzeln werden. Ich spüre die Erde, wie sie mich hält und nährt. Der Himmel lädt mich zu seiner Weisheit ein und ich fühle mich zuhause. Ach, kann man die Erde und den Himmel umarmen?

Welches nun meine Essenz ist, welches meine Aufgabe und wo die Lebensreise hinführt? Ich habe immer noch keine Antworten auf diese Fragen. Bis dahin tanze ich mit der Linde im Nirgendwo. Sanft, beseelt und von allen Sinnen getragen. Mit dem Vertrauen, dass Antworten kommen und dass diese Leere mir die Kraft gibt zu lieben.

Mich und…. dich!

Ich grüsse von Herzen fest und ich freu mich, wenn ich dich auch zum Erforschen deiner innersten Wahrheit angeregt habe.

Die Winde der Welten schenken dir sanfte Unterstützung. Such eine Linde und lass dich von ihr Umarmen und tragen.

Herzlich,

Iris,

die von den Welten erzählt.

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Schillern mit einer Buche

Schillern mit einer Buche geht das überhaupt? Ist das nicht ein Gegensatz? Eine Buche steht meist am Waldrand oder an einem Ort im Wald, wo sie genug Platz hat, um sich auszubreiten. Ja, sie wird gross und sie liebt es ihre Äste wie beschützende Arme weit auszustrecken. Ihre Rinde am Stamm ist sehr empfindlich und mag direkte Sonne gar nicht. Darum reichen ihre Äste oft bis zum Boden, so kann sie sich selber, uns Menschen und auch allem, was kreucht und fleucht, Schatten spenden. Eine Bank unter einer Buche ist nicht einmal so selten.

Aber was soll daran nun schillernd sein?

Schau dir die Buche auf dem Bild an. Erkennst du bei ihrem Anblick auch eine würdevolle Figur? Majestätisch mit einer Astkrone auf dem Kopf? Ein wenig furchteinflössend schaut sie in die Weite. Komm, lass dich von mir in die Welt der Buche mitnehmen. Komm, wir lauschen still vor dieser erstaunlichen Wesenheit. Ich bin sicher, dass sie mit uns spricht, zumal sie uns sogar ihren Kopf, samt Gesicht zeigt:

«Was für eine Ehre, dass ihr mich besuchen kommt. Ja, ich bin die Buche und stehe schon lange hier an diesem Platz. Eigentlich gibt es DIE Buche nicht. Wir sind Buchen und wir sind verbunden. Wir haben eine Gemeinschaftsseele und wenn ich genau sein will, haben wir eine Gemeinschaftsseele mit allen Bewohnern des Waldes. Und der Wald wiederum hat eine Gemeinschaftsseele mit allen Wäldern auf dieser Erde. Die Individualität, so wie ihr sie kennt, ist uns fremd. Und trotzdem sind wir alle eigenwillige Charaktere.

Wir Buchen sind Hüterinnen und Beschützer. Mit unseren Ästen können wir wunderbar umarmen. Und mit unserer zarten Rinde laden wir alle Waldbewohner und Waldbesucherinnen zum Verweilen ein.

Wir alle fühlen uns mächtig. Und damit meine ich nicht, dass wir Macht über andere ausüben. Es ist auch nicht unsere physische Grösse, die uns Kraft und Macht verleiht. Jeder und jede in diesem Wald ist seiner und ihrer Aufgabe bewusst und strahlt dadurch eine Eigenmacht aus.

Ich liebe es, hier zu stehen und zu leuchten. Und ich weiss, dass ich leuchte, auch im Winter, wenn ich gar keine Blätter mehr habe. Ich höre einfach nie auf damit. Wie sonst soll ich die vielen Bucheckerchen produzieren, die so viele Tiere und auch Menschen lieben? Woher nehme ich die Kraft, um mich im Herbst goldrot zu färben und im Frühling wieder neue Blätter spriessen zu lassen? Ich leuchte, was das Zeug hält, bei Tag und bei Nacht, genährt von der Erde und vom Himmel. Und es macht mich überhaupt nicht müde, im Gegenteil, es lässt mich wachsen und meine Aufgabe jeden Tag sein. In mir drin fliesst das Blut vieler Leben, von vielen Generationen und von noch mehr Erlebnissen von vielen Jahrhunderten. Ich weiss sehr viel und ich trage dieses Wissen in meinen Wurzeln, in meinem Stamm, in meinen Ästen und auch in meinen Blättern.

Mein rotes Laub, das im Herbst auf dem Waldboden liegt, beschützt den Boden und alle Tiere und Pflanzen, die sich während des Winters darunter verbergen. Dieser Kreislauf gibt uns die Möglichkeit zu wachsen und unsere Weisheit weiterzugeben.

Mit unseren Wurzeln und Ästen empfangen wir. Sie sind wie Antennen. Wir hören allen und allem zu, und manchmal kommt es mir vor, als könnte ich fliegen, wie ein Drache, denn ich bin mit diesem Urtier verwandt. Ich begrüsse das Innerste der Erde, wie auch die Sterne und ihre Bewohner, die immer häufiger zu uns auf die Erde zu Besuch kommen. Ich verbinde mich mit den Klängen aus dem Universum und speichere sie. Und wenn meine Zeit gekommen ist, schenke ich mein Holz den Instrumentenbauern, da klingen sie weiter!

Ja, ich liebe all meine Gaben und weiss, dass sie wertvoll sind. Und das, liebe Menschenseele, wünsche ich mir von dir auch. Ich bin sicher, dass du Gaben hast! Und ich weiss, dass sie wertvoll sind. Denn ohne dich und deine Gaben würden die Menschen und die Natur um dich herum etwas vermissen.

Komm, richte dich mit mir auf, werde königlich. Erspüre die Erde und mit deinen Wurzeln berührst du die anderen Wurzeln von anderen Wesenheiten. Lass dein Blut fühlbar durch dich strömen, es ist dein Lebensfluss! Er fliesst durch deinen Körper und hinaus in deine Arme und über deinen Kopf hinaus, als hättest du Äste so wie ich. Und jetzt beginne zu schillern, in all deinen Farben und Tönen. Sei klar, als wärst du eine Buche, mit zarter, sensibler Rinde und ja, auch manchmal etwas furchteinflössend. Aber du weißt, du bist in den Kreislauf des Lebens eingebunden. Wachsen, Blühen, Vergehen, Einkehr, um im Frühling wieder zu wachsen…..

Nimm diesen Kreislauf an, bedingungslos und du wirst so königlich wie eine Buche, so gross, so schön, so knorrig, so eigenwillig, so nährend mit deiner Gabe, so hingebungsvoll wie Mutter Erde selber.

Sei wie ein Drache, mit ururaltem Wissen aus der Zeit vor der Zeit. Der, nachdem er verkannt, gefürchtet und ausgestossen wurde, sich selber nie aufgegeben hat und nun langsam wieder in unser aller Bewusstsein kommt als das, was er wirklich ist. Ein Wesen mit Eigenmacht und grossem Herzen, mit vielfältigen, heilenden Gaben, mit tiefer, klarer Weisheit und erfüllt von nährendem Wissen genau wie du.

So, nun lasse ich euch weiterziehen. Danke für’s Zuhören! Ich, wir Bäume, Büsche, Tiere, ja alle Bewohner des Waldes sind für euch zu jeder Zeit da. Wir freuen uns auf euren Besuch! Und wenn ihr Fragen habt, Trost braucht oder einfach mit uns sein wollt, verbindet euch mit uns und wir antworten. Bis bald, ihr wundervollen Seelen!»

Danke liebe Buche für deine Worte! Ich schreibe sie auf und gebe sie weiter.

Danke lieber Mensch, für’s Lauschen und danke für dein Schillern in allen Farben und Tönen…… ich bin jetzt still und geniesse es!

Ich grüsse dich aus dem schattigen, kühlen, lebendigen Wald. Und wer weiss, vielleicht treffen wir uns unter einer Buche? Es ist ein magisches Erlebnis an ihren Stamm anzulehnen und zuzusehen, wie die heisse Sommersonne auf den Blättern tanzt und die Buche zum Schillern bringt…..

Hab einen Schillerndschönenwundersommer!

Iris, die WeltenWindFrau

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Was?!

Was?! Was soll das?

Ich, ich zittere immer noch, wenn ich nur schon daran denke, geschweige denn wenn ich es sehe. Ich habe eine heilige Kuh angemalt.

Was?!

Ich habe voller Überzeugung und mit freudigem Veränderungswillen etwas Unantastbares verändert. Und jetzt…… sitze ich da und schaue mein Werk an. Es sieht einfach supergut und mega genial aus! Ach, ich möchte am liebsten noch mehr solche mega Wörter anhängen, nur um zu zeigen, wie wie mutig ich war.

Ja, ich habe etwas Unausgesprochenes in die Hände genommen und laut ausgesprochen. Natürlich nicht einfach kopfschüttelnd empört, wütend laut oder leise voller Angst. Nein, ich habe mir ein Herz gefasst und es verändert. Mit meinen Ideen und meiner gestaltenden Kraft.

Was?!

Das wollte ich schon lange. Seit unendlich vielen Jahren zog sich jedesmal mein Herz zusammen, wenn ich es gesehen habe. Und das war jedesmal dann, wenn ich in diesem Haus hier in den Ferien war.

Was?!

Ja! Da hat es eine Ecke, da stehen seit je her zwei Betten, steif und starr und versperrten den Weg. Man fühlt sich von diesem Haus eingeladen, sich zu bewegen, aber wenn man an diesen Betten vorbei wollte, musste man sich daran vorbeidrücken oder Schwenktüren versperrten den Durchgang, weil jemand da schlief. Der ganze Lebensfluss, ja die Musik wurde jedesmal einfach unterbrochen, wegen diesen Betten und den metallenen Schwenktüren. Und alle nickten fromm und waren damit einverstanden. Nur ich fand es absolut schlimm!

Und nun sind diese Betten weg. Eigenhändig alles rausgezimmert.

Was??!!

Ja, sind sind weg und es fühlt sich sosososo wunderbar an! Die Luft, die Stimmung, die Lebensgeister haben nun freien Lauf. Das alte Sofa steht nun in dieser Ecke und lädt zum Verweilen ein. Das Herz, MEIN Herz geht auf, es hat Raum bekommen. Es kann fliegen oder sich gemütlich im Sofa verkrümeln.

Nun kommt das Tüpfelchen aufs i…. diese schweren Schwenktüren……ich habe die eine bemalt. Es ist nun eine Art Leinwand zu sehen, auf die man bequem einen Film oder Fotos projizieren kann…. endlich, endlich wird es in diesem Ferienhaus gemütlich. Endlich kann dieses Ferienhaus aufatmen, denn es hat keine toten Ecken mehr. Ich spüre förmlich, wie es vor Freude über diese Befreiung mittanzt.

Ich zittere immer noch, ich habs getan. Ich habe alte, in Stein gemeisselte Muster angefasst, verändert und bemalt und es hat Mut gekostet. Aber nun sind alle frei. Die Kuh, die Herzen, die Familie und ich!

Was für ein Glück!

Vielleicht habe ich dir Mut gemacht mit einer gewissen Leichtigkeit, ja sogar mit einem Schmunzeln, das Alte ehrenderweise neu zu gestalten. Versuch es! Gerne begleite ich dich dabei. Mit den Weltenwinden in den Segeln, bist du nicht allein. Melde dich bei mir! http://weltenwind.ch

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Bis bald!

Iris

Die Bildausschnitte sind von einem Bild des verstorbenen Schweizer Kunstmalers Peter Dietschi. Ich kenne es seit meiner Kindheit. Ich werde es so ehren, wie es ist. Nicht alles Alte muss verändert werden. Im Gegenteil, ich danke dafür!

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Ruhe

Baum mit Schnee / Ruhe

Ruhe ist ein Zauberwort.

Wie der erste Schnee. Er hüllt alles ein, macht die Welt neu und still.

Wo vor kurzem noch alles bunt war, ist es nun weiss. Kontraste sind sichtbar ohne Lärm. Stoisch und still dulden sie einander. Oder geniessen sie ihr Miteinander, so verschieden wie sie sind?

Ruhe zulassen, sie einladen wie einen seltenen Gast. Alle Ablenkungen weglassen und dem schnellen, eigenen Puls zuhören. Über die Geschichten staunen, die er ohne Punkt und Komma erzählt.

Was? Du erzählst von mir? Von meiner Atemlosigkeit? Von meinem Fleiss wie ich meine Pflichten erfülle? So schnell? Nein, das kann nicht sein. Mein Leben ist doch ganz normal hektisch! Oder besser gesagt, herausfordernd, vielseitig und ausgefüllt oder……. fremdbestimmt? Lass mich in Ruhe!

Einmal Baum sein. Sich einschneien lassen., nachdem der Sturm alle alten Farben mitgenommen hat. Beobachtend zulassen, wie die Kontraste ein Miteinander bilden, in Ruhe SEIN.

Still und ruhig werden und spüren wie aus dem schnellen Puls ein vertrautes Herzpochen wird. Den eigenen Rhythmus wahrnehmen und Tränen der Freude vergiessen.

Da spielt ein sehr altes Lied auf einem sehr alten, wissenden Instrument. Es spielt Weisen von Verlusten, Trauer, des Abschieds und von der Liebe. Spielt aufmunternde Melodien, die nur du erkennst. Denn nur dein Herz weiss, womit es dir die Freude, den Spass, die Leichtigkeit, dein Licht, deine Schöpferkraft in dein Leben trommeln kann.

Ich habe sie wieder gehört, diese Lieder. Ich habe mich drei Tage aufs Sofa gelegt und dem Wetter draussen und dem in mir drinnen zugeschaut und gelauscht, die Gegensätze einfach zugelassen.

Ruhe ist ein Zauberwort und wenn man sie einlädt und sich unendlich Zeit für sie nimmt, ist sie heilend.

Herz

Und wenn du noch mehr Zauber möchtest melde dich bei mir! weltenwind.ch

Ein Lied

Wie ist es dir damals ergangen, als du als Kind in den Keller musstest, um Kartoffeln für das Nachtessen zu holen? Hast du dich dann auch gefürchtet? Ich habe immer laut gesungen. Manchmal waren es gar keine Worte, sondern irgendwelche Laute, um meine Angst zu verschrecken. Laut mussten sie sein, um gezielt meinen Weg durch die Dunkelheit (natürlich hatte es Licht) zu gehen.

Dieses Bild, diese Erinnerung kommt mir in letzter Zeit oft in den Sinn. Und ich ertappe mich dabei, dass ich laut nichts singe, um standhaft meinen Weg zu finden. Natürlich hat es Licht. Natürlich ist es nicht dunkel, doch braucht es Mut und Kraft sich treu zu bleiben. Gerade jetzt.

Gerne würde ich dir mein Kraftmutmacherlied laut vorsingen oder es gar aufnehmen und es hier posten. Aber soviel Mut habe ich denn doch nicht. So ist das, glaube ich, mit Liedern ohne Worte nach einer vergänglichen Melodie, die nur für einen selber bestimmt sind.

Darum mache ich es jetzt einfach umgekehrt. Ich schenke dir ein Lied mit richtigen Worten, aber ohne Melodie, die zu hören wäre. Oder hörst du trotzdem eine?

Schatten weichen nicht, sie bleiben
Sie machen Angst und hüllen ein
Sie tun es sanft und voller Mitgefühl
Sie wollen, dass du ihr Flüstern hörst, denn sie wissen um die Schwächen

Wie das klingt!
Fast hätt‘ ich mich ergeben!
Ich lausche meinem Licht
Bleibe standhaft voller Leben

Sie galoppiert mit voller Wucht, es ist kein Halten
Die Wut hat Recht
Nimmt alles mit, was du verstecken wolltest
Sie bäumt sich auf, verleiht dir ungeahnte Kräfte und lässt dich deinen Schmerz für kurze Zeit vergessen

Wie das klingt
Fast hätt‘ ich mich ergeben
Ich lausche meinem Licht!
Bleibe standhaft voller Leben

Es tut so weh, komm gib es zu
Verletzt zu sein macht schwach und durstig
Der Schmerz nimmt seinen Platz in dir
Füllt dich aus, gibt dir Erlaubnis sehr zu leiden

Wie das klingt
Fast hätt‘ ich mich ergeben
Ich lausche meinem Licht
Bleibe standhaft voller Leben!

Dieses Lauschen ruft nach Stille und nach Rückzug
Dieses Licht lässt Schatten, Wut und Schmerz verblassen
Du bist Licht!
Du bist Kraft!
Du bist Liebe!
Du bist frei!
Vertraue deiner Seele, sie singt so wundervoll mit dir
Dein Stern ist nicht zu trüben!

Wie das klingt!
Ich habe ich mich ergeben
Ich lausche meinem Licht
Bleibe standhaft voller Leben!

Ein Märchen

Sie ist schüchtern, diese Krone.

Sie weiss eben nicht, dass sie eine Krone ist.

Lange steht sie da und beobachtet. Bis es Abend wird und auch wieder Morgen.

Sie beobachtet die Welt, hört zu, reiht sich ein in den Klang der Erde.

Nun ist sie aber ein wenig durcheinander. Es hat so viele, viele, viele Töne!

Schon seit langem ist sie auf der Suche nach dem Klang, der ihr Herz berührt. Wo ist er wohl zu finden in dem Lärm da draussen?

Sie steht still, ist einfach da und spürt den Luftzug der bewegten Welt um sie herum. Es fällt ihr schwer standhaft zu bleiben. Bis es passiert. Sie wird mitgerissen und tanzt auf diesem Riesenkarussell mit, so gut es eben geht. Aber eigentlich ist sie eher wie ein Blatt im Wind, das hin und her geschleudert wird.

Bleib stehen! hört sie eine Stimme.

Bleib stehen und suche den Weg nach innen zu deinem Herzen!

Wie soll das gehen? Dieser Wirbelsturm ist doch viel stärker als ich! Ich habe nie und nimmer die Kraft dazu.

Die Stimme lässt nicht locker. Geh! Steh auf! Du bist so nah dran!

Die Krone lässt sich Zeit, denn sie hat sich unterdessen ans Wirbeln gewöhnt. Und sie traut der Stimme nicht so ganz.

Auf einmal knallt die Krone gegen etwas Hartes. Sie spürt einen tiefen, alten Schmerz. Sie rappelt sich auf und entdeckt ein Loch im Herzen.

Nun ist es still. Kein Wirbeln mehr, keine Stimme mehr.

Stille, einfach Stille.

Sie schaut sich um. Sie bekommt Angst. Bin ich jetzt tot?

Nein! hört sie eine vertraute Stimme aus jeder Ecke ihres Seins.

Wo bin ich?

Wer bist du?

Ich bin du! Und du bist wieder bei dir angekommen.

Nun hört die Krone mit dem Loch im Herzen genau hin. Sie vernimmt von weit her ein Summen. Unzählbar viele Stimmen. Sie spinnen ihre Klangfäden zu einem magischen Liedertuch. Ein Lied aus unendlich vielen Liedern. Eine Symphonie einem Sternenhimmel gleich. Sanft wird die Krone damit eingehüllt und willkommen geheissen.

Da beginnt die schüchterne Krone mit dem Loch im Herzen ganz leise, dann immer mutiger ihr Lied anzustimmen. Ist es neu für sie oder bekannt, schon immer da gewesen? Ihre Töne suchen ihren Platz im grossen Ganzen. Ihre Töne finden Kraft und werden lebendig.

Das Loch im Herzen der Krone heilt langsam. Und auf einmal hört sie, wie sie mit ihrem Lied mithilft, dieses wundersame Konzert zum Klingen und Schwingen zu bringen. Sie spürt etwas sehr Kostbares je mehr sie aus ihren Tiefen heraus singt.

Die Krone weiss noch immer nicht, dass sie eine Krone ist. Sie denkt, sie sei ein Lied…

….. im Lied….

….. im Lied…….

….. im Lied……………………

……und dies aus vollem Herzen.

Willkommen

So viel gäbe es zu berichten. Doch wo soll ich anfangen, was herauspicken, was erzählen? Am liebsten möchte ich dich fragen, worauf hast du Lust? Hast du überhaupt noch Bock zuzuhören? Oder ist schon fast jedes Wort zu viel, das nicht mit Händen geformt und mit richtigen Füssen zu dir getragen wird?

Ach, ich rede um den heissen Brei. Die Wahrheit ist, ich habe keine Ahnung, was ich dir erzählen möchte. Weil die Lebensgeschichten, meine wie deine, grad so am Überfliessen sind. Ich glaube, ich war selten so präsent im Leben wie gerade jetzt.

Jetzt bin ich da und erzähle,
jetzt bin ich da und ich weiss nicht weiter,
jetzt bin ich da und atme das Ticken der Uhr auf dem Tisch ein
und die Zeit, die verstreicht, wieder aus.

So viel ist da und doch nichts.

Es ist etwa so, wie wenn man der Frage auf die Spur geht, was ist der Unterschied zwischen einladen und eingeladen werden?
Nein, ich will dich nicht für blöd verkaufen. Es ist mir ernst.

Wie weit offen ist mein Herz, wenn ich eingeladen bin und wie geht es ihm, wenn ich einlade?

Wenn ich dich an meinen Tisch, an mein Feuer einlade, lade ich mich dann auch ein oder funktioniere ich nur?
Wenn ich mich an meinen Tisch, an mein Feuer einlade, höre ich mir dann genau so aufmerksam zu und mache alles, dass es mir wohl ist………… mit mir?

Mache ich mein Herz auf, nicht nur für meine Sorgen und Ängste, nein, lasse ich auch Freude und Anerkennung Platz nehmen an meinem Tisch? Schaffe ich es, die bunte Gesellschaft aller Aspekte, die mich ausmachen, willkommen zu heissen als meine Gäste? Würden sie mich, die ja so super funktioniert und die eigentlich ohne diese raumeinnehmenden Gäste easy leben kann ;-), auch einladen?

Ach, ich höre besser auf mit dieser Fragerei, sonst meinst du noch, ich sei verrückt …… ver-rückt in meiner Wahrnehmung und in Gedanken in Gefühlen schwingend, wie es ist, willkommen zu sein.

Vielleicht ist einfach mal Lauschen angesagt? Diese leisen Töne, die da klingen, höre ich sie? Vielleicht erzählen sie von der Liebe? Vom Glück hier zu sein? Von der Freude mit dir an einem Tisch zu sitzen? Mit dir die Musik zu tanzen, die ich in deinen Augen sehe?

Ja, ich wünsche mir, dass auch meine Klänge auf dieser Erde willkommen sind!

Ich öffne meine Arme und ich merke, sie öffnen mein Herz auch für deine. Und ich spüre, dass einladen und eingeladen werden in diesem Moment das selbe ist.

Ich begrüsse uns!
Wir sind willkommen!

Ein Experiment

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E x p e r i m e n t

Je öfter ich dieses Wort sage, desto neugieriger werde ich:

E x p e r i m e n t ! E x p e r i m e n t! E x p e r i m e n t!

Versuch es auch einmal! Lass dich auf diesen Wortklang ein, forsche und lasse ihn wirken. Gib dich ihm hin, lass ihn wieder fallen und schon nimmst du ihn wieder auf, weil er fasziniert.

e x p e r i m e n t e x p e r i m e n t e x p e r i m e n t

Schickst du ihn fort, oder versuchst ihn zu vergessen, steht er im nächsten Augenblick wieder da und schon bist du aufgerufen, dich zu bekennen …….. nämlich zu einer richtigen Forschungsreise.

Und? Sag! Was hast du die ganze Zeit gemacht? Genau!
Mit dem Leben experimentiert?

Von einer Erkenntnis zur anderen gehüpft, die ganze Unperfektion versucht in Zusammenhänge zu bringen, auf der Welle des kurzen Glücks geritten, mit einer Hand über den Augen Ausschau gehalten nach der nächsten ……….. Welle? Immer in der Hoffnung die nächste, die nächste ist die beste, genialste, herzerfüllendste …….. Welle?

Doch was ist mit dem Moment? Mit dem Jetzt? Gilt ein Experiment nicht vor allem dem Moment? Wie forsche ich nach dem, was mich ausmacht? Brauche ich dazu etwas, das ausserhalb von mir ist? Was gehört zu mir? Was ist aussen, was ist innen? Wage ich es, mich auf das Experiment Leben einzulassen? Wage ich es, den Rhythmus meines Lebens zu akzeptieren und mit ihm zu atmen? Jetzt? Wie erkenne ich mein Leben? Wie erkenne ich, dass ich am Leben bin? Wie erkenne ich, dass ich Leben bin?

Ich habe verloren, ich habe geforscht, ich habe entdeckt, ich habe gezittert, ich habe geweint, ich habe geboren, ich habe frohlockt – ich habe experimentiert……

…….. entstanden ist ein Bild, gemalt während den letzten aufwühlenden Mondzyklen. In regem Austausch mit Grossmutter Erde:

atmen
riechen
lauschen
horchen
mich preisgeben
mich hingeben
an die unendliche Fülle
und immense Kraft und Schönheit unseres Planeten
im Mehrklang mit dem Universum

Mich nähren lassen von diesem Moment, ja! genau diesem meinem Leben, das ich jetzt erlebe. Frieden finden mit all dem Unperfekten und Schmerzhaften. Erkennen, dass genau da die Vollkommenheit liegt. Die Gewissheit erfahren, dass tief, tief unter vielen Schichten verborgen in uns allen ein Licht immer klingt, das weit über uns hinaus leuchtet ……….

Die Musik in meiner kleinen Filmbildgeschichte stammt von einem geheimnisvollen Forschergeist. Eine Improvisation, geschenkt bekommen vor langer Zeit von Andreas Kohl (pianolumine.de). Ein herzliches DANKE, Andreas!

Ich habe es geschafft herauszufinden, wie ich die Musik mit meinem Handy abspielen und gleichzeitig filmen kann. Ein E x p e r i m e n t !
Ja, unperfekt, aber ich jauchze vor Freude es dir zu zeigen…… da!