M…ein Bild

Ja, das ist m…ein Bild. Ich habe es zum Fotografieren auf meinen Ateliertisch gelegt, um sichtbar zu machen, dass es mit dem Alltag verwoben und lebendig ist. So kannst du sehen, dass es „nur“ ein Bild ist.

Ich habe es mit Pigmenten gemalt und Eitempera war das Bindemittel. Also alles natürliche Materialien. Es war eine Herausforderung, mich mit dieser, für mich neuen Technik auseinanderzusetzen.

Zum Glück war ich von Anfang an mit meinem Sujet ganz nah in Kontakt. Es ging darum zu erzählen, dass sich ein Kreis geschlossen hat und ich nun parat war für einen weiten Flug über Täler, Gewässer, Felder, Wälder und Berge. Ja, ich fühlte mich wie eine fliegende Wildgans auf ihrem weiten Weg in den Süden. Oder zurück zum Heimatort? Welches ist nun die wirkliche Heimat? Hm.

Da war Magie, ich spürte es ganz genau. Ich wollte weiter, immer weiter die Länder des Unbeschreiblichen erkunden. Ich war bereit für eine lange Reise und wünschte mir, dass mich dieser Vogel mitnahm, in dieses Neue, längst Vergessene. Die Vorfeude war riesengross!

Meine Absicht, mich zu erinnern war riesengross! Aber woran will ich mich denn erinnern? Und wenn es mir Angst macht, was ich da entdecken werde?

Egal, ich hatte mich entschieden. Ich wollte dahin, ich wollte sehen, ich wollte erfahren, ich wollte wahrnehmen, ich wollte erinnert werden! Dazu brauchte ich Mut und darum erzählte ich kaum jemandem etwas davon.

Meine Entschlossenheit war so gross, dass mir dieser Vogel sein Gesicht zeigte, während meines Fluges, so dass ich so ein wunderschönes, befreiendes Gefühl der Freude erlebte.

Ich flog und sah die Erde. Ich malte und spürte die Erdenkraft in den Pigmenten und das Erinnern kam immer näher. Ich war eins mit dem Bild und seiner Magie, hörte seine Melodie und vergass…..

…..dass es nur ein Bild war. Ich zeigte es begeistert ein paar Menschen und in ihren Gesichtern las ich Unverständnis. Und jemand sagte zu mir, willst du damit Angst machen? Was?! Nein! Es erzählt doch nur von der Freiheit und der Freude die vielen Aspekte des Lebens zu entdecken! Ich habe etwas abgeschlossen und will mich für das Neue nicht einschränken!

Vielleicht erkennst du nun, warum ich dieses Bild auf meinen überfüllten Ateliertisch gelegt habe und warum ich es m…ein Bild genannt habe. Bis vor Kurzem stand es auf einer Staffelei, überdeckt von anderen Bildern. Ich habe einmal ein Foto von ihm gemacht und den Vogel einfach ausgeschnitten. Du kannst ihn auf meiner Homepage entdecken. Aber so richtig zu ihm gestanden bin ich nicht mehr.

Aber jetzt….. nämlich genau jetzt, mache ich aus m…einem Bild MEIN BILD!

Jetzt, heute will ich dieses unheimliche, unverständliche Bild verwandeln. Ja, ich kann das!, indem ich meine Sichtweise darauf ändere. Schau genau hin, es wird zu einem magischen Bild, das von Abenteuer und Freiheit erzählt, von Aufbruch und Erinnern, von Leichtigkeit und Neugierde und von Ernshaftigkeit und Wissen. Jetzt!

Mein Bild ist eigenwillig, es gefällt nur wenigen Menschen. Aber es ist ganz und gar von mir und darum wunderschön!

Ich liebe es und bin sehr stolz darauf. So. Ich verstecke von jetzt an weder das Bild noch mich.

Es ist nicht mehr m..ein Bild.

Es ist MEIN BILD!

Oh, es braucht Mut, zu sich zu stehen und in letzter Zeit hatte ich ein paar mal die Gelegenheit, mich hinter dem Angepasstsein zu verstecken. Nein! Mit jedem Mal, wenn diese Herausforderung auf mich zukommt, kann ich üben.

Und das möchte ich dir ganz fest ans Herz legen. Verbiege oder verstecke dich nicht. Und kommuniziere dies liebevoll. Es ist so befreiend es nicht mehr zu tun.

Ja, das Sichtbarwerden macht dich aber auch verletzbar. Du wirst missverstanden, abgelehnt und du wirst dich manchmal traurig und einsam fühlen. Das ist der Moment, wo du beginnen kannst, dich in aller Ruhe zu erinnern. Hole Bilder aus deinem inneren Archiv hevor, in denen du schon mutig warst und liebevoll für dich eingestanden bist. Spüre nach, wie DU dich dabei gefühlt hast. Feiere DU dein Mutigsein und nicht die Reaktion der anderen darauf. Ich bin sicher, irgendwann spürst du dein Herz jauchzen. DAS ist DER Moment des Erwachens und das ist unbeschreiblich schön!

Das Jahr geht dem Ende entgegen. Ein Kreis von vielen schliesst sich. Breite deine Flügel aus und fliege los, um deine Länder zu erkunden. Sie sind voller Überraschungen, Kreativität, Liebe und Leben. Sei mutig und stehe zu ihnen, es wird dich mit Freude erfüllen. Diese Fülle ist der Motor für dein authentisches SEIN.

Ich freue mich auf nächstes Jahr, wenn ich dir wieder Geschichten erzählen kann, die die Winde von den Welten zu mir und dann zu dir bringen.

http://weltenwind.ch

Ich grüsse dich von Herzen fest und wünsche dir eine sternenfunkelnde Weihnachtszeit!

Iris

Und übrigens:

Du fragst dich sicher, was denn aus meiner Reise geworden ist. Die habe ich über alle Umstände hinweg nicht aufgegeben. Ich bin losgezogen und bin immer noch unterwegs. Denn dieses Unbeschreibliche, Vergessene (ja, wir alle wussten schon einmal darum) und Wiederentdeckte ist ein Universum, dessen Erkundung nie ein Ende haben wird und ich werde nicht müde, davon zu berichten.

Immer am 3. des Monats erscheint mein Blog. Es gelingt mir leider nicht, einen Link zum Abonnieren zu setzen, WordPress hat grad irgendein Problem. Darum logge dich bei http://hinterdertrommel.com direkt ein oder schaue bei meiner Webseite vorbei.

http://weltenwind.ch

Und hier noch eine kleine Überraschung: Eine kurze Geschichte, die ich einmal über ein Bild geschrieben habe. Viel Freude beim Lesen!