Liebe Rosa

Liebe Rosa

Schwebend im offenen Raum reise ich durch die Zeit. Da sein, hier sein, mich drehen, den Wind und seine Botschaften in den Haaren spüren und hören, meine Arme ausbreiten und schon bin ich mit nah und fern verbunden. Ich höre, ich fliege, ich spüre, ich erzähle, ich tanze.

Oh, da kommt ein Brief!

Liebe Rosa
Ich liebe dich nicht mehr. Oder um es genauer zu sagen, du nervst. Zu dir passen die Worte „immer“ und „nie“.
Immer hälst du die Finger in meine Wunden, und nie übersiehst du sie.
Immer hast du recht, und nie gibst du nach.
Immer merkst du alles schon von weitem, und nie kann ich dir etwas vormachen.
Nun habe ich genug. Ich verlasse dich. Und ich freue mich jetzt schon auf die viele Zeit, die ich haben werde, um meine Schwächen zu geniessen. Von jetzt an mache ich, was ich will!
Ich grüsse dich, und verabschiede mich auf Nimmerwiedersehen!
R.

Diese Stimme kenne ich doch! Sie ist mir vertraut…….. , seit ich … seit ich gut und böse zu unterscheiden gelernt habe. Da nützt alles Schweben, keine Zeitreise ins Wahrnehm-All etwas, ich kann sie nicht überhören. Sie kommt von mir, es ist meine eigene, und ich finde, sie hat voll Mut!

Schnell ziehe ich meinen Lieblingsrock an, schimpfe über die Stärke meiner Schwächen und tanze befreit meine …

Sonnenseiten!

Der Mantel

der mantel

Schnell weg. Mir ist das Ganze nicht mehr geheuer. Ich war viel zu lange in diesem Mischmasch. Wie konnte ich nur? War ich denn die ganze Zeit so blind?

Ich hasse Unklarheiten, Widersprüche, Verwechslungen. Man ist entweder Fisch oder Vogel, aber sicher nicht beides!
Und nun wird mir genau das vorgeworfen. Da kommt diese graue Gans und sagt mir alles, was ich sicher nicht sein will, und schon gar nicht bin, direkt ins Gesicht. Ha! Dass ich nicht lache. Soll sie doch selber in den Spiegel schauen, sie hat ja keine Ahnung!

Also, ich gehe jetzt und lasse mir nichts mehr bieten.

ich bin ………. unterwegs
ich bin ………. in Gedanken
ich bin ………. voller Gespräche
ich bin ………. voller Rechtfertigungen
ich bin ………. unsicher
ich bin ………. verwickelt

ich gehe ………. barfuss und es pieckst manchmal
ich gehe ………. nach Hause
ich gehe ………. schnell

ich will ………. dass die Luft mich zerzaust
ich will ………. das Herz in meinen Ohren schlagen hören
ich will ………. den Weg sehen, den ich gehe
ich will ………. die Suppe essen, die ich mir zugemutet habe

Denn, wenn du meinst, ich könne diesen Mantel einfach ausziehen und ich käme hervor, täuschst du dich. Dies ist keine Verkleidung.

Ich habe ………. Angst
Ich habe ………. Scham
Ich habe ………. Freude
Ich habe Federn auf dem Kopf und Flossen auf dem Rücken.

Die Drei

die drei nornen (1)

Wir sind drei. Immer da. Zusammen. Die eine folgt der anderen. Überallhin.
Manchmal nervt’s, weil jede gerne die Wichtigste ist. Dann fliegen die Fetzen. Es wird erbittert gekämpft. Mit Argumenten, wilden Blicken, ja sogar mit Händen und Füssen.
Ein kleines Lüftchen kann zu einem Orkan werden:
Du! Nein ich! Nein die da! Immer! Nie! Und überhaupt! Diese Arroganz! Du bist ja nur neidisch! Und du eingebildet! Zerstörerin! Wut! Blut!

Jede von uns rennt um ihr Leben. Schutz suchend, Bestätigung suchend, Liebe suchend.

Doch jedes Mal ist es dasselbe: Das Herzblut spinnt einen Faden. Mit seinem Rhythmus gibt es dem Lebensrad den Schwung:

Woher komme ich?
Wer bin ich?
Wohin gehe ich?

Woher komme ich?
Wer bin ich?
Wohin gehe ich?

Woher komme ich?
Wer bin ich?
Wohin gehe ich?

Wo………………

Der rote Faden wickelt euch in eure Geschichten. Jeden Tag ein bischen mehr. Führt euch zur Erkenntnis, ins Wissen. Ihr ergattert eure Vollmacht über euer Leben und ihr versucht immer wieder die Kraft, die Schönheit, die Weisheit und die Wildheit darin zu erkennen.
Und wenig später sieht alles wieder anders aus …

Und so sind wir drei Schicksalsgöttinnen wieder zusammengerückt.
Aber entscheidet IHR, wer von uns die Wichtigste ist:

Die Vergangenheit?

Die Gegenwart?            oder

Die Zukunft?

Übergang

durch den Wald BLOG BILD

Übergänge – Übergang – Über etwas Gehen – Etwas Überwinden

Was erwartet mich auf  der anderen Seite?

Ich stehe da und warte, warte, bis etwas passiert. Könnte mich jemand anstupfen, ganz sanft? Ist da jemand, der mir Mut macht, es zu wagen? Und kann mir jemand versichern, dass nicht alles ganz anders sein wird, wenn ich auf der andern Seite ankomme? Bin ich dann immer noch ich?

Ich stehe da und warte. Und schaue angestrengt auf die andere Seite. Aber es ist unmöglich etwas zu erkennen. Dann male ich mir halt etwas aus.

Ich stehe immer noch da. Und warten tue ich auch noch. Es ist zum Verzweifeln. Nichts passiert. Ausser dass mir alles wehtut. Die Beine vom langen Stehen, kalte Füsse und Hände, krummer Rücken, hungriger Bauch. Und mein Kopf? Etwa eine Tonne schwer.

Mühselig beginne ich mich zu bewegen, fort von hier. Vorbei an Ängsten hinein in die Glaubenssätze. Über Vorurteile strauchelnd bin ich auf dem Weg.

Ein Ende? Gibt es nicht. Ein Ankommen? Ja, zerschunden, hungrig und leer.

Gibt es denn keine hoffnungsvollere Perspektive?
Doch, sicher, mal dir doch etwas anderes aus!

In der Stadt

Ich bin glücklich! Ich war auf einer Reise und komme gerne nachhause, obwohl es mir auf der Reise gefallen hat.

Ich freue mich, denn heute ist in meiner Stadt etwas los. Die Leute sind für einmal abends unterwegs, um einzukaufen: Kleider, Schmuck, Schuhe, Seifen und Parfums, lauter Dinge, die man eigentlich gar nicht braucht. Es wird gelacht, getratscht, im Stehen allerlei durcheinander gegegessen. Und natürlich werden verschiedenste Säfte getrunken. Ich bin glücklich!

Ich habe mir ein neues Kleid gekauft und auch noch neue Schuhe. Ich finde mich schön, so schön, dass ich am liebsten auf der Strasse tanzen möchte. Ich müsste nur die Augen schliessen, dann würde ich niemanden sehen und ich hätte den Mut, allen mein Glück zu zeigen. Und am allerliebsten würde ich alle damit anstecken.

„Kommt! Schliesst die Augen und tanzt mit mir euer Glück, eure Freude, euren Schmerz, eure Trauer.“

Ich glaube, das wäre ein Glück für uns alle…